Coronavirus: Zwei Verdachtsfälle im Landkreis Mühldorf jetzt bestätigt

Ohne Untersuchung kommt keiner mehr ins Krankenhaus: In einem Zelt vor der Notaufnahme misst eine Krankenschwester Fieber. Nach Angaben der Kreiskliniken gibt es dort zwei ernste Verdachtsfälle. Klinik
  • Markus Honervogt
    vonMarkus Honervogt
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Im Landkreis Mühldorf gab es die ersten ernstzunehmenden Verdachtsfälle auf Corona-Erkrankte. Der Ärztliche Direktor der Kreiskliniken, Dr. Wolfgang Richter, bestätigte auf Anfrage, dass derzeit zwei Patienten im Krankenhaus isoliert würden. Einen Tag später bestätigte sich der Verdacht.

Update 17. März, 17.28 Uhr

Zwei Corona-Verdachtsfälle im Landkreis Mühldorf jetzt bestätigt

Erst waren es zwei Verdachtsfälle, nun sind sie bestätigt: Im Landkreis Mühldorf gibt es nun zwei Corona-Infizierte. Sie befanden sich bereits im Klinikum Mühldorf in Behandlung, wo sie isoliert waren. Dort bleiben sie nun auch. Der Verlauf der Krankheit ist bei den beiden Patienten nach Angaben der Klinik eher mild, beiden gehe es den Umständen entsprechend gut, heißt es.

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Die Erstmeldung vom 16. März

Mühldorf – Gestern hat Bayern wegen des Coronavirus den Katastrophenfall ausgerufen. Inzwischen gibt es auch zwei Verdachtsfälle im Landkreis Mühldorf. Die beiden Patienten werden aktuell getestet. Insgesamt wartete das Krankenhaus Mühldorf gestern auf die Ergebnisse von 14 Abstrichen. Die werden laut Richter voraussichtlich aber frühestens morgen vorliegen. „Derzeit warten wir bis zu 14 Tage auf Resultate.“ Die Labore seien aufgrund der zahlreichen Tests auf das Coronavirus überlastet..Für die beiden in der Klinik isolierten Patienten – einen ältern und einen mittelalten – habe die Klinik die Untersuchung aber dringlich gemacht.

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Für Richter ist das mutmaßliche Auftreten des Coronavirus in der Region keine Überraschung: „Es ist schon erstaunlich, dass die Landkreise Mühldorf und Altötting so lange verschont blieben.“ Um vor allem ältere Patienten zu schützen, hatten die Kliniken Ende letzter Woche alle alten Patienten in die Geriatrie nach Haag verlegt. Dort herrscht ein striktes Besuchsverbot, Außenstehende kommen nicht mehr ins Haus. Auch für das Haupthaus in Mühldorf rät Richter dringend von Besuchen ab, eingeschränkt auf einen pro Patient und Tag sind sie ohnehin schon.

Krankenhaus nimmt alle Besucher unter die Lupe

Wer ins Krankenhaus will, wird seit Freitag über die Notaufnahme eingelassen. Dort steht ein großes Zelt, in dem alle Ankommenden – Patienten wie Besucher – zunächst untersucht werden. Das gilt auch für ältere Patienten. Danach entscheiden Ärzte, wohin ältere Kranke zur Behandlung kommen.

Das neue gemeinsame Klinikunternehmen fühlt sich den bevorstehenden Aufgaben im Hinblick auf das Coronavirus gewachsen, Isolierbetten sind vorbereitet, weitere Beatmungsgeräte bestellt. Die Zusammenarbeit mit dem fusionierten Haus in Altötting läuft laut Richter glänzend: „Das ist ein großartiger Nebeneffekt der Krise, wir arbeiten bereits jetzt sehr eng zusammen.“ Alle Maßnahmen seien abgestimmt.

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