Doppelt so viele Automaten wie 2006

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28 000 spielsüchtige . München – Der Glücksspielmarkt in Bayern wächst.

Im Freistaat gibt es 1000 Spielhallen, ein Drittel mehr als 2006. Auch Gaststätten beherbergen oft einen der inzwischen mehr als 20 000 Geldspielautomaten – das seien doppelt so viele Geräte wie 2006, heißt es von der Landesstelle für Glücksspielsucht in Bayern (LSG). Nur in Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sei das Angebot noch größer.

„Geldspielautomaten sind so riskant, weil sie schnell Gewinn versprechen“, sagte Gerhard Bühringer vom Münchner Institut für Therapieforschung (IFT). Im Gegensatz zum Lotto dauere ein Automatenspiel nur Sekunden. Aberglaube könne erstes Anzeichen für krankhaftes Spielverhalten sein: „Die Leute denken, wenn die Maschine rattert oder länger kein Geld ausgespuckt hat, kommt der große Gewinn.“ Dabei sei das Gerät computerprogrammiert. „Man hat überhaupt keinen Einfluss.“

Nach Schätzungen des IFT sind 28 000 Menschen in Bayern spielsüchtig. Weitere 34 000 Menschen zeigen ein problematisches Spielverhalten: Sie vernachlässigen Verpflichtungen, empfinden Schuldgefühle beim Spielen und verlieren erste höhere Summen. „Spielsucht gibt es in allen gesellschaftlichen Bereichen“, sagt der Leiter der LSG, Konrad Landgraf. Besonders gefährdet seien Männer zwischen 20 und 35 Jahren. „Frauen beginnen später mit dem Spielen, entwickeln dann aber schneller ein problematisches Verhalten“, so Landgraf. Der Grund dafür sei noch unklar.

In rund 65 Einrichtungen in Bayern können sich Spieler helfen lassen. Knapp drei Viertel der Klienten kommen laut einer Studie des IFT wegen der Sucht nach Automaten. Meist haben die Klienten dann schon Schulden, im Schnitt in Höhe von 24 000 Euro.

Von einem Glücksspielverbot ist Bühringer aber nicht überzeugt: „Das geht mit Alkohol und Zigaretten ja auch nicht.“ dpa

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