Finanzskandal: Bistum Eichstätt um 48 Millionen Euro betrogen

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Eichstätt – Das Bistum Eichstätt wird von einem Finanzskandal erschüttert.

Ein ehemaliger Mitarbeiter der Finanzkammer soll mit einem Kompagnon durch ungesicherte Kredite auf dem US-Immobilienmarkt einen Schaden von bis zu 60 Millionen US-Dollar (48,2 Millionen Euro) verursacht haben. Wie das Bistum gestern bekannt gab, wurde im Juli 2017 gegen beide Personen Strafanzeige erstattet. Nach Auskunft der für Wirtschaftsstrafsachen zuständigen Staatsanwaltschaft München II sitzen die zwei Beschuldigten in Haft. Der Vorwurf laute auf Untreue, Bestechung und Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr.

Weitere Angaben zu den Personen wurden nicht gemacht. Informationen zufolge soll es sich um den früheren stellvertretenden Finanzdirektor und einen Geschäftspartner in den USA handeln. Bei dem Anlagebetrag handelt es sich nach Recherchen von „Süddeutscher Zeitung“, WDR und NDR um etwa ein Sechstel des Finanzanlagevermögens der Diözese. Diese Angabe wurde von einem Bistumssprecher auf Nachfrage weder bestätigt noch dementiert. In 30 Fällen sollen Kredite für Bauvorhaben in den USA vergeben worden sein, ohne diese etwa durch eine Grundschuld abzusichern. Der damalige Finanzchef der Diözese, ein Priester, sei im fraglichen Zeitraum fachlich mit seiner Aufgabe überfordert gewesen. Ansprechpartner des früheren stellvertretenden Finanzchefs sei auf US-Seite ein Deutscher gewesen, den der Bistumsmitarbeiter seit Jahren gekannt habe. Womöglich wirkten die Männer zusammen, um die Diözese zu schädigen. mm/kna

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