Eichenprozessionsspinner: Beliebter Badeplatz betroffen – Starker Befall im Kreis Rosenheim

Eichenprozessionsspinner
+
Der Eichenprozessionsspinner: Seine Brennhaare können beim Menschen schwere Gesundheitsprobleme verursachen.

Der Eichenprozessionsspinner ist an mehreren Orten im Landkreis Rosenheim aufgetaucht. Die Brennhaare der Raupe können lösen bei Menschen schwere Hautreaktionen aus und können Atembeschwerden verursachen. Ein beliebter Badeplatz in der Region ist betroffen. Das Landratsamt reagiert.

Landkreis Rosenheim – "Einen teilweise sehr starken Befall durch die Raupen des Eichenprozessionsspinners gibt es auch heuer wieder", meldet das Landratsamt Rosenheim in einer Pressemitteilung. Betroffen sind laut Gartenfachberater Roman Pröll aktuell die Gemeinden Bad Feilnbach, Raubling, Rohrdorf, Riedering und Söchtenau. Betroffen sind auch mehrere Bäume am Badeplatz Pieting am Simsee.

Reaktionen auf Eichenprozessionsspinner dauern bis zu 2 Wochen

"Für den Menschen können die Härchen der Raupe gefährlich werden", warnt das Landratsamt. So lösen die mit Widerhaken versehenen Härchen der Raupe, so genannte Brennhaare, auf der Haut toxische oder allergische Reaktionen aus. Der Kontakt der Brennhaare mit dem Auge kann zu Bindehautentzündungen führen. Wer die nahezu unsichtbaren Brennhaare einatmet, kann schwere Atembeschwerden bekommen. Diese körperlichen Beschwerden können bis zu zwei Wochen andauern.

"Besonders Forstarbeiter, Landschaftspfleger, Landwirte und Erholungssuchende sollten momentan im Bereich von Eichen immer wachsam sein und eventuelle Warnhinweise oder Anzeichen eines Befalls ernst nehmen und Abstand halten", warnt das Landratsamt. Wer Nester findet, soll die Behörden einschalten und nicht auf eigene Faust tätig werden. Außerdem soll kein Gras an Tiere verfüttert werden, das unter Bäumen wächst, die vom Eichenprozessionsspinner befallen sind.

Lesen Sie auch:
Eichenprozessionsspinner: So wird die Plage professionell bekämpftStürme und Borkenkäfer verursachen Milliardenschäden im Wald

Bäume am Badeplatz Pietzing werden vom Eichenprozessionsspinner befreit

„Grundsätzlich werden Bäume in der freien Landschaft nicht behandelt oder abgesaugt“, sagt Gartenfachberater Pröll. Stattdessen wird oftmals ein Warnhinweis angebracht und der Traufbereich teilweise abgesperrt. Anders verhält es sich mit Bäumen in sensiblen Bereichen wie Siedlungen, Schulen oder beispielsweise Badeplätzen. Sie werden frühzeitig behandelt oder zum jetzigen Zeitpunkt durch eine Fachfirma abgesaugt.

Pröll kündigt an, dass der Landkreis Rosenheim diesbezüglich am Montag, den 29. Juni am Simssee-Badeplatz in Pietzing aktiv wird und die Nester absaugen lässt. 

Eichenprozessionsspinner und der Klimawandel

"Die Insektenart profitiert sehr wahrscheinlich vom Klimawandel, neben dem Wärmeangebot ist die Witterung während der Raupenentwicklung im Frühjahr und des Falterfluges im Sommer entscheidend", sagt Nadine Bräsicke, promovierte Expertin für Forstschädlinge am Julius Kühn-Institut in Braunschweig. In den vergangenen Jahren hat sich der unscheinbare kleine Nachtfalter auch in Deutschland immer weiter ausbreiten können. "Wichtig ist auch die Synchronisation von Larvenschlupf und Laubaustrieb der Eichen - lange Phasen ohne Nahrung erhöht die Mortalität der Larven."

Lesen Sie auch:

Studie zeigt dramatischen Gletscherschwund in den Alpen

Wer mit den Raupenhaaren in Kontakt geraten ist, sollte nach einer Empfehlung des Bundeslandwirtschaftsministeriums möglichst rasch duschen und die Haare waschen. Außerdem soll die Kleidung gewechselt und gereinigt werden. Bei Hautausschlag, Atemnot oder anderen allergischen Reaktionen ist ein Arztbesuch angeraten. (re/dpa)

Kommentare