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Auch eine Kuhpatenschaft ist möglich

„Du hättest am liebsten selbst eine Kuh? Kein Problem“ - So fördert man Tierwohl und regionale Produkte

Rinder (Symbolbild)
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Rinder (Symbolbild)
  • Christian Vordemann
    VonChristian Vordemann
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Gute Produkte aus der Region beziehen und dabei auch das Tierwohl berücksichtigen – darauf legen viele Konsumenten wert. Etliche Bauern, die es leid sind, ihre hochwertigen Erzeugnisse als Billigmarken verramschen zu lassen, vermarkten direkt ab Hof – auch in Form einer Kuhpatenschaft.

München - Ob Käse, Milch, Eier, Fleisch, Obst und Gemüse – viel mehr Landwirte als noch vor wenigen Jahrzehnten vermarkten ihre Erzeugnisse direkt. Das sichert ihnen zusätzliches Einkommen, fördert den regionalen Verbrauch und kommt auch den Tieren zugute.

Wer mit offenem Auge über Land fährt, findet zahlreiche Hofläden oder Verkaufsbuden mit Automaten, in denen diese Produkte verkauft werden. Dazu bieten Bauern auf Wochenmärkten und übers Internet ihre Waren an.

So geht das mit der Kuhpatenschaft

„Du hättest am liebsten selbst eine Kuh? Kein Problem.“ Damit wirbt der Biohof Jocher in Schongau. Bei Jocher und anderen Bauern können Interessierte über die Molkerei Andechs (www.kuhpatenschaft.de) eine Patenschaft für ihre Lieblingskuh abschließen. Damit stärke man die ökologische Landwirtschaft in der Region, heißt es auf der Homepage des Jocher-Hofes (www.biohof-jocher.de).

Der Kuhpate zahlt 96 Euro im Jahr und bekommt zwei Mal im Jahr ein Paket mit Käse, Butter, Joghurt und Kefir von der Bio-Molkerei Andechs. Die Patenschaft verlängert sich nicht automatisch. Besuche bei dem Rindvieh sind nach Anmeldung möglich. Die Kuh-Patenschaft ist auch eine nette Geschenkidee. Neben den zwei Fresspaketen von der Molkerei gibt es auch eine Besichtigung der Molkerei.

Der Besler-Hof nahe Oberstdorf im Allgäu betreibt eine eigene Sennerei und bietet ebenfalls Patenschaften für seine Almkühe an (www.beslerkaes.de).

Die Rinder von dem Bauernhof im Allgäu haben ganzjährig Auslauf. Im Sommer weiden sie auf den Almen oberhalb des Hofes. Die Patenschaft bei Besler kostet 130 Euro im Jahr. Dafür gibt es zwei Mal im Jahr ein Käsepaket im Wert von 40 Euro und regelmäßig Rundbriefe.

Stress für die Tiere vermeiden

Besler behält seit zwei Jahren auch die männlichen Kälber auf dem Hof und mästet sie selber. Sie werden von einem Metzger im Ort geschlachtet und verarbeitet. „Wir geben sie nicht mehr einem Viehhändler, der die Kälber zu weit entfernten Mastbetrieben transportiert“, sagt Ramona Besler. Das sei nur Stress für die Tiere, und wie gut es ihnen in den großen Mastbetrieben gehe, wisse man nicht. Außerdem müssten die Tiere enthornt werden. „Wir haben nur Tiere mit Hörnern“, sagt Besler.

Im Hofladen wird neben den Milchprodukten Fleisch, Wurst und Schinken verkauft. Ein junger, mindestens drei Monate gereifter Bergkäse aus Rohmilch mit Naturrinde, von Natur aus laktosefrei, kostet 1,69 Euro/100 g, der alte, 12 Monate gereifte Bergkäse 2,39 Euro/100 g und die Rindersalami vom hofeigenen Tier 2,60 Euro/100 g. Günstiger bekommt man besten Allgäuer Bergkäse auch im Supermarkt nicht.

Der Versand läuft über den Partner Direkthof Allgäu. Dieser (www.direkthof-allgaeu.de) verkauft sein eigenes Fleisch direkt ab Hof, aber nur, wenn sich genügend Käufer für ein ganzes Tier gefunden haben. „Sie kaufen ein Teil vom Rind, wenn 60 bis 80 Prozent davon Abnehmer finden, wird es geschlachtet“, erklärt Robert Rudolph das „crowd butching“ genannte Prinzip. Er hat aus dem elterlichen Milchvieh- einen reinen Fleischbetrieb mit 15 bis 20 Tieren gemacht. Damit das Tier möglichst ganzheitlich verwertet wird, bietet der Hof verschiedene Grundpakete mit verschiedenen Fleischteilen an, die noch etwas angepasst werden können. Denn so ein Rind besteht nicht allein aus Filet. Zwei Beispiele für die Preise: 12,95 Euro für ein Kilo Suppenfleisch, 49,95 Euro für ein T-Bone-Steak (rund 800 Gramm).

„Wohl der Tiere liegt uns am Herzen“

Um lange Transportwege und Stress zu vermeiden, werden die Tiere im örtlichen Schlachthaus geschlachtet. „Mein Hof liegt in der Nähe von Kempten im Weiler Schatten. Wir leben mit drei Generationen zusammen auf unserem Hof. Seit jeher wird unser Hof als Familienbetrieb geführt. Das Wohl unserer Tiere liegt uns sehr am Herzen und für diese bewirtschaften wir unser Grünland“, sagt Rudolph.

Rudolph führt seinen Betrieb konventionell. Die Fütterung besteht aus Sommerweidehaltung auf den kräuterreichen Mähweiden. Im Winter erfolgt eine Stallfütterung mit Grundfutter von den betriebseigenen Flächen.