Eigentlich ist Ulrich hart im Nehmen.

Eigentlich ist Ulrich hart im Nehmen. Auch ist der Waldkauz nicht auf den Schnabel gefallen: Wann immer ihm ein Tier dumm kommt, kontert er mit einem kauzigen Spruch.

Doch gegen einen Gegner ist er machtlos: Lärm. „Er ist überall“, krächzte der Waldkauz. „Wo ich doch so ein feines Gehör habe, mein Kapital!“ Seine feinen Ohren verraten ihm nämlich, wo es Beute gibt. Läuft eine Maus durchs Gras, kann Ulrich das hören. „Doch dazu brauche ich Ruhe“, krächzte er. Davon gibt es an unserem See eigentlich genug. Doch jetzt wird ganz in der Nähe gebaut, sogar nachts. Die meisten Tiere am See sind von dem Lärm schlecht gelaunt. „Seit drei Nächten habe ich kaum geschlafen“, quakte meine Entenfreundin Klara. „Ich gäbe meine Federn dafür, wenn endlich Ruhe wäre.“ Die Biberin Frau Dr. Raspelzahn nickte. „Und ich kann mich nicht aufs Lesen konzentrieren“, jammerte sie. Nur Waldemar freute sich über die Baustelle: Die Arbeiter machen auch mal Brotzeit. Die Chance für den diebischen Waldemar, sich den Bauch vollzuschlagen. Dem armen Ulrich knurrte indes seit Tagen der Magen, weil er keine Maus mehr in den Schnabel bekommen hatte. Und er hat Angst, dass das auch so bleiben könnte, wenn die Arbeiter wieder weg sind. Denn Lärm raubt nicht nur den Schlaf und die Konzentration. Er kann auch dem Gehör selbst schaden. Mehr dazu morgen. Eure Paula

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