Alle Fragen und Antworten im Überblick

Testpflicht & -ablauf: Diese Corona-Regeln gelten ab 12. April an Bayerns Schulen

Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler)
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Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler).
  • Martin Weidner
    vonMartin Weidner
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München/Landkreis - Masken, Abstand und nun auch mindestens zwei Mal wöchentlich eine Corona-Testpflicht: Nach den Osterferien soll künftig vor dem Unterricht ausgiebig getestet werden. Viele fragen sich: Wie wird das konkret an Bayerns Schulen ablaufen?

Am Montag, 12. April, geht nach den Osterferien der Unterricht in Bayerns Schulen wieder los. Für die Teilnahme am Präsenz-/Wechselunterricht ist dann ein Corona-Test verpflichtend - und zwar unabhängig vom Inzidenzwert in der jeweiligen Stadt/dem jeweiligen Kreis. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Mittwoch (7. April) bei einer Pressekonferenz die neuen Corona-Regeln für Bayern bereits ausführlich vorgestellt und erläutert. Die Lage sei angesichts der Virus-Mutationen und der dritten Welle nach wie vor „sehr gefährlich“, hieß es.

Am Freitagvormittag (9. April) ging Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) bei einer Pressekonferenz noch einmal im Detail auf die Regelungen an den Schulen im Freistaat ein (News-Ticker Freitag, 9. April).

rosenheim24.de hatte alle Fragen und Antworten im Überblick zusammengefasst:

Gehen ab 12. April alle Schüler wieder in die Schule?

Nein, denn die Regeln sind weiterhin an die Infektionslage in der jeweiligen Stadt/dem jeweiligen Landkreis gekoppelt. Voller Präsenzunterricht, das heißt auch ohne Mindestabstand, fände ohnehin nur in den Grundschulen statt - und das auch nur bei weniger als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 gelten auch für Grundschüler die Mindestabstandsregeln, was wie in den anderen Jahrgangsstufen in der Regel zur Aufteilung der Klassen und zu Wechselunterricht führt.

Bei Inzidenzen über 100 gibt es Distanzunterricht - mit Ausnahme von Abschlussklassen aller Schularten, Q11 an Gymnasien und Fachoberschulen sowie den vierten Klassen der Grundschulen. Diese Jahrgangsstufen dürfen weiter Wechselunterricht abhalten.

Für wen gilt die Testpflicht?

Alle Schüler, die sich in den Schulgebäuden aufhalten - sei es im Präsenzunterricht, im Wechselmodell oder in der Notbetreuung - müssen künftig zwei Mal pro Woche einen negativen PCR-, Schnell- oder Selbsttest vorlegen. Bei einer Inzidenz von über 100 kann dies je nach Unterrichtsmodell sogar noch häufiger der Fall sein. In aller Regel werden die Kinder und Jugendlichen einen Selbsttest direkt in den Schulen machen. Die Lehrkräfte und sonstiges schulisches Personal müssen sich ebenfalls zwei Mal in der Woche testen. Allerdings dürfen diese Personen diese Tests zuhause durchführen.

Was passiert, wenn jemand einen Test verweigert?

Dann wird die jeweilige Schule das Gespräch mit dem Schüler beziehungsweise seinen Eltern suchen. Bleibt es bei der Ablehnung, kann die Schulpflicht auch durch die Wahrnehmung von Angeboten im Distanzunterricht erfüllt werden. Heißt im Klartext: Der jeweilige Schüler wird vom Präsenz-/Wechselunterricht ausgeschlossen. „Die Teilnahme am Unterricht kann nur mit einem negativen Testergebnis stattfinden“, hatte Ministerpräsident Söder bereits klargestellt. „Am Unterricht können nur diejenigen teilnehmen, die negativ getestet sind“, sagte auch Piazolo.

Was geschieht bei einem positiven Testergebnis?

Der Betroffene muss sich „absondern“, wie es im Behördendeutsch heißt - also zunächst in einem anderen Raum isoliert und (sofern möglich) von den Erziehungsberechtigten abgeholt oder nach Hause geschickt werden. Da ein positiver Selbsttest wegen der Fehlerquote nicht zwingend eine Infektion bedeutet, soll im Anschluss ein PCR-Test gemacht werden. Die negativ getesteten Klassenkameraden können im Normalfall vorerst weiter am Unterricht teilnehmen.

Wie funktionieren die Tests?

Derzeit kommen drei verschiedene Selbsttests in den Schulen zum Einsatz. Zentral ist bei allen, dass man sich selbst ein Wattestäbchen circa zwei Zentimeter tief in die Nase steckt und Sekret abstreicht, das dann im Anschluss mit einer Testlösung analysiert wird.

Können sich auch Erstklässler selbst testen?

Einige Eltern und Lehrkräfte bezweifeln dies. Nach Angaben des Kultusministeriums sind die Tests jedoch auch für Jüngere konzipiert. „Die Tests sind leicht und ohne Risiken und ohne Schmerzen durchzuführen“, betonte Kultusminister Piazolo am Freitagvormittag (9. April) auf einer Pressekonferenz. Die Lehrkräfte hätten entsprechende „pädagogische Kompetenzen“, um die Schüler bei Fragen mit Worten oder per Schulungsvideo entsprechend anleiten zu können.

Wann wird der Test gemacht? Wann kommt das Ergebnis?

Die Selbsttests sollen im Regelfall unmittelbar zu Beginn des Unterrichtstages im Klassenzimmer durchgeführt werden. Der Test selbst benötigt etwa fünf Minuten. Nach etwa einer Viertelstunde soll dann das Ergebnis abgelesen werden können.

Sind auch andere Tests erlaubt?

Ja - alternativ kann auch ein Antigen- und/oder PCR-Test - außerhalb der Schule - durchgeführt werden. Das Ergebnis ist dann in der Schule vorzulegen. In Kreisen/Städten mit einer Inzidenz von über 100 darf der Test nicht älter als 24 Stunden sein, bei Inzidenzen unter 100 nicht älter als 48 Stunden.

Sind ausreichend Testkapazitäten vorhanden?

Die Schulen bekommen die Tests von den jeweiligen Kreisverwaltungsbehörden zur Verfügung gestellt. Nach Angaben von Kultusminister Piazolo hat der Freistaat „einen ausreichenden Vorrat“, der je nach Verbrauch - dieser wird mit der Infektionslage und dem dadurch vorgegebenen Unterrichtsmodell schwanken - wieder aufgefüllt wird. Piazolo sprach davon, dass derzeit rund 17,6 Millionen Schnelltests vorhanden seien.

mw

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