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Zum Welt-Parkison-Tag am 11. April

Kult-Liedermacher Fredl Fesl (74) aus Pleiskirchen: „Meine Familie hält mich am Leben“

Sie gibt ihm Rückhalt: Fredl Fesl mit seiner Ehefrau Monika. „Ohne ihre Hilfe könnte ich gar nichts“, sagt er.
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Sie gibt ihm Rückhalt: Fredl Fesl mit seiner Ehefrau Monika. „Ohne ihre Hilfe könnte ich gar nichts“, sagt er.

Heute, am 11. April, ist Welt-Parkinson-Tag: Seit 25 Jahren lebt der bayerische Kult-Liedermacher Fredl Fesl (74) mit der Krankheit. Wie geht’s ihm so?

Pleiskirchen – Wenn der Gegner übermächtig ist und sich breit gemacht hat, dann ist es schwierig, sich nicht geschlagen zu geben. Seit 25 Jahren hält der Musiker und Sänger Fredl Fesl tapfer dagegen, wenn ihn der Feind im eigenen Körper schwach machen will und ihm die Kontrolle über seine Glieder und die Stimmung nehmen will. Dieser Gegner heißt Parkinson, er hat sich eingenistet im Fredl Fesl und wird auch nicht mehr gehen, denn noch ist die Medizin nicht in der Lage, diese Krankheit, die die Nerven zugrunde gehen lässt, zu heilen.

Wie es dem Fredl Fesl geht? „Langsam immer schlechter“, sagt er am Telefon. „Die Feinmotorik geht flöten, mit einem Besteck zu essen ist sehr schwierig, und das Zittern kommt immer wieder.“ Schmerzen immerhin hat er keine, aber es gibt Dinge, die er schmerzlich vermisst. Das Musikmachen zum Beispiel, „das geht gar nicht mehr, die Finger machen, was sie wollen“. Und statt auf dem Einödhof herumzutigern, verbringt Fesl die meiste Zeit im Wohnzimmer, schiebt dort seinen Rollator hin und her. „Für draußen ist er nicht geländegängig genug, ich überlege mir, ob ich mir einen mit größeren Rädern leisten soll“, sagt er. 

Sein Traum wäre, mit den zwei Enkeln über den Hof in Pleiskirchen zu toben. „Für die ist das hier ein großer Abenteuerspielplatz.“ Karolina, die dritte Klasse besucht, und ihr kleiner Bruder Jeremia, der bald sechs Jahre alt wird, sind sein Liebstes. „Schön, dass es weitergeht, die Familie hält mich am Leben“, sagt der 74-Jährige. „Ohne meine Frau Monika könnte ich gar nichts machen.“ Nicht mal morgens aufstehen, obwohl er alle vier Stunden Tabletten nimmt – auch nachts.

Die Krankheit bestimmt den Alltag, so wie das früher die Kreativität gemacht hat. Mehr als eine Million Platten hat Fredl Fesl in seiner besten Zeit verkauft, doch ist die Abschiedstournee nun fast zwei Jahrzehnte her. Als Fredl Fresl Anfang der 90er-Jahre den Einödhof bei Pleiskirchen im Landkreis Altötting kaufte, ahnte er noch nichts davon, dass er einige Jahre später an Parkinson erkranken würde. Wie die meisten Betroffenen hatte er eine Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis man herausfand, was ihm fehlte. „Ich konnte nichts mehr schmecken“, erzählt er. Und dann seine Gitarre nicht mehr richtig halten. Zu gerne würde er seinen Enkeln etwas vorspielen. Leider kennen sie ihn nur als „Opa, der sich ausruhen muss“.

Extra: So erkennen Sie Parkinson - der Selbsttest auf Frühsymptome

Viele Patienten haben eine Odyssee hinter sich, denn die Frühsymptome von Parkinson sind nicht eindeutig. Zu ihnen gehören einseitige Schulterschmerzen. „Ein Mediziner aus meinem Bekanntenkreis hatte sich zunächst an der Schulter operieren lassen, obwohl er an Parkinson litt“, erzählt Prof. Andres Ceballos-Baumann. Weil die tückische Krankheit anfangs so schwer zu erkennen ist, hat die deutsche Parkinson-Vereinigung eine Liste mit Frühsymptomen herausgegeben:

* Kommt es vor, dass Ihre Hand zittert, obwohl sie entspannt aufliegt?

* Ist ein Arm angewinkelt und schlenkert beim Gehen nicht mit?

* Haben Sie eine vornüber gebeugte Körperhaltung?

* Haben Sie einen leicht schlurfenden Gang, oder ziehen Sie ein Bein nach?

* Haben Sie einen kleinschrittigen Gang, und kommt es häufig vor, dass Sie stolpern oder stürzen?

* Leiden Sie an Antriebs- und Initiativemangel?

* Haben Sie häufig Rückenschmerzen im Nacken-Schultergürtel-Bereich?

* Haben Sie bemerkt, dass Sie sich von Ihren Freunden und Angehörigen zurückziehen, dass Sie Kontakte meiden und zu nichts Lust haben?

* Haben Sie Veränderungen in Ihrer Stimme bemerkt? Ist sie monotoner und leiser als früher oder hört sich heiser an?

* Haben Sie eine Verkleinerung Ihrer Schrift bemerkt?

Wer von den Fragen drei oder mehr mit Ja beantwortet, könnte betroffen sein.

Achtung: Dieser Selbsttest zeigt nur, ob es erste Anzeichen für eine mögliche beginnende Parkinson-Krankheit gibt. Eine Diagnose kann nur ein Arzt stellen!

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