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ovb24.de stellt die Brauereien in der Region vor

„A griabigs Bier vo griabige Leid“: Hinter Hopfenkopf Bräu stecken drei Spezln

Hopfenkopf Bräu in Feichten an der Alz
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Drei Spezln haben 2017 Hopfenkopf Bräu in Feichten an der Alz gegründet.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Feichten an der Alz - Hopfen und Malz, Gott erhalt‘s - diesen Spruch kennt jeder. Ebenso wie das Reinheitsgebot aus dem Jahr 1516, ein Garant für süffiges und gutes Bier. Bayern und das bayerische Bier - eine Liebesgeschichte, die seit Jahrhunderten besteht. ovb24.de nimmt die Brauereien in der Region ein bisserl genauer unter die Lupe. Christian Krumbachner vom Hopfenkopf Bräu steht uns Rede und Antwort:

+++ Hier finden Sie einen Überblick über alle Brauereien der ovb24-PAY-Serie+++

Seit wann gibt es Ihre Brauerei?

Unsere Brauerei haben wir im Dezember 2017 gegründet. Wir, das sind drei Spezln: der Hape, der Robert und der Christian. Zusammen betreiben wir Hopfenkopf Bräu GbR mit viel Leidenschaft.

Wie sieht die Gründungsgeschichte aus?

Nach zahlreichen Brauversuchen im Keller und den durchaus zahlreichen positiven Rückmeldungen unserer Freunde und Bekannten zu den Bieren haben wir uns entschlossen aus dem Hobby heraus eine eigene Brauerei zu gründen. Unser Fokus liegt hierbei auf den klassischen Bierstilen, welche in Bayern beziehungsweise in unserer Region gefragt sind – dem traditionellen Hellen Bier und dem Weißbier. Saisonal brauen wir zudem auch ein Starkbier, welches gerade in den kälteren Monaten sehr gefragt ist. Seit kurzem haben wir unser Sortiment noch um ein fruchtiges Pale Ale erweitert, welches an unser Weißbier angelehnt ist - ein Sommerbier sozusagen. Zudem versuchen wir uns in ersten Schritten an fassgereiften Bieren, weshalb wir bereits zum zweiten Mal ein Stout in ein Rumfass eingelagert haben. Auch diese Biere finden bei aufgeschlossenen Biertrinkern zunehmend an Beachtung. Grundsätzlich wollen wir in der Zukunft regelmäßig wechselnde Bierstile passend zur Saison testen und bei entsprechender Nachfrage ggf. auch dauerhaft im Sortiment aufnehmen. Ganz nach dem Motto – „Vieles kann, nichts muss.“

Wie erklärt sich Ihr Brauerei-Logo und das Etikett?

Unser Logo ist eine Mischung aus dem Wappen unserer Heimatgemeinde Feichten (der Löwe), den wir leicht abgeändert haben. Die drei Hopfenblüten stehen für uns drei Gründer.

Hat Ihre Brauerei einen Werbeslogan?

Unser Motto lautet: „Brauerei aus Leidenschaft“.

Die Gründer des Hopfenkopf Bräus legen Wert auf Regionalität.

Gibt es Vereine, Mannschaften, etc., die von Ihnen gesponsert werden?

Wir sponsern den benachbarten Hobby-Eishockeyverein „Eschetshub Tigers“, welcher in der regionalen Inn-Chiemgau-Hockey-Liga aufläuft. Auch dies bereitet uns viel Freude, vor allem das Miteinander, welches wir regelmäßig erleben dürfen. Unser erstes Starkbierfest 2020 in Feichten wäre zum Beispiel ohne diese Zusammenarbeit mangels Helfer so nicht durchführbar gewesen. Und so kommt eines zum anderen – man unterstützt sich gegenseitig. Natürlich dürfen hierbei auch kleine gemütliche Runden am Biertisch nicht fehlen.

Wie viele Angestellte gibt es bei Ihnen? Bilden Sie aus - wenn ja, in welchen Bereichen?

Angestellte haben wir noch nicht, ebenso haben wir noch keine Möglichkeiten eine Ausbildung anzubieten - was sich aber gegebenenfalls künftig durchaus auch ändern könnte. Schau ma moi, dann seng mas scho ...

Welche Biere stellen Sie her? 

Ganzjährig bieten wir Weißbier, Helles und Pale Ale. Saisonal bieten wir zudem Starkbier, fassgereiftes Stout (Jamaica Rumfass), fassgereiftes Stout (Barbados Rumfass) und fassgereiftes Saures Stout (Moscatel Fass). Stolz sind wir eigentlich auf alle unsere Biere - probieren sollte man diese ebenso. Gerade die fassgereiften Biere sind für so manchen sehr spannend und eine neue Erkenntnis in Sachen Bier. Der klassische Hell- und/oder Weißbiertrinker darf gerne offen sein für speziellere Biere.

Wie stehen Sie zur Craft-Beer-Bewegung?

In Bezug auf die Craft-Beer-Bewegung sind wir sehr aufgeschlossen, so hat uns diese ja selbst zur eigenen Brauerei verholfen. Wir finden es spannend, wenn in den verschiedensten Regionen Deutschlands wieder vermehrt dem Brauhandwerk nachgegangen wird - gerade als Kontrast zu den sogenannten Industriebieren großer Brauereien ist es ja gerade die Vielfalt, welche zum Durchprobieren einlädt.

Ist das Reinheitsgebot noch zeitgemäß?

Das Reinheitsgebot erachten wir als Basis des Brauhandwerks. Gerade in Hinblick darauf, dass es mitunter schon sehr seltsam anmutende Bier-„Hybride“ aus Ländern ohne Reinheitsgebot gibt. Es ist ja grundsätzlich schön, wenn experimentiert wird und hierbei ergeben sich ja auch in der Zukunft neue spannende Sorten und gegebenenfalls auch Bierstile. Dennoch möchten wir zum Beispiel auch als Verbraucher bei Bieren die Gewissheit haben welche Rohstoffe verwendet wurden. Ohne Reinheitsgebot, so denken wir, könnte es in Zukunft denkbar werden, dass auch auf Bieretiketten elend lange Zutatenlisten entstehen, mit ggf. Zusätzen für die man Chemie studiert haben müsste, um diese zu verstehen. Das Reinheitsgebot bietet unserer Meinung nach eine vernünftige Qualitätsgrundlage für bayerische/deutsche Biere, für die wir wiederum weltweit geschätzt werden. Wer dennoch außerhalb des Reinheitsgebotes brauen möchte, was wir ja auch interessant finden, sollte das Ergebnis beziehungsweise sein Produkt letztendlich nicht „Bier“ nennen dürfen.

Woher beziehen Sie Ihre Rohstoffe für die Herstellung Ihrer Biere?

Unsere Rohstoffe beziehen wir, soweit möglich, ausschließlich regional. Gerade beim Hopfen ist es so, dass nicht jeder Aromahopfen in der Region, sondern in der Regel in der Hallertau angebaut wird. Diesen speziellen Hopfen beziehen wir dann wiederum über regionale Fachhändler, die über ein ausgedehntes Hopfenbauern-Netzwerk verfügen und somit auch diese Sorten anbieten können.

Stichwort Einzugsgebiet: Wo kann Ihr Bier überall erworben werden?

Derzeit liefern wir ausschließlich im Gemeindegebiet unseres Heimatortes zweiwöchentlich aus. Bei entsprechender Nachfrage sind wir hier gerne bereit dies auch auszuweiten. In den Getränkemärkten sind wir im Umkreis von etwa 15 Kilometern unseres Heimatortes mittlerweile gut vertreten. Sollte es Getränkemärkte geben, auch außerhalb dieses Radius, welche uns nicht im Sortiment haben und interessiert sind, freuen wir uns sehr über einen Anruf oder eine E-Mail.

Seit Dezember 2017 gibt es Hopfenkopf Bräu in Feichten an der Alz.

Auf welchen Festen sind Sie vertreten und welche Wirtschaften werden beliefert/stehen bei Ihnen unter Vertrag?

Aufgrund unserer kurzen Historie waren wir bisher nur auf den von uns organisierten Festen (Starkbierfest, Hoffeste, etc.) vertreten. Ein erster Höhepunkt war kurz nach unserem Anfang ein Weißbierstand bei der Dult in unserem Heimatort Feichten. Auch hier sind wir offen, falls ein Veranstalter oder Gastwirt an uns Interesse hätte. Hinsichtlich Fassbier und Ausstattung haben wir mittlerweile gute Möglichkeiten auch größere Feste ordentlich zu beliefern oder auszustatten. Stolz sind wir hierbei auf einen Gastwirt in Braunau (Oberösterreich) der mit uns den Sprung ins kalte Wasser gewagt hat. Seit mittlerweile gut zwei Jahren dürfen wir seine Gäste mit unseren Bieren erfrischen. Die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos und bereitet allen Beteiligten viel Freude.

Wie viel Liter Bier werden pro Jahr bei Ihnen abgefüllt?

Trotz unserer jungen Historie kommen wir derzeit auf circa 500 Hektoliter Jahresabsatz. Die Kinderschuhe werden allmählich zu klein.

Wie geht es Ihnen in der Corona-Pandemie aktuell und wie blicken Sie in die Zukunft?

In die Zukunft blicken wir voller Zuversicht und Optimismus. Corona hatte zum Glück für uns keine wirkliche Auswirkung, da wir derzeit „nur“ einen Gastwirt als Kunden haben. Dessen vorübergehende Betriebsschließung aufgrund der Pandemie hat auch uns den Fassbierabsatz nahezu gegen Null fahren lassen. Unser Kundekreis für Flaschenbiere hat sich jedoch in den vergangenen gut eineinhalb Jahren kontinuierlich erweitert, so dass wir auch zu Corona-Zeiten gewachsen sind. Von dem her haben wir glücklicherweise nicht mal „ein blaues Auge“ davongezogen, was wir für unsere Kollegen leider nicht behaupten können. In der Branche gab es doch sehr deutliche, zum Teil existenzbedrohende Rückgänge zu verzeichnen - leider.

Ausblick: Stellen Sie in Zukunft besondere Aktionen in Aussicht?

Für die nähere Zukunft wollen wir in erster Linie an unserem Sortiment arbeiten sowie unsere eigene Zwei-Hektoliter-Brauanlage in Betrieb nehmen. Danach schau ma moi, wos ois nächsts kimmt ...

Abschließend ein Satz über Sie: Was zeichnet Ihre Brauerei aus?

A griabigs Bier vo griabige Leid.

mb

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