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Der Boandlkramer und die ewige Liebe 

Von Himmel, Hölle und dem Glauben an Wunder – Bully Herbig im Interview

Bild von Bully Herbig
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Bully Herbig spricht im Interview über den Film „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“.
  • Claudia Kuhlmann-Seineke
    VonClaudia Kuhlmann-Seineke
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Statt im Kino feierte die Komödie „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ am 14. Mai bei Amazon Prime Video seine Premiere, denn der Leinwandstart  musste coronabedingt immer wieder verschoben werden. Zum ersten Mal überhaupt stehen in Joseph Vilsmaiers letztem Film zwei deutsche Comedy-Götter gemeinsam vor die Kamera: Michael Bully Herbig als der Boandlkramer und Hape Kerkeling in der Rolle des Leibhaftigen. Im Vorfeld der Streaming-Premiere hatten wir Gelegenheit zum Gespräch mit Bully Herbig, der im Übrigen niemals Michael genannt werden möchte. Dann nämlich kommt seine Angst, er müsse sein Kinderzimmer aufräumen. 

Von Claudia Kuhlmann-Seineke

Bully und Hape erstmals gemeinsam vor der Kamera – für deutsche Comedy-Fans eine absolute Wunscherfüllung. Für dich auch? 

Ja, auf jeden Fall. Dass ich das noch erleben darf, ich hätte das nicht für möglich gehalten. Ich war schon immer ein Riesenfan von Hape. Als Joseph Vilsmaier mich anrief und fragte, ob wir den Teufel mit Hape besetzen sollten, war ich begeistert. Auf meine Frage, ob er glaube, dass er das auch hinkriegen würde, sagte Joseph den üblichen Satz: „Ja, den kenn i, denn ruaf i glei o.“ Joseph hat Hape das Drehbuch geschickt und eine Woche später hat er zugesagt. Für mich war das wie ein kleines Wunder. Wir hatten uns Jahre vorher nur einmal kurz getroffen, waren uns sympathisch, aber das war nur ein kurzer Moment. Im Studio dann sind wir uns direkt in die Arme gefallen, weil es sich so richtig und so normal anfühlte.

Hape Kerkeling in der Rolle des Leibhaftigen

Die Idee zum Film kam von dir, das Drehbuch hast du gemeinsam mit Ulrich Limmer („Schtonk“) und Marcus H. Rosenmüller („Wer früher stirbt, ist länger tot“) geschrieben. Wie kommt man darauf, dass der Tod sich verliebt?

In „Die Geschichte vom Brandner Kaspar“ habe ich schon den Boandlkramer gespielt, das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Ich werde immer nach meiner Lieblingsrolle gefragt: Das ist tatsächlich der Boandlkramer. Die Figur ist so durchgeknallt, so liebenswert und so vielschichtig. Auf der einen Seite besitzt er große Macht, andererseits leidet er darunter. Er wird nirgendwo reingelassen, weder im Himmel noch in der Hölle. Er ist Einzelgänger und Getriebener, dadurch wird er zum Freak. Wenn du seit Tausenden von Jahre so behandelt wirst, entwickelst du irgendwann Ticks und Neurosen. Das mag ich an der Figur.

 Und dann hattest du einen Geistesblitz?

Eines Morgens stand ich unter der Dusche und da fiel mir der Titel „Der Boandlkramer und die ewige Liebe“ ein. Ich habe Joseph angerufen und er war sofort begeistert. In der Rekordzeit von nur eineinhalb Jahren haben wir dann den Film fertiggestellt.

Tod und Liebe, warum diese Kombination?

Liebe und Tod in einen Topf zu werfen, das ist ja nicht wirklich neu. Aber mir ging es speziell um den Boandlkramer und wie der so ist. Da sah ich unglaublich viel Potenzial. Dass er sich wegen der Liebe auf einen schrägen Deal mit dem Teufel einlässt, macht die Geschichte plötzlich so groß. Da geht es nicht mehr nur um Liebe, sondern um den göttlichen Plan, um die Apokalypse. Größer geht‘s nicht mehr.

Das Himmelspersonal (v.l.n.r.): Eisi Gulp, Jürgen Tonkel und Götz Otto.

Himmel, Hölle, Wunder, das sind biblische Begriffe, die sich im Film immer wieder finden. Glaubst du daran?

Ich würd’ mich schon als einen gläubigen Menschen bezeichnen, aber mein Glaube hat weniger mit einer vorgefertigten Religion zu tun. Ich war schon als Kind sehr skeptisch. Als man mir von einer sprechenden Schlange im Paradies erzählt hat, bin ich schon ausgestiegen. Leute glauben an etwas und das macht ihnen Hoffnung, gibt manchmal Trost und das ist in Ordnung. Ich glaube auch an vieles. Ich glaube an Energie, bin aber kein Esoteriker. Aber irgendwas ist da. Das Leben an sich grenzt an ein Wunder. Je älter man wird, desto mehr wundert man sich, was die Natur so kann. Und weil es keine Erklärung dafür gibt, sagen manche, es müsse der göttliche Plan sein. Ich glaube in erster Linie daran, dass man ein guter Mensch sein sollte. Und das versuche ich. 

Du selbst bist nicht nur Schauspieler, sondern auch Drehbuchautor, Regisseur und Produzent. Beim Boandlkramer hatte Regielegende Joseph Vilsmaier das Sagen und du musstest dich unterordnen. War das schwer für dich?

Bei Joseph war das sehr offen und frei.  Er hat nicht gesagt, was er will, er hat gesagt, was er nicht will. Da durfte alles passieren. So hat Joseph getickt. Alles, was ihm vor die Linse purzelte und gefiel, hat er genommen. So konnte viel entstehen. Er hat den Leuten nie das Gefühl gegeben, es müsse auf Biegen und Brechen seine Idee durchgedrückt werden. Am Ende wurde es aber immer ein Joseph-Vilsmaier-Film.

Bully Herbig als Boandlkramer.

Deine Wirkung auf kleine wie große Comedy-Fans ist gleichermaßen positiv. Wie erklärst du dir das?

Das kann ich nicht sagen, aber wir nehmen das immer mit großer Freude zur Kenntnis. Ich habe das Gefühl, dass mittlerweile die dritte Generation daherkommt und sagt, sie lieben den Schuh des Manitu. Leute, die den Film als Teenager im Kino sahen, schauen ihn heute mit ihren Kindern zu Hause an. Irgendwie trifft man wohl einen Nerv. Ich habe immer gemacht, was sich für mich gut anfühlte, aber ich habe es nie strategisch für eine Zielgruppe gemacht. Ich hatte einfach Schwein, dass ich offensichtlich einen Humor bediene, den ich mit vielen teile.

Es heißt, Frauen kriege man immer leichter mit Humor. Hast Du bei deiner Frau auch die Humorkarte gezogen?

Eigentlich bin ich eher scheu. Ich hatte oft Schiss, mich zu blamieren. Ich hatte sehr oft das Glück, dass die Mädels auf mich zukamen. Mein Freund Stani, mit dem ich seit 40 Jahren befreundet bin, erklärt das immer folgendermaßen, er sagt: „Dem Bully scheint die Sonne aus dem Arsch.“

Gibt es einen Unterschied zwischen weiblichem und männlichem Humor?

Ja, glaube ich ganz sicher. Ich wäre wahnsinnig gerne mal Mäuschen, wenn sich Frauen ohne Männer unterhalten. Ich gehe schwer davon aus, dass da die Gespräche ganz anders ablaufen. Eines Tages werde ich so eine Unterhaltung mal unterwandern. Es interessiert mich einfach brennend.

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