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"Wir können die Menschen nicht übereinanderlegen"

Flüchtlinge: Polizei kontrolliert in Rosenheim keine Züge mehr

Bundespolizei, Rosenheim
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Die Bundespolizei in Rosenheim ist mit der großen Zahl an Flüchtlingen überfordert.

Rosenheim - Die Bundespolizei wirft angesichts der nicht nachlassenden Zahl an Flüchtlingen am Bahnhof in Rosenheim das Handtuch: Beamte kontrollieren vorerst dort keine ankommenden Züge mehr.

Update vom 31. August 2015: In München kommen derzeit viele Flüchtlinge am Hauptbahnhof an - etwa aus Afghanistan und aus Syrien. Um die 450 Menschen saßen am Nachmittag im Zug aus Ungarn.

Mehrfach hatte die Bundespolizei in Rosenheim Alarm geschlagen, jetzt der vorläufige Offenbarungs-Eid: Wegen der sich verschärfenden Flüchtlingskrise kontrolliert die Bundespolizei in Rosenheim vorerst keine ankommenden Züge mehr.

"Wir haben 350 Flüchtlinge auf unserer Dienststelle", sagte Polizeisprecher Rainer Scharf am Montag. Die

Überfüllte Turnhallen: Rosenheim liegt auf der Bahnstrecke Budapest-Wien-München - über die Route kommen viele Flüchtlinge.

Beamten seien mit der Versorgung und Registrierung der Asylbewerber vor der Weiterreise in die Münchner Erstaufnahmestelle vollständig ausgelastet. Scharf: "Wir können die Menschen nicht übereinanderlegen." Die Turnhalle der Inspektion sei voll belegt. Scharf wollte aber nicht ausschließen, dass zu einer späteren Uhrzeit am Montag doch wieder Züge kontrolliert werden. Rosenheim liegt auf der Bahnstrecke Budapest-Wien-München.

Flüchtlinge in Bayern: Hilferuf der Beamten schon im August

Alle in Rosenheim ankommenden Flüchtlinge müssen in der Dienststelle der Rosenheimer Bundespolizeiinspektion kontrolliert und in der "Bearbeitungsstraße" registriert werden. Im Idealfall dauert die Prozedur pro Einreisendem zwei Stunden. Schon Mitte August hatte die Bundespolizei auf die Arbeitsbelastung hingewiesen: Die Beamten seien mit 550 Leuten im Einsatz am deutsch-österreichischen Grenzgebiet, dennoch müsse man Züge auch unkontrolliert nach München in Richtung Erstaufnahmestelle weiterfahren lassen, hieß es schon damals.

Ungarn hatte am Montag Hunderte Migranten mit überfüllten Zügen gen Westen ausreisen lassen und damit das Flüchtlingsproblem an seine Nachbarländer weitergereicht.

Das bayerische Innenministerium hat Ungarn aufgefordert, sich in der Flüchtlingskrise an europäisches Recht zu halten. „Ungarn muss seinen Verpflichtungen zur Registrierung nach dem Dublin-Abkommen nachkommen“, sagte am Montagabend ein Sprecher von Minister Joachim Herrmann (CSU). „Es kann nicht sein, dass Asylbewerber dort nicht mehr registriert werden.“

dpa

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