Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Warnung vor „Pandemie der Ungeimpften“

Corona: Ministerpräsident Söder forciert Debatte um Vorzüge für Geimpfte und Genesene

Markus Söder (CSU)
+
Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bringt in der Debatte um Freiheitsrechte in der Corona-Pandemie eine stärkere Unterscheidung zwischen Geimpften und Genesenen einerseits und „nur“ Getesteten andererseits ins Spiel.

Sollen Geimpfte bei ihren Freiheitsrechten in der Corona-Pandemie besser gestellt werden? Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagt Ja. Geimpften dürften keine Rechte entzogen werden. Wer trotz Möglichkeit zur Corona-Impfung verzichte, der müsse auch die persönliche Verantwortung dafür tragen.

Berlin/München - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält es weiterhin für sinnvoll, in der Corona-Krise über eine Bevorzugung von Geimpften und Genesenen gegenüber negativ Getesteten zu diskutieren. „Wir werden uns einer Debatte über 2G auf Dauer nicht verstellen können“, sagte Söder am Dienstag nach einer Ministerpräsidentenkonferenz der 16 Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin.

Mit dem Schlagwort „3G“ wird bislang in der Debatte um Freiheitsrechte in der Corona-Pandemie die Gruppe der Geimpften, Genesenen und Getesteten bezeichnet. Wenn Söder nun von „2G“ spricht, meint er nur noch Genesene und Geimpfte. Er grenzt diese Gruppe von den Getesteten ab. Die Schnelltests stehen in der Kritik, weil sie zu oft falsch negativ ausfallen.

Söder warnt vor der Pandemie der Ungeimpften

Die nun gefundene „3G-Lösung“, die negativ auf Corona Getestete mit Geimpften praktisch gleichstellt, werde vermutlich nicht das Ende der Diskussion sein, sagte Söder. „Wir testen seit einem Jahr wie die Weltmeister (...).“ Die Erfahrung zeige aber auch: Testen alleine reiche nicht. Söder warnte in diesem Zusammenhang vor einer „Pandemie der Ungeimpften“. Er betonte aber auch, es werde im Herbst keinen weiteren Lockdown mehr geben. Dies halte er für verfassungsrechtlich nicht möglich.

Markus Söder hat sich „nicht ganz“ zufrieden mit den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde zu Corona gezeigt. Es sei ein Ergebnis auf Sicht, sagte der CSU-Politiker am Dienstagabend in den ARD-“Tagesthemen“: „Wohl auch ein bisschen geschuldet, dass der eine oder andere in Sorge ist, dass man vor der Bundestagswahl nichts Abschließendes entscheiden will.“ Daher sei er mit den Beschlüssen „nicht ganz“ zufrieden.

Mit Tests alleine die vierte Welle nicht zu brechen

Söder betonte in den Tagesthemen noch einmal, dass eine Debatte über Zugänge nur für Geimpfte und Genesene („2G“) wohl bald folgen wird. „2G wird so oder so ab einem bestimmten Zeitpunkt kommen und mir wäre es lieber, wir würden jetzt ehrlich drüber reden als es zu vertagen bis nach der Bundestagswahl“, so Söder. Einige Fußballvereine oder Gastronomen würden bereits jetzt nur für vollständig Geimpfte öffnen. Das sei die Realität. Mit Tests alleine könne man die vierte Welle nicht brechen, sagte Söder.

Lesen Sie auch: Corona-Lage in der Region Rosenheim: Anstieg ausgebremst - Weiter Reiserückkehrer infiziert

Söder tritt mit seiner Haltung zur Bedeutung von Tests auch seinem Koalitionspartner in Bayern, den Freien Wählern, entgegen. Deren Parteichef und Söders Vize im Amt des Ministerpräsidenten, Hubert Aiwanger, hatte noch am Vortag der Ministerpräsidentenkonferenz erklärt, Testen bleibe neben Impfen, Maske und Abstand halten ein zentrales Element im Kampf gegen Corona. Die Ministerpräsidenten einigten sich allerdings darauf, dass Tests vom 11. Oktober an nicht mehr kostenlos angeboten werden - auch mit dem Ziel, den derzeit schleppenden Impffortschritt zu befeuern.

Bekenntnis der Länder-Chefs: kein neuer Lockdown

Die Corona-Impfung werde auch weiterhin freiwillig sein, sagte Söder. Wer sich nicht impfen lassen wolle, müsse aber auch ein Stück Verantwortung tragen. Der Steuerzahler könne nicht mit der Finanzierung kostenloser Tests auf Dauer für die zahlen, die sich gegen eine Impfung entschieden hätten. Auf der anderen Seite würden Geimpfte auch ihre verfassungsmäßig garantierten Rechte einfordern.

Lesen Sie auch: Mühldorfer Arzt: Junge und Erwachsene sollen durch Impfung Verantwortung übernehmen

Die Beschlüsse in Berlin stießen auf ein geteiltes Echo beim bayerischen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). „Positiv ist, dass kein erneuter Lockdown thematisiert wurde“, sagte Präsidentin Angela Inselkammer. „Das klare Bekenntnis, dass eine Schließung des Gastgewerbes zumindest für Geimpfte und Genesene definitiv ausgeschlossen ist, ist ein wichtiges Signal an Unternehmer und Beschäftigte“, betonte sie. Dass der Inzidenzwert, von dem an für Ungeimpfte Tests für den Gastronomie-Besuch in Innenräumen gefordert wird, auf 35 gesenkt wurde, hält sie allerdings für unverständlich.

Bewertung nur nach Inzidenz? Debatte um differenzierteren Wert

Erleichterungen soll es für Schüler geben, für die aufgrund ihres Alters eine Impfung noch nicht ohne weiteres empfohlen wird. Der Schülerausweis solle künftig zum Testnachweis werden, sagte Söder. Schüler würden regelmäßig im Unterricht getestet und könnten dies über ihren Schülerausweis dann auch nachweisen.

Es gebe derzeit noch keine gebräuchliche „Glücksformel“, die die Sieben-Tage-Inzidenz mit dem Grad der Hospitalisierungen in Einklang bringe, sagte Söder. Die Politik sei bereit, darüber zu reden. Die Fachleute müssten nun aber eine gebräuchliche Formel entwerfen. (dpa/lby)

Kommentare