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Coronavirus: Merkel stellt sich den Fragen zu Maßnahmen – jetzt live!

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Bundesweit gelten ab Montag, 2. November, verschärfte Regeln für das öffentliche Leben, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Rosenheim ist sogar noch früher in den Lockdown gegangen, Österreich setzt auf abendliche Ausgangsbeschränkungen. Alle Nachrichten aus der Region gibt es hier im Corona-Ticker.

+++ Unseren letzten Corona-Ticker mit allen wichtigen Infos vom 26. bis 29. Oktober können Sie an dieser Stelle nachlesen. +++

Update 2. November, 14.04 Uhr:

Merkel stellt sich den Fragen zu Corona-Maßnahmen

Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat kurzfristig zu einer Pressekonferenz zu den Corona-Maßnahmen eingeladen. Nach der Sitzung des Corona-Kabinetts der Bundesregierung will sie sich am frühen Montagnachmittag (14.00 Uhr) in der Bundespressekonferenz in Berlin den Fragen dazu stellen. Die turnusmäßige Regierungspressekonferenz mit den Sprechern der Ministerien entfällt dafür.

Seit Montag gilt in ganz Deutschland ein - vorerst auf vier Wochen beschränkter - Teil-Lockdown. Bundesweit ist Gastronomen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen die Öffnung nun weitestgehend untersagt. Auch für persönliche Treffen gelten strengere Regeln. Die um Mitternacht in Kraft getretenen Regelungen stehen nach wie vor in der Kritik.

Update 2. November, 10.27 Uhr:

Österreich: Ohne Corona-Trendwende Problem auf Intensivstationen

Wien (dpa) - Ohne eine Trendwende bei den Corona-Neuinfektionen steuert Österreich nach den Worten des Gesundheitsministers Rudolf Anschober auf eine baldige Überlastung des Gesundheitssystems zu. Mit einer kritischen Lage wäre dann in der zweiten Novemberhälfte zu rechnen, sagte Anschober am Montag in Wien.

Binnen einer Woche sei die Anzahl der mit Covid-19-Patienten belegten Intensivbetten um 78 Prozent gestiegen. Daher sei es notwendig, dass sich die Bevölkerung strikt an die neuen Maßnahmen im teilweisen Lockdown halte. Diesen Dienstag schließen die Gastronomie und fast das gesamte Kultur- und Freizeitangebot, landesweit ist das Verlassen der Wohnung zwischen 20 und 6 Uhr nur zu bestimmten Zwecken erlaubt. 

Am Montag wurden laut Anschober in Österreich 4135 Neuinfektionen verzeichnet. Das sei zwar deutlich weniger als zuletzt, aber wohl der für das Wochenende typischen geringeren Anzahl der Meldungen geschuldet. Die Regierung rechne in dieser Woche weiterhin mit stark steigenden Zahlen, sagte Anschober. Der Effekt des teilweisen Lockdowns werde sich erst in rund zwei Wochen zeigen.

Update 2. November, 8.38 Uhr:

Auch deutsche Krankenhäuser rechnen mit Rekordzahl an Intensivpatienten in Pandemie

Berlin (dpa) - Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, rechnet mit einem neuen Höchststand an Intensivpatienten in Deutschland während der Corona-Pandemie. «In zwei bis drei Wochen werden wir die Höchstzahl der Intensivpatienten aus dem April übertreffen - und das können wir gar nicht mehr verhindern. Wer bei uns in drei Wochen ins Krankenhaus eingeliefert wird, ist heute schon infiziert», sagte er der «Bild»-Zeitung (Montag).

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12 097 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Berlin (dpa) - Die Gesundheitsämter haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom frühen Montagmorgen 12 097 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Erfahrungsgemäß sind die Fallzahlen an Montagen niedriger, auch weil an Wochenenden weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche hatte die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden bei 8685 gelegen.

Insgesamt haben sich dem RKI zufolge seit Beginn der Pandemie bundesweit 532 930 Menschen mit dem Virus infiziert (Stand: 01.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Montag um 29 auf insgesamt 10 481. Das RKI schätzt, dass rund 355 900 Menschen inzwischen genesen sind.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag in Deutschland laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 1,13 (Vortag: 1,13). Das bedeutet, dass zehn Infizierte etwa elf weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Sonntag ebenfalls bei 1,13 (Vortag: 1,13). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Update 1. November, 18.34 Uhr:

Schweizer Kanton Genf im Ausnahmezustand - Intensivbetten knapp

Genf (dpa) - Der Schweizer Kanton Genf verhängt angesichts knapper Krankenhausbetten in der Corona-Krise ab Montagabend den Ausnahmezustand. Schließen müssen Restaurants, Bars und Geschäfte, die keine Lebensmittel verkaufen, außerdem Kinos, Theater, Fitnesscenter und Dienstleister wie Friseure. Wie der Kanton am Sonntag mitteilte, sollen Schulen und Kindergärten offen bleiben.

Die hohen Corona-Infektionszahlen in der Schweiz bringen mittlerweile die Krankenhäuser in Teilen des Landes an ihre Grenzen. Im Wallis konnten einem Bericht der «NZZ am Sonntag» zufolge erste Patienten nicht mehr auf die Intensivstationen aufgenommen werden.

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Auch in den Kantonen Jura und Neuenburg sind ab Montag öffentliche und private Versammlungen von mehr als fünf Personen verboten, Gastronomie, Kultur- und Sportbereich schließen.

Die Schweizer Regierung hatte am Mittwoch neue Maßnahmen für das ganze Land verkündet. Seit Donnerstag müssen Bars und Restaurants landesweit um 23 Uhr schließen, Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen sowie sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten mit mehr als 15 Personen sind untersagt. Die Kantone sollen je nach Situation strengere Maßnahmen treffen.

Update 1. November, 17.33 Uhr:

Veranstalter wollen aus Corona-Demo in München Gottesdienst machen

München (dpa) - Die Veranstalter der Münchner Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen wollen aus ihrer Kundgebung einen Gottesdienst machen. «Hier geht es nicht um Versammlungsfreiheit, hier geht es um einen Gottesdienst», sagte einer der Redner am Sonntag auf der Theresienwiese, bevor er die Teilnehmer aufrief, mit ihm zu beten. Bei Gottesdiensten im Freien gibt es in Bayern keine maximale Teilnehmerzahl.

Die Stadt hatte nur 1000 Teilnehmer zu der Demonstration zugelassen, zwei Gerichte hatten die Beschränkungen bestätigt. Die Veranstalter von der Initiative «Querdenken 089» hatten 5000 Demonstranten angemeldet, zu Beginn der Veranstaltung hatten sich nach Polizeiangaben rund 1700 Menschen auf der Theresienwiese versammelt.

Auf der Bühne, auf der auch Fernseh-Pfarrer Jürgen Fliege als Redner erwartet wurde, waren Kreuze aufgestellt - und Särge mit Blumenkränzen und Deutschland-Flaggen.

Nach Polizeiangaben blieb zu Beginn der Protestaktion alles friedlich.

Update 1. November, 13.03 Uhr:

Polizei kontrolliert während Sperrstunde in Rosenheim

Am Freitagabend, 30.10., hat die Polizei Rosenehim im Stadtgebiet die Einhaltung der Schließung von Gastronomiebetrieben ab 21 Uhr kontrolliert. Das bestätigte eine Sprecherin der Polizei auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen.

Hierbei wurde bei einem Lokal im Bereich des Max-Joseph-Platz und bei einem Lokal in der Weinstraße festgestellt, dass diese nach 21 Uhr noch geöffnet hatten. Die Verstöße wurden an die Stadt Rosenheim gemeldet.

Sonst spricht die Poizei bis dato von einem ruhigen Wochenende. Besondere Vorkommnisse lägen nicht vor.

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Update 1. November, 9.08 Uhr:

Gesundheitsämter melden 14 177 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Berlin (dpa) - Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) innerhalb eines Tages 14 177 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen allerdings meist niedriger, auch weil am Wochenende weniger getestet wird. Insgesamt haben sich demnach seit Beginn der Pandemie 532 930 Menschen in Deutschland mit dem Virus infiziert. (Stand: 1.11., 00.00 Uhr) Vor genau einer Woche waren 11 176 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet worden.

Die Zahl der Todesfälle in Deutschland im Zusammenhang mit dem Virus erhöhte sich um 29 auf insgesamt 10 481. Rund 355 900 Menschen waren von ihrer Infektion genesen.

Teil-Lockdown in Österreich mit abendlichem «Besuchsverbot»

Wien (dpa) - Zum Eindämmen der steil anwachsenden Coronavirus-Zahlen schränkt Österreich das öffentliche Leben massiv ein. «Ab Dienstag, dem 3. November 0 Uhr bis Ende November wird es zu einem zweiten Lockdown in Österreich kommen», sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Samstag in Wien. Landesweit gelten dann Ausgangsbeschränkungen zwischen 20 und 6 Uhr. In der Zeit ist das Verlassen der Wohnung nur noch aus bestimmten Gründen erlaubt.

Kultur- und Freizeiteinrichtungen müssen schließen, ebenso das Hotel- und Gastgewerbe - nur Essen zum Mitnehmen und Lieferungen sind erlaubt. Veranstaltungen finden bis auf den Spitzensport nicht mehr statt, der allerdings ohne Publikum. Freizeitsport ist nur im Freien ohne Körperkontakt erlaubt. Handel und Dienstleister wie Friseure bleiben offen. Kinder bis zur zehnten Klasse sollen «vorerst» weiter in den Kindergarten und - mit Maskenpflicht ab 6 Jahren - zur Schule gehen, die Oberstufe und Studierende von Zuhause lernen.

«Es ist notwendig, diesen Schritt zu setzen, um eine Überlastung der Intensivmedizin zu verhindern», sagte Kurz. «Unser Ziel ist es, im Dezember schrittweise wieder zu öffnen und zu einem halbwegs normalen Leben zurückzukehren.»

Update 30. Oktober, 15.20 Uhr

Christkindlmarkt in Traunstein abgesagt

„Mit großem Bedauern muss die Stadt Traunstein den traditionellen Christkindlmarkt auf dem Stadtplatz absagen.“ So steht es in einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt. Auch das Alternativprogramm in Form eines Adventsmarkts kann nicht wie vorgesehen umgesetzt werden.

„Die derzeit akute Lage in der Region und auch in Deutschland lässt uns keine andere Wahl“, sagt Oberbürgermeister Christian Hümmer. „Sämtliche Veranstaltungen sind durch die Infektionsschutzbestimmungen untersagt. Eine Durchführung ist rechtlich unmöglich. Es ist nicht davon auszugehen, dass im Dezember derartige Veranstaltungen erlaubt sein werden.“

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Die Stadt kündigt an, dass die Stadtverwaltung ein Programm organisieren wolle, das den Menschen Weihnachtsstimmung nach Hause bringe. Auch das Besorgen von Weihnachtsgeschenken bei Kunsthandwerkern, die normalerweise einen Stand auf dem Christkindlmarkt hätten, soll möglich gemacht werden – mittels Bestellungen im Internet.

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Update 30. Oktober, 12.06 Uhr

Seit dem letzten Wochenbericht vom 22. Oktober wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim 681 neue Coronavirus-Fälle für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Das Gesundheitsamt spricht von einem „sprunghaften Anstieg“ der Neu-Infektionen. Das Gesundheitsamt spricht angesichts dieser Zahl sogar von einem „exponentiellen Anstieg“.

Bisher sind insgesamt 4633 Corona-Fälle in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 3588, Stadt: 1045). Seit Juni liegt im Gegensatz zum Beginn der Pandemie der Schwerpunkt der Altersstruktur der positiv Gemeldeten bei Jugendlichen und Erwachsenen bis 60 Jahren. Personen ab 80 Jahren sind bislang noch kaum betroffen. Mittlerweile wurde bei mindestens 3321 Personen eine Genesung dokumentiert.

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Seit dem letzten Wochenbericht sind vier weitere Personen im Landkreis mit einer COVID-19-Infektion verstorben. Insgesamt sind nunmehr 229 Personen an und mit COVID-19 gestorben (Landkreis: 206, Stadt: 23). Von den Verstorbenen waren insgesamt 7 Personen unter 60 Jahren. 150 Verstorbene waren über 80 Jahre alt.

29 COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befindet sich ein Patient auf einer Intensivstation.

Infektionsübertragungen ereignen sich nach Angaben des Gesundheitsamtes überwiegend im privaten Umfeld und in Schulen. Dennoch bezeichnet die Behörde Schulen ausdrücklich nicht als Infektionstreiber. Zunehmend fällt es schwerer, die Quelle einer Ansteckung zu ermitteln und die Infektionsketten nachzuverfolgen.

Trotz des Anstiegs der Fallzahlen versucht das Gesundheitsamt Rosenheim, die Fälle weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion zu informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anzuordnen. Es wird jedoch immer schwieriger, daran anschließend die engen Kontaktpersonen zeitnah zu kontaktieren und ebenfalls eine häusliche Quarantäne anzuordnen. Das Personal des Gesundheitsamtes wird in nächster Zeit deutlich aufgestockt, um die Infektionsschutzmaßnahmen leisten zu können.

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Update 30. Oktober, 10.32 Uhr

Allerheiligen in Rosenheim: Gräbergang muss entfallen

Rosenheim – Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in der Stadt ist weiter hoch. Das wirkt sich jetzt auch auf Allerheiligen aus. Die traditionellen Gräbergänge, üblicherweise im Anschluss an Gottesdienste, können heuer nicht stattfinden. Das meldet die Stadtverwaltung am heutigen Freitagvormittag.

„Letztlich geht es auch bei diesem katholischen Feiertag um die Vermeidung von Menschenansammlungen“, begründet Oberbürgermeister Andreas März die Absage. Die Stadt schließe sich den Regelungen in den Nachbarlandkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land an.

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März weiter: „Ich habe Stadtpfarrer Andreas Maria Zach persönlich über diese bittere Entscheidung informiert. Ich danke ihm ausdrücklich für sein Verständnis. Mir ist bewusst, dass wir mit der Absage der Allerheiligen-Feierlichkeiten in jahrhundertealte christliche Traditionen eingreifen. Ich kann alle Betroffenen nur bitten, diese Entscheidung, die mir sehr schwer gefallen ist, zu akzeptieren“, begründet Oberbürgermeister Andreas März die Anordnung der Stadt.

Besuche an den Gräbern sind über den Tag verteilt weiterhin möglich. Die Friedhofsverwaltung weist jedoch darauf hin, dass auf dem gesamten Friedhofsgelände der städtischen Friedhöfe Rosenheim, Aising und Fürstätt sowohl in Gebäuden als auch auf den Freiflächen Maskenpflicht gilt. Die geltenden Abstands- und Hygieneregeln sind einzuhalten.

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Update 29. Oktober, 16.12 Uhr

Schausteller reagieren gefasst auf Absage des Rosenheimer Christkindlmarktes

Die Rosenheimer Schausteller hätten die Nachricht von der Absage des Christkindlmarktes in Rosenheim gefasst aufgenommen, erklärt ihr Sprecher Max Fahrenschon. „Die Entscheidung war abzusehen, wir haben uns schon mental darauf vorbereiten können.“ Trotzdem sei die Stimmung etwas gedrückt.

Er hofft, dass die Infektionszahlen mit dem Coronavirus in Rosenheim wieder sinken und ein „Winter in Rosenheim“ vielleicht noch möglich werden kann. Die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern laufe gut. Mit bewährten Hygienekonzepten seien die Schausteller bestens vorbereitet.

„Außerdem sind wir flexibel und können immer mit anpacken.“ Die Innenstadt werde, so ist Fahrenschon überzeugt, den fehlenden Christkindlmarkt zu spüren bekommen. „Die Menschen werden ihre Weihnachtsgeschenke vor allem im Internet kaufen und nicht mehr durch die Stadt bummeln.“ Er ist sich sicher: Genau deshalb müsse man etwas bieten.

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Update 29. Oktober, 15.39 Uhr

Verschärfte Corona-Beschränkungen treten früher in Kraft

Rosenheim – Die Regierung von Oberbayern hat die Stadt Rosenheim angewiesen, die landesweit ab Montag, 2. November 2020 geltenden Corona-Beschränkungen bereits ab morgen, Freitag, 30. Oktober, 21 Uhr in Kraft zu setzen. Hintergrund ist die seit drei Tagen über 200 liegende 7-Tage-Inzidenz in der Stadt.

„Ich bin über diese vorgezogenen Beschränkungen, speziell für den Bereich der Gastronomie, außerordentlich unglücklich. Im Hinblick auf den notwendigen Infektionsschutz der Bevölkerung war eine für die Gastronomie günstigere Lösung aber nicht mehr möglich“, bedauert Oberbürgermeister Andreas März die Anweisung aus München.

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März erklärt: „Das Problem ist: Aufgrund der engen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verflechtungen können Stadt und Landkreis Rosenheim meiner Meinung nach nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Deshalb ist damit zu rechnen, dass über das Wochenende viele Rosenheimerinnen und Rosenheimer in benachbarte Landkreisgemeinden und die dortigen Gastronomiebetriebe ausweichen werden.“

März appelliert an alle Menschen in der Stadt, die notwendige Vorsicht walten zu lassen und die Hygiene-Bestimmungen einzuhalten. Der Oberbürgermeister weiter: „Ich bin mir auch bewusst, dass eine so kurze Vorlaufzeit Gift für die Vorratsplanungen der Gastronomen ist. Mehr war aber beim besten Willen nicht möglich.“

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Update 29. Oktober, 14.43 Uhr

Christkindlmarkt abgesagt – Hoffen auf einen „Winter in Rosenheim“

„Die aktuelle Entwicklung der Corona-Situation lässt keine kurzfristige Entspannung der Gesamtlage erwarten.“ Mit diesen Worten leitet der Wirtschaftliche Verband Rosenheim am Donnerstagnachmittag die traurige Botschaft ein: Der Christkindlmarkt 2020 in Rosenheim wird abgesagt. „Eine Veranstaltung wie der Christkindlmarkt, der für eine Belebung der Innenstadt sorgen soll, widerspricht den derzeitig notwendigen Vorgaben, Kontakte und Mobilität entsprechend einzuschränken“, so Tobias Tomczyk, Vorsitzender des Christkindlmarkt Ausschusses im WV.

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„Die Entwicklung der Infektionszahlen sowie die von Bund und Ländern beschlossenen verschärften Regelungen, lassen keine andere Entscheidung zu. Die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger muss an erster Stelle stehen“, macht der Rosenheimer Oberbürgermeister Andreas März klar. „Die Stadt Rosenheim nimmt diese Absage mit Bedauern, aber auch mit Verständnis für die Haltung des WV zur Kenntnis“, so der städtische Rechtsdezernent Herbert Hoch.

Der WV erarbeitet aktuell bereits Alternativmöglichkeiten eines „Winter in Rosenheim“, welche bei entsprechend verbesserter Inzidenzlage auch kurzfristig über die Wintermonate umzusetzen wären. Unverändert haben alle Beteiligten die Hoffnung, mit einem entsprechenden Hygienekonzept zumindest ein kleines Angebot an Marktständen umsetzen zu können.

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Update 29. Oktober, 14.11 Uhr

Staatsregierung erklärt den Lockdown in Bayern

München – Bayerns Ministerpräsident Markus Söder spricht am Donnerstagmittag von einer „dramatischen Lage“ im Kampf gegen das Coronavirus. Die Fallzahlen steigen an. Die Auslastung der Intensivbetten in Bayern nehme zu. „Es ist nicht ungefährlich. Corona hat von seinem Schrecken nichts verloren“, warnt Söder in einer Pressekonferenz nach einer Kabinettssitzung am Morgen.

Die Maßnahmen, die jetzt getroffen würden, seien gestützt von Erkenntnissen aus der Wissenschaft auf einem breiten Konsens. Alle namhaften Forschungsinstitute hätten sich auf eine Empfehlung geeinigt und den Ernst der Situation herausgestellt. Ohne die jetzt anstehenden Lockdown-Maßanahmen würde man Ende November auf 90.000 Infektionen pro Woche zusteuern - und auf einem Zusammenbruch des Gesundheitswesens.

Die Strategie der Durchseuchung und eine Herdenimmunität würde Jahre dauern. „Das steht kein Land durch“, warnt Söder. Daher gebe es nur eine Strategie: Eindämmen und die Situation in den Griff bekommen. Dazu müssten so früh wie möglich 75 Prozent der Kontakte zurückgefahren werden.

Söder betont, dass bei 80 Prozent der Corona-Infektionen nicht mehr nachgewiesen werden könne, wo sie geschehen. Daher bringe es auch nichts, wenn einzelne Bereiche, etwa die Gastronomie, darauf verweisen, dass dort nur wenige Ansteckungen geschehen. 

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Söder kündigt ein 10-Milliarden-Euro-Hilfspaket für die Wirtschaft an – alleine für den Monat November. Der Topf schließe alle betroffenen Selbstständigen und geschlossenen Einrichtungen ein. Bei Unternehmen bis 50 Mitarbeiter werde bis zu 75 Prozent des Umsatzes aus dem November 2019 gezahlt. Bei betroffenen Unternehmen mit mehr Mitarbeitern würden bis zu 60. Prozent gezahlt.

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verweist darauf, dass derzeit in Bayern 151 Covid-Patienten auf Intensivstationen liegen. Auch die Zahl der nicht intensivpflichtigen steige. Die Kapazitätsgrenze sei schnell erreicht, wenn die Zahl sich exponentiell entwickele. „Weil wir genau das nicht wollen, ist jetzt der Punkt gekommen, wo wir erkennen müssen: Jetzt kommen die Zahlen in den Krankenhäusern an“, so Aiwanger.

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Update 29. Okotober, 13.21 Uhr

Verhandlungen zum Rosenheimer Lockdown laufen

Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl bestätigt, dass der Stadt Rosenheim ein vorgezogener Lockdown droht. Demnach treten die neuesten Einschränkungen nicht wie im Rest des Bundesgebietes am Montag, 2. November, sondern bereits am morgigen Freitag (30. Oktober) in Kraft.

Die Frage ist nunmehr, wann genau das öffentliche Leben stillgelegt wird. Man stehe in intensiven Beratungen unter anderem mit der Regierung von Oberbayern, in denen sich Oberbürgermeister Andreas März stark für die Belange vor allem der Rosenheimer Gastronomie einsetze, sagte Bugl. Es geht dabei darum, den Zeitpunkt für den Beginn des Lockdowns nach hinten zu schieben. März stehe dazu auch in engem Austausch mit Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber, die angesichts des Infektionsgeschehens in Augsburg vor ähnlichen Problemen stehe.

Bugl steht dem Quasi-Lockdown kritisch gegenüber. Es sei die Frage des verfassungsrechtlichen Gebots der Verhältnismäßigkeit zu prüfen, bevor man Kultur, Sport und Gastronomie herunterfahre. Die Frage stellt sich vor allem in der Hotel- und Gaststättenbranche, wo nach Robert-Koch-Institut nur 0,5 Prozent aller bekannten Ansteckungen erfolgten. Allerdings hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel gestern darauf hingewiesen, dass bei der Mehrheit der Infektionen mit dem Coronavirus überhaupt nicht mehr festgestellt werden könne, wo die Ansteckung erfolgte.

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Die Erstmeldung vom 29. Oktober, 12.19 Uhr

Rosenheim – Die Stadt Rosenheim soll nun offenbar schon ab morgen, Freitag (30. Oktober), in den zweiten Lockdown gehen. Das haben die OVB-Heimatzeitungen aus mehreren unabhängigen Quellen erfahren. Die Beratungen dazu laufen.

Besonders viele Neu-Infektionen in Rosenheim

Hintergrund für eine solche Entscheidung dürfte sein, dass die sogenannte 7-Tage-Inzidenz in Rosenheim besonders hoch ist. Aktuell gibt das Gesundheitsamt Rosenheim den Wert mit rund 256,5 an, ein Spitzenwert in Bayern.

So viele Neu-Infektionen mit dem Coronavirus werden also aktuell binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner entdeckt. Die Inzidenz ist ein statistischer Wert, um die Zahlen der Städte und Landkreise Deutschlands vergleichbar zu machen.

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Offen ist noch die Frage, wie genau in Rosenheim der vorgezogene Lockdown ausgestaltet sein wird. Werden die im Bund am gestrigen Mittwoch beschlossenen Regeln übernommen, würde das für die Stadt folgendes bedeuten:

Die Regeln für den neuen Corona-Lockdown

  • Kontakte: Es dürfen sich nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen - maximal zehn Personen.
  • Gastronomie: Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen. Erlaubt ist weiter die Lieferung und Abholung von Essen für den Verzehr zu Hause. Auch Kantinen dürfen öffnen.
  • Freizeit: Freizeiteinrichtungen werden geschlossen. Dazu gehören etwa Theater, Opernhäuser, Konzerthäuser, Messen, Kinos, Freizeitparks und Spielhallen.
  • Sport: Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder werden geschlossen. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Individualsport, also etwa alleine joggen gehen, ist weiter erlaubt. Profisport wie die Fußball-Bundesliga ist nur ohne Zuschauer zugelassen.
  • Dienstleistungen: Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios werden geschlossen, weil hier der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Medizinisch notwendige Behandlungen etwa beim Physiotherapeuten sind weiter möglich. Auch Friseure bleiben geöffnet.
  • Supermärkte: Der Einzelhandel bleibt geöffnet - es gibt aber Vorschriften, wie viele Kunden gleichzeitig im Laden sein dürfen.
  • Schulen und Kitas: Schulen und Kindergärten bleiben offen.
  • Tourismus: Touristische Übernachtungen im Inland sind im November verboten. Übernachtungen in Hotels und Pensionen dürfen nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gebucht werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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