Frankens Wein lechzt nach Wasser

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Mit einem elektronischen Gerät misst Daniel Heßdörfer von der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau den Gasaustausch einzelner Blätter eines Rebstocks. Fotos: Hildenbrand/dpa

Volkach – Franken gilt als das trockenste Weinanbaugebiet Deutschlands.

Die Winzer in Nordbayern suchen deshalb bereits seit Jahren nach Strategien, damit ihre Rebstöcke auch bei wochenlangen Höchsttemperaturen und ohne Regen zurechtkommen.

In Volkach am Main (Landkreis Kitzingen) ist beispielsweise 2010 ein Bewässerungsmanagement-System installiert worden, das sie völlig unabhängig vom Sommerwetter, dem Main und den Trinkwasserbrunnen macht. Für das Pilotprojekt haben sich 45 Winzer der Region und der lokale Wasserversorger zusammengeschlossen.

Die Fernwasserversorgung Franken hat die Kosten der in einem Trinkwasserschutzgebiet liegenden Anlage übernommen, die nun sämtliches Regen- und Schmelzwasser aus den Weinbergen abfängt, in Speicherbecken sammelt und im Sommer wieder an die Reben tropfen lässt. 3,4 Millionen Euro wurden investiert. Das Trinkwasser ist seitdem weniger stark durch Schadstoffe verunreinigt. Zudem kommt weniger Dreck in die Anlagen, weil sich die Winzer im Gegenzug verpflichtet haben, ihre Weinberge dauerhaft zu begrünen. Üblicherweise werden Pflanzen zwischen den Reihen entfernt, sie sind bei Trockenheit Konkurrenz um Wasser. Das führt allerdings eher zu Erosion bei Starkregen.

Mittlerweile liegen die Schläuche zur Bewässerung der Reben in etwa einem Sechstel aller bayerischen Weinberge. Viele davon schöpfen die Reserven dafür im Winter aus dem Main. Mit Blick auf den Klimawandel müssten mittelfristig jedoch die gesamten 6000 Hektar künstlich bewässert werden, um die Produktivität erhalten zu können, heißt es bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim (Landkreis Würzburg). mm/lby

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