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Dem digitalen Fußabdruck auf der Spur

Facebook, WhatsApp, Instagram – die Smartphones der Schüler sind voll mit Apps zur sozialen Vernetzung. Eine Schulaktion soll den Jugendlichen helfen, beim Surfen den Datenschutz nicht aus den Augen zu verlieren.

Schulprojekt zum Schutz im Social Web

Facebook, WhatsApp, Instagram – die Smartphones der Schüler sind voll mit Apps zur sozialen Vernetzung. Eine Schulaktion soll den Jugendlichen helfen, beim Surfen den Datenschutz nicht aus den Augen zu verlieren.

von DOminik Göttler

München – Die soziale Vernetzung beginnt schon früh am Morgen. Augen auf, Handy vom Nachttisch, bei WhatsApp die neuesten Nachrichten aus dem Freundeskreis scannen. Danach zu Facebook, irgendwem ist bestimmt irgendetwas passiert, seit dem letzten Check. Und dann das Bild der Frühstückssemmel, die natürlich wieder mit der Marmeladenseite auf dem Boden gelandet ist, noch schnell via Instagram oder Twitter im Netz verbreiten – versehen mit schickem Fotofilter oder passendem Hashtag. Jetzt aber ab in die Schule. In der Tasche: Natürlich, das Smartphone.

Diese – zugegeben etwas überspitzte – Morgenroutine hat sich nicht nur bei vielen Schülern eingestellt. Was das für Folgen haben kann, darüber sind sich aber nicht alle Netz-Junkies im Klaren. Deshalb hat das Institut für Medienpädagogik (JFF) eine gemeinsame Aktion mit Schülern gestartet, mit der Fragen rund um den digitalen Fußabdruck beantwortet werden. Die Ergebnisse, unter anderem zwei professionell produzierte Videos, stellten die Teams gestern am Münchner Michaeli-Gymnasium vor.

Dafür haben sich die beteiligten Schüler des Michaeli-Gymnasiums und des Gymnasiums Ottobrunn (Kreis München) eine prominente Schirmherrin geangelt: Verbraucherministerin Ulrike Scharf gab dann auch gleich offen zu, dass sie selbst am Morgen schon bei WhatsApp nach Neuigkeiten gespickt hat. Sie warnte die Schüler davor, wie schnell man bei unbedacht geteilten persönlichen Daten in eine „digitalen Schublade“ gesteckt werde, aus der man nur schwer wieder herausklettern kann.

Aber das wissen die Teilnehmer der Aktion mittlerweile längst. Als sich die Schüler im Februar zum ersten Mal mit dem JFF-Team trafen, prasselten die Fragen schon auf die Mitarbeiter ein. Das zeige, dass Jugendliche „keineswegs zu sorglos“ mit den neuen Medien umgehen, wie Ulrike Wagner, Direktorin des JFF, betonte. Im Schnitt hat jeder Jugendliche mittlerweile 19 Apps auf dem Smartphone installiert. Aus den Fragen der Schüler sind insgesamt sechs kurze Erklärvideos entstanden, die nun nach und nach auf dem Youtube-Kanal des Verbraucherschutzministeriums hochgeladen werden. In den Videos erklärt Tatjana Halm von der Verbraucherschutzzentrale etwa, wie Anbieter mit kostenlosen Apps Geld verdienen. Oder warum man immer wieder ein Auge auf die Ortungsdienste werfen sollte. Die Fragen stellen die Schüler. Von Jugendlichen für Jugendliche, die sich im Netz informieren möchten.

Im Anschluss durften die Schüler noch eine Reihe von Fragen an eine Expertenrunde richten. Dabei erfuhren sie von App-Entwickler Oliver Hengstenberg, welche Vor- und Nachteile das Datensammeln haben kann. Von Cem Karakaya von der Münchner Polizei, warum es wichtig ist, persönliche E-Mails zu verschlüsseln. Und von Verbraucherschützerin Juliane von Behren, wie die AGBs der Anbieter für jedes Land angepasst werden müssen.

Der Tenor war dabei sehr ähnlich: Nehmt Euch Zeit und hinterfragt. Muss ich das wirklich preisgeben? Vor allem direkt am Morgen nach dem Aufstehen.

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