Ein Dorf, zwei Deutungen

Wie träge waren die Unterschlauersbacher wohl einst? Es gibt zwei Namenstheorien.
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Wie träge waren die Unterschlauersbacher wohl einst? Es gibt zwei Namenstheorien.

Die Geschichte der Ortsnamen: Heute U. wie Unterschlauersbach.

Unterschlauersbach – Wer vom Ortsnamen Unterschlauersbach auf das Denkvermögen der Einwohner schließen will, der irrt. Im Jahr 1124 wurde die Gemeinde als „Slurspach“ und 1165 als „Slurespach“ urkundlich erwähnt. Und Slur bedeutet im Mittelhochdeutschen so viel wie faul, träge oder leichtsinnig; aber auch Müßiggänger oder langsame, träge Person. Laut dem Ortsverein des Großhabersdorfer Ortsteils im mittelfränkischen Landkreis Fürth könnte damit aber auch eine langsam dahinfließende Masse – also Schlamm – gemeint gewesen sein. Durch den Ort fließen der Neu- oder Schlauersbach. Somit sind zwei Deutungen möglich: Der erste Siedler am Bach könnte ein Faulpelz gewesen sein, nach dem dann das Gewässer benannt wurde, an dem sein Haus stand. Oder der Bach erhielt seinen Namen von dem schlammigen Ufer.

Die zweite Deutung erscheine zwar zunächst einleuchtender. Doch wegen des Genitiv-S bestünden Bedenken, da dieses meist auf einen Personennamen hinweise, also „Bach des Slurs“. Das „S“ könnte aber auch später hinzugekommen sein. „Historisch belegt ist das alles nicht“, betont Kreisheimatpfleger Georg Lang. Er hält aber eher die Müßiggänger-Theorie für wahrscheinlich als die Sache mit dem Schlamm. Im Alltag in der knapp 200-Einwohner-Gemeinde spiele der Name heute keine Rolle mehr.    lby

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