Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Holetschek kritisiert Lauterbach

Bayerns Gesundheitsminister zum Corona-Herbst - Was sind Bayerns Masken-Pläne?

Bayerns Gesundheitsminister
+
Bayerns Gesundheitsminister Holetschek sieht keinen Automatismus für eine Maskenpflicht.
  • VonSebastian Horsch
    schließen

München – Klaus Holetschek (CSU) ist als Gesundheitsminister Bayerns oberster Corona-Bekämpfer. Unserer Zeitung hat er erzählt, wie er auf den Herbst blickt – und was er vom Münchner Oktoberfest hält.

Herr Holetschek, Mitte September startet das Münchner Oktoberfest. Gehen Sie auf die Wiesn?

Holetschek: Das überlege ich mir dieses Jahr gut und habe mich noch nicht entschieden. Wenn, dann gehe ich wahrscheinlich eher mal mittags hin. Insgesamt finde ich aber, dass es in der Verantwortung jedes Einzelnen liegt, ob er auf die Wiesn geht oder nicht.

Einige Experten fürchten ein Superspreading-Event. Sie nicht?

Holetschek: Die Entscheidung, dass die Wiesn stattfindet, hat nicht das bayerische Gesundheitsministerium getroffen, sondern die Landeshauptstadt München – so weit ich mich erinnere in Absprache mit Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Ich hoffe auf eine friedliche Wiesn mit möglichst wenig Infektionen.

Im Freistaat findet in Pandemiezeiten das größte Volksfest der Welt statt, und die Staatsregierung hat dazu keine Meinung?

Holetschek: Stand jetzt ist die Wiesn nach meiner Meinung vertretbar. Aber es ist nicht unsere Entscheidung – und wir hätten auch keine rechtliche Handhabung, um das zu untersagen. Wir gehen davon aus, dass die Landeshauptstadt gut vorbereitet sein wird, helfen jedoch gerne, wenn wir gefragt werden. Und wir sind uns mit der Stadt einig, dass man gut hinsehen und die Corona-Zahlen und die Lage im Gesundheitssystem genau im Auge behalten muss. Derzeit gehen die Zahlen ja eher nach unten, trotzdem ist die Belastung durch Personalausfälle immer noch hoch, zum Beispiel für die Rettungsdienste.

Ab Oktober dürfen die Länder wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen einführen. Was muss passieren, damit Sie das tun?

Holetschek: Wir müssen sehen, was im Bundeskabinett beschlossen wird. Es scheint, als sollten die Parameter, aufgrund derer die Länder über eine mögliche Maskenpflicht entscheiden sollen, immer noch nicht konkretisiert werden. Ich brauche keine Schwellenwerte oder konkrete Zahlen. Aber eine gewisse Einordnung, welche Maßstäbe deutschlandweit angesetzt werden sollen, wäre hilfreich. Doch die sehe ich nicht. Ich muss Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach klar sagen: Es gibt keinen Automatismus für eine Maskenpflicht. Dass es die Möglichkeit gibt, bedeutet keinen Umsetzungszwang.

Eine vorsorgliche Maskenpflicht wird es in Bayern also nicht geben?

Holetschek: Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass die Masken im öffentlichen Nahverkehr bleiben werden, und dass wir dort auch wieder eine FFP2-Maskenpflicht brauchen. Auf allen anderen Gebieten werden wir immer mit Blick auf die aktuelle Lage prüfen, ob die Maske erforderlich wird. Das gilt vor allem für die Orte wie den Einzelhandel, auf deren Besuch niemand verzichten kann und an denen besonders gefährdete Menschen geschützt werden müssen. Es geht immer darum, die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems zu gewährleisten.

Mit Karl Lauterbach sind Sie beim neuen Infektionsschutzgesetz auch an anderer Stelle schon zusammengerasselt. Sie kämpfen seit Wochen dagegen, dass frisch Geimpfte von einer möglichen Maskenpflicht ausgenommen werden.

Holetschek: Ja. Und ich höre vorsichtige Signale, dass die Ausnahmen bei der Maskenpflicht für innerhalb der vergangenen drei Monate Geimpfte oder Genesene am Mittwoch tatsächlich nicht mehr verpflichtend im Gesetzesentwurf auftauchen sollen. Das halte ich für richtig und wichtig, weil eine solche Regel nicht praktikabel gewesen wäre. Für frisch Getestete soll es allerdings wohl weiter eine Ausnahme-Pflicht geben, wie ich höre. Auch das halte ich in der Praxis für schwierig umsetzbar. Denn irgendjemand muss ja ständig kontrollieren, ob alle, die ohne Maske durchs Lokal laufen, tatsächlich einen negativen Test haben. Da müssen wir als Länder auch noch mal einen kritischen Blick drauf werfen. Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass Bundesminister Lauterbach die praktische Umsetzbarkeit manchmal etwas aus den Augen verliert.

Das Interview führte Sebastian Horsch.

Kommentare