Weg frei für Neugestaltung des Dombergs

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Ein großer Wurf wird die Neugestaltung des Freisinger Dombergs: Generalvikar Peter Beer (Mitte) schaut sich den Siegerentwurf mit dem erzbischöflichen Finanzdirektor Markus Reif (l.) und Jury-Vorsitzendem Lutz Hesse an. Foto: Lehmann

Nach langem Hin und Her nun also doch: Der Stadtrat in Freising hat dem millionenschweren Bauvorhaben der Erzdiözese am Domberg zugestimmt, auch dem umstrittenen Abriss eines achteckigen Turmes.

Freisinger Stadtrat lenkt ein

Freising – Der Freisinger Stadtrat hat den Weg für die Neugestaltung des Dombergs frei gemacht. In einer Sondersitzung genehmigten die Abgeordneten am Montagabend im zweiten Anlauf den Bauantrag für den Umbau und die Sanierung des Diözesanmuseums mit dem umstrittenen Abbruch des Oktogons, eines achteckigen, erkerartig angebauten Turmes.

Zugleich stellten die Abgeordneten klar, dass die Stadt der Neugestaltung des Dombergs insgesamt positiv gegenüberstehe. Damit kann die Erzdiözese München und Freising ihre entsprechenden Pläne voranbringen. „Wir begrüßen die Entscheidung des Freisinger Stadtrats“, teilte die Erzdiözese gestern mit. „Das ist ein starkes Signal, das uns zuversichtlich in die Zukunft blicken lässt.“

Das Museum zählt mit rund 40 000 Exponaten zu den größten kirchlichen Museen weltweit nach den Vatikanischen Museen. Der Domberg ist eine historische Wurzel des Erzbistums, einmal im Jahr tagte dort bisher die Freisinger Bischofskonferenz. Die Aussicht – insbesondere von der Westterrasse über Freising nach Weihenstephan – gilt als grandios. Die Terrasse soll nun mit der Neugestaltung der Allgemeinheit barrierefrei zugänglich gemacht werden. Die Erzdiözese begründet das so: Weil der Domberg keine Festungsanlage und keine Burg sei, die Menschen nicht abschrecken oder fernhalten wolle, sondern ein Ort der Gastfreundschaft, der Begegnung und des Austausches sei, brauche es eine angemessene Erschließung und Zuwegung, die allen, die es möchten, den Zugang zum Domberg leicht eröffnet. Im Klartext: Ein Aufzug an der Südseite des Diözesanmuseums ist geplant. Unter anderem dafür, aber auch wegen der Zufahrt für die Feuerwehr und für den Anlieferverkehr, muss der achteckige Turm abgerissen werden. Die Kosten der Umbaumaßnahmen für das Museum sollen bei knapp 40 Millionen Euro liegen. Ganz wichtig in den Augen der Erzdiözese: Bei der Neugestaltung des Dombergs brauche es eine ganzheitliche Zusammenschau aller Elemente und eine intensive Einbindung in die Stadtentwicklung.

Im Oktober 2017 hatten die Stadträte mit knapper Mehrheit das Bauvorhaben abgelehnt (wir berichteten); die Gegner wollten vor allem das Oktogon retten. Das Diözesanmuseum war ursprünglich von dem Architekten Matthias Berger 1868 bis 1870 als Erzbischöfliches Knabenseminar errichtet worden. Der Turm war 1876 und 1877 nachträglich an das Gebäude angefügt worden, um Toiletten zu schaffen.  dpa/zz

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