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Hoher Politik-Besuch bei Landwirt Demmel

Der Hightech-Hof von Königsdorf: Was Söder und Kaniber am modernen Huabahof so begeistert

Auf dem Biohof: Markus Söder und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber besuchten den Hightech-Hof von Franz Xaver Demmel (links).
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Auf dem Biohof: Markus Söder und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber besuchten den Hightech-Hof von Franz Xaver Demmel (links).
  • Dominik Stallein
    VonDominik Stallein
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Franz Xaver Demmel ist der Bauer der Zukunft. Auf seinem voll digitalisierten Hof erzeugt er Energie und probiert technologisiertes Tierwohl aus. Ministerpräsident Markus Söder besuchte den Betrieb. „Cool“ fand er ihn - und knüpft große Hoffnungen an den Hightech-Hof.

Königsdorf – Während der Ministerpräsident erklärt, dass in Königsdorf im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen „the bavarian way of life“ – frei übersetzt: „der bayerische Lebensstil“ – praktiziert wird, lässt sich die gefleckte Kuh einmal ordentlich durchmassieren. An einer elektrischen Bürste genießt sie das Wellness-Programm, so als wäre ihr egal, dass Markus Söder, Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, Molkerei-Vertreter und lokale Politprominenz gerade ihr Eigenheim bewundern.

Sie lebt im voll digitalisierten „Stall 4.0“ gemeinsam mit 80 anderen Milchkühen. Dort bekommt sie recht regelmäßig Besuch von Politikern, Journalisten und Studenten. Der Huabahof in Königsdorf ist ein Vorzeige-Objekt, Franz Xaver Demmel, der Hightech-Landwirt, ein Visionär. Einer, den Michaela Kaniber bei ihrem Besuch als „herausragendes Beispiel“ für zukunftsgewandte Unternehmer bezeichnen wird. 

Vor allem ist Franz Xaver Demmel mehr als ein klassischer Landwirt. Er ist Energieerzeuger, Arten- und Umweltschützer sowie Aktivist. Er wirbt dafür, dass mehr Landwirte ihren Hof umrüsten, und dafür, dass sie dafür finanzielle Unterstützung bekommen. Er wirbt dafür, dass Hürden abgebaut werden und er den vielen Strom, den sein Hof erzeugt, auch – je nach Bedarf – ins Netz einspeisen kann. 

Demmel rechnete beim Besuch vor, was möglich wäre: Würden 10.000 Höfe so viel Energie produzieren wie der Huabahof im kleinen Weiler Schönrain, könnten sie in den besten Stunden ein Vielfaches vom Atomkraftwerk Isar 2 erzeugen. Gäbe es landwirtschaftliche Fahrzeuge, die man nicht nur mit Strom volltanken, sondern ihn auch wieder herausziehen könnte, würden diese fahrenden Energiespeicher dabei helfen, den Solarstrom aus den sonnenreichen Mittagsstunden auch frühmorgens oder abends zu nutzen. „Die Landwirtschaft ist ein Riesenplayer“, sagt er. 80 Prozent der Fläche des Freistaats würden der Forst- und Landwirtschaft dienen – ein ungeheures Potenzial für die Energiewende. „Wir haben die Überschüsse – und wir haben die Fläche.“ Er will nicht nur seinen eigenen Hof versorgen, sondern dem großen Ziel dienen: Ressourcenschonung, Klimaschutz, saubere, lokale Energie: Es sind viele Schlagworte, die er nicht nur ausspricht, sondern mit Leben füllt.

„Ein cooles Unternehmen“

Demmel hat – das bescheinigte ihm der Ministerpräsident – „verstanden, worum es geht“. Eine unabhängige, dezentrale Energieversorgung könnte gemeinsam mit Bayerns Landwirten entstehen. Was der Schönrainer auf dem Huabahof betreibt – „ein cooles Unternehmen, eine tolle Vision“ –, „entspricht genau der Philosophie, die wir auch haben“

Kaniber stellt gleich zu Beginn des Hofrundgangs eines klar: „Viele haben noch das Bild vom Bauern in Gummistiefeln und mit der Mistgabel.“ Dabei seien die Betriebe schon sehr viel weiter: Robotik und Digitalisierung kommen auf vielen Höfen zum Einsatz. Demmel zählt in dieser fortschrittlichen Branche zu den Pionieren. Und er probiert sich an neuen Ideen. Eine neue Biogasanlage soll Energie aus der Gülle gewinnen, die auf einem Hof eben anfällt. Traktoren, Arbeitsmaschinen und Autos möchte er künftig am liebsten mit Wasserstoff betreiben. „Technisch ist das alles möglich“, betont der Zukunftsbauer.

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