News-Ticker zur Corona-Pandemie

Rasche wirtschaftliche Erholung? Experte warnt: „2021 könnte zum Jahr der Ernüchterung werden“

Fratzscher warnt vor Optimismus.
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Fratzscher warnt vor verfrühtem Optimismus.
  • Daniel Pichler
    vonDaniel Pichler
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  • Martina Hunger
    Martina Hunger
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Freitag (1. Januar) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 207,7, Landkreis Rosenheim 194,0, Landkreis Traunstein 187,8, Landkreis Berchtesgadener Land 225,6, Landkreis Mühldorf 151,9, Landkreis Altötting 87,9 (Quelle/Stand: RKI, 1. Januar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2347, Landkreis Rosenheim 8711, Traunstein 5768, Berchtesgadener Land 2813, Mühldorf 3374, Altötting 2929 (Quelle/Stand: RKI, 1. Januar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 35, Landkreis Rosenheim 322, Traunstein 152, Berchtesgadener Land 65, Mühldorf 76, Altötting 105 (Quelle/Stand: RKI, 1. Januar, 0 Uhr)
  • Mindestens 33.624 Todesfälle in Deutschland (6716 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 20.42 Uhr - Experte warnt: „2021 könnte zum Jahr der Ernüchterung werden“

Viele Experten sehen das Jahr 2021 als Jahr der wirtschaftlichen Erholung von Corona - Anlass zu diesbezüglicher Hoffnung gibt natürlich auch die Corona-Impfung. Doch ein Experte warnt nun vor verfrühtem Optimismus. „Viele Wirtschaftsprognosen sind zurzeit vom Wunschdenken eines schnellen Endes der Pandemie und einer umgehenden wirtschaftlichen Erholung im Jahr 2021 geprägt“, schreibt Marcel Fratzscher, seines Zeichens Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), in einem Gastbeitrag des Tagesspiegel (Samstagausgabe): „Dies dürfte sich als Illusion erweisen.“

So könnte „2021 zum Jahr der Ernüchterung werden, zumindest was die Wirtschaft betrifft“, führt er in seinem Beitrag aus. Und er begründet dies wie folgt: „Unternehmensinsolvenzen könnten deutlich steigen, da viele so stark überschuldet sind, dass sie entweder keine Bankkredite mehr bekommen oder keine mehr wollen, Rücklagen aufgebraucht haben und die Aufschiebung der Antragspflicht für Unternehmensinsolvenzen auslaufen wird.“

Update, 20.30 Uhr - 20 Neuerkrankungen im Landkreis Altötting

Aus dem Landkreis Altötting 20 Neuerkrankungen seit Donnerstag gemeldet. Insgesamt sind im Kreis damit 2948 Personen an Corona erkrankt. Die aktuelle 7-Tages-Inzidenz laut RKI liegt bei 87,9.

Update, 18.09 Uhr - Ministerium erwartet bis Anfang Februar noch 2,68 Millionen Impfdosen

Die Bundesregierung erwartet bis Anfang Februar noch 2,68 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech. Die nächste Lieferung an die Länder sei weiterhin für den 8. Januar geplant, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag auf Twitter mit. Insgesamt sind bis einschließlich 1. Februar vier Liefertermine vorgesehen. Das entspricht den bereits bekannten Plänen, nach denen zunächst rund 670 000 Impfdosen pro Woche geliefert werden sollen. Inklusive der Lieferungen aus dem alten Jahr wären es dann insgesamt 3,98 Millionen Dosen.

Im Verlauf des Monats könnte allerdings weiterer Impfstoff vom Hersteller Moderna dazukommen. Das Ministeriums rechnet damit, dass dieser am 6. Januar zugelassen wird. «Die genauen Lieferpläne für diesen Impfstoff werden wir dann zügig mit der EU und dem Unternehmen abstimmen», hieß es am Freitag. Im Laufe des ersten Quartals seien außerdem weitere Zulassungen wahrscheinlich.

Seit dem Start der großangelegten Impfkampagne gibt es immer wieder Kritik, weil zu Beginn nicht genügend Impfstoff für alle zur Verfügung steht. Der Hersteller Biontech lotet nun aus, ob mit neuen Kooperationspartnern mehr produziert werden kann. Das sei allerdings nicht von heute auf morgen zu realisieren, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin. Erst Ende Januar werde man wissen, ob mehr hergestellt werden könne. Bundesweit wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bisher gut 165 000 Menschen mit dem Biontech-Impfstoff gegen Corona geimpft. Allerdings hinken die Meldungen an das RKi teilweise der Zahl realer Impfungen in den Bundesländern hinterher.

Update, 15.20 Uhr - Unweit der Grenze: „Feuerwerks-Treffen“ gerät außer Kontrolle - Polizist attackiert

Am 1. Jänner gegen 0.40 Uhr wurde eine Streife der Polizei Kufstein nach einer Anzeige ins tirolerische Langkampfen, nur unweit der bayerischen Grenze, gerufen. Zeugen meldeten, dass 20-30 Personen eng zusammenstehen und pyrotechnische Gegenstände auf Autos schießen würden. Beim Eintreffen der Streife verließen mehrere Personen die Örtlichkeit in die umliegenden Wohnhäuser. Im Zuge der Sachverhaltsaufnahme gab eine Anzeigerin an, dass sie die Personen, welche die Pyrotechnik abgefeuert hatten, mit ihrem Handy gefilmt habe. Eine der anwesenden Personen habe ihr daraufhin ihr Handy weggenommen, ihr den Arm auf den Rücken gedreht und sie dabei verletzt.

Nachdem der Mann von der Polizei mit dem Sachverhalt konfrontiert wurde und dieser sich nicht geständig zeigte, wurde eine gerichtlich angeordnete Hausdurchsuchung in der Wohnung des Mannes durchgeführt. Die Ehefrau des Beschuldigten, eine 45- jährige Österreicherin, widersetze sich der Amtshandlung, indem sie den einschreitenden Beamten den Zugang verweigerte und schließlich tätlich gegen einen Polizisten wurde und diesem gegen den Hals schlug. Die Frau wurde festgenommen und nach Abschluss der Erhebungen wird das Paar auf freiem Fuße der Staatsanwaltschaft Innsbruck angezeigt.

Das entwendete Handy konnte bei der durchgeführten Hausdurchsuchung nicht aufgefunden werden. Es wurde jedoch im Anschluss an die Amtshandlung in einem nahegelegenen Waldstück totalbeschädigt aufgefunden.

Update, 13.58 Uhr - Landkreis Mühldorf meldet 20 neue Corona-Fälle

Seit der letzten Statusmeldung vom Donnerstag, 31. Dezember gibt es im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn 20 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 1. Januar 2021, 8 Uhr). 
Die Reihentestung im Schlachthof in Waldkraiburg ergab acht weitere positiv getestete Mitarbeiter. Das Gesundheitsamt ermittelt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.
Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 301 aktive Fälle. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt bei 152,76.

Update, 13.15 Uhr - Polizeipräsidium Oberbayern Süd meldet 253 Corona-Verstöße

Die Silvesternacht im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd verlief weitestgehend friedlich und ruhig. In der Zeit von 31.12.2020, 19 Uhr bis 01.01.2021, 7 Uhr des Neujahrstages, wurden die Beamtinnen und Beamten der Polizeidienststellen zu 219 Einsätzen (im Vergleich: 209 im Vorjahr) gerufen.

Die derzeit geltenden Kontaktbeschränkungen bzw. die nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr waren für einige Wenige kein Grund, auf eine Silvesterparty zu verzichten. Insgesamt wurden in der vergangenen Nacht 253 Verstöße festgestellt. Über die Höhe des zu bezahlenden Bußgeldes entscheidet nun die jeweils zuständige Kreisverwaltungsbehörde.

rosenheim24.de hat die Bilanz des PPOBS in einem Extra-Artikel zusammengefasst.

Update, 12.32 Uhr - Söder zum neuen Jahr: Corona gemeinsam überwinden

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ruft die Menschen in der Corona-Krise zu Geduld, Rücksicht und Disziplin auf. „Corona ist die Bewährungsprobe unserer Generation“, sagte der CSU-Chef laut Redemanuskript in seiner Neujahrsansprache. Doch er sei sich sicher, dass es gelingen werde, die Corona-Pandemie zu überwinden - und zwar gemeinsam. „Zum Glück machen die meisten Menschen mit“, meinte Söder. Für deren Verständnis bedanke er sich. Sein Dank gelte auch allen, die während der freien Tage rund um die Uhr arbeiteten wie die Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger, Polizei, Rettungsdienste, Feuerwehren, Bundeswehr und Gesundheitsämter.

Söder schwor die Menschen in seiner Ansprache auf weitere Beschränkungen angesichts der hohen Infektionszahlen ein: „Wir erleben gerade die zweite Welle. Manche prophezeien sogar schon eine dritte Welle. Und Nachrichten über mutierte Corona-Viren machen große Sorge.“ Doch die Corona-Impfung mache Hoffnung, Normalität und Freiheit Stück für Stück zurückzugewinnen. „Keine Sorge, es gibt keine allgemeine Impfpflicht, aber Impfen ist ein Gebot der Vernunft“, betonte Söder.

Die Menschen könnten darauf vertrauen, dass der Impfstoff sicher sei. Das bestätigten alle Zulassungsstellen in Europa und Deutschland. „Daher bitte nicht den Fake-News glauben, die ständig durchs Netz geistern“, sagte Söder. Ihn empöre es, dass es immer noch Menschen gebe, die das Coronavirus ignorierten oder leugneten. „Für mich ist jeder Einzelfall ein Schicksal und jeder Todesfall ein Stich ins Herz.“

Update, 11.24 Uhr - Wegen Corona-Maßnahmen: Weniger Infektionskrankheiten in Bayern

Die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie haben einen positiven Nebeneffekt: Sie verhindern auch die Ausbreitung anderer Infektionskrankheiten. Nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen gab es seit Anfang Oktober 30 Grippe-Fälle - im Vergleich zu 914 zum selben Zeitraum im Vorjahr. Die Zahl der vom Norovirus ausgelösten Darm-Infektionen lag 2020 bei fast 4000. Das sind etwa 6000 weniger als 2019.

Dieser rückläufige Trend könne mehrere Ursachen haben, sagte ein LGL-Sprecher. Dazu gehörten zum Beispiel häufiges Händewaschen, das Tragen von Mund-Nasen-Schutz und die geschlossenen Kitas, Schulen, Restaurants und Geschäfte. Wie sich die einzelnen Maßnahmen auf die Infektionszahlen auswirkten, könne aber nicht gesagt werden. Außerdem sei unklar, wie stark sich diese auf die Grippesaison 2020/2021 auswirken werde, denn die Grippe-Welle stehe noch bevor. Diese beginne üblicherweise zwischen Anfang Januar und Anfang Februar.

Update, 10.08 Uhr - Inzidenz im BGL schießt wieder auf über 200, fünf Todesfälle in der Region

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 1. Januar).

Die Corona-Fallzahlen bzw. 7-Tage-Inzidenzen haben sich in der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Aus dem Landkreis Berchtesgadener Land (von 184,1 auf 225,6), dem Landkreis Rosenheim (von 193,6 auf 194,0) und dem Kreis Traunstein (von 176,0 auf 187,8) wurden steigende Inzidenz-Werte gemeldet. Der Landkreis Altötting (von 89,7 auf 87,9), der Kreis Mühldorf (von 155,3 auf 151,9) und die Stadt Rosenheim (von 210,9 auf 207,7) meldeten dagegen fallende Zahlen. 

Allerdings gab es in der Region leider auch wieder fünf Todesfälle zu beklagen. Laut Robert-Koch-Institut (Stand 1. Januar) starben zwei Personen im Kreis Berchtesgadener Land und je eine Personen in den Kreisen Altötting, Rosenheim und der Stadt Rosenheim. Weitere Details zum Alter und/oder Wohnort des Verstorbenen wurde nicht bekannt.

Update, 8.53 Uhr - Ruhiges Neujahr: „Nicht zu vergleichen mit normalem Silvester“

An Silvester sind die Einsatzkräfte im Dauereinsatz. Normalerweise. Das Jahr 2020 endet für viele Feuerwehrleute und Polizisten in Bayern hingegen überraschend ruhig. Nur an wenigen Orten wird gegen Corona-Maßnahmen verstoßen.

rosenheim24.de hat die Silvester-Bilanz der bayerischen Polizei in einem Extra-Artikel zusammengefasst.

RKI meldet 22.924 Corona-Neuinfektionen und 553 neue Todesfälle

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.924 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Außerdem wurden 553 neue Todesfälle verzeichnet, wie das RKI am Freitagmorgen bekannt gab. Eine Interpretation der Daten ist momentan schwierig, weil während der Feiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet werden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermitteln. Dadurch kann es laut RKI nachfolgend zu Nachmeldungen kommen. Vor einer Woche waren 25.533 Corona-Neuinfektionen und 412 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert worden. Der Höchststand von 1129 neuen Todesfällen war am Mittwoch (30.12.) erreicht worden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 141,9. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Donnerstag Sachsen mit 334,5 und Thüringen mit 256,3. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 76,4.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.742.661 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 01.01., 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 33.624. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.350.800 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 0,80 (Dienstag: 0,68). Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 80 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel hin Corona-Fälle nur verzögert angezeigt, erfasst und übermittelt werden, „so dass der R-Wert zudem gegebenenfalls unterschätzt wird“.

mh/dp/dpa

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