News-Ticker für die Region, Bayern und Deutschland

Coronavirus: Rätseln um Mühldorfs hohe Zahlen ++ „Lockdown“ für Kreis Berchtesgaden kommt

Die zweite Corona-Welle rollt. In mehreren EU-Ländern gelten wieder drastische Einschränkungen und auch in der Region gibt es strenge Regeln. Kann so eine rasante Ausbreitung in Deutschland verhindert werden?

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Update 19. Oktober, 13.30 Uhr:

2 neue bestätigte Fälle im Landkreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Sonntag, 18. Oktober  2 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 19. Oktober 2020, 08:00 Uhr).

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Coronavirus: Gemeindezahlen in der Region +++ Fallzahlen für Bayern und Deutschland

Die 7-Tage-Inzidenz in der Region

Mit Stand 19. Oktober liegt der Wert der Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen laut Robert-Koch-Institut

in der Stadt Rosenheim bei 88,1

im Landkreis Rosenheim bei 64,3

im Landkreis Mühldorf bei 104,4

Corona-Wert auch ohne Schlachthof hoch

Für den rasanten Anstieg der Corona-Infektionen kann das Landratsamt Mühldorf keine konkreten Gründe nennen. „Ursache für die derzeitigen Infektionsfälle sind einerseits der Ausbruch am Schlachthof, andererseits eine ganze Reihe von Fällen, bei denen durch normale häusliche Kontakte auch Familienmitglieder und Bekannte angesteckt wurden“, heißt es auf Anfrage aus dem Landratsamt. Weder Reiserückkehrer, noch illegale Parties oder Familienfeiern seien als Hotspot auszumachen.

Auslöser für den rasanten Anstieg des Sieben-Tage-Werts Ende der vergangenen Wochen waren Infektionen im Putenschlachthof Ampfing. Rechnet man diese Infektionen raus, bleibt der Landkreis trotzdem bei einem Wert von über 50 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner, sagte Landrat Maximilan Heimerl. „Derzeit liegt die Sieben-Tages-Inzidenz auch ohne die positiven Fälle aus dem Putenschlachthof in Ampfing bei 53,5. Deshalb sind Maßnahmen nötig, die auf den ganzen Landkreis bezogen sind und im ganzen Landkreis wirken.“ Der tatsächliche Inzidenzwert liegt bei 104,4.

Derzeit sind laut Landratsamt 125 Menschen akut infiziert, davon liegt keiner im Krankenhaus.

Bei Reihentests im Schlachthof Waldkraiburg sei nur ein positiver Fall aufgetreten, 400 Menschen wurden getestet. Zur Teststation in Waldkraiburg kamen 173 Menschen, einer war positiv. hon/sb

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Update 19. Oktober, 12.41 Uhr:

Söder: Praktischer «Lockdown» für Kreis Berchtesgaden

Nürnberg (dpa/lby) - Im Kampf gegen die extrem gestiegenen Corona-Infektionszahlen im Landkreis Berchtesgaden will Ministerpräsident Markus Söder(CSU) praktisch einen «Lockdown» verhängen. Es werde ein Maßnahmenpaket geben, «das einem Lockdown entspricht», sagte Söder.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) solle gemeinsam mit dem Landkreis und der Regierung von Oberbayern die Details ausarbeiten.

Coronavirus: Gemeindezahlen in der Region +++ Fallzahlen für Bayern und Deutschland

Im Kreis Berchtesgaden lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen am Montag laut Robert Koch-Institut bei 252. Dies ist einsamer Rekord in Bayern.

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Update 19. Oktober, 10.29 Uhr:

Söder zu 2. Lockdown

Nürnberg (dpa) - CSU-Chef Markus Söder fordert eine bundesweit einheitliche Maskenpflicht für Regionen mit hohen Corona-Zahlen. «Wir brauchen eine allgemeine Maskenpflicht national», sagte der bayerische Ministerpräsident am Montag vor einer Schalte des CSU-Vorstands in Nürnberg.

Corona: Wo grassiert aktuell das Virus am stärksten? Mehr als 50 Kreisen drohen jetzt strengere Regeln

Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen solle eine Maskenpflicht auf stark frequentierten öffentlichen Plätzen und in Schulen gelten, sagte Söder, in Grundschulen und Horten ab der Marke 50. Und: Söder forderte bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 eine bundesweite Maskenpflicht auch am Arbeitsplatz, wenn Mindestabstände nicht eingehalten werden können.

Bislang sei Deutschland ohne einen neuen Lockdown ausgekommen, sagte Söder. Wenn dies so bleiben solle, müsse man nun «ernsthaft gemeinschaftliche Maßnahmen ergreifen». Wenn es nicht gelinge, die Infektionszahlen zu drücken, könnten Kontakte nicht mehr nachverfolgt werden. Und wenn Kontakte nicht mehr nachverfolgt werden könnten, brauche es am Ende Kontaktbeschränkungen. «Das ist dann die Vorstufe eines Lockdowns», warnte er. Den wolle keiner. «Aber wir nähern uns dieser Situation wieder mit großen Schritten in ganz Deutschland.»

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Update 19. Oktober, 8.32 Uhr:

4325 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Berlin (dpa) – Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Montagmorgen 4325 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Der Wert ist vergleichsweise niedrig, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Gemessen an den 2467 gemeldeten Infektionen vom Montag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht.

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Update 18. Oktober, 15.24 Uhr:

Region bleibt Risikogebiet – Warnwert in Mühldorf über 100

München (dpa/lby) - Fast in der Hälfte der bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte gelten wegen stark steigender Corona-Zahlen nun eine striktere Maskenpflicht, verschärfte Kontaktbeschränkungen und Sperrstunden in der Gastronomie. Die strikteren Regeln gelten automatisch überall dort, wo die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen den Wert 35 beziehungsweise 50 übersteigt.

Corona-Regeln für Stadt und Landkreis Rosenheim – Maskenpflicht jetzt auch für Grundschüler

Die Liste der betroffenen Kreise und kreisfreien Städte will das Gesundheitsministerium ab sofort täglich um 15.00 Uhr auf seiner Homepage veröffentlichen - die verschärften Regeln gelten dann jeweils ab dem Tag darauf. Am Samstag waren 42 Kommunen über dem Wert 35, 20 davon sogar über dem Wert 50.

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Update 16. Oktober, 18.45 Uhr:

Polizei will ab Samstag neue Maskenpflicht strenger kontrollieren

München (dpa/lby) - Ab Samstag erhöht Bayerns Polizei den Druck auf alle Maskenmuffel im Freistaat. «Wir müssen alles unternehmen, um die sprunghafte Ausbreitung des hochgefährlichen Virus einzudämmen und gleichzeitig einen Lockdown zu verhindern», sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München.

Er kündigte an, dass die Polizei die neuen Vorgaben zum Infektionsschutz und damit auch die erweiterte Pflicht zum Tragen von Masken «noch häufiger und konsequenter» kontrollieren werde als bislang im Verlauf der Pandemie. Schwerpunkte seien dabei der öffentliche Personenverkehr sowie stark frequentierte Plätze.

Lesen Sie auch: Sperrstunde, Treffen, Maskenpflicht – Neuen Corona-Regeln für die Region

Das Kabinett hatte am Donnerstag beschlossen, dass ab Samstag bei mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen in einer Region überall dort Masken getragen werden müssen, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen.

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Update 16. Oktober, 15.38 Uhr:

Das sind die neuen Corona-Regeln für den Landkreis Rosenheim

Mit einer weiteren Allgemeinverfügung reagiert der Landkreis Rosenheim auf die Überschreitung des Grenzwertes von Neuinfektionen mit dem Coronavirus von 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die Allgemeinverfügung tritt am Samstag, den 17. Oktober um 0 Uhr in Kraft.

  • Im öffentlichen Raum sowie in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken dürfen sich Angehörige eines Hausstandes sowie eines weiteren Hausstandes oder Gruppen von maximal fünf Personen treffen.
  • Für anlassbezogene Veranstaltungen und nicht öffentliche Veranstaltungen wie Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstage, Vereins- und Parteisitzungen wird die Höchstzahl an zulässigen Teilnehmern auf maximal 25 Personen in geschlossenen Räumen beschränkt. Bei Veranstaltungen dieser Art, die vollständig im Freien stattfinden, liegt die Höchstzahl bei 50 Personen.
  • Sperrstunde: In Gaststätten dürfen zwischen 22 Uhr und 6 Uhr keine Speisen und Getränke zum Verzehr vor Ort abgegeben werden.
  • Patienten und Bewohner in Krankenhäusern sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen dürfen pro Tag nur von einer Person besucht werden. Einzige Ausnahme, bei Minderjährigen dürfen die Eltern ihr Kind gemeinsam besuchen.

Die Allgemeinverfügung gilt zunächst vom 17. bis zum 25. Oktober.

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Update 16. Oktober, 15.06 Uhr:

Lehrer in Traunstein positiv getestet

Pressemeldung des Landratsamtes Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 108 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 23,12.Seit der letzten Pressemitteilung am 15.10.20 sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 11 Neuinfektionen eingegangen. Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich bei allen Fällen um Infektionen innerhalb des privaten und familiären Umfelds, die keinem bestimmten Infektionscluster zuzuordnen sind.

Alle aktuellen Zahlen für die Gemeinden in Stadt und Landkreis Rosenheim finden Sie hier.

Es liegen somit insgesamt 1554 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 1358 Personen (drei Personen mehr seit der Meldung vom 15.10.20). Derzeit werden vier COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein auf der Normalstation behandelt.

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Update 16. Oktober, 14.30 Uhr:

15 neue bestätigte Fälle im Landkreis Mühldorf

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Donnerstag, 15. Oktober  15 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 16. Oktober 2020, 08:00 Uhr).

Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.

Coronavirus: So verschärft der Landkreis Mühldorf die Beschränkungen

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf 775 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 648 wieder genesen. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, liegt unverändert bei 27. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 83,7. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 100 aktive Fälle, davon wird keine Person stationär behandelt.

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Update 16. Oktober, 14.12 Uhr:

Eggstätt und Rosenheim mit den meisten Neu-Infektionen

196 neue Coronavirus-Infektionen binnen sieben Tagen: Das gab es in Stadt und Landkreis Rosenheim seit Monaten nicht. Dabei sind einige Gemeinden besonders stark vom Anstieg betroffen.

Verglichen mit der Einwohnerzahl gibt es die mit Abstand meisten Neu-Infektionen in Eggstätt. Bei 39 registrierten Coronavirus-Fällen springt dort Zahl der Corona-Infektionen pro 1000 Einwohner binnen einer Woche von 10 auf 23. Der sprunghafte Anstieg geht zurück auf einen Ausbruch in einem Eggstätter Pflegeheim, wo gestern 27 Infektionen bekannt geworden waren.

Zwar registriert Rosenheim in absoluten Zahlen mit 48 die meisten Neu-Infektionen. Verglichen mit der Einwohnerzahl bedeutet das allerdings lediglich einen Anstieg um einen Fall pro 100 Einwohner.

Die drei Gemeinden mit den meisten neuen Corona-Fällen:

  • Rosenheim +48 (+1 pro 1000 Einwohner)
  • Eggstätt +39 (+13)
  • Kolbermoor +14 (+1)

Alle aktuellen Zahlen für die Gemeinden in Stadt und Landkreis Rosenheim finden Sie hier.

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Update 13.10 Uhr:

Corona-Beschränkungen für die Stadt werden verlängert

Pressemitteilung der Stadt Rosenheim

Rosenheim. Für die Stadt Rosenheim liegt der Wert der 7-Tage-Inzidenz nach wie vor über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen. Die Corona-Beschränkungen werden daher um eine Woche bis zunächst 23. Oktober verlängert. Neben den bisherigen Regelungen kommt noch hinzu, dass der Besuch von Patienten in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen und vergleichbaren Einrichtungen auf täglich eine Person aus dem engeren familiären Umfeld und dem eigenen Hausstand, bei Minderjährigen auch von den Eltern oder Sorgeberechtigten gemeinsam, während einer festen Besuchszeit beschränkt wird und der Sperrzeitbeginn auf 22 h vorverlegt wird.

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Möglicherweise müssen die Beschränkungen im Laufe der nächsten Woche nochmal den aktuellen Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung angepasst werden, sobald die entsprechenden Rechtsgrundlagen vorliegen.

In Rosenheim gelten zunächst folgende Bestimmungen weiter:

  • 1.   Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum wird auf Gruppen von bis zu fünf Personen beschränkt. Weiterhin dürfen sich auch zwei Hausstände im öffentlichen Raum aufhalten, auch wenn sie mehr als fünf Personen in der Gesamtpersonenzahl ergeben.
  • 2.   Der Teilnehmerkreis von Zusammenkünften ohne besonderen Anlass in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken wird auf Gruppen von bis zu fünf Personen beschränkt. Auch hier ist wie bisher das Treffen von zwei getrennten Hausständen zulässig, auch wenn die Gesamtzahl von fünf Personen überschritten wird. Bei den Zusammenkünften ohne besonderen Anlass handelt es sich um Treffen, die nicht unbedingt notwendig sind und sich problemlos verschieben lassen, wie z.B. gemeinsames Grillen, Kaffeetrinken oder der Spieleabend.
  • 3.   Die zulässige Anzahl der Teilnehmer an sogenannten „Privat-Veranstaltungen“, wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Beerdigungen, Vereins- und Parteisitzungen wird auf max. 25 Personen in geschlossenen Räumen oder auf bis zu max. 50 Personen unter freiem Himmel beschränkt.
  • 4.   In privaten Räumen sind keine Feierlichkeiten mit mehr als 25 Teilnehmern erlaubt.
    Hintergrund und Anlass dieser Beschränkungen ist es, die inzwischen nahezu unkontrollierbaren Party-Veranstaltungen einzudämmen, die als sehr infektionsträchtig bewertet werden. Veranstaltungen wie Gottesdienste, Messen, Amateursport oder kulturelle Veranstaltungen sind von der Beschränkung derzeit nicht betroffen.
    Der Unterschied zwischen privaten Zusammenkünften und den privaten Feierlichkeiten in Privaträumen, zu denen max. 25 Leute kommen dürfen, liegt im Anlass. „Der Stadtverwaltung war es im Hinblick auf die Akzeptanz der Verschärfungen wichtig, dass private Familienfeiern wie der Geburtstag der Eltern, eine Firmung, Taufe, Kommunion oder der Kindergeburtstag zumindest im kleinen Rahmen bis 25 Personen noch stattfinden können“, so der Leiter des städtischen Ordnungsamtes Oliver Horner.
  • 5.   Der Konsum von Alkohol in den Fußgängerzonen, den öffentlichen Grünanlagen und den städtischen Erholungsgebieten (Mangfallpark, Happinger Seen) wird untersagt.
  • 6.   Die Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle ist in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr untersagt.
  • 7.   Verstöße gegen diese Allgemeinverfügung stellen eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 EUR geahndet werden kann.

Folgende Bestimmung für Rosenheim gilt ab Samstag, 17. Oktober neu:

Der Besuch von Einrichtungen wie Kliniken, Alten- und Pflegeheimen sowie vergleichbaren Einrichtungen wird auf täglich eine Person aus dem engeren familiären Umfeld bzw. dem eigenen Hausstand, bei Minderjährigen auch von den Eltern oder Sorgeberechtigten gemeinsam, während einer festen Besuchszeit beschränkt.

Die Stadtverwaltung weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Regelungen ggf. zeitnah wieder angepasst werden müssen, wenn die rechtliche Umsetzung der gestern durch die Staatsregierung beschlossenen Beschränkungen vorliegen. So könnten dann unter Umständen auch Privatfeiern noch weiter eingeschränkt werden hinsichtlich der Personenanzahl.

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16. Oktober, 12.30 Uhr:

3660 Infektion im Landkreis Rosenheim seit Beginn der Pandemie

Rosenheim – Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand (8. Oktober) wurden dem Gesundheitsamt 196 neue Coronavirus-Infektionen für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Allein am Donnerstag, 15. Oktober, waren es nach Auskunft der Behörde 57 Fälle. Diese Fallzahl wurde zuletzt am 16. April erreicht.

Seit Ausbruch der Pandemie im Frühjahr sind insgesamt 3660 Coronavirus-Infektionen in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 2845, Stadt: 815). Mittlerweile wurde bei mindestens 3062 Personen eine Genesung dokumentiert.

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Die 7-Tages-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 16. Oktober für die Stadt Rosenheim bei 73,96, für den Landkreis Rosenheim bei 57,02.

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass seit dem 14. Oktober nun auch im Landkreis Rosenheim die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen mit nun 57,0 über dem Schwellenwert von 50 liegt. Seit Ende April wird somit erstmals wieder sowohl für Stadt als auch für den Landkreis der Schwellenwert überschritten.

Infektionsketten teils außer Kontrolle

Weiter heißt es im Wochenbericht des Gesundheitsamtes: Auf die steigenden Infektionszahlen reagieren Stadt und Landkreis Rosenheim in Abstimmung mit dem Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim mit verschärften Maßnahmen, die mittels Allgemeinverfügungen die Allgemeinbevölkerung betreffen.

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Ab dem 10. Oktober wurden für die Stadt Rosenheim und heute werden für den Landkreis Rosenheim Maßnahmen nach der 7. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung per Allgemeinverfügung angeordnet. Dies sei erforderlich, weil Infektionsketten teilweise nicht mehr nachvollzogen werden könnten.

Leiter des Gesundheitsamtes: Sind „mitten in der zweiten Welle“

An den weiterführenden Schulen in Stadt und Kreis wird Stufe 2 des Rahmen-Hygieneplans des bayerischen Kultursministeriums eingeleitet eingeleitet. Die Schülerinnen und Schüler werden zum Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung auch während des Unterrichts verpflichtet, wenn dort der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht gewährleistet werden kann. Hiervon sind bislang die Grundschulen nicht betroffen, so das Gesundheitsamt.

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„Der plötzliche bundesweite Anstieg der Fallzahlen bereitet dem Gesundheitsamt erhebliche Sorgen“, sagt Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes. „Parallel dazu sehen wir einen zunehmenden Anstieg auch im Stadt- und Landkreisgebiet. Die Lage ist sehr ernst, wir befinden uns aktuell mitten in der zweiten Welle.“

Hierl: Überlastung der Kliniken verhindern

Hier weiter: „Ziel muss sein, eine Überlastung der Krankenhäuser in unserer Region sicher zu verhindern. Ich appelliere daher eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich sowohl zu Hause als auch im Urlaub weiterhin verantwortungsvoll an die AHA-Regeln.“

Also: Abstand von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßigem Händewaschen und die Verwendung von Alltagsmasken. „Auch der gemeinsame Aufenthalt in geschlossenen Räumen über 30 Minuten kann im Einzelfall bei Aerosolbildung zu Übertragungen führen. Hier ist auf regelmäßiges und ausreichendes Lüften zu achten“, so Hierl.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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