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Region ist und bleibt beliebt

So viele Menschen werden 2041 in den Landkreisen Rosenheim, Mühldorf und Traunstein leben

Themenbild: In vielen Landkreisen wird ein Wachstum in den Städten erwartet.
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Themenbild: In vielen Landkreisen wird ein Wachstum in den Städten erwartet.
  • Martin Lünhörster
    VonMartin Lünhörster
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Bayerns Bevölkerung wird in den kommenden Jahren anwachsen. Das sagt eine Prognose des Bayerischen Landesamtes für Statistik. Aber wie sieht es in der Region aus? Wachsen oder schrumpfen die Landkreise Rosenheim, Mühldorf und Traunstein?

Rosenheim/Mühldorf/Traunstein - Wie sehen Bayern und die Landkreise in 20 Jahren aus? Wie ist die Altersverteilung in den kommenden? Diesen Fragen ist das Bayerische Landesamt für Statistik nachgegangen und hat eine Prognose der bayerischen Bevölkerung bis in das Jahr 2041 aufgestellt.

Um es kurz zu machen, wird Bayern weiter wachsen. Und zwar um gut 714.000 Menschen auf dann 13,9 Millionen Einwohner. Einen Teil dieser neuen Einwohner werden auch die Landkreise Rosenheim, Traunstein und Mühldorf abbekommen. Das sei laut der Prognose auf Wanderbewegungen aus dem In- und Ausland zurückzuführen. „Angesichts der Geburten- und Sterbezahlen würde sonst der Freistaat in den nächsten 20 Jahren fünf Prozent seiner Bevölkerung verlieren”, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann anlässlich der Veröffentlichung der Studie. 

Die Stadt Rosenheim und der knappe Wohnraum

Derzeit leben rund 63.500 Menschen in der Stadt Rosenheim. Im Jahr 2041 soll die Zahl auf 66.400 ansteigen, ein Plus von knapp 3.000 Menschen. Was sich auf den ersten Blick nach nicht so viel anhört, aber damit steigt die Einwohnerzahl um knapp fünf Prozent. Der Wohnraum ist bereits jetzt knapp. Das ist auch der Grund, warum die Stadt in den vergangenen Jahren nicht allzu sehr gewachsen ist. „Tatsächlich haben wir eine Stagnation bei den Bevölkerungszahlen, schlicht weil keiner mehr reinpasst”, sagte Matthias Günther vom Eduard Pestel Institut anlässlich einer Studie zum Wohnungsmangel. 

Das Durchschnittsalter in der Stadt Rosenheim wiederum wird wohl nur sehr leicht ansteigen. 43,2 Jahre ist der durchschnittliche Rosenheimer alt, 2041 wird der Schnitt bei 43,6 Jahren liegen. Sollten sich die Zahlen bewahrheiten, hat die Stadt Rosenheim bereits  Planungen für entsprechenden Wohnungsbau und die Ausstattung mit kommunaler Infrastruktur wie Kitas, Kindergärten, Schulen und Horten. Im Bereich der medizinischen Versorgung sei die Stadt und auch die Region gut aufgestellt, heißt es aus dem Rathaus auf Anfrage des OVB.

Raus aus den großen Städten

Bei der prognostizierten Bevölkerungsentwicklung ist eine generelle Richtung festzustellen. In vielen Landkreisen wird ein stärkeres Wachstum als in den großen Städten erwartet. Es geht weiterhin ein „Trend zum Wohnen im Grünen“, wie es Innenminister Herrmann bezeichnete. Diese Stadtflucht ist gut an einer erwarteten Zunahme in den Kreisen rund um München zu beobachten. „Unser Ziel ist es, gleichwertige Lebensver­hältnisse und gute Zukunftsperspektiven in Stadt und Land zu schaffen“, sagt Herrmann weiter.

Raus aus den großen Städten. In vielen Landkreisen werden in den kommenden Jahren mehr Menschen leben.

Landkreis Rosenheim könnte 21.000 neue Bürger bekommen

Einer dieser Kreise im Speckgürtel von München ist der Kreis Rosenheim. In der Prognose des Landesamtes für Statistik wird die Bevölkerung des Kreises als „stark zunehmend” beschrieben. 263.400 Menschen sind es derzeit im Landkreis, 284.300 sollen es künftig werden, was acht Prozent Wachstum entspricht. Knapp 21.000 neue Bürger, was in etwa den Einwohnern der Stadt Kolbermoor entspricht.

Statistiker prognostizieren Wachstum der Einwohnerzahl und deutlich ältere Menschen im Freistaat .

Eine Herausforderung für den Kreis und das Landratsamt. Laut Landrat Otto Lederer beschäftige man sich dort schon intensiv mit dem Thema Demografische Entwicklung. „Unsere Bevölkerung wird immer mehr, aber der Zuwachs ist nicht in allen Altersschichten gleich. Wir werden immer älter”, sagt Landrat Lederer. Deswegen rückten die Themen Pflege, medizinische Versorgung, bezahlbarerer Wohnraum, aber auch Arbeitskräftemangel noch weiter in den Mittelpunkt. Das durchschnittliche Alter erhöht sich im Vergleich zur Stadt stark, von jetzt 44,7 auf 46,5 Jahre. Darauf müsse man sich einstellen und neben der stationären Pflege auch intensiv die häusliche und mobile Pflege weiter ausbauen sowie pflegende Angehörige unterstützen, sagt Lederer.

Landkreis Mühldorf plant sogar noch etwas weiter

Auch der Landkreis Mühldorf wird unter „stark zunehmend” geführt. Prozentual steigt hier die Bevölkerung am stärksten in der ganzen Region an. 117.600 Einwohner hat der Kreis heute, 130.200 sollen es 2041 werden. Ein Plus von mehr als 10 Prozent. Für den Landkreis ist diese prognostizierte Entwicklung keine Neuigkeit. Bereits seit einiger Zeit nutzt die Kreisverwaltung das sogenannte Hildesheimer Bevölkerungsmodell, das Prognosen sogar bis in das Jahr 2046 erlaubt. Mit der Hilfe ist es den Kommunen möglich, sich gut wie möglich auf den demografischen Wandel einzustellen. Denn auch vor Mühldorf macht das gestiegene Durchschnittsalter keinen Halt. 45,2 Jahre wird der künftige Mühldorfer alt sein, im Gegensatz zu 43,7 Jahren jetzt.

Landkreis Traunstein im bayerischen Schnitt

Als „zunehmend“ wird der Landkreis Traunstein geführt, denn dort werden bis 2041 etwa 10.000 neue Einwohner erwartet. 188.500 sollen es künftig sein. Diese Entwicklung deckt sich mit dem gesamten bayerischen Durchschnitt. Auch im Bereich des Durchschnittsalters entwickelt sich der Landkreis entsprechend dem bayerischen Schnitt und steigt von jetzt 45,4 auf 46,7. 

Viele Faktoren sind zu berücksichtigen

Wie sich die Prognosen bewahrheiten, bleibt abzuwarten. Ein Sprecher des Rosenheimer Rathauses sagte, aus Erfahrung seien die fortgeschriebenen Bevölkerungsentwicklungen nur Orientierungsdaten, die regelmäßig nach oben und unten nach revidiert werden. „Das Ausmaß des Bevölkerungsanstiegs hängt entscheidend von der Zuwanderung und diese wiederum von der Arbeitsmarktlage und der wirtschaftlichen Entwicklung ab.” Insofern seien die aufgezeigten Entwicklungen keineswegs gesetzt.

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