Massentests für Bayern als zentrale Strategie gegen Coronavirus

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In Bayern soll es bei Kulturveranstaltungen bald keine Maskenpflicht mehr geben. Außerdem will Bayern seine Testoffensive beschließen. Tests für alle, jederzeit: Darin sieht Ministerpräsident Markus Söder das Erfolgsrezept gegen das Coronavirus. Er kündigt außerdem eine Antikörpertest-Offensive an.

Das Wichtigste auf einen Blick:
  • Die Staatsregierung kündigt Tests für alle als zentrale Strategie im Kampf gegen das Coronavirus an
  • Im Herbst soll es in Bayern auch eine Testoffensive für Antikörpertests geben
  • Neue Lockerungen gibt es nur Beschränkt auf Kulturveranstaltungen
Update 13.35 Uhr

Wo das Virus aufflammt, kommt die Quarantäne

Wo durch die Tests in Bayern neue Infektionsherde ermittelt würden, kündigt Ministerpräsident Markus Söder auch "umfangreiche Quarantänemaßnahmen" an.

Gesundheitsministerin Melanie Huml sagt über die Teststrategie: "Wir müssen jetzt schauen, wie es anläuft und wie es angenommen wird." Sie ist zuversichtlich, dass sich viele Menschen testen lassen. Aus den Tests erhofft sie sich auch mehr Erkenntnisse darüber, "wo vielleicht gerade Infektionen laufen in Bayern", die man anders nicht entdeckt hätte.

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Update 13.30 Uhr

Huml warnt vor "falscher Sicherheit"

Wer einen aktuellen negativen Coronavirus-Test hat, dürfe nicht auf die Einhaltung der aktuell geltenden Vorschriften verzichten, warnt Gesundheitsministerin Melanie Huml.

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Ministerpräsident Söder ergänzt: Man gebe die Verantwortung Schritt für Schritt an die Bürger zurück, eine erneute Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Update 13.25 Uhr

Huml will mehr Coronavirus-Tests an Bayerns Schulen

Gesundheitsministerin Melanie Huml spricht noch einmal über die bayerische Teststrategie. Priorität hätten weiterhin Menschen mit Corona-Symptomen bei Tests. "Da wollen wir schneller werden, was die Testung und das Ergebnis betrifft.

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Auch wer keine Symptome hat, dürfe sich aber testen lassen. "Das ist wichtig, weil viele Menschen verunsichert sind", sagt Huml. Zum Beispiel aus Furcht, einen Angehörigen beim Besuch im Seniorenheim anzustecken. "Das sind Momentaufnahmen", so die Ministerin. Solche Tests gäben aber dennoch Aufschluss über größere lokale Ausbruchsgeschehen.

Nach den Ferien soll der Schulunterricht in Bayern wieder normal laufen. Daher sollen auch mehr Tests unter den Lehrern durchgeführt werden. "Das ist ein freiwilliges Angebot", betont Huml.

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Update 13.20 Uhr

Aiwanger kündigt Bundeshilfen für Betriebe an

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger beleuchtet die Auswirkungen der Coronakrise auf die Wirtschaft in Bayern. Er begrüßt die bayerische Teststrategie. Denn wenn es zu lokalen Ausbrüchen komme, habe das auch immer wieder neue Auswirkungen auf die betroffenen Wirtschaftsbetriebe.

Aiwanger kündigt ein

Überbrückungsgeld des Bundes

an, das noch im Juli kommen soll. Betriebe, die im Vergleich zum Vorjahr in den Monaten Mai und Juni einen Umsatzeinbruch von 60% und mehr haben, sollen eine Bundesförderung zur Deckung der betrieblichen Fixkosten bekommen. Außerdem sollen auch für bis zu 10% der Personalkosten staatliche Hilfen zur Verfügung gestellt werden.

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Update 13.11 Uhr

Söder kündig Antikörpertest-Strategie an +++ Jetzt Keine entscheidenden Lockerungen

„Corona hält uns weiter in Atem, sagt Ministerpräsident Markus Söder in der Pressekonferenz nach der Sitzung des Bayerischen Kabinetts. Und bei vielen Bürgern steige die Verunsicherung angesichts des Leichtsinns, mit dem viele mit der Pandemie-Situation nach den letzten Lockerungen umgehen. Daher wolle man, so Söder, weiter auf Vorsicht und Umsicht setzen. Die Infektionslage sei weiter „sehr zerbrechlich“.

Ein möglicher Anstieg der Infektionen sei ein schleichender Prozess. In den USA zum Beispiel habe man womöglich zu schnell gelockert. Man müsse mindestens abwarten, wie die Entwicklung nach dem Sommerurlaub aussieht, ob die Infektionszahlen sich dann wieder nach oben entwickelt haben. Die Hoffnung, dass UV-Strahlen die Ausbreitung des Virus nachhaltig reduzierten, könne mit Blick auf die Zahlen zum Beispiel in Israel nicht sicher bestätigt werden, so der Ministerpräsident. Daher werde es im Großen keine weiteren Lockerungen geben.

Bayern will nicht nur die Coronavirus-Tests ausbauen. Es soll auch eine Strategie her für umfassende Antikörpertests. Diese solle spätestens im Herbst vorliegen. Kommt die zweite Welle, könnte sich Menschen in Bayern auch umfassend auf Antikörper testen lassen und damit eine Antwort auf die Frage zu bekommen: Habe ich das Coronavirus schon gehabt, und bin ich jetzt immun?

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Update 13.09 Uhr

Bayern will Testkapazität weiter ausbauen

Derzeit führt Bayern 10.000 Tests pro Tag durch. Die Kapazität liege bei 20.000, sagt Söder. Sie soll auf 30.000 ausgebaut werden. Die Kosten rechnet der Ministerpräsident dafür auf 200 Millionen Euro.

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Update 13.07 Uhr

Söder zur Eindämmung des Coronavirus: "Testen, testen, testen"

Ministerpräsident Markus Söder verteidigt die bayerische Strategie, mehr Coronavirus-Tests durchzuführen. "Schneller, kostenlos und für jedermann", betont Söder. „Testen, testen, testen ist die einzigen Möglichkeit, Corona einzudämmen.“ Die Wartezeiten auf die Testergebnisse sollen dabei immer weiter reduziert werden.

Argumente von Kritikern wischt Söder vom Tisch. "Viele Tests helfen." Geld dürfe dabei keine Rolle spielen. "Wir dürfen nicht an der Sicherheit der Bürger sparen." Jeder, der Symptome habe, werde innerhalb von 24 Stunden getestet und bekomme innerhalb weiterer 24 Stunden ein Ergebnis. Anlasslose Tests könnten etwas länger dauern. Außerdem soll es umfangreiche und wiederholte Reihentests geben in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Altenheimen.

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München – Die bayerische Staatsregierung befasst sich in ihrer Kabinettssitzung heute wieder mit den Corona-Regeln. Seit Wochen sind die Fallzahlen in Bayern rückläufig. Es wird daher erwartet, dass es weitere Lockerungen gibt.

Söder: "Wir wollen eine Perspektive für die Kultur"

So soll zum Beispiel bei Kulturveranstaltungen in Bayern die Maskenpflicht fallen. Im Saal dürfe die Maske auf dem festgelegten Sitzplatz künftig abgenommen werden, kündigte Ministerpräsident Markus Söder in der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag) an. "Man kann die Kultur dann eine Stunde oder eineinhalb Stunden, je nachdem wie das Ganze dann konzipiert ist, ohne Maske genießen", sagte Söder.

Der CSU-Chef argumentierte: "Die Kulturveranstaltungen verlaufen sehr seriös und sehr gut, deswegen werden wir so agieren." Beim Hineingehen und im Umfeld etwa im Garderobenbereich gelte die Maskenpflicht weiter und sei sinnvoll. Auf den Sitzen in den Veranstaltungsräumen werde sie gelockert, hieß es in der Zeitung. "Wir wollen eine Perspektive für die Kultur", sagte Söder.

Gegen 13 Uhr soll es nach der Kabinettssitzung eine Pressekonferenz der bayerischen Staatsregierung geben geben. Wir streamen die Konferenz an dieser Stelle live. (dpa/lby)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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