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Und jetzt sinken auch noch die Temperaturen...

Rollt nach der Volksfest-Welle jetzt die Corona-Herbstwelle in die Region?

Corona im Herbst (Symbolbild)
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Corona im Herbst (Symbolbild).
  • Martin Weidner
    VonMartin Weidner
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München/Landkreis – Rollt auf den Freistaat Bayern und die Region jetzt eine Corona-Herbstwelle zu? Ein Blick auf die aktuellen Zahlen lässt diesbezüglich eine klare Tendenz erkennen.

In Bayern deutet sich eine Corona-Herbstwelle an (News-Ticker Dienstag, 27. September). Seit knapp zwei Wochen zeigen die Inzidenzen wieder deutlich nach oben, wie aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Am Samstag (24. September) hatte die Behörde für den Freistaat einen Wert von 367,6 gemeldet. Das waren knapp 63 Prozent mehr als zwei Wochen zuvor. Damit steigen die Inzidenzen in Bayern derzeit deutlich schneller als in Deutschland, wo der Zuwachs binnen 14 Tagen nur knapp 34 Prozent betrug.

Stadt und Landkreis Rosenheim deutschlandweit ganz weit vorne

In die neue Woche – die Zahlen werden von den Gesundheitsämtern aktuell nur von Montag bis Freitag gemeldet, weswegen das RKI zwischen Dienstag und Samstag veröffentlicht – startete Bayern mit einem Wert von 427,5 (Stand: 27. September, 3.08 Uhr). Das ist deutlich höher als der aktuelle bundesweite Durchschnitt (334,9). Im deutschlandweiten Ranking lag der Freistaat damit zum o.g. Zeitpunkt hinter dem Saarland (561,2), Hessen (436,5) und Rheinland-Pfalz (430,7) auf Rang vier. Zudem muss man bedenken, dass durch die Meldungen im Laufe einer Woche die Zahlen zum Wochenende hin meist erfahrungsgemäß überall noch deutlich ansteigen.

Und der Blick in die Region fällt keineswegs erfreulicher aus. Nach dem bundesweiten Spitzenreiter, dem Landkreis Eichstätt (Inzidenz 893,5) liegen auf den Plätzen zwei und drei nämlich der Landkreis und die Stadt Rosenheim. Im Landkreis lag die Inzidenz am Dienstag bei 854,7, in der Stadt bei 788,5. In diesen Fällen liegt jeweils ein Zusammenhang mit Volksfesten nahe – in Eichstätt hatte das Fest vom 2. bis 11. September gedauert, das Herbstfest in Rosenheim lief vom 27. August bis zum 11. September. ovb-online.de hatte bereits darüber berichtet (Plus-Artikel). Immerhin war am Dienstagmorgen in Stadt und Landkreis Rosenheim ein leichter Rückgang der Inzidenzen im Vergleich zum Wochenende erkennbar.

Inzidenzen schießen nun auch im BGL und Mühldorf nach oben

In den restlichen Landkreisen der OVB24-Region sind die Zahlen dagegen größtenteils erheblich in die Höhe geschossen. Während der Landkreis Altötting „nur“ eine Steigerung um rund 30 Zähler von 401 auf 431 (gerundete Werte) meldete, stieg die Inzidenz im Landkreis Traunstein um weit über 100 Punkte – und zwar von 365 auf 478. Noch „krasser“ fielen die Steigerungen in den Kreisen Mühldorf und Berchtesgadener Land aus. In Mühldorf stieg die Inzidenz von 438 auf 592 um 154 Punkte, im Berchtesgadener Land waren es gar 158 Zähler (von 234 auf 392). Zudem wurden bei der jüngsten Meldung auch zwei weitere Corona-Todesfälle registriert – und zwar je einer in den Landkreisen Mühldorf und Berchtesgadener Land. Nähere Angaben zu Alter, Geschlecht und/oder Wohnort der Opfer liegen bislang nicht vor.

Hinzu kommt, dass die Inzidenzzahlen ganz allgemein nur noch „ein sehr unvollständiges Bild der Infektionslage liefern“, wie das RKI seit Wochen und Monaten meldet. Die Dunkelziffer dürfte also weitaus höher sein. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) meldete am Samstag 933 Krankenauseinlieferungen im Zusammenhang mit Corona binnen sieben Tagen. Das sind 31,2 mehr als eine Woche zuvor. Auch die Belegung von Intensivbetten mit Corona-Patienten nimmt seit einiger Zeit wieder zu. Am Dienstag (27. September, Stand: 6.18 Uhr) wurde beispielsweise eine sprunghafte Steigerung von 127 auf 149 Corona-Intensivpatienten gemeldet.

Welche Auswirkungen hat das Oktoberfest?

Und das alles könnte erst der Anfang der anrollenden Herbstwelle gewesen sein. Zum einen halten sich die Menschen mit sinkenden Temperaturen wieder mehr drinnen auf, was die Ansteckungsgefahr logischerweise erhöht. Und zum anderen haben die Zahlen vom Oktoberfest – dem größten Volksfest der Welt – bislang nur in geringem Ausmaß Einfluss auf die Corona-Zahlen. Zur Wiesn-Halbzeit am Wochenende war in Stadt und Landkreis München (noch) kein drastischer Anstieg zu erkennen.

Mit 311,2 (Stand: Samstag, 24. September) lag die Inzidenz in der Stadt München sogar noch unter dem bayernweiten Durchschnitt – allerdings stieg sie binnen Wochenfrist um gut 52 Prozent. Das ist schneller als im Freistaat insgesamt, aber weit von den teils drastischen Anstiegen entfernt, die bei manch anderem Volksfest zu beobachten waren. Allerdings zeigen die Erfahrungswerte von anderen Volksfesten in Bayern, dass die Inzidenzen meist erst mit ein wenig Verzögerung nach Festende erkennbar werden und deutlich anstiegen – wie eben in Eichstätt und Rosenheim...

mw

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