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Dr. Manuela Rottmann zu Besuch in Unterneukirchen

„Landwirtschaft muss widerstandsfähiger werden“: Staatssekretärin Rottmann besucht Maierhof

Landwirt Johann Eder führt Staatssekretärin Dr. Manuela Rottmann über seinen Hof.
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Landwirt Johann Eder führt Staatssekretärin Dr. Manuela Rottmann über seinen Hof.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Der Bayerische Bauernverband hatte Staatssekretärin Dr. Manuela Rottmann eingeladen. Sie besuchte daraufhin den Maierhof bei Unterneukirchen. Ihre Botschaft: „Die deutsche Landwirtschaft muss widerstandsfähiger werden“.

Unterneukirchen – Die Familie Eder – Vater, Mutter und Sohn Johannes (die Tochter studiert derzeit) – bewirtschaftet den Maierhof an der Leiten 1, außerhalb von Unterneukirchen.

Der Bayerische Bauernverband hatte die Staatssekretärin von Grünenpolitiker Cem Özdemir eingeladen, der in der derzeitigen Ampelkoalition mit der Führung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft betraut ist. Und Dr. Manuela Rottmann, 50 Jahre alt und Unterfränkin aus Würzburg, war auf den Maierhof gekommen.

Flächenverbrauch Düngeverordnung

Der Termin begann mit einer Hofführung. Auf dem Hof der Familie Eder werden junge Kälber großgezogen, die nach und nach von der Muttermilch entwöhnt und an feste Nahrung wie Heu, Silomais und Getreide gewöhnt werden. Wenn sie ein Gewicht von 200 Kilogramm erreicht haben, werden sie an Bullenmäster weiterverkauft. Auf dem Hof der Eders gibt es eine Kleinbiogasanlage, die zum Heizen und zum Trocknen von Hackschnitzeln verwendet wird.

Für die Diskussion mit der Staatssekretärin hatten die Jungbauern Fragen vorbereitet. Zunächst ging es um den Flächenverbrauch. Dazu die Meinung von Dr. Manuela Rottmann: „Wir müssen mehr die Dächer nützen, bevor wir in die Fläche gehen. Ist eine Fläche erst einmal versiegelt, dann ist es vorbei. Steht ein Supermarkt, ein Logistikzentrum oder eine Autobahn, dann wird nicht mehr abgerissen oder zurückgebaut. Es muss auch eine Diskussion über Windräder auf landwirtschaftlichen Flächen geben. Entscheidend ist die Frage: Wie halte ich die Wertschöpfung auf meiner Fläche?“

Eine weitere Frage beschäftigte sich damit, warum der Dieselverbrauch gefördert wird, der von alternativen Kraftstoffen jedoch nicht. Darauf die Staatssekretärin: „Beim Pkw habe ich Alternativen, Treibhausgase einzusparen, beispielsweise durch Tempolimits oder E-Autos. Bei landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen bleibt nur der Diesel als Antrieb, und es gibt auch keine Elektro-Bulldogs.“

Ein heißes Thema bei den Bauern ist die Düngeverordnung. Sie regelt, wann und wie viel Dünger die Bauern ausbringen dürfen. Dr. Rottmann: „Die Lage ist derzeit so, dass die EU-Kommission die deutschen Argumente zur Düngeverordnung kennt, aber dadurch sehr genervt ist. Bisher war die deutsche Politik bezüglich der Düngeverordnung von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Sie muss vereinheitlicht werden, und das wird bis 2026 dauern. Vorher wird sich in dieser Frage nichts ändern.“

Die Schlussfrage lautete: Wie sehen Sie die deutsche Landwirtschaft in 15 Jahren? Die Staatssekretärin: „Fleisch wird auch 2037 noch gegessen – weniger, aber von deutlich besserer Qualität. Der Verbraucher muss Schritt für Schritt dahin gebracht werden, für besseres Fleisch mehr Geld hinzulegen.“ Kleinbäuerliche Landwirtschaften können der Staatssekretärin zufolge erhalten bleiben, ökologischer Anbau und Selbstversorgung schließen sich nicht aus. Dr. Rottmann weiter: „Unser Hauptproblem ist das Wasser – das ist momentan so und wird auch in der Zukunft so bleiben. Dürren oder Sturzfluten – das sind die Extreme.

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Wir dürfen Böden nicht überdüngen oder das Grundwasser anzapfen. Wasser darf niemals privatisiert werden. Wasser und Böden – das sind die Basis unserer Landwirtschaft.“ Weiter sagte sie: „Lebensmittel werden insgesamt auf Dauer nicht so billig bleiben können. Bauernhöfe müssen in ihrer Energieversorgung autark werden. Auch müssen sich die Bauern diversifizieren, das heißt breiter aufstellen und zum Beispiel in die Direktvermarktung einsteigen. Auch Regionalität und Nachhaltigkeit werden immer wichtiger werden, ebenso die Selbstversorgung. Die deutsche Landwirtschaft muss widerstandsfähiger werden“.

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