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Vom SVK-Stadionsprecher zum Tischfußball-Kommentator

Von der WM zurück in Kirchanschöring: Holt Bruno Tschoner das Kickern aus der Nische?

Bruno Tschoner am Kickertisch im „KuBa“ in Kirchanschöring.
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Tischfußball-Kommentator Bruno Tschoner am Kickertisch im „KuBa“ in Kirchanschöring.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Spannung aufbauen, analysieren und das Profi-Kickern den Hobbyspielern nahebringen: die Kicker-WM vor tausenden Fans in Frankreich wurde jüngst auch im Internet übertragen - und der Kirchanschöringer Bruno Tschoner kommentierte live für den deutschen Verband. Wir haben ihn besucht.

Kirchanschöring - Wer hat in der Kneipe nicht schon mal die Kickerstangen in der Hand gehalten und sich nach einem Tor mit einem Schluck Bier belohnt? Doch wie auch beim Darts gibt es beim Tischfußball längst schon Profiabteilungen mit Vereins- und Ligenstruktur - und eine Weltmeisterschaft, die zuletzt live von einem Kirchanschöringer kommentiert wurde: „Kickern ist für mich Faszination und Leidenschaft“, strahlt Bruno Tschoner beim Besuch von chiemgau24.de. Er will mithelfen, dass das Kickern als Sport anerkannt und aus der Nische herausgeholt wird.

1000 Fans bei Kicker-WM-Finale - und Bruno Tschoner aus Kirchanschöring kommentierte

Ein Finale mit 1000 jubelnden Fans auf der Tribüne: am 3. Juli war es, als das Highlight der Kicker-WM in der Handball-Halle im französischen Nantes stieg. Und an deutschen Bildschirmen waren es über 11.000 Zuschauer, die mitfieberten - kommentiert von Tschoner und seinem Kollegen Nils Hahne aus Köln. „Die Kunst ist es, das Spielgeschehen und die Taktik dem Laien verständlich zu machen, möglichst ohne Fachbegriffe“, so Tschoner. So hektisch wie in heimischen Kneipen läuft eine Partie bei den Profis auch nicht ab. Die Spieler analysieren einander, es gilt, Muster zu erkennen - „oft wie beim Schach“. Zeit für ein ordentliches Kommentieren blieb dem Kirchanschöringer also durchaus.

Tischfußball-Kommentator Bruno Tschoner (rechts) bei der Kicker-WM in Nantes mit seinem Kollegen Nils Hahne.

Zusätzlich zu den beiden Kommentatoren war für den Deutscher Tischfußballbund (DTFB) ein ganzes Produktionsteam mit bei der WM. Die Spiele wurden live über das Streaming-Portal „twitch“ übertragen. „Es war eine große Produktion, ähnlich wie im Fernsehen“, erzählt Bruno Tschoner. Seine Karriere begann aber beim klassischen Fußball, daheim beim SV Kirchanschöring: Vor rund zehn Jahren fungierte er erstmals als Stadionsprecher an der „Alten Mühle“. Heuer im Frühjahr übernahm Tschoner dann auch den Live-Kommentar der SVK-Spiele bei „Sporttotal“.

In St. Pauli kam Tschoner auf den Geschmack

Parallel zum Fußball war der 30-jährige Kirchanschöringer auch schon immer am Kickertisch aktiv. „In der Festung und der Wohnzimmer-Bar in Traunstein hab‘ ich dabei immer viel Schnaps gewonnen“, lacht Tschoner. Im Hamburger Stadtteil St. Pauli („ein Kicker-Paradies“) hat er dann erstmals den Profis zugeschaut und war begeistert. In der Hansestadt gibt es auch die engmaschigste Vereinsstruktur und sogar ein Nachwuchs-Leistungszentrum. Bald schrieb er für den DTFB auch Artikel, kommentierte im April schon die Deutsche Meisterschaft in Münster „und so ging die Tür zur WM für mich auf“.

Fast hätte Bruno Tschoner mit zwei Bekannten aus der Region zur Weltmeisterschaft fahren können: „Thomas Bratzdrum aus Tittmoning und Thomas Höllich aus Trostberg hätten sich fast qualifiziert.“ In der Bundesliga würden die zwei bereits kräftig mitmischen. Der Medaillenspiegel bei der WM wurde aber auch ohne die beiden von Deutschland angeführt. An zweiter Stelle „überraschend“ Österreich vor den USA und Frankreich, berichtet Bruno Tschoner: „Es waren insgesamt 1000 Spieler aus 45 Ländern in Nantes, auch Tischfußballer aus Nepal, Kamerun oder Iran.“

Kicker-WM: „Stinknormale Typen, die Geld und Freizeit in die Hand nehmen“

Und wer tummelt sich dann auf so einer Kicker-WM? „Eigentlich sind das alles stinknormale Typen, die Geld und Freizeit in die Hand nehmen, um was auf die Beine zu stellen“. Das meiste basiere beim Kickern auf ehrenamtlichen Strukturen. Weltweit gebe es vielleicht eine Handvoll Tischfußballer, die davon leben könnten, „auf Messen, Events oder bei Show-Spielen“, so Tschoner. Und weitere Profi-Tischfußballer aus der Region nachkommen, wurden auch schon wieder die nächsten Termine organisiert: Am 23. September im Kirchanschöringer KuBa und am 24. September im Freiraum Übersee steigen Turniere.

xe

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