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Längster Tag des Jahres steht bevor

Die Geheimnisse der Sommersonnenwende: Warum die Sonne nicht untergehen will

04.06.2022, Berlin: Ein Mann trinkt neben einer Frau auf dem Drachenberg vor der untergehenden Sonne
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Mal länger aufbleiben? Am 21. Juni zur Sommersonnenwende sollte das kein Problem sein.

Mit ein bisschen Glück spielt am kommenden Dienstag, 21. Juni 2022, auch das Wetter mit und beschert uns einen superlangen Sommerabend. Es ist Sommersonnenwende! Erfahrt, was es mit „weißen Nächten“, dem Johannistag und dem Wendekreis des Krebes auf sich hat.

Am nächsten Dienstag, 21. Juni 2022, ist es so weit: Sommersonnenwende! Was das bedeutet? An diesem Tag treffen die Strahlen der Sonne fast senkrecht auf die Nordhalbkugel. Die Sonne scheint deshalb an diesem Tag ganz besonders lang und am Abend wird es nicht so schnell dunkel: Darum ist der 21. Juni auch der längste Tag des Jahres auf der Nordhalbkugel.

Region Südostoberbayern erwartet 16 Stunden Tageslicht

In unserer Region Südostoberbayern wird die Sonne am 21. Juni um 5.12 Uhr auf- und um 21.12 Uhr untergehen. Das ergibt 16 Stunden Tageslicht! Sie wird in einem Winkel von 48,63 Grad auf die Erde scheinen und dabei rund 151,949 Millionen Kilometer entfernt sein. Zum Vergleich: Zur Wintersonnenwende, die am 21. Dezember 2022 um 22.48 Uhr stattfinden wird, wird der Tag voraussichtlich sieben Stunden und 38 Minuten kürzer sein.

Von langen und von weißen Nächten

Der Tag der Sommersonnenwende ist besonders. Während es bei uns in Deutschland an diesem Tag aber zumindest sehr spät dunkel wird, gibt es andere Länder im Norden Europas, in denen die Sonne nur sehr kurz oder gar nicht am Himmel verschwindet. Sie wandert dann nur ganz knapp hinter den Horizont, um gleich darauf schon wieder aufzugehen. Dieses Phänomen nennt man auch „Weiße Nächte“. Der Tag, der nie ganz verschwindet, geht in eine weiche Dämmerung über, die alles in ein silbriges Licht taucht.

Wo der Tag ein halbes Jahr dauert

In den nördlichen Polargebieten geht am Tag der Sommersonnenwende die Sonne sogar gar nicht unter. Das heißt, es ist den ganzen Tag und die ganze Nacht lang hell. Diesen Tag nennt man „Polartag“. Am Nordpol selbst dauert dieser Polartag ein halbes Jahr: Ein halbes Jahr geht dort nachts die Sonne nicht unter. Das bedeutet aber auch, dass die Sonne die andere Hälfte des Jahres am Nordpol gar nicht scheint, es herrscht dunkle Polarnacht. In den Polargebieten und in den nördlichen Ländern scheint die Sonne im Winter zwar, allerdings nur sehr kurz, sodass es auch dort nie richtig hell wird.

Kein Wunder, dass in vielen Ländern und seit Hunderten von Jahren dieser besondere Tag und diese besonderen Nächte gefeiert werden.

Feste und Gebräche zur Sommensonnenwende

In Schweden feiert man „Midsommar“. Dabei trifft man sich mit Familie und Freunden zu einem großen Fest auf dem Land. Die Frauen tragen Blumenkränze im Haar, gemeinsam tanzt man um eine mit Blüten und Blättern geschmückte Stange. Auch in Dänemark und Finnland, Lettland und Estland, Litauen und Norwegen feiert man die Sommersonnenwende.

Rumänien, Bukarest: Mädchen, die Kronen aus Blumen tragen, gehen mit Menschen in traditionellen Kostümen spazieren, die an einer von vorchristlichen Traditionen inspirierten Veranstaltung im Dimitrie Gusti Village Museum teilnehmen. Nach vorchristlichen Traditionen kommen die Feen, auf Rumänisch „Sanziene“ genannt, um die Sommersonnenwende auf die Erde und bringen dem Land und den Wesen Fruchtbarkeit für den kommenden Sommer.

Schon vor Tausenden von Jahren, als die Menschen weder in Büchern, geschweige denn im Internet nachlesen konnten, was sich da genau am Himmel ereignete, waren Feste zur Sommersonnenwende weit verbreitet. Schließlich besiegte das Licht die Dunkelheit, der Sommer den Winter, und so wurde an diesem längsten und hellsten Tag des Jahres ausgelassen gefeiert.

Wie die Kirche den Sonnwendtag für sich nutzt

Mit dem christlichen Glauben veränderten sich die Feierlichkeiten etwas: Nicht die Natur, sondern Heilige und deren Taten sollten nach Meinung der Kirchenlehrer in den Mittelpunkt rücken. Daher legte man die Feierlichkeiten rund um den Gedenktag von Johannes dem Täufer am 24. Juni. Dieser Johannistag wird heute noch in vielen Städten und Gemeinden auf der ganzen Welt gefeiert und hat in vielen Ländern das Fest zur Sommersonnenwende abgelöst. Gemeinsamkeiten gibt es aber dennoch: Beispielsweise gehen die vielerorts bekannten Johannisfeuer auf die Feuer zurück, die zur Sommersonnenwende entzündet wurden.

Was am 21. Juni 2022 astronomisch so passiert

Die Sonne erklimmt am 21. Juni 2022 um 11.14 Uhr den Gipfelpunkt ihrer Jahresbahn, dann tritt die Sommersonnenwende ein. Danach steigt die Sonne nicht mehr höher, sondern sinkt wieder zum Himmelsäquator hinab, den sie am 23. September zu Herbstbeginn erreicht. Der Sommerpunkt der Sonnenbahn liegt im Sternbild Stier an der Grenze zu den Zwillingen. Am gleichen Tag wechselt die Sonne eine Stunde vor Mitternacht aus dem Stier in das Sternbild Zwillinge. Vor 2000 Jahren lag der Sommerpunkt noch im Sternbild Krebs. Deshalb spricht man immer noch vom Wendekreis des Krebses.

In diesem Juni toben gewaltige Stürme auf der Sonne

Zurzeit sind etliche große Sonnenflecken zu sehen. Die Sonne strebt einem neuen Fleckenmaximum zu. Alle elf Jahre zeigt die Sonne besonders viele Flecken, wie schon 1843 der Apotheker Samuel Heinrich Schwabe aus Dessau erkannte. Sonnenflecken sind gewissermaßen das Wettergeschehen auf unserem Tagesgestirn. Sie sind gewaltige Sturmgebiete, in denen die Temperatur um rund 1000 Grad absinkt. Ihre Größe erreicht oft mehrere Erdoberflächen. Begleitet werden die Sonnenflecken von gewaltigen Strahlungs- und Materieausbrüchen. Die dabei ausgeschleuderten Plasmawolken erreichen gelegentlich auch die Erde und erzeugen Polarlichter. Sie stören Funkverkehr ebenso wie elektronische Geräte.

Die Sonne ist unser primärer Energiespender. Ohne ihr Licht und ihre Wärme würde die Erde als eisgepanzerter Felsklotz von minus 200 Grad und darunter durchs Weltall taumeln. Während fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas und Kohle schon in relativ kurzer Zeit verbraucht sein werden, wird der Atommeiler Sonne noch Milliarden Jahre lang strahlen.

Leuchtkraft der Sonne nimmt stetig zu

Allerdings nimmt die Leuchtkraft der Sonne stetig zu. Als sie vor knapp fünf Milliarden Jahren aus einer interstellaren Gas- und Staubwolke entstand, lieferte sie nur 60 Prozent ihrer heutigen Energiemenge. In rund einer Milliarde Jahren wird die Oberflächentemperatur der Erde 100 Grad erreichen, die Ozeane werden verdampfen, kurz: Es wird ungemütlich werden. In rund fünf Milliarden Jahren wird sich die Sonne zu einem roten Riesenstern aufblähen und der Erde ein feuriges Ende bereiten.

(Erstellt mit Material von Jacqueline Berlin für www.kruschel.de für OVB Heimatzeitungen sowie dpa)