News-Ticker für Bayern, Deutschland und die Welt

Coronavirus: Anti-Maßnahmen-Demo in Berlin +++ Österreich mit neuem Tagesrekord +++

Die Ausbreitung des Coronavirus ist nicht gestoppt, es kommt immer wieder zu regionalen Ausbrüchen. Dennoch wurde das öffentliche Leben Schritt für Schritt hochgefahren. Aktuelle Informationen für die Regionen Rosenheim, Mühldorf, Chiemgau, für Bayern und aus der Welt bekommen Sie hier.

+++ Hier finden Sie Informationen, wie sich die Coronafallzahlen in den Kreisen Rosenheim, Mühldorf, Traunstein sowie in Bayern und Deutschland entwickeln. Weitere Informationen zum Thema Coronavirus in der Region Rosenheim, Mühldorf und Traunstein finden Sie auf unserer Themenseite. +++

Update, 10. Oktober 2020, 14 Uhr

„Wir müssen reden“-Demo in Berlin

Berlin - Zahlreiche Gegner der Corona-Politik in Deutschland sind schweigend durch Berlin gezogen. Es seien mehrere Tausend Teilnehmer vor Ort, sagte eine Polizeisprecherin am Samstag. Angemeldet war die Demonstration, die am Mittag am Adenauerplatz startete, unter dem Titel «Schweigemarsch gegen Rassismus und für unsere Menschenrechte». Vom Anmelder angekündigt waren laut Polizei 20 000 Teilnehmer. Ziel sollte am Nachmittag der Große Stern sein.

10.10.2020, Berlin: Teilnehmer der Demonstration «Wir müssen reden» laufen durch die Berliner Innenstadt. 

Die Teilnehmer des Marsches hielten Abstand zueinander und trugen größtenteils Mund-Nasen-Schutz, als sie den Kurfürstendamm entlangliefen. Es gab zunächst keine politischen Bekundungen. Teilnehmer waren im Online-Aufruf zur Demo dazu angehalten worden, Schilder, Banner, Fahnen und Kleidung mit Parolen und Symbolen zu Hause zu lassen. Im ersten Block wolle man «möglichst ausschließlich Frauen laufen lassen», hieß es.

«Wir sind ein bunter Mix verschiedener Menschen, welche fernab von allen politischen Ausrichtungen, Ethnien oder Einkommensverhältnissen, mit der Politisierung des Coronavirus und der daraus erfolgten Einschränkung unserer Menschenrechte nicht einverstanden sind», hieß es im Aufruf. Dieser wurde zum Beispiel auch im Telegram-Kanal des Vegan-Kochs Attila Hildmann geteilt, der sich selbst «ultrarechts» und einen Verschwörungsprediger nennt.

10.10.2020, Berlin: Ein Teilnehmer der Demonstration «Wir müssen reden» läuft mit einer Clownsmaske aus Papier durch die Berliner Innenstadt. Die Veranstalter der Demo rufen zu einem Schweigemarsch auf, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren

Die Teilnehmerinnen an der Spitze des Zuges hielten ein Transparent mit der Aufschrift «Wir müssen reden!». Nach Angaben auf der Website des Marsches wird Gesprächsbedarf zum Beispiel in Hinblick darauf gesehen, «dass die Pandemie von nationaler Tragweite beendet wird - ohne Impfstoff!». Es reiche mit «permanenten Angstkampagnen».

Seit dem Frühjahr hatte es mehrfach sogenannte Hygienedemonstrationen von Gegnern der Corona-Maßnahmen in Berlin gegeben. Bundesweit für Aufsehen gesorgt hatte eine Demo mit Zehntausenden Teilnehmern Ende August. Darunter waren auch größere Gruppen von Reichsbürgern, zudem auch einige kleinere Gruppen von deutlich erkennbaren Rechtsextremisten und Neonazis. 300 bis 400 Demonstranten überwanden damals Absperrgitter am Reichstagsgebäude. Sie stürmten die Treppe hoch und bauten sich triumphierend vor dem Besuchereingang auf.

Update, 10. Oktober 2020, 12.10 Uhr:

Tagesrekord bei Coronainfektionen in Österreich

Wien - In Österreich sind die täglichen neuen Coronainfektionen auf den Rekordwert von 1235 gestiegen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Samstag bleibt dabei Wien mit 511 Neuinfektionen binnen 24 Stunden landesweit der Spitzenreiter. In den Krankenhäusern veränderte sich die Lage den Angaben zufolge nicht. Insgesamt stieg die Zahl der sogenannten aktiven Fälle auf 10 800. Unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl liegen die Zahlen der Neuinfektionen und der aktiven Fälle deutlich über den aktuellen deutschen Werten. (dpa)

Update, 10. Oktober 2020, 10.24 Uhr

Soziologin: Kneipen sind wichtige Orte in Städten

Berlin  - Nach Meinung der Soziologin Talja Blokland unterschätzt die Politik mitunter, wie wichtig Kneipen für die Gesellschaft sind. «Es kommt rüber, als wären Bars und Cafés zum Feiern da und nichts Notwendiges», sagte die Professorin am Georg-Simmel-Zentrum für Metropolenforschung an der Humboldt-Universität Berlin.

Wenn man sich frage, wie man lerne, wie man von einer Jobmöglichkeit erfahre oder politisch etwas höre, was anders als zu Hause sei, dann passiere das dort, wo man neue Menschen treffe. «Für das soziale Gefüge der Stadt sind das wichtige Orte.» (dpa)

Update, 10. Oktober 2020, 9.55 Uhr

Mehr als 4700 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Corona-Fälle in Deutschland , Stand 10.10.2020, 10 Uhr

Berlin - Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen 4721 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich gestiegen, von Donnerstag auf Freitag lag das Plus bei 4516.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 319 381 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 10.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9604. Das waren 15 mehr als am Vortag. Etwa 273 500 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Freitag bei 1,34 (Vortag: 1,17). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert nach Angaben vom Freitag bei 1,37 (Vortag: 1,22). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Lesen Sie auch: Kommentar zu Merkels Corona-Gipfel: Probleme im Vollzug

Update 10. Oktober 2020, 8.48 Uhr

Kassenarztchef wirft Ländern „gefährliche Regelungswut“ vor

Osnabrück - Kassenarztchef Andreas Gassen hat den Bundesländern überzogene Anti-Corona-Maßnahmen vorgeworfen, was Akzeptanz koste und die Eindämmung gefährde. „Diese Regelungswut ist oft eher kontraproduktiv“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) mit Blick auf Beherbergungsverbote und Sperrstunden. „Die Reisebeschränkungen sind zur Pandemiebekämpfung überflüssig und auch nicht umzusetzen. Wenn jedes zweite Bundesland für sich eine Ausnahme reklamiert, zeigt das, wie löchrig dieser Käse ist“, so Gassen. Das Beherbergungsverbot müsse „definitiv“ schnellstmöglich zurückgenommen werden.

„Das ist schon fast grober Unfug.“

Kassenarztchef Andreas Gassen

Innerdeutsche Reisen bezeichnete Gassen als „Pseudo-Gefahr“. „Masseninfektionen haben wir bei traditionellen Großhochzeiten, in Fleisch verarbeitenden Betrieben, durch unkontrolliertes Feiern. Das aber wird durch Quasi-Reiseverbote überhaupt nicht unterbunden“, sagte er. Stattdessen würden knappe Test-Kapazitäten verschwendet. „Das ist schon fast grober Unfug.“

Auch Sperrstunden und Alkoholverbote wie in Berlin seien „mehr als fragwürdig“, sagte Gassen der NOZ. „Bis 23 Uhr darf man sich ins Koma saufen, aber 23.30 Uhr gibt‘s nichts mehr?“ Das sei nicht effektiv, weil das individuelle Verhalten nicht geändert werde. „Durch den Wust an nicht nachvollziehbaren Regelungen verlieren wir aber eventuell die Akzeptanz für die Maßnahmen, die wirklich etwas bringen“, sagte Gassen. Das sei „gefährlich“, weil auch sinnvolle Einschränkungen ignoriert würden. „Es wäre klüger, auf neue Regeln zu verzichten, damit die verbliebene Disziplin nicht zerbröselt. Also bitte aufhören damit!“

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Bayerischer Ärztetag diskutiert heute über Umgang mit Corona

München - Die Bayerische Landesärztekammer wird bei ihrem Jahrestreffen am Samstag (10.00 Uhr) den weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie in den Mittelpunkt stellen. So soll die Staatsregierung in einem Entschließungsantrag aufgefordert werden, den Umgang mit Corona-Tests zu überprüfen. Es müsse stärker im Fokus stehen, wie infektiös positiv getestete Personen tatsächlich sind, heißt es in einem Entschließungsantrag, über den der Ärztetag abstimmen wird .Das eigentlich auf drei Tage angesetzte Treffen der Ärztekammer wird in diesem Jahr auf einen Tag verkürzt. Statt, wie ursprünglich geplant, in Lindau am Bodensee treffen sich die rund 180 Delegierten in München. (dpa)

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Experten: Corona-Schnelltests sollten gezielt eingesetzt werden

Berlin - Corona-Schnelltests sollten nach Ansicht von Experten zunächst gezielt für den Schutz von Risikogruppen eingesetzt werden - und nicht etwa, um Veranstaltungen zu ermöglichen. «Wir müssen hier mit dem Werkzeug, was wir zur Verfügung haben, prioritär vorgehen», sagte Gérard Krause, leitender Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Das bedeute, Schnelltests, wie die derzeit erprobten Antigen-Tests, an den Orten anzuwenden, wo eine Infektion schneller tödliche Folgen haben könnte.

Regelungs-Wust erzürnt Wirtschaftsverbände

Berlin - Wirtschaftsverbände laufen Sturm gegen das uneinheitliche Vorgehen der Bundesländer bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Besonders an vereinzelten Beherbungsverboten für Gäste aus innerdeutschen Risikogebieten nehmen der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Anstoß. Aber auch aus der Ärzteschaft gibt es Kritik. Der Virologe Christian Drosten hält es derweil für notwendig, dass es bald wieder mehr bundeseinheitliche Regelungen gibt. (dpa)

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Sieben Corona-Risikogebiete in NRW

Köln - In der Corona-Pandemie gelten in Nordrhein-Westfalen jetzt sieben Regionen als Risikogebiet - darunter die Millionenstadt Köln. In der Domstadt war die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen am Samstag überschritten worden. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit (LZG) gab den Wert für Köln mit 54,8 an. Die Stadtverwaltung ordnete zahlreiche Einschränkungen für das öffentliche Leben an. Andere Großstädte wie Düsseldorf, Essen und Duisburg liegen noch knapp unter der wichtigen 50er Marke.

Landesweit steckten sich laut LZG 32,4 Menschen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen mit dem Coronavirus an. Das waren noch einmal 3,8 mehr als am Vortag. NRW hat seit Tagen die höchsten Ansteckungsraten aller deutschen Flächenländer. Das LZG sammelt die NRW-Zahlen für die offizielle bundesweite Statistik des Robert Koch-Instituts.

Spitzenreiter war am Samstag die Stadt Herne mit 66,5 Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Die Stadt Hamm, die mehrere Wochen lang auch bundesweit an der Spitze aller Kreise und kreisfreien Städte gestanden hatte, kam noch auf einen Wert von 64,5. Dahinter folgten Wuppertal (55,2), Hagen (55,1), Köln (54,8), Recklinghausen (52,3) und Remscheid (51,2). In Köln gelten nun unter anderem ein nächtliches Alkoholverbot im öffentlichen Raum sowie eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen. (dpa)

Update, 9. Oktober 2020, 18.14 Uhr

Söder und Kurz wollen Anti-Corona-Kampf stärker gemeinsam führen

Bad Reichenhall  – Nach manchen Hakeleien in den vergangenen Monaten wollen Bayern und Österreich beim Kampf gegen Corona künftig enger zusammenarbeiten – und vor allem Grenzschließungen unter allen Umständen vermeiden. Das betonten Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Freitag nach einem Treffen im Zollamt Bad Reichenhall direkt an der Grenze.

Kurz machte dabei sehr deutlich, dass er im Winter trotz Corona auf möglichst viele Touristen aus Deutschland und Bayern setzt. Er würde sich bei der deutschen Benennung von Corona-Risikogebieten deshalb eine noch stärkere regionale Differenzierung wünschen – derzeit gilt insbesondere das bei Urlaubern beliebte Tirol als Risikogebiet. Reisewarnungen seien schon «ein sehr großes Problem», klagte er.

«Wir in Deutschland wollen keinen zweiten Lockdown, wir wollen auch keine Schließung der Grenzen», sagte Söder. «Eine Schließung der Grenzen wäre eine Ultima Ratio, die jetzt keiner will.» Kurz betonte ebenfalls, die Grenzen müssten offen bleiben. Der Kanzler warnte dabei sehr deutlich vor schweren Folgen für die eng verwobene Wirtschaft. Der Grenzverkehr müsse funktionieren. «Wenn das nicht möglich ist, dann zerstört uns das unseren Binnenmarkt in Europa.»

Söder und Kurz zeigten sich extrem besorgt über die drastisch gestiegenen Corona-Zahlen in ganz Europa. «Wir erleben in Europa gerade die zweite Welle», sagte Kurz. Söder mahnte, man müsse aufpassen, «dass wir vernünftiges wirtschaftliches, soziales Leben erhalten können». Zudem kündigte Söder für die Zukunft einen engeren Austausch mit Kurz über die jeweiligen Anti-Corona-Maßnahmen an. (dpa)

Update, 9. Oktober 2020, 17.26 Uhr

Deutschland soll Hilfe für Anti-Corona-Kampf aus Brüssel bekommen

Brüssel - Deutschland und andere Staaten sollen zur Bewältigung der Corona-Krise Millionenhilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds bekommen. Insgesamt sollen 132,7 Millionen Euro für Deutschland, Irland, Griechenland, Spanien, Kroatien, Ungarn und Portugal freigegeben werden, wie die EU-Kommission am Freitag in Brüssel mitteilte. Es handele sich um Vorauszahlungen an Länder, die die Hilfe beantragt hatten. Das Europäische Parlament und der Rat müssen dem Vorschlag der Kommission noch zustimmen.

Insgesamt plant die EU-Kommission ein Hilfspaket in Höhe von rund 823 Millionen Euro aus dem EU-Solidaritätsfonds. Neben den Corona-Hilfen soll Geld in den Wiederaufbau nach dem Erdbeben in Kroatien im März (683,7 Millionen Euro) und nach den Überschwemmungen im Karpatenvorland in Polen im Juni (7 Millionen Euro) fließen.

Mit dem EU-Solidaritätsfonds leisten sich die EU-Staaten im Katastrophenfall untereinander Hilfe. Er wurde 2002 nach Überschwemmungen in Mitteleuropa eingerichtet. Seitdem wurden rund 5,5 Milliarden Euro in mehr als 90 Katastrophenfällen wie Überschwemmungen, Waldbränden, Stürmen oder Erdbeben in Anspruch genommen. Seit einer Änderung im April kann auch bei schweren Gesundheitsnotständen Geld fließen. (dpa)

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Schlechtestes Jahr am Münchner Flughafen seit Eröffnung

München - Der Münchner Flughafen erwartet das schlechteste Jahr seit Eröffnung vor knapp 30 Jahren. Die Flughafengesellschaft FMG rechnet lediglich mit 12 Millionen Passagieren, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Das wäre nur noch ein Viertel der 2018 gezählten 48 Millionen Fluggäste und so wenige wie im ersten Betriebsjahr 1992.

In den ersten neun Monaten ist das Passagieraufkommen im Vergleich zum Vorjahr bereits um mehr als zwei Drittel gesunken. Waren von Januar bis September 2109 noch 37 Millionen Fluggäste gezählt worden, nutzten heuer bislang nur 10 Millionen Menschen den hinter Frankfurt zweitgrößten deutschen Flughafen.

Im April und Mai war der Betrieb auf dem Flughafen fast vollständig zum Erliegen gekommen, im Sommer gab es dann einen Aufwärtstrend mit wieder 880 000 Passagieren allein im August. Da inzwischen die internationalen Reisebeschränkungen wieder zunehmen, fand der Aufwärtstrend laut FMG im September bereits wieder sein Ende.

Einen derart rasanten Rückgang der Passagierzahlen hätte sich vor einem Jahr niemand vorstellen können. 2019 war für den Flughafen im Erdinger Moos vor den Toren Münchens mit 48 Millionen Passagieren und 417 000 Starts und Landungen das zehnte Rekordjahr in Folge gewesen. Eigentümer des Flughafens sind der Freistaat, die Landeshauptstadt und der Bund. (dpa)

Update, 9. Oktober 2020, 17 Uhr

76 aktive Fälle im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 76 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 25,94. Seit der letzten Pressemitteilung am 08.10.20 sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 8 Neuinfektionen eingegangen. Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich dabei bei einer Personen um einen Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet. Bei allen weiteren Fällen handelt es sich nach derzeitigem Kenntnisstand um Einzelfälle, die nicht in Zusammenhang mit einem bestimmten Infektionscluster stehen. Es liegen somit insgesamt 1503 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 1339 Personen (eine mehr im Vergleich zur Meldung vom 08.10.20). Derzeit werden zwei COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein auf der Normalstation behandelt

Update, 9. Oktober 2020, 16 Uhr

Was Kanzlerin Merkel mit den Großstadt-Bürgermeistern vereinbart hat

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Bürgermeister der elf größten Städte in Deutschland haben am Freitag folgende Beschlüsse gefasst:

- Spätestens ab 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in sieben Tagen entsendet das Robert Koch-Institut auf Bitten der Stadt Experten in die Stadt, die Krisenstäbe beraten.

- Das gilt auch für Experten der Bundeswehr.

- Ab 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern soll es umgehend neue Beschränkungen geben. Dazu gehören eine Erweiterung der Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und gegebenenfalls Sperrstunden und Alkoholbeschränkungen für die Gastronomie sowie Teilnehmerbeschränkungen für Veranstaltungen und private Feiern.

- Sind die Gesundheitsämter mit der Kontaktnachverfolgung überfordert, sollen Bund und Land personelle Unterstützung leisten.

- Die Großstädte müssen die Ordnungsämter so entlasten, dass diese die Einhaltung der Regeln kontrollieren können. Bund und Länder beraten, ob auch Bundespolizei und Länderpolizeien unterstützen können.

- Schutzmaßnahmen in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und Behinderteneinrichtungen sollen an die Infektionszahlen angepasst werden. Der Bund stellt sicher, dass die Kosten von regelmäßigen Schnelltests von Bewohnern, Patienten, Besuchern und Personal übernommen werden.

- Wird der Anstieg der Infektionszahlen durch diese Maßnahmen nicht innerhalb von zehn Tagen ausgebremst, sind weitere Beschränkungsschritte geplant, um öffentliche Kontakte zu reduzieren. (dpa)

Update, 9. Oktober 2020, 15.40 Uhr

Merkel dringt auf zusätzliche Corona-Eindämmung in Großstädten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dringt angesichts stark steigender Corona-Infektionen auf zusätzliche Maßnahmen in den großen Städten, um die Corona-Lage insgesamt im Griff zu halten. An der Entwicklung in den Ballungsräumen zeige sich, «ob wir die Pandemie in Deutschland unter Kontrolle halten können oder ob uns die Kontrolle entgleitet», sagte Merkel am Freitag in Berlin nach einer Videokonferenz mit Spitzenvertretern der elf größten Städte.

Diese Tage und Wochen seien entscheidend dafür, wie Deutschland im Winter dastehe. Ziel müsse sein, die Zahlen in einem Bereich zu halten, in dem möglichst jede einzelne Infektion nachverfolgt und jeder Kontakt erreicht und gewarnt werden könne. Merkel warb um Verständnis für Beschränkungen wie Sperrstunden und Alkoholverbote, die die Gastronomie hart treffen. Oberstes Ziel sei aber, das öffentliche Leben wenn irgend möglich nicht nochmals so weitgehend herunterzufahren, wie dies im Frühjahr notwendig gewesen sei.

Update, 9. Oktober 2020, 15.30 Uhr

„Ein aufgebrauchter Grippeimpfstoff wäre ein Luxusproblem.“

Berlin - Der SPD-Politiker und Epidemiologe Karl Lauterbach rechnet auch in diesem Jahr nicht damit, dass die Grippeimpfstoffe aufgebraucht werden. Das sagte er am Freitag im ARD-Mittagsmagazin. Er sprach sich dafür aus, dass sich möglichst viele Menschen gegen die Grippe impfen lassen, auch solche, die nicht zur Risikogruppe gehören.

Trotz Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO), sich gegen die Grippe impfen zu lassen, würden dies nur ein Drittel der Risikopatienten tun. In Anbetracht der Corona-Pandemie müsse aber das Ziel sein, den gesamten Impfstoff wegzuimpfen. „Es leistet einen riesigen Beitrag dazu, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird und insbesondere, dass die Grippe-Pandemie gestoppt werden kann“, sagte Karl Lauterbach. Er wies darauf hin, dass auch Nicht-Geimpfte davon profitieren, wenn Ansteckungsketten durch eine hohe Zahl Geimpfter unterbrochen werden würden.

Keinen Impfstoff zu haben, sei deswegen nicht zu befürchten: „Wenn das passieren würde, hätten wir sozusagen ein Luxusproblem, weil dann wäre es uns tatsächlich zum ersten Mal gelungen, dass der Impfstoff in solch einer Situation verimpft wurde.“

Update, 9. Oktober 2020, 15.13 Uhr

In Risikogebieten: Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen

Mehr als 4500 Corona-Neuinfektionen hat das Robert-Koch-Institut für Deutschland zuletzt registriert – so viele Fälle innerhalb von 24 Stunden wie seit April nicht mehr. In Risikogebieten gelten daher nun strengere Regeln. So haben sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Bürgermeister von elf Großstädten auf eine Maskenpflicht im Freien geeinigt, dort, wo Abstandhalten nicht möglich ist. 

Für Rosenheim gelten schon seit Donnerstag strengere Regeln etwa bei Zusammenkünften. Aber: In Bayern dürfen Rosenheimer weiterhin beherbergt werden. Das Gesundheitsministerium bestätigte am Freitagnachmittag, dass Rosenheim weiterhin nicht als Risikogebiet geführt werde.  

Update, 9. Oktober 2020, 14.57 Uhr

Bundeswehr und RKI sollen Experten in Corona-Hotspots schicken

Berlin (dpa) - Die Bundeswehr und das Robert Koch-Institut sollen künftig Experten in Corona-Hotspots schicken. Das gilt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur laut einer am Freitag getroffenen Vereinbarung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Bürgermeistern von Großstädten, wenn in sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert wurden.

Jetzt Bad Feilnbach und Rimsting betoffen

Corona-Fälle sorgen aktuell (9. Oktober) an der Grund- und Mittelschule Bad Feilnbach und in einer Kinderkrippe in Rimsting für Unruhe. Mehr erfahren (Plus-Artikel).

Update, 9. Oktober 2020, 12.59 Uhr

Sechs neue bestätigte Fälle im Landkreis Mühldorf a. Inn

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es seit der letzten Statusmeldung vom Donnerstag, 08. Oktober 6 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 09. Oktober 2020, 08:00 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf 678 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 631 wieder genesen. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, liegt unverändert bei 27. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum heutigen Stichdatum-/zeitpunkt bei 13,8. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 20 aktive Fälle, davon wird keine Person stationär behandelt.

Update, 9. Oktober 2020, 08.36 Uhr

Ansturm oder leere Piste? Wintersport-Aussichten ungewiss wie nie

München (dpa) - Hoteliers, Skigebiete und Sportartikelbranche stehen vor einer ungewissen Wintersaison in den Alpen. Wie eine Yougov-Umfrage im Auftrag des Bekleidungsherstellers Schöffel zeigt, zögern viele Menschen, ob sie in den Winterurlaub fahren. Das Buchungsverhalten ist kurzfristig wie nie. Andererseits scheint ebenso wenig ausgeschlossen, dass sogar mehr Gäste kommen als üblich. Denn die Outdoor-Sportarten boomen, im Sommer kamen weit mehr Urlauber in die Berge als ursprünglich angenommen.

Update, 9. Oktober 2020, 08.36 Uhr

Mehr als 4500 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Berlin (dpa) - Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen 4516 neue Corona-Infektionen gemeldet. Von Mittwoch auf Donnerstag war der Wert von 2828 auf 4058 erheblich angestiegen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach RKI-Angaben mindestens 314 660 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.10., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag demnach bei 9589. Das waren 11 mehr als am Vortag. Rund 271 800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Bei den intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Patienten zeichnet sich ein deutlicher Anstieg ab. Laut aktuellem RKI-Lagebericht wurden am Donnerstag 487 Corona-Infizierte intensivmedizinisch behandelt, 239 davon wurden beatmet.

Update, 8. Oktober 2020, 18.01 Uhr

Wielers und Spahns Corona-Gleichung

Berlin  - In der Corona-Pandemie geht es täglich um Zahlen. Passend dazu nannte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Donnerstag seine Formel für möglichst wenige Ansteckungen: Das einfachste seien die «AHA-Regeln» - Abstand, Hygiene, Alltagsmaske. Bei mehreren Menschen in geschlossenen Räumen müsse man zudem lüften. Deshalb heiße es jetzt «AHA+L-Regel».

Corona-Gleichung: AHA + A + L - 3G = Niedrige Ansteckungszahl

Gesundheitsminister Jens Spahn

«Und bei kühlerem Wetter», so Wielers Appell an die Bürger, «versuchen Sie, die drei Gs zu vermeiden: Die geschlossenen Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche in lebhafter Atmosphäre», was eigentlich vier Gs sind. Jedenfalls könnte so nach Wielers Ansicht die Gleichung aufgehen: «Wenn wir uns alle an diese Regeln halten, können wir Infektionen verhindern - nicht alle, aber einen großen Teil.»

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) addierte am Donnerstag noch ein weiteres A hinzu: A für Corona-Warnapp. Das mache Sinn, sagte der Minister. Somit ergibt sich folgende Corona-Ansteckungs-Vermeidungs-Formel: AHA + A + L - 3G = möglichst niedrige Infektionszahl.

Update, 8. Oktober 2020, 17.55 Uhr

Merkel will zweiten Lockdown vermeiden

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will in Anbetracht der ansteigenden Infektionszahlen einen zweiten Lockdown vermeiden. «Ich möchte nicht, dass sich eine Situation wie im Frühjahr wiederholt», sagte Merkel am Donnerstag bei einer Vollversammlung des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks. Der Lockdown sei für die Bevölkerung ein folgenschwerer Einschnitt gewesen. Im ersten Halbjahr sei die deutsche Wirtschaft in eine «historisch schwere Rezession» gefallen. Trotz eines derzeit verbesserten Geschäftsklimas könne es noch keine Entwarnung geben, betonte Merkel.

Die Regierung habe versucht, zur Unterstützung der Betriebe passende Angebote zu machen, um glimpflich durch die Krise zu kommen. Viele Maßnahmen hätten sich als hilfreich erwiesen. Merkel sprach von einer außerordentlich hohen Neuverschuldung. Diese sei in dieser außergewöhnlichen Situation aber gerechtfertigt. Ab 2022 solle der Bund die grundgesetzliche Schuldenbremse wieder einhalten. (dpa)

Update, 8. Oktober 2020, 1730 Uhr

Söder berät mit Österreichs Kanzler Kurz über Corona-Krise

München/Wien - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will sich am Freitagnachmittag (15.00 Uhr) im Zollamt Bad Reichenhall mit Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) treffen. Im Mittelpunkt des Arbeitstreffens unweit des Grenzübergangs Walserberg steht die aktuelle Entwicklung bei den Corona-Infektionen. «Es geht nur um Corona», kündigte Söder am Donnerstag in München an - es gehe um die Anti-Corona-Maßnahmen in beiden Ländern und um den Grenzverkehr.

In beiden Ländern waren in den vergangenen Tagen wieder deutliche Zuwächse bei den Corona-Neuansteckungen verzeichnet worden. Deutschland hat deswegen die Bundesländer Wien, Vorarlberg (mit Ausnahme der Gemeinde Mittelberg / Kleinwalsertal) sowie Tirol (mit Ausnahme der Gemeinde Jungholz) zu Risikogebieten erklärt. (dpa)

Update, 8. Oktober 16.35 Uhr

Steigende Zahlen - Stadt Rosenheim verschärft erneut die Regeln

Rosenheim. Seit heute (08.10.2020) hat die kreisfreie Stadt Rosenheim die kritische Grenze von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner der letzten sieben Tage überschritten. Nach aktuellsten Zahlen des Rosenheimer Gesundheitsamtes liegt die 7-Tage-Inzidenz für die kreisfreie Stadt Rosenheim derzeit bei 66,3. Die Infektionen konzentrieren sich auf die Altersgruppe der 15- bis 59-jährigen. Zudem hat es ein sog. „Superspreader“-Ereignis gegeben, bei dem 14 Menschen durch einen Infizierten angesteckt wurden. Auf die steigenden Infektionszahlen reagiert die Stadt Rosenheim nun mit verschärften Maßnahmen.

Ab Samstag, 10.10.2020, 0 h (Nacht von Freitag auf Samstag) gelten folgende Bestimmungen:

1. Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum wird auf Gruppen von bis zu fünf Personen beschränkt.

2. Der Teilnehmerkreis von Zusammenkünften in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken wird auf Gruppen von bis zu fünf Personen beschränkt.

3. Die zulässige Anzahl der Teilnehmer an Veranstaltungen wird auf bis zu max. 25 Personen in geschlossenen Räumen oder auf bis zu max. 50 Personen unter freiem Himmel beschränkt.

4. In privaten Räumen sind keine Feierlichkeiten mit mehr als 25 Teilnehmern erlaubt.

5. Der Konsum von Alkohol in den Fußgängerzonen, den öffentlichen Grünanlagen und den städtischen Erholungsgebieten (Mangfallpark, Happinger Seen) wird untersagt.

6. Die Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle ist in der Zeit von 23 Uhr bis 6 Uhr untersagt.

7. Verstöße gegen diese Allgemeinverfügung stellen eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße von bis zu 25.000 EUR geahndet werden können.

8. Die Allgemeinverfügung tritt mit Wirkung ab dem 10.10.2020, 0 Uhr in Kraft und gilt zunächst bis zum Ablauf des 16.10.2020.

Der neuerliche Anstieg der Fallzahlen bereitet der Stadt Rosenheim erhebliche Sorgen. Oberbürgermeister Andreas März: „Die Infektionsketten sind nach Angaben des Rosenheimer Gesundheitsamtes teilweise nicht mehr nachvollziehbar. Deshalb ist jetzt in besonderer Weise die Selbstdisziplin jedes Einzelnen gefragt. Mit den neuen Beschränkungen tragen wir der Verschärfung des Infektionsgeschehens Rechnung. Ich appelliere zudem eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sich zu Hause, am Arbeitsplatz oder in der Freizeit an die AHA-Regeln zu halten. Das Abstandsgebot von mindestens 1,50 Metern, die Hygienemaßnahmen mit Husten- und Niesregeln sowie regelmäßigem Händewaschen sind wichtig. Dazu kommen sollte gerade jetzt im Herbst ein infektionsschutzgerechtes Lüften, um die Ansteckungsgefahr in Innenräumen während der kalten Jahreszeit zu verringern.“

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69 aktive Fälle im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 69 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 25,38.Seit der letzten Pressemitteilung am 07.10.20 sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 11 Neuinfektionen eingegangen. Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich dabei bei drei Personen umReiserückkehrer, bei einer Person aus einem Risikogebiet .Es liegen somit insgesamt 1495 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 1338 Personen (fünf mehr als im Vergleich zur Meldung vom 07.10.20). Derzeit werden drei COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein auf der Normalstation behandelt.

Update, 8. Oktober 2020, 14.51 Uhr:

Corona-Fälle an mehrere Rosenheimer Schulen

Weitere Rosenheimer Schulen sind aktuell von Corona-Fällen betroffen. Im Sonderpädagogischen Förderzentrum Rosenheim gibt es laut Gesundheitsamt vier positive Testergebnisse. Etwa 50 Kontaktpersonen der Kategorie I befinden sich in Quarantäne. Die Testungen der Kontaktpersonen sind veranlasst.

Für die Mittelschule am Luitpoldpark in Rosenheim liegen zwei positive Testergebnisse vor. 54 Kontaktpersonen der Kategorie I befinden sich laut Gesundheitsamt in häuslicher Quarantäne. Die Testungen diese Kontaktpersonen werden in den kommenden Tagen erfolgen.      

Erfahren Sie hier mehr zu allen aktuellen Coronavirus-Fällen an den Schulen in der Region.

Update, 8. Oktober 2020, 9.38 Uhr:

Stadt Rosenheim bald Risikogebiet in Deutschland?

Die Bundesländer hatten am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, dass innerdeutsche Urlauber aus Risikogebieten nur dann beherbergt werden dürfen, wenn sie einen höchstens 48 Stunden alten negativen Corona-Test vorweisen können. Greifen soll dies für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen („7-Tage-Inzidenz“). Für Bürger der Stadt Rosenheim könnte das also bald ernsthafte Konsequenzen haben: Am 8. Oktober liegt dort die 7-Tage-Inzidenz bei 48,8.

Keine Urlaubsgäste aus Risikogebieten: In Rosenheim geht Angst vor „Stornierungswellen“ um

Fünf Länder gaben zu dem Beschluss aber abweichende Erklärungen ab. Thüringen machte deutlich, dass es ein Beherbergungsverbot nicht mittragen wolle, Berlin will zumindest nicht sofort einsteigen. Niedersachsen und Bremen wollen prüfen. Mecklenburg-Vorpommern will bei noch strengeren Quarantäneregeln bleiben.

Der Präsident des Deutschen Städtetags, Burkhard Jung, sprach sich für die Einführung eines Stufenkonzepts mit noch härteren Regeln aus. Ab einem kritischen Wert von 50 Infektionen auf 100 000 Einwohner seien etwa Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen sinnvoll, sagte Jung der «Rheinischen Post». «Auch die Maskenpflicht in Schulen könnte dann eingeführt oder Besuchsmöglichkeiten in Alten- und Pflegeheimen wieder beschränkt werden, damit Corona vor Ort nicht aus dem Ruder läuft», betonte der Leipziger Oberbürgermeister. Eine Maskenpflicht in Fußgängerzonen komme dann auch in Betracht, weil sich dort viele Menschen auf dichtem Raum bewegen.

Update, 8. Oktober 2020, 5.46 Uhr:

Neuinfektionen in Deutschland steigen auf über 4000

Berlin - Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist sprunghaft auf mehr als 4000 binnen eines Tages angestiegen. Die Gesundheitsämter meldeten 4058 neue Corona-Infektionen innerhalb der vorangegangenen 24 Stunden, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitteilte. Das sind über 1200 mehr als am Mittwoch, als mit 2828 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert seit April gemeldet wurde. (dpa)

Update, 7. Oktober, 18.08 Uhr:

Stadt München verlängert Corona-Maßnahmen - bis auf eine Ausnahme

Die Stadt München hat die verschärften Corona-Maßnahmen um eine Woche verlängert. Lediglich bei Veranstaltungen unter freiem Himmel tritt eine Lockerung ein: Ab Freitag dürfen sich bis zu 100 Menschen draußen versammeln, wie die Stadt am Mittwoch mitteilte. Zuvor waren maximal 50 Personen erlaubt. Bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen, wie Hochzeiten oder Geburtstagen, bleibt die Obergrenze weiter bei 25 Teilnehmern.

Die Sieben-Tage-Inzidenz für die Stadt München betrug am Mittwoch laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 34,66 (Stand: 8.00 Uhr) - und lag damit knapp unter dem Signalwert von 35. Dennoch gebe es noch «keine stabile Tendenz» für ein Infektionsgeschehen unter 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen, begründete die Stadt die Verlängerung der Maßnahmen. Die einzelnen Tageswerte seien davon abhängig, wann positive Testergebnisse an das Gesundheitsamt übermittelt werden und unterliegen Schwankungen.

Demnach bleiben bis einschließlich Donnerstag nächste Woche (15. Oktober) Treffen im privaten und öffentlichen Raum sowie in der Gastronomie nur in Gruppen von maximal zehn Personen gestattet. Das Alkoholverbot zum Außer-Haus-Verkauf ab 21 Uhr bleibt ebenfalls von Freitagabend bis Sonntagfrüh in Teilen der Metropole bestehen sowie das Verbot des Alkoholkonsums im öffentlichen Raum ab 23 Uhr bis 6 Uhr des Folgetages.

Im Freistaat gab es laut Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bisher 70 468 Corona-Fälle - 2678 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten, sind den Daten zufolge bislang im Freistaat gestorben.

Update, 7. Oktober 2020, 17 Uhr:

Beherbergungsverbot für Urlauber aus Corona-Hotspots

München - Urlauber aus innerdeutschen Corona-Hotspots ohne negativen Corona-Test dürfen von diesem Donnerstag an nicht mehr in bayerischen Hotels und Gaststätten übernachten. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Mittwoch in München an.

Das sogenannte Beherbergungsverbot soll demnach für Reisende aus Gebieten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern binnen sieben Tagen gelten. Die genauen Gebiete müssen allerdings noch vom bayerischen Gesundheitsministerium benannt werden - dies sollte laut Ministerium noch am Abend geschehen. Söder erklärte, dies bedeute «eine Testpflicht de facto für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Bayern kommen». Denn wer einen aktuellen, negativen Corona-Test vorweisen kann, darf auch weiterhin in Hotels in Bayern übernachten.

Für private Übernachtungen etwa bei Freunden oder Verwandten gibt es keine Beschränkungen. Und es gibt auch keinerlei Einreiseverbote.

Den Start des Beherbergungsverbots am Donnerstag begründete Söder mit dem Beginn der Herbstferien in einigen Bundesländern. Er wartete mit der Bekanntgabe - anders als am Dienstag angekündigt - auch nicht mehr auf das Ende einer Schalte der Staatskanzleien der Länder.

Für Menschen aus möglichen innerbayerischen Hotspots soll es nach Worten Söders innerhalb Bayerns keine Einschränkungen geben. Derzeit gibt es im Freistaat aber auch keine solchen Gebiete. Söder nannte das Beherbergungsverbot angesichts der teilweise hohen Corona-Zahlen in Deutschland eine notwendige «Sicherheitsmaßnahme» - und zwar für die Touristen und die Gastronomie gleichermaßen.

Ein komplettes Einreiseverbot für Menschen aus Corona-Hotspots wird es in Bayern dagegen nicht geben. «Wir halten nichts von Einreiseverboten. Das ist innerhalb Deutschlands aus meiner Sicht nicht der richtige Weg», sagte Söder und verwies unter anderem auf Probleme mit der Kontrollierbarkeit. (dpa)

Update, 7. Oktober 16.10 Uhr:

63 aktive Fälle im Kreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 63 aktive COVID-19-Fälle vor.  Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 20,33. Seit der letzten Pressemitteilung am 06.10.20 sind beim Staatlichen Gesundheitsamt sieben Neuinfektionen eingegangen.  Dem aktuellen medizinischen Ermittlungsstand zufolge handelt es sich dabei bei keiner Person um einen Reiserückkehrer aus einem Risikogebiet. Es liegen somit insgesamt 1484 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten weiterhin mindestens 1333 Personen (keine Veränderung im Vergleich zur Meldung vom 06.10.20). Derzeit werden drei COVID-19-Patienten im Klinikum Traunstein auf der Normalstation behandelt.

Update, 7. Oktober 2020, 16.07 Uhr:

Corona an Schulen: zwei weitere positive Fälle

Aus den Reihentestungen, die aufgrund von positiven Corona-Fällen an Schulen veranlasst wurden, sind zwei weitere positive Testergebnisse hervorgegangen, wie das Gesundheitsamt Rosenheim auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen bestätigte. Demnach gibt es einen weiteren Fall einer Infektion an der Max-Joseph-Grundschule in Großkarolinenfeld sowie einen weiteren Fall am Ignaz-Günther-Gymnasium in Rosenheim. Alle notwendigen Maßnahmen sind laut Behördensprecherin Ina Krug erfolgt. Die gute Nachricht: Beide Fälle ziehen keine weiteren Quarantänemaßnahmen für die beiden betroffenen Schulen nach sich – diese würden sich bei den beiden betroffenen Schülern auf das familiäre Umfeld beschränken.

Update, 7. Oktober 2020, 14.43Uhr:

CSU attackiert Berliner Senat wegen steigender Corona-Zahlen

München/Berlin (dpa) - Die CSU hat den Berliner Senat wegen der steigenden Corona-Zahlen in der Hauptstadt scharf kritisiert. «Wir brauchen konsequentes Handeln dort, wo die Lage außer Kontrolle zu geraten droht. Das ist augenscheinlich in Berlin der Fall», sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahlen der Neuinfektionen in einzelnen Bezirken seien Anlass zur Sorge. «Dort grassiert auch vor allem unter jüngeren Menschen die Unvernunft. Berlin ist in weiten Teilen Risikogebiet.»

Blume sagte, zwar seien nun neue Maßnahmen beschlossen worden. «Doch was helfen Beschlüsse, wenn sie nicht umgesetzt werden.» Schon in den vergangenen Wochen sei die Einhaltung der Corona-Regeln nicht kontrolliert worden. «Der rot-rot-grüne Senat in der Hauptstadt ist dieser Aufgabe nicht gewachsen. Die Unfähigkeit des Senats wird zu einem Risiko für ganz Deutschland. Das muss sich schnell ändern.»

Zudem kritisierte es Blume als «geradezu abenteuerlich, dass einzelne Bezirke die Amtshilfe der Bundeswehr ablehnen, weil sie ein gestörtes Verhältnis zur Truppe haben». «Da werden aus ideologischen Gründen wissentlich Menschenleben gefährdet», sagte der CSU-Politiker.

Update, 7. Oktober 2020, 9.28 Uhr:

Covid-19 überstanden? Diese schweren Spätfolgen drohen

Baierbrunn (ots) - Auch Patienten mit mildem Verlauf einer Corona-Erkrankung können später noch erheblich darunter leiden, berichtet das Patientenmagazin „HausArzt“.

Bei vielen Menschen verläuft eine Infektion mit SARS-CoV-2 vergleichsweise harmlos, eine überwiegende Zahl von Infizierten registriert sogar überhaupt keine Symptome, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Zunehmend erkennen Experten jedoch, dass die Krankheit auch bei mildem Verlauf massive Folgen nach sich ziehen kann, berichtet das Patientenmagazin „HausArzt“ und zeigt, welche Corona-Spätfolgen gefährlich werden können.

Wissenschaftler aus Italien haben festgestellt, dass 87 Prozent der Patienten, die wegen Covid-19 in der Klinik behandelt werden mussten, nach ihrer Entlassung weiter über Beschwerden klagten. Vor allem Patienten, die im Verlauf ihrer Covid-19-Erkrankung beatmet werden mussten, haben ein erhöhtes Risiko für bleibende Schäden an der Lunge. Die Maßnahme, die Leben retten kann, birgt für das Atmungsorgan gleichzeitig eine große Gefahr, erklärt Professor Rembert Koczulla, Chefarzt am Fachzentrum für Pneumologie der Schön Klinik Berchtesgadener Land. So kann es durch die Beatmung zu Veränderungen im Lungengewebe kommen, die so gravierend sein können, dass Sauerstoff nicht mehr ausreichend ins Blut transportiert werden kann.

Das Virus kann alle Organe befallen

Doch es trifft nicht nur die Lunge. „Das Virus kann alle Organe befallen“, sagt Dr. Thomas Voshaar, Chefarzt der Lungenklinik Bethanien in Moers. Der Facharzt für Innere Medizin und Pneumologie erklärt, dass es dadurch zu Thrombose, Schlaganfällen und Herzerkrankungen kommen kann. Covid-19-Patienten könnten außerdem Leber- und Nervenschäden davontragen. Doch es gibt auch eine gute Nachricht: Experten schätzen, dass höchstens drei Prozent der Corona-Infizierten von ernsten Folgen betroffen sind.

Update, 7. Oktober 2020, 9.13 Uhr:

Mehr als 2800 Corona-Neuinfektionen - neuer Höchstwert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat wieder einen neuen Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2828 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen bekanntgab. Das sind über 150 mehr als am Freitagmorgen, als mit 2673 Neuinfektionen innerhalb eines Tages der zuvor geltende Höchstwert seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war.

Update, 7. Oktober 2020, 7.58 Uhr:

Vor Verwandtenbesuch soziale Kontakte meiden

Mit Blick auf Weihnachten spricht sich der Virologe Christian Drosten für eine freiwillige „Vorquarantäne“ zum Schutz älterer Verwandter aus. Menschen sollten demnach optimalerweise eine Woche vor dem Familienbesuch mit den Großeltern „soziale Kontakte so gut es geht vermeiden“, wie der Berliner Forscher „Zeit Online“ sagte. „Dann fährt man zu den Verwandten und hat im Hinterkopf, dass man sich in dieser Woche mit weniger Kontakten wahrscheinlich nicht infiziert hat.“

Verpackte Weihnachtsgeschenke liegen unter einem Christbaum (Aufnahme mit Zoomeffekt). Besuch vom Weihnachtsmann, Bescherung und Gottesdienst in der Kirche - das ist für viele Menschen Weihnachten. In diesem Jahr wird wegen der Corona-Pandemie voraussichtlich vieles anders sein.

Wenn überhaupt, habe man sich dann vielleicht in der Woche vor der „Vorquarantäne“ angesteckt, erklärte Drosten weiter. „Dass in diesem Fall alle aus der Familie symptomfrei bleiben, ist eher unwahrscheinlich.“ Dies könne ein Ansatz sein für die kommende Zeit, „für die Herbstferien und vielleicht auch für Weihnachten“.

Natürlich müsse jeder im Einzelfall überlegen, wie die Idee im Alltag umsetzbar sei, etwa in Kita und Schule oder im Beruf. „Menschen müssen Risiken in einer Pandemie ein Stück weit selbst abwägen“, betonte der Virologe. „Es gibt keine totale Sicherheit, es bleiben immer Restrisiken.“ Generell gehe es um „viele kleine Alltagsentscheidungen“ und darum, die Lage ernst zu nehmen. Dabei sei Augenmaß gefragt. „Wir haben es selbst in der Hand“, mahnte Drosten.

Jeder könne sich beispielsweise fragen, „ob man eine Party, die man geplant hatte, wirklich feiern muss diesen Winter, ob man für sie vielleicht einen luftigen, besonders großen Raum finden kann oder sie auf nächstes Jahr verschiebt“. (mm)

Update, 6. Oktober 2020, 18 Uhr:

Alle Städte und Landkreise in Bayern unter kritischem Corona-Grenzwert

Alle Städte und Landkreise in Bayern liegen unter dem bundesweit geltenden Corona-Grenzwert von 50 Fällen je 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das teilte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen am Dienstag (Stand 8.00 Uhr) auf seiner Internetseite mit. Seit Ausbruch der Pandemie wurden in Bayern demnach 70 016 Coronavirus-Infizierte gemeldet.

In der Fußgängerzone in einer Innenstadt gehen viele Menschen an einer auf dem Boden liegenden Mund-Nasen-Bedeckung vorbei. 

Einige Städte in Bayern überschreiten zumindest den kritischen Frühwarnwert von 35 Fällen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. So liegt der Wert in Schweinfurt nach Angaben des LGL derzeit bei 38,87 und im Landkreis Rhön-Grabfeld bei 35,14.

2674 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten, sind den Daten des LGL zufolge bislang im Freistaat gestorben. Als genesen gelten 62 210 Patienten. Diese Zahl beruht auf einer Schätzung. (dpa)

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Update 6. Oktober 2020, 17.52 Uhr

Städte- und Gemeindebund forderte eine «Muster-Corona-Verordnung»

Die steigende Infektionszahlen schlagen wieder auf Urlaubsplanungen vieler Bürger durch - selbst bei Zielen in Deutschland: Wo gelten welche Beschränkungen für wen? Nun wird um mehr Durchblick gerungen.

Mit Blick auf die Herbstferien werden bundesweit Rufe nach klareren Corona-Vorgaben für Reisen innerhalb Deutschlands laut. Man sehe mit großer Sorge, dass Regelungen der Länder sich so weit auseinanderentwickelten, dass sie teils kaum noch nachvollziehbar seien, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch von mehreren Ländern, aus der Bundesregierung und der Tourismusbranche kamen Mahnungen zu einheitlichen Regeln für Reisende aus Gebieten mit hohen Infektionszahlen. An einigen Orten kommen auf Bürger strengere Schutzmaßnahmen zu. Auch insgesamt breitet sich das Virus weiter aus.

Mittwoch (7. Oktober 2020) Schaltkonferenz der Staatskanzleien

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte möglichst einheitliche Quarantäne-Regeln aller Länder für Reisende aus Gebieten mit hohen Corona-Zahlen im Inland. Dazu werde es an diesem Mittwoch auch eine Schaltkonferenz der Chefs der Staatskanzleien der Länder geben.

Wegen der Einstufung einiger Kommunen und einzelner Berliner Stadtbezirke als inländische «Risikogebiete» mit Quarantäneauflagen für Einreisende war zuletzt vor allem Schleswig-Holstein in die Kritik geraten. Auch die Regelung in Rheinland-Pfalz wirkt ähnlich. Beide Landesregierungen zeigten sich kompromissbereit. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) sagte in Kiel, es bestehe «eine grundsätzliche Absicht, unsere Regelungen anzupassen»; auch sein Land wolle eine bundeseinheitliche Regelung. Seine Mainzer Kollegin Malu Dreyer (SPD) erklärte: «Im Sinne der Nachvollziehbarkeit und der Verständlichkeit dieser Regelungen streben wir weiterhin einen möglichst bundeseinheitlichen Regelungsrahmen an und werden nicht apodiktisch an der eigenen Regelung festhalten.»

Beschränkungen mit Quarantäne innerorts

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen etwa in Berlin hatten Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz Beschränkungen mit Quarantäne für Einreisende aus deutschen Gebieten mit sehr hohen Infektionszahlen verhängt. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gelten sie, allerdings nicht für einzelne Berliner Bezirke. Andere Länder weisen gar keine inländischen Gebiete mit höherem Risiko für Ansteckungen aus.

Zentrales Kriterium ist, dass es in einer Region mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen gibt. Anhand dieser Schwelle stuft die Bundesregierung auch andere Staaten als «Risikogebiete» für deutsche Urlauber ein. Im Inland haben Bund und Länder vereinbart, dass ab dieser Marke in «besonders betroffenen Gebieten» örtliche Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Neuinfektionen steigen, Verunsicherung wächst

Der Städte- und Gemeindebund forderte eine «Muster-Corona-Verordnung» mit wenigen bundeseinheitlichen Maßstäben - etwa damit, dass für das Infektionsgeschehen nicht einzelne Stadtteile, sondern die jeweilige Stadt maßgeblich sein sollte. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte dem «Spiegel» (Dienstag): «Reisebeschränkungen im Inland sind das falsche Signal und nicht hilfreich.» Der Deutsche Tourismusverband warnte vor Verunsicherung und forderte einen Rahmen für das Reisen innerhalb Deutschlands. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte der «Bild»-Zeitung, es gebe inzwischen so eine große Zahl unterschiedlicher Regelungen, dass es für Bürger immer schwerer werde, dies zu durchschauen und zu erkennen.

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Deutschland hat zum zweiten Mal binnen weniger Tage die Schwelle von 2600 überschritten. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 2639 neue Fälle, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Dienstagmorgen bekanntgab. Das sind etwas weniger als am Freitagmorgen, als mit 2673 Neuinfektionen der höchste Wert seit der zweiten Aprilhälfte gemeldet worden war.

Maskenpflicht auch in Büros

In Brandenburg ist die Corona-Maske ab einem regionalen Grenzwert für Neuinfektionen ab diesem Sonntag auch Pflicht in Bürogebäuden, wie die Landesregierung ankündigte. Obergrenzen für private Feiern werden verschärft. In Frankfurt am Main soll voraussichtlich von diesem Freitag an bis Ende kommender Woche für Gaststätten eine Sperrstunde von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr greifen. Auf Plätzen, Straßen und Grünflächen wird Alkoholkonsum verboten. In Einkaufspassagen und großen Einkaufsstraßen wird eine Maskenpflicht eingeführt. Die Stadt Wuppertal untersagte vorerst Martinsumzüge. Private Feiern, Hochzeiten und Beerdigungen werden auf 50 Teilnehmer begrenzt. (dpa)

Zum Newsticker vom 29.9. bis 6.10.2020 (17,30 Uhr)

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