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Rosenheim, Mühldorf, Burghausen und Chiemgau im Gespräch

Atommüll-Endlager in der Region? Fachkonferenz beginnt heute

  • Jennifer Bretz
    VonJennifer Bretz
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Wohin mit dem radioaktiven Müll aus deutschen Atomkraftwerken und wie findet Deutschland ein möglichst sicheres Endlager dafür? Darum geht es ab heute bei einer bundesweit angelegten Online-Fachkonferenz. Laut einem Zwischenbericht der BGE kommen für das Endlager unter anderem Gebiete in der Region in Frage.

Landkreis - Am 5. Februar geht die Bürgerbeteiligung an der bundesweiten Standortsuche für ein Atomendlager (Plus-Artikel rosenheim24.de) in Deutschland in die nächste Runde. Dann startet der erste von drei Beratungsterminen der „Fachkonferenz Teilgebiete“. Diese findet vom 5. bis 7. Februar ausschließlich online statt. Es können sich aber trotzdem alle Bürger daran beteiligen. Auch eine Reihe bayerischer Kommunen sowie Verbände werden vertreten sein. Diese Konferenz ist gesetzlich vorgeschrieben, sie soll der Beteiligung von Bürgern und Gesellschaft an der Endlagersuche dienen. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) soll kontrolliert werden, während sie den Suchprozess vorantreibt. 

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Gutachter soll prüfen ob digitale Beteiligung alle Anforderungen erfüllt

Eigentlich hätten sich die über 1.000 Konferenzteilnehmer in Präsenz in Kassel treffen sollen. Jetzt muss alles wegen Corona im Internet stattfinden. Wie gut das funktionieren kann, daran hat offenbar auch das sogenannte Nationale Begleitgremium (NBG) für die Endlagersuche seine Zweifel. Der Rat, in dem Bürger und Experten vertreten sind, fordert: Eine rein digitale Fachkonferenz dürfe nicht zu einer Beschränkung der Beteiligungsrechte führen. Es bleibe offen, wie die Öffentlichkeitsbeteiligung in Zeiten von Corona erfolgreich stattfinden könne, und ob der rechtliche Rahmen eine reine Online-Veranstaltung überhaupt zulässt.

Ein unabhängiger Gutachter soll nun im Auftrag des Nationalen Begleitgremiums beurteilen, ob die rein digitale Beteiligung alle Anforderungen erfüllt. Zwei weitere Termine der Fachkonferenz sind für April und Juni angesetzt. Ob sie als Präsenzveranstaltungen stattfinden können, ist bisher unklar.

Atommüll-Endlager in Rosenheim, Mühldorf, Burghausen oder Chiemgau?

Insgesamt 90 Gebiete haben in Deutschland laut einem Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) günstige geologische Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager. Eines der in Frage kommenden Gebiete erstreckt sich vom Raum Passau über weite Teile Niederbayerns und der Oberpfalz bis in den Südwesten Deutschlands.

Ein zweites mögliches Gebiet liegt im südlichen Oberbayern. Konkret der Chiemgau zwischen Rosenheim und Chiemsee, die Gegend um Fridolfing sowie weite Teile zwischen Wasserburg, Mühldorf und Burghausen, da sich Gebiete mit Tongestein anbieten. „Niemand muss Panik haben, weil die Standort-Entscheidung erst 2031 getroffen wird und das Lager erst 2050 in Betrieb gehen soll. Aber ich verstehe sehr wohl, dass viele Menschen ab dem heutigen Tage sehr verunsichert sind“, verkündigte Ministerpräsident Markus Söder am 28. September 2020, in einer Pressekonferenz zum Thema Atomendlager.

Die Teile der Region, welche für ein Atommüll-Endlager in eine erste Betrachtung mit einbezogen wurden. Dabei geht es vor allem um sogenannte Tertiäre Tongesteine.

Örtliche Politiker zum möglichen Endlager in der Region

In der Diskussion um das Endlager meldeten sich auch heimische Politiker zu Wort (Plus-Artikel rosenheim24.de). So sagte Siegfried Walch, Landrat des Landkreises Traunstein: „Natürlich sind wir nicht glücklich darüber, dass wir bei diesem Thema noch im Rennen sind. (...) In Bayern sind zwei Drittel der Landesfläche betroffen. In diese Erstbewertung sind Kriterien wie Wohnbebauung, Trinkwasserschutzgebiete oder Naturschutzgebiete noch nicht eingeflossen. Auch deshalb ist es schwer vorstellbar, dass der betreffende Bereich in unserer Region tatsächlich als Endlager geeignet ist.“

Weitere Artikel und Nachrichten zum Thema finden Sie in unserem Endlager-Dossier

Der Mühldorfer Landrat Max Heimerl betonte, dass er über das Ergebnis des Zwischenberichts sehr überrascht sei: „Bislang hat es immer geheißen, dass der Untergrund bei uns dafür nicht geeignet sei. Und davon gehe ich auch weiter aus. Die Meldung kam für uns wie aus heiterem Himmel.“

jb

Rubriklistenbild: © Peter Steffen/dpa

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