FDP-LANDESPARTEITAG Duins Hürdenlauf in der Turnhalle Die Konterrevolution ist abgesagt.

Die Konterrevolution ist abgesagt. Albert Duin hält sich als Bayerns FDP-Vorsitzender klar im Amt und die früheren Mandatsträger auf Distanz. Nun zeichnet sich ab, mit welcher Aufstellung die FDP in die nächsten Wahlen gehen will.

FDP-LANDESPARTEITAG

Duins Hürdenlauf in der Turnhalle

Die Konterrevolution ist abgesagt. Albert Duin hält sich als Bayerns FDP-Vorsitzender klar im Amt und die früheren Mandatsträger auf Distanz. Nun zeichnet sich ab, mit welcher Aufstellung die FDP in die nächsten Wahlen gehen will.

VON CHRISTIAN DEUTSCHLÄNDER UND ULF VOGLER

Lauingen – Nachts wirkt die Stimmung bei der FDP recht unbekümmert, ja ausgelassen. Die Partei tagt in einer Turnhalle – während gegen 23 Uhr die letzten Wahlergebnisse ausgezählt werden, greifen Delegierte nach Bällen und zetteln ein Basketball-Match an. Große Gaudi, keine Fouls, der Landesvorsitzende mit Krawatte mittendrin: Das fröhliche, unverkrampfte Bild bleibt hängen nach einem eigentlich wundenreichen Landesparteitag.

In der Turnhalle im schwäbischen Lauingen leistet sich die Bayern-FDP zuvor härtere Kämpfe. Ein Teil der Partei versucht, Landeschef Albert Duin (62) wieder loszuwerden. Der unkonventionelle Münchner gilt manchen als zu fröhlich, substanzlos, zu unkritisch gegenüber den anderen Parteien. Es gebe eine „Diskrepanz“ zwischen der Eigenwahrnehmung und dem Bild, das die Öffentlichkeit von der bayerischen FDP habe, sagt der Landshuter Kreisvorsitzende Alexander Putz: „Hören wir auf, uns selbst auf die Schulter zu klopfen, klopfen wir den anderen lieber auf die Finger.“

Putz kandidiert gegen Duin – scheitert aber klar. 71,4 Prozent der 395 Delegierten wählen Duin, knapp 26 Prozent Putz, ein Bruchteil noch einen spontanen dritten Bewerber. Dass es so deutlich werden würde, hatten vorher selbst Duins Vertraute nicht erwartet. Hinter seinem Gegner Putz sammelten sich immerhin die bis 2013 mächtigen Liberalen: die Ex-Minister Wolfgang Heubisch und Martin Zeil, der frühere Fraktionschef Thomas Hacker. Das ist genau jene Garde, die Duin mit seiner Spontankandidatur Ende 2013, nach dem Rauswurf der Partei aus Bundes- und Landtag, überrumpelt und aus den Ämtern vertrieben hatte.

Hacker war damals als Landesvorsitzender vorgesehen. Nun gibt es für den Oberfranken einen weiteren Dämpfer: In einer Kampfkandidatur unterliegt er auch als Parteivize, diesmal dem früheren Bundestagsabgeordneten Sebastian Körber. Weitere Duin-Stellvertreter werden Britta Dassler und der aus der Landtagszeit überparteilich als Finanzexperte geschätzte Karsten Klein.

Die Gegner akzeptieren das Ergebnis. Daran gebe es nichts rumzudeuteln, sagt Heubisch, heute Münchner FDP-Stadtrat. Nun bleibe es eben bei Duins „Führung durch Emotion“.

Duin fordert die Partei nach seiner Wiederwahl zur Geschlossenheit auf: „Wir müssen die Gräben schließen.“ Nach seiner Ansicht hat der Wiederaufstieg der Liberalen begonnen; die Partei sei allerdings noch nicht am Ziel. „Das Tal der Tränen ist fast durchschritten.“ Die bayerische FDP sei heute eine andere Partei als vor zwei Jahren. Der 62-Jährige betont immer wieder, dass die FDP in der „APO“ (außerparlamentarischen Opposition) andere Bedingungen habe als zuvor. Es gebe keine hauptberuflichen Politiker mehr, die die Arbeit machten. „APO erfordert harte Arbeit“, sagt der FDP-Landeschef, im Hauptberuf Unternehmer.

Signalwirkung hat die interne Wahl auch für die nächsten Listenaufstellungen, wenn also die Liberalen festlegen, wer für sie für den Bundestag 2017 und den Landtag 2018 kandidiert. Generalsekretär Daniel Föst, nun mit gut 88 Prozent im Amt bestätigt, wird sich wohl für die Spitzenkandidatur der Bayern-FDP im Bund interessieren, Duin hat bereits bekundet, in Bayern eines Tages Ministerpräsident werden zu wollen.

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