Diebstahl oder Missverständnis? E-Rollstuhl aus Treppenhaus eines Waldkraiburgers verschwunden

Dietmar Manstetter (77) in seiner Wohnung in der Enzianstraße. Vom E-Rollstuhl, der ihm so gute Dienste leistet, hat er derzeit nur ein Bild (am Laptop). Das Original ist am Samstag verschwunden. Ob es ein Diebstahl oder ein Missverständnis war, ist vorläufig unklar.
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Dietmar Manstetter (77) in seiner Wohnung in der Enzianstraße. Vom E-Rollstuhl, der ihm so gute Dienste leistet, hat er derzeit nur ein Bild (am Laptop). Das Original ist am Samstag verschwunden. Ob es ein Diebstahl oder ein Missverständnis war, ist vorläufig unklar.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Dietmar Manstetter (77) ist lungenkrank und deshalb ist der Waldkraiburger dringend auf seinen Elektorollstuhl angewiesen. Seit Samstag ist das Gerät verschwunden.

Waldkraiburg – „Ich kann höchstens noch zehn, zwölf Schritte gehen, dann krieg ich keine Luft mehr.“ Um sich in seiner Wohnung in der Enzianstraße in Waldkraiburg bewegen zu können, ist der Dietmar Manstetter auf einen Elektro-Rollstuhl angewiesen. Doch der Rolli, der ihm so wichtige Dienste leistet, ist weg. Seit Samstag. Die Polizei ermittelt wegen Diebstahls. Vielleicht war es aber auch ein Missverständnis.

E-Rolli hat das Leben erträglicher gemacht

So viel ist sicher: Am Samstag, irgendwann zwischen 9.30 und 12.30 Uhr ist der E-Rollstuhl aus dem Hochhaus in der Enzianstraße verschwunden. „Eine schlimme Sache“, sagt 77-jährige Rentner. Im Treppenhaus bei den Briefkästen im Parterre hatte er das Gerät abgestellt, um es in der Garage aufzuladen.

Lange nach dem richtigen Gerät gesucht

Seit einem Jahr macht ihm das gute Stück das Leben erträglicher. Der E-Roller, der damals 1000 Euro kostete, sei ideal, besser als jeder Rollator, um sich in der engen Wohnung und im nächsten Umkreis zu bewegen. „Ich habe lange danach gesucht.“

Dietmar Manstetter gerät wegen seiner Krankheit COPD schon bei kurzen Strecken, die er zu Fuß zurücklegen muss, in Atemnot. Da war der Rollstuhl, der sich auf der Stelle drehen kann und durch jede Tür passt, eine große Hilfe.

Versehentlich eingepackt?

Jetzt ist er weg. Gestohlen? Wer macht so was? Der Waldkraiburger mag noch immer nicht dran glauben. Es könnte ja ein Missverständnis sein, ein unglücklicher Zufall. Dort, wo sein Rollstuhl abgestellt war, werden – besonders bei Umzügen, so wie am Wochenende – immer wieder auch Sachen abgestellt, die nicht mehr gebraucht werden. „Da steht dann auf einem Zettel: Zu verschenken.“

„Vielleicht hat das jemand auf den Rollstuhl bezogen und ihn versehentlich eingepackt“, mutmaßt Manstetter. Auch wenn es so war, muss das freilich nicht heißen, dass er seinen Rollstuhl bald wieder zurückbekommt.

Kein Kontakt – keine Telefonnummer

Der 77-Jährige hat nämlich eine Theorie: Ein Mitbewohner aus dem Haus, ebenfalls ein älterer Herr, könnte das Gerät irrtümlich mitgenommen haben. „Er war zufälligerweise am Wochenende da.“ Ist seitdem aber nicht mehr zu erreichen. Der Mann sei oft in Rumänien, drei bis vier Monate im Jahr. „Ich habe keinen Kontakt, keine Telefonnummer.“

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Seit Samstag ist Dietmar Manstetter nun auf der Suche, bislang ohne Erfolg. Auch eine Kontaktperson, die regelmäßig die Post für den Mitbewohner aus dem Haus abholt und bei der Klärung weiter helfen könnte, hat er bisher nicht ausfindig gemacht.

Dietmar Manstetter muss viel Geduld haben und hoffen, dass sich die Sache bald aufklären lässt. Für größere Strecken im Freien hat er „zum Glück einen E-Dreiradroller. Und in der Wohnung muss mich halt in der nächsten Zeit von meiner Frau ein bisserl führen lassen.“

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