Leiche war unter Kinderbett versteckt worden

Schreckliche Tat in München: Frau (34) erstochen - Polizei gibt Details bekannt

Polizei München
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München - In den Abendstunden des Dienstag, 17. November erstatteten Familienangehörige einer 34-jährigen Münchnerin eine Vermisstenanzeige bei der Polizei. Kurze Zeit später wurde die Leiche der Frau in ihrer Wohnung unter einem Kinderbett gefunden.

Update, 12.57 Uhr - Polizei gibt Details bekannt

Im Rahmen einer Pressekonferenz gab die Polizei nun weitere Details zum Fall bekannt. Bereits am 11. November waren Beamte der Polizei zu der gemeinsamen Wohnung des Ehepaares gerufen worden. Grund für den Einsatz sei ein Notruf des späteren Opfers gewesen. Schon damals hatte die Frau berichtet, dass ihr Mann sie bedrohe.

Diese Aussage wurde von ihr jedoch in einem erneuten Anruf revidiert. Dennoch wurde eine Streife zur Wohnung geschickt. Laut Joseph Wimmer, Leiter der Münchener Mordermittler, hätte sich der Ehemann bei Eintreffen der Polizei „uneinsichtig und leicht unverschämt“ verhalten. Auf die Erstattung einer Anzeige verzichtete die Frau aber damals.

Am 17. November wurde die 34-Jährige als vermisst gemeldet, Angehörige hatten eine entsprechende Anzeige bei der Polizei aufgegeben. Nach einem Anruf des Ehemannes, sie würden um die Mittagszeit noch einkaufen gehen, seien beide verschwunden und auch nicht mehr telefonisch erreichbar gewesen.

Leiche unter Kinderbett entdeckt

Eine Streife wurde abermals zu der Wohnung geschickt, konnte aber keine Hinweise zum Verbleib des Ehepaares finden. Bei einer erneuten Durchsuchung der Wohnung am 18. November konnte die Spurensicherung Blutspuren kenntlich machen. Am Freitag (20. November) wurde die Leiche der Frau unter einem Kinderbett gefunden. Eine Obduktion ergab, dass sie durch Stiche in den Oberkörper getötet worden war.

„Super-Recogniser“ der Polizei geben Hinweise

Erste Hinweise zum Verbleib des mutmaßlichen Täters gaben dann die „Super-Recogniser“ des Polizeipräsidium München. Als „Super-Recgoniser“ werden Menschen bezeichnet, die sich überdurchschnittlich gut Gesichter merken können. Diese konnten den 41-Jährigen auf Kamerabildern am Münchener Hauptbahnhof in einem Reisebüro identifizieren. Auf diesen Bildern ist er zusammen mit einem Mann zu sehen, welcher als potentiell wichtiger Zeuge nun ebenfalls Teil der Fahndung ist.

Weitere Ermittlungen ergaben, dass der mutmaßliche Täter am Tag der Tat (17. November) in einen Zug nach Italien gestiegen ist. Auf diesem Wege soll er sich in Richtung seines Heimatlandes Afghanistan abgesetzt haben. Die Polizei ermittelt bis auf Weiteres wegen Totschlag in dem Fall.

Update, 12 Uhr - Bilder und Beschreibung des mutmaßlichen Täters

Derzeit laufen noch umfangreiche Fahndungsmaßnahmen nach dem flüchtigen Tatverdächtigen durch Fahndungskräfte des Polizei.

Nach dem flüchtigen 41-jährigen Tatverdächtigen wird nun aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts München mit Lichtbildern öffentlich gefahndet. Im Rahmen der Ermittlungen konnte eine bislang unbekannte Person festgestellt werden, die in diesem Fall als wichtiger Zeuge zu werten ist. Aufgrund eines Beschlusses des Amtsgerichts München wird nach diesem unbekannten Mann nun mit Lichtbildern gesucht.

Die Polizei fahndet ebenfalls nach dieser unbekannten Person. Sie könnte ein wichtiger Zeuge sein.

Personen, die sachdienliche Hinweise insbesondere zum Aufenthaltsort des Tatverdächtigen und zur Person des Zeugen geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Erstmeldung, 24. November, 11.39 Uhr

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Demnach hatte ihr 41-jähriger Ehemann den Familienangehörigen am Dienstag, 17. November telefonisch mitgeteilt, dass beide um die Mittagszeit noch einkaufen gehen würden. Beide seien seitdem verschwunden und auch nicht mehr telefonisch erreichbar gewesen. Eine Wohnungsnachschau sowie umfangreiche Suchmaßnahmen und Erstermittlungen verliefen ergebnislos.

Als bei einer weiteren Wohnungsnachschau am Mittwoch, 18. November Blutantragungen in der Wohnung festgestellt wurden, wurde die gesamte Wohnung am Donnerstag, 19. November spurentechnisch untersucht. Hierbei konnten zahlreiche weitere Blutspuren unter anderem durch Einsatz von chemischen Verfahren festgestellt werden, die auf eine Gewalttat hinwiesen.

Mordkommission übernimmt Ermittlungen

Am Freitag, 20. November wurden die weiteren Ermittlungen aufgrund des Verdachts eines Tötungsdelikts durch die Mordkommission des Polizeipräsidiums München übernommen. Auf Antrag der Kapitalabteilung der Staatsanwaltschaft München I erließ der zuständige Ermittlungsrichter noch am Freitag, 20. November einen Haftbefehl wegen Totschlags gegen den flüchtigen 41-jährigen Ehemann. Am Nachmittag des Freitag, 20. November wurde bei einer gründlichen Durchsuchung der Wohnung die unter einem Kinderbett versteckte Frauenleiche der 34-jährigen Münchnerin aufgefunden. Die anschließende Obduktion im Institut für Rechtsmedizin der LMU München bestätigte, dass die 34-Jährige durch Stiche in den Oberkörper getötet wurde.

Pressemeldung Polizei München

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