STADTRAT LEHNT BAUANTRAG AB – POLITIKERMEHRHEIT WILL TURMABRISS VERHINDERN – ORDINARIAT SAUER

Erzbistum stellt Domberg-Pläne infrage

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Über diesen Turm wird gestritten. Foto: Gleixner

Freising – Am Freisinger Domberg rumpelt es gewaltig.

Im Münchner Ordinariat ist man mehr als verärgert über den Freisinger Stadtrat, der im Zusammenhang mit der Sanierung des Dombergs darauf besteht, dass ein Turm aus dem 19. Jahrhundert – das sogenannte Oktogon – erhalten bleibt (wir berichteten). „Wir überprüfen jetzt die komplette Investition auf dem Domberg“, sagte Bernhard Kellner, Pressesprecher des Ordinariats.

Am Donnerstagabend hat der Stadtrat mit 20:17 Stimmen den Bauantrag des Ordinariats abgelehnt, der den Abriss des Turms mit beinhaltet. Bekanntlich hat das Ordinariat große Pläne mit dem Domberg. Wie man hört, sollen das neue Diözesanmuseum, eine sanierte Bildungsstätte und weitere Projekte eine Investition von über 200 Millionen Euro umfassen.

Wenn nun aber die seit zweieinhalb Jahren bekannten Pläne – zu denen auch der Abriss des Turms zugunsten des Museumsneubaus gehört – durch den Stadtratsbeschluss über den Haufen geworfen werden, hat das erhebliche Folgen für das gesamte Vorhaben. Denn alles müsste neu geplant werden. Und das wäre nicht nur mit einem großen Zeitverlust verbunden, das würde auch enorme zusätzliche Kosten verschlingen. Das könnte das Ordinariat den Gläubigen kaum vermitteln. Schließlich wird die Realisierung vieler anderer Bauwünsche in der Diözese derzeit zurückgestellt – mit Hinweis auf das Domberg-Projekt.

Ob mit der Entscheidung des Stadtrates nun das gesamte Domberg-Projekt gestorben ist, wollte Kellner nicht kommentieren. Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher hatte zuvor mit Engelszungen auf die Stadtratsmitglieder eingeredet, den Bauantrag nicht abzulehnen. Jetzt will er den Stadtratsbeschluss beanstanden, da seiner Meinung nach die Erzdiözese einen Rechtsanspruch auf Baurecht habe. Zumal das Landesdenkmalamt dem Abriss zugestimmt hatte.

Im schlimmsten Fall könnte das gesamte Verfahren vor Gericht landen. Doch wenn dieses große Bauprojekt bereits mit einer juristischen Auseinandersetzung starten würde, wäre das kein guter Beginn. Im Moment sind die Aufregung und die Verärgerung im Ordinariat jedenfalls groß. Eines ist klar: Die Ablehnung des Bauantrags ist ein herber Rückschlag für das Mammutprojekt. Andreas Beschorner und Claudia Möllers

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