Erst Brand, dann Abschiebung

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Tore offen: Einsatzkräfte vor der JVA Mühldorf. Foto: fib

GEfängnis in Mühldorf . Mühldorf – Nach dem Brand in dem Abschiebegefängnis Mühldorf hat die bayerische Justiz den mutmaßlichen Brandstifter kurzerhand abgeschoben.

Der 23-Jährige wurde noch gestern Abend zum Flughafen Frankfurt transportiert und mit einer Maschine in sein Heimatland Afghanistan ausgeflogen, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern-Süd.

Der junge Mann war einer von fünf Häftlingen, die sich seit Sonntag im Hungerstreik befanden. In einem Schreiben beklagten die Männer mangelhafte Zustände in der Haftanstalt, berichtete eine Unterstützergruppe. Am Dienstagabend geriet die Situation offenbar außer Kontrolle. Gegen 18 Uhr kam es zum Brand in einer der Haftzellen. Der 23-Jährige erlitt dabei eine leichte Rauchgasvergiftung, die übrigen 29 Insassen der Justizvollzugsanstalt – bis auf eine Frau alles Männer – blieben unverletzt. Zwei Stockbetten in der Zelle brannten aus, außerdem platzte der Wandputz durch die große Hitzeentwicklung ab. Die Staatsanwaltschaft und die Kripo ermittelten gestern wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung, werden diese Ermittlungen jedoch wohl bald einstellen. Denn der mutmaßliche Täter, der die Brandlegung aber nicht gestanden hat, ist ja nicht mehr da. Unklar ist, wie der Mann das Feuer gelegt hat. Offenbar dürfen die Häftlinge, die ja keine Straftäter sind, in der Haft rauchen.

Das Abschiebegefängnis in Mühldorf gibt es erst seit November 2013. In ihm werden abgelehnte Asylbewerber inhaftiert, von denen die Behörden annehmen, dass sie untertauchen könnten.  dw

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