Coronavirus-Infektionen steigen – Münchner Experte warnt: „Auch Jüngere können daran sterben“

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Coronavirus ? Dresden
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Ein Kind und zwei Jugendliche stehen bzw. sitzen auf einem Sportplatz. Junge Menschen treffen die Beschränkungen des sozialen Lebens wegen der Ausbreitung des Coronavirus oft besonders hart – dennoch kann es für sie keine Entwarnung geben. 

Dass in den Zeiten von Ausgangsbeschränkungen und anstehenden Ausgangssperren junge Leute noch immer als zu partyfreudig gelten, könnte auch einen Grund haben: Dass sie sich vor einer Infektion sicher fühlen. 

von Andreas Beez

Denn noch immer hält sich hartnäckig die Fehleinschätzung, dass das Virus nur älteren Menschen ernsthaft zusetzt. Sie sind zwar besonders gefährdet – insbesondere dann, wenn sie an Vorerkrankungen leiden. 

Coronavirus in der Region – der Ticker: Mann "um die 50" tot – deutschlandweit erkranken auch jüngere Menschen

Aber sie sind eben nicht die einzigen, die wegen des Coronavirus an Covid-19 schwer erkranken können. Das bekräftigt Professor Dr. Clemens Wendtner vom Krankenhaus Schwabing in München. Er gehört zu den Coronavirus-Experten Deutschland, da er die Infektiologie leitet  – jenes Spezialistenzentrum mit den bislang meisten Covid-19-Fällen in Deutschland. 

Coronavirus – auch Patienten deutlich unter 50 Jahren

 „Zum Glück zeigen die meisten Patienten bislang milde Symptome, vor allem die jüngeren. Aber wir müssen auch ehrlich sein: Corona trifft nicht nur die Alten, es kann auch Jüngere mitten aus dem Leben reißen. Sie können so schwer erkranken, dass sie beatmet werden müssen, auch Todesfälle sind in dieser Altersgruppe nicht ausgeschlossen“, warnt Wendter. „Derzeit liegen auf unserer Intensivstation in Schwabing auch Covid-19-Patienten im Alter von deutlich unter 50 Jahren.“ Ihre Zahl wird deutlich steigen. 

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Auch in Italien junge Patienten mit schweren Verläufen

„Alle Kliniken müssen jetzt jede Minute und alle Kapazitäten nutzen, um sich so gut wie es geht auf eine Verschärfung der Situation vorzubereiten. Bei weiter steigenden Infektionen werden wir viel mehr jüngere Patienten mit schweren Verläufen sehen – ähnlich wie in Italien.“ 

Zwei Wochen Vorteil im Vergleich zu Italien

Der Hintergrund: Laut Expertenschätzungen haben wir in Deutschland gegenüber Italien einen Zeitvorteil von etwa zwei Wochen. Wenn wir diesen nicht nutzen, drohen uns ähnliche Fallzahlen wie in der Lombardei. „Deshalb müssen wir alle die Bedrohungslage sehr, sehr ernst nehmen und die Regeln zur Eindämmung des Virus unbedingt einhalten“, mahnt der Infektiologe.

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