Coronavirus: Studien zu Immunität starten nach Ostern – Erste Ergebnisse bald erwartet

Coronavirus - Pressekonferenz Robert Koch-Institut
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Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts, kündigt mehrere Studien an, die sich mit der tatsächlichen Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland befassen.

Wie weit ist das neue Coronavirus in Deutschland verbreitet? Wie viele Menschen haben eine Infektion durchgemacht und sind jetzt zumindest für eine gewisse Zeit immun? Das will das Robert Koch-Institut (RKI) in Studien herausfinden. Erste Ergebnisse könnten sehr bald vorliegen.

Berlin – Die Studien konzentrieren sich darauf, herauszufinden, wie viele Menschen schon Antikörper gegen das Coronavirus im Blut haben. "Ein sicherer Hinweis auf eine durchgemachte Infektion", wie das Robert-Koch-Institut am 9. April in einer Pressemitteilung schreibt.

Wie viele Menschen hatten Corona und sind jetzt immun?

„Von diesen Studien erwarten wir uns ein genaueres Bild über das SARS-CoV-2-Geschehen in Deutschland“, sagt Prof. Lothar H. Wieler, Präsident des RKI. Denn bislang ist nur näherungsweise bekannt, wie viele Menschen am Coronavirus erkrankt sind oder waren - durch Tests bei Verdachtsfällen. Es sei bisher nicht bekannt, wieviele Menschen in Deutschland eine Infektion tatsächlich durchgemacht haben und damit immun sind. Die Infektion verlaufe häufig mild oder sogar unbemerkt, so das RKI.

In seinen Studien, die das RKI in Zusammenarbeit mit anderen wissenschaftlichen Institutionen durchführt, will man nun anders vorgehen.

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Ziel der örtlich begrenzten Studien ist es, durch die Bestimmung von Antikörpern gegen SARS-CoV-2 in repräsentativen Stichproben der Einwohner die Immunität in der Bevölkerung vor Ort abzuschätzen. Auch der Anteil asymptomatischer Infektionen und Risikofaktoren für einen schweren Verlauf in der Bevölkerung sollen besser abgeschätzt werden. 

Verlauf und Schwere der Corona-Pandemie genauer abschätzen

In jedem Ort werden etwa 2.000 Probanden ab 18 Jahre mehrfach untersucht, die Probanden werden zusätzlich u.a. zu klinischen Symptomen, Vorerkrankungen, Gesundheitsverhalten, Lebensumstände und psychischer Gesundheit befragt. Studienbeginn ist Mitte April 2020, mit ersten Ergebnissen ist im Mai 2020 zu rechnen.

„Die Ergebnisse der Antikörper-Studien sind von großer Bedeutung, um den Verlauf und Schwere der Pandemie genauer abschätzen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser bewerten zu können“, unterstreicht RKI-Präsident Wieler. Bei der Laboranalytik arbeitet das RKI eng mit dem von Professor Christian Drosten geleiteten Institut für Virologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammen.

Die Corona-Studien im Überblick

  • Studien an mehreren besonders betroffenen Orten („Hotspots“) in Deutschland: Bei der Planung und Durchführung dieser so genannten „Hotspot“-Studien arbeitet das RKI mit Forschern um Professor Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig zusammen.
  • Untersuchung an Blutspendern in Deutschland: In Zusammenarbeit mit den Blutspendediensten werden regelmäßig Blutproben von Erwachsenen aus ganz Deutschland auf Antikörper gegen das Coronavirus untersucht. So können Rückschlüsse auf die Verbreitung von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung gezogen werden. Ab voraussichtlich kommender Woche sollen alle 14 Tage rund 5000 Blutproben untersucht werden. Erste Ergebnisse werden Anfang Mai dieses Jahres erwartet.

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