FAHRANFÄNGER RAST MIT PKW GEGEN BAUM

Vier Freunde sterben bei

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Ein Bild der Zerstörung: Beim Aufprall auf einen Baum nahe Markt Rettenbach wurde dieser Pkw in zwei Teile gerissen. Vier Jugendliche konnten nur noch tot geborgen werden, einer der jungen Männer kam schwer verletzt in ein Krankenhaus.   Foto: Zwiebler
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Ein Bild der Zerstörung: Beim Aufprall auf einen Baum nahe Markt Rettenbach wurde dieser Pkw in zwei Teile gerissen. Vier Jugendliche konnten nur noch tot geborgen werden, einer der jungen Männer kam schwer verletzt in ein Krankenhaus.   Foto: Zwiebler

Tragisches Ende einer nächtlichen Autofahrt: Ein verheerender Verkehrsunfall im Unterallgäu hat vier Jugendliche aus dem Leben gerissen. Der fünfte Insasse überlebte schwer verletzt.

von corinna ERhard

Markt Rettenbach – Das Unglück nahm am Samstag gegen 23 Uhr seinen Lauf. Auf dem Weg zu einem Jugendtreff verlor ein 18-jähriger Fahranfänger die Kontrolle über das voll besetzte Auto. Er und drei seiner Freunde kamen ums Leben. Am Unfallort spielen sich erschütternde Szene ab.

Laut Polizei war der Wagen in einer langen Rechtskurve auf der Ortsverbindung zwischen Eutenhausen und Lannenberg bei Markt Rettenbach von der Straße abgekommen, gegen einen Baum geprallt und wurde in zwei Teile zerrissen worden. Eine Frau, die kurz darauf an der Unglücksstelle vorbeifuhr, setzte einen Notruf ab.

Die fünf Freunde hatten zuvor eine Weihnachtsfeier in Markt Rettenbach besucht. Der 18-Jährige, der erst vor vier Wochen den Führerschein gemacht hatte, wollte im Audi seiner Mutter mit den Spezln zu einem beliebten Jugendtreff. Eine kurze Fahrt nur, keine drei Minuten mit dem Auto. Auf dieser Tour geschah der schreckliche Unfall.

Den Einsatzkräften bot sich ein entsetzliches Bild. „Einfach grausam. Vor uns lag ein riesiges Trümmerfeld. Schrecklich“, berichtet Michael Steinle, Feuerwehr-Kommandant der Gemeinde Markt Rettenbach. „Diese Bilder kann man nicht mehr vergessen.“ Steinle war als einer der Ersten vor Ort und hat die Worte eines zufällig vorbeigekommenen Arztes noch im Ohr: „Da ist alles zu spät...“ Eine traurige Erkenntnis, wo doch Steinle und seine Kameraden die Jugendlichen (zwischen 16 und 18 Jahre alt) großteils kannten. „Sie stammten aus Dörfern aus der näheren Umgebung.“

Der Körper von einem eingeklemmten Jugendlichen musste aus dem Wrack geborgen werden. Da die anderen Verunglückten, auch der Überlebende, aus dem Auto geschleudert worden waren, suchten Einsatzkräfte nach weiteren Verletzten im Freien und überprüften, ob möglicherweise noch ein anderes Fahrzeug weggeschleudert worden war. Dies war allerdings nicht der Fall. „Wir hatten auch die Befürchtung, dass Freunde hinzukommen“, sagte Steinle. „So was spricht sich schnell rum.“ Doch Freunde und Angehörige erfuhren die furchtbare Nachricht erst am Sonntag.

Ob der Unfallfahrer alkoholisiert war, blieb zunächst unklar. Ebenso die genaue Unfallursache. Laut Polizei war die Fahrbahn zum Unfallzeitpunkt nass, trotzdem sei das Auto mit etwa Tempo 150 unterwegs gewesen. Zur Ursachenforschung hat die Staatsanwaltschaft einen Sachverständigen eingeschaltet.

Am Sonntagnachmittag kamen Jugendliche zu dem Baum, an dem sie ihre Freunde verloren hatten. Sie stellten Kerzen auf und heften Bilder an den Stamm.

Zwei Todesopfer hat auch ein schwerer Unfall in der Oberpfalz gefordert. Wie die Polizei mitteilt, hatte ein 65-Jähriger aus gesundheitlichen Gründen die Gewalt über seinen Wagen verloren und mit seiner folgenden Irrfahrt in Amberg großes Unheil angerichtet.

Der Wagen des Ambergers rammte zunächst mehrere Verkehrszeichen und prallte in einem Kreisverkehr gegen ein Auto, das dadurch auf ein weiteres Fahrzeug geschoben wurde. Anschließend erfasste sein Wagen auf einem Rad- und Fußweg eine 83-jährige Frau aus Amberg samt Rollator sowie einen 81-jährigen Amberger, der mit einem E-Bike unterwegs war. Beide verstarben noch an der Unfallstelle.

Zum Stehen kam das Unfallauto erst, als es eine Hauswand rammte. Der Fahrer, seine Beifahrerin sowie die zwei Insassen der anderen betroffenen Autos erlitten Verletzungen und kamen in umliegende Krankenhäuser. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf rund 100 000 Euro.

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