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„Vor Freude geweint“

Endlich „erfunden“: Der Apfel für Allergiker!

Der Apfel-Professor: Prof. Wilfried Schwab von der TU München hat in Freising an der Entwicklung Allergiker freundlicher Äpfel geforscht.
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Der Apfel-Professor: Prof. Wilfried Schwab von der TU München hat in Freising an der Entwicklung Allergiker freundlicher Äpfel geforscht.
  • Manuel Eser
    VonManuel Eser
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Sie kämpfen mit Schleimhautreizung, Zungenschwellung, Atemnot: Rund fünf Prozent aller erwachsenen Deutschen reagieren auf Äpfel allergisch. Für sie gibt es jetzt eine gute Nachricht.

In einer großen Forschungsanstrengung sind zwei Sorten entstanden, die in wenigen Jahren in den Supermärkten Einzug halten werden. „Da kann man schon ein wenig stolz sein“, sagt Prof. Wilfried Schwab von der TU München.

Der Professor für Biotechnologie der Naturstoffe ist mit seinem Team Teil eines großen Bündnisses, das seit rund zehn Jahren an der Züchtung allergikerfreundlicher Äpfel forscht: In Osnabrück arbeiteten Wissenschaftler, Apfelproduzenten und Händler gemeinsam an den neuen Sorten. Die Charité in Berlin wiederum testete die Wirkung der Äpfel bei Allergikern. Als Brücke fungierte die TUM: Schwab und sein Team analysierten, wie hoch der Anteil der Apfelallergene in den einzelnen Sorten war.

Für Forschung Zugriff auf über 700 Sorten

Verantwortlich für die Entwicklung der neuen Äpfel mit der roten Schale und dem süßen Geschmack ist Prof. Werner Dierend, Leiter für Obstbau an der Uni Osnabrück. Er konnte auf über 700 Sorten aus dem Programm der Züchtungsinitiative Niederelbe zurückgreifen. „Da bekannt ist, dass verschiedene Sorten ein unterschiedliches Allergenpotenzial aufweisen, war bei uns die Zuversicht groß, dass wir in diesem Sortenpool mehrere allergikerfreundliche Sorten finden werden“, sagte Prof. Werner Dierend im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz.

Im nächsten Schritt wurden die Proben aus Osnabrück zur TU gesandt. Hier fand die analytische Untersuchung der Äpfel statt. „In einem eigens entwickelten Verfahren haben wir gemessen, wie hoch der Anteil der Proteinfamilie im Apfel ist, die allergische Reaktionen auslöst“, berichtet Professor Schwab. Rund 500 Äpfel hat er mit seinem Team im Labor in Freising untersucht.

Die Äpfel, die ein besonders geringes Gehalt an Allergenen aufgewiesen haben, wurden nach Berlin geschickt. An der Charité fanden die sogenannten Provokationstests statt. Menschen, die unter einer Apfel-Allergie leiden, wurden dabei zunächst kleine Mengen zum Verzehr vorgesetzt und bei guter Verträglichkeit schließlich auch größere Stücke, berichtet Prof. Karl-Christian Bergman von der Charité. „Wir hatten Testpersonen da, die wegen ihrer Allergie jahrelang keinen Apfel essen konnten – die haben teilweise geweint vor Freude, als das bei uns erstmals wieder möglich war.“

Neue Sorten ab 2026 im Handel

Die zwei Sorten, die derzeit noch unter den Bezeichnungen ZIN 168 und ZIN 186 firmieren, erhalten nun das europäische Siegel, weil bei drei Ernten in Folge bei mindestens 30 Personen keine Symptome aufgetreten sind. „Trotzdem kann es Menschen geben, die beim Verzehr leichte Beschwerden haben“, betont Bergman. Jetzt geht es an die Produktion. Bis 2026 sollen die allergikerfreundlichen Sorten in den Supermärkten ankommen.

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