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Stadt rüstet sich für Energiekrise

Zuschuss für Geringverdiener: Wie Burghausen hilft und spart

Burghausen beleuchtete die Burg bisher auch unter der Woche. Jetzt wird das Licht ausgeschaltet.
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Die Burgbeleuchtung ist schon im Wintermodus.
  • Daniela Haindl
    VonDaniela Haindl
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Energie und Kosten sparen sind in aller Munde. Im Hauptausschuss und bei der Stadtratssitzung in Burghausen wurden kürzlich die anstehenden Maßnahmen erörtert und beschlossen.

Burghausen – Die Stadt will 15 bis 20 Prozent Strom sparen, so gab der Erste Bürgermeister Burghausens, Florian Schneider schon im August bei einem Energie-Pressegespräch bekannt. Wie das funktionieren kann und welche Maßnahmen beschlossen wurden im Überblick:

Beleuchtung von Straßen, Burg und städtischen Gebäuden

Seit dem 22. August hat Burghausen die Burgbeleuchtung schon auf den Wintermodus umgestellt. Freitag bis Sonntag und Feiertags wird bis 23 Uhr beleuchtet, in den anderen Nächten bleiben die Schweinwerfer aus. Auch die Burganlage bleibt dunkel. Bei der Gebäudebeleuchtung im Stadtgebiet spart Burghausen etwa 25 Prozent.

Bei der Straßenbeleuchtung werden insgesamt 600 Laternen auf LED-Technik umgerüstet. Insgesamt spart diese Maßnahme allein zwischen 70 und 85 Prozent der Energiekosten. Statt 180.000 kWh werden dann nur noch 28.000 kWh im Jahr genutzt. Im Jahr 2023 will die Stadt weitere 900 Laternen umrüsten. Diese können dann zwischen 22 und 5 Uhr gedimmt werden.

Die Beleuchtung der Brunnen wird bereits im September – also einen Monat früher als üblich – abgestellt, was 12.000 kWh spart.

Heizung, Fernwärme und Wacker-Abwärme

Als Richtwert für Büros und städtischen Liegenschaften gelten 19 bis 20 Grad Celsius. Ein Grad kälter spart sechs Prozent Energie. Auf Warmwasser soll verzichtet werden, wo nötig. Ausnahme machen hier die Kindergärten und Schulen. Insgesamt werden durch die Maßnahme etwa 12 Prozent Energie gespart.

In der Stadtratssitzung vom 21. September gab Bürgermeister Schneider bekannt, dass es neue Förderungen für Fernwärme gebe. Er kündigte an, dass die Energieversorgung Burghausen (EBG) Anträge stelle und untersuchen lasse ob Fernwärme technisch möglich sei. Aktuell Burghausen führt außerdem Gespräche wegen möglicher Geothermie aus Halsbach. Zusammen mit der Stadt möchte die Wacker-Chemie auch an einer Fernwärmeversorgung mit Abwärme von Wacker arbeiten. Diese falle laut dem Unternehmen wegen Effizienzsteigerungen und Sparmaßnahmen nur noch für ein paar Monate pro Jahr an.

Thema Hallenbad

Im Hallenbad werden laut Schneider insgesamt 20 Prozent Energieersparnis erreicht. Wie? Mit einer Temperatursenkung im großen Becken von 28 auf 26 Grad sowie im Erlebnis- und Sprungbecken auf 30 Grad und im Kinderbecken auf 32 Grad. In Teilen des Bades wird auch die Fußbodenheizung reduziert. Das Solebecken soll abgestellt werden, weil es in der Saison etwa 1 Million kWh Wärmeenergie verbraucht – was dem Bedarf von 50 Haushalten entspricht. „Wir haben das Hallenbad geöffnet mit Gastro, Kinderbecken und allem. Wenn die Lage nicht schlechter wird werden wir auch die Sauna aufsperren“, so Schneider.

Hilfen für Bürger

Für Bedürftige gibt es aus dem Burghauser Sozialfond dieses Jahr 20 Euro mehr Weihnachtsbeihilfe. Diese erhalten grundsätzlich alle die auch Grundsicherung, Sozialgeld, Kinderzuschlag, Wohngeld oder Taschengeld nach dem SGB erhalten. Die betroffenen Bürger erhalten wegen der Weihnachtsbeihilfe einen Brief.

Außerdem soll Menschen geholfen werden, die mit höheren Nebenkostenabrechnungen zu kämpfen haben. Hierfür sollen Haushalte aus dem Sozialfond 200 Euro Zuschuss beantragt werden können. Es sollen mit der Hilfe ausdrücklich Geringverdiener eingeschlossen werden, also Menschen, die keine Sozialleistungen empfangen. Wegen des Antrags könne man sich an Frau Rummert Telefon: 08677 887-152 wenden.

Im Herbst ist außerdem eine Energiesparveranstaltung für Bürger angedacht.

Photovoltaik und Windräder für die Zukunft

Schneider möchte auch die Photovoltaik-Anlagen auf Dächern und in der freien Fläche ausgebauen. Es laufen aktuell Untersuchungen, wo diese – Altstadt eingeschlossen – machbar und sinnvoll wären. Die Freiflächen-Anlage im Hieringer Feld die momentan erweitert wird, solle, wenn möglich, auf 20 Hektar ausgebaut werden.

Im Staatsforst zwischen Altötting und Burghausen steht eine Überprüfung an, ob dort 40 Windräder gebaut werden können. Sie könnten bis zu 500 GigaWh Strom pro Jahr erzeugen, was wiederum zehn Prozent des Verbrauchs des Chemie-Dreiecks abdecken würde. Ein Windrad im Bereich des Güter-Terminals komme aus Sicht der Verwaltung durchaus in Frage.

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