Wir Enten hatten uns gerade zu einem Schläfchen ans Ufer gehockt, da riss uns ein lauter Knall aus dem Schlummer.

Wir Enten hatten uns gerade zu einem Schläfchen ans Ufer gehockt, da riss uns ein lauter Knall aus dem Schlummer.

„Was war das?“, quakte meine Entenfreundin Klara und flatterte hoch, als hätte sie ein Skorpion in den Bürzel gestochen. Ehe wir groß darüber nachdenken konnten, knallte es erneut. Die Geräusche kamen vom Dorf her, das in der Nähe des Sees liegt. „Diese Zweibeiner!“, schimpfte Ente Agnes. „Kaum gibt es in den Geschäften Böller zu kaufen, legen sie mit der Knallerei auch schon los. Dabei ist noch gar nicht Silvester.“ Klara winkte mit dem Flügel ab. „Ich weiß nicht, was die Knallerei überhaupt soll“, quakte sie. Agnes erklärte es uns: Der Brauch, das alte Jahr mit Böllern zu vertreiben und das neue zu begrüßen, sei alt. So glaubten schon die Germanen, im kalten Winter treibe der Kriegsgott Wotan sein Unwesen – und den versuchten sie mit viel Krach und mit brennenden Holzrädern zu vertreiben. Auch im Mittelalter machten die Menschen viel Lärm, um böse Geister zu verscheuchen, die in den Rauhnächten herumfliegen, also in den Nächten zwischen Weihnachten und dem 6. Dezember. Heute böllern die Zweibeiner einfach zum Spaß. „Und mit der Knallerei ist es ja zum Glück auch bald wieder vorbei“, quakte Agnes. Eure Paula

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