News-Ticker zur Corona-Pandemie

50.000 Astrazeneca-Impfstoff-Dosen in Bayern erwartet - wieder keine Öffnungen? Söder warnt vor Lockerungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU)
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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
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    Sebastian Aicher
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Samstag, 6. Februar, im Newsticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 64,5, Landkreis Rosenheim 75,4, Landkreis Traunstein 128,6, Landkreis Berchtesgadener Land 138,8, Landkreis Mühldorf 138,1, Landkreis Altötting 119,3 (Quelle/Stand: RKI, 6. Februar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2764, Landkreis Rosenheim 10.171, Traunstein 7063, Berchtesgadener Land 4021, Mühldorf 4284, Altötting 3659 (Quelle/Stand: RKI, 6. Februar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 51, Landkreis Rosenheim 409, Traunstein 187, Berchtesgadener Land 89, Mühldorf 110, Altötting 154 (Quelle/Stand: RKI, 6. Februar, 0 Uhr)
  • Mindestens 61.286 Todesfälle in Deutschland (11.096 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 16.50 Uhr - Über 50 000 Astrazeneca-Impfstoff-Dosen in Bayern erwartet

Der Hersteller Astrazeneca will an diesem Samstag mehr als 50 000 Impfstoff-Dosen an die bayerischen Impfzentren liefern. Das gab das Bundesgesundheitsministerium bekannt. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) bestätigte die Angaben dem Bayerischen Rundfunk.

Die 100 Impfzentren in Bayern werden in den nächsten vier Wochen insgesamt mit fast einer Million Impfdosen der Hersteller Astrazeneca, Biontech/Pfizer und Moderna bestückt. Allein Astrazeneca wolle im Februar und der ersten Märzwoche 504 000 Dosen nach Bayern liefern.

Bayern hat seit dem Impfstart am 27. Dezember vor allem in Altenheimen und an Personal des Gesundheitswesens gut eine halbe Million Impfdosen verabreicht. Rund 665 000 Dosen seien bis zum 2. Februar geliefert worden, heißt es vom Bundesgesundheitsministerium.

Bis Anfang März könnte sich das Impftempo nun deutlich beschleunigen. In dem Zeitraum kommen von Biontech/Pfizer dem Ministerium zufolge weitere 410 000 Impfstoff-Dosen und von Moderna knapp 30 000. Insgesamt stehen also bis Anfang März für Bayern rund eine Million zusätzliche Dosen zur Verfügung.

Holetschek warnte außerdem: „Wir müssen im Auge behalten, wenn wir öffnen - und da sind Schulen und Kindergärten sicher vorne dabei - muss es nachhaltig sein, nicht nur für zehn Tage, sondern mit Perspektive.“

Update, 14.30 Uhr - Söder warnt vor überstürzten Corona-Lockerungen

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor den Bund-Länder-Beratungen zum Corona-Kurs vor überstürzten Lockerungen mit der Gefahr eines Rückfalls gewarnt. „Wenn die Zahlen sinken, und das tun sie, dann haben wir mehr Perspektiven, dann gibt es auch Veränderungen und natürlich wieder zu mehr Freiheit und Normalität“, sagte Söder am Samstag auf dem CDU-Landesparteitag im niedersächsischen Hildesheim. Lockerungen müssten aber nicht übereilt, sondern in einem moderaten Prozess erfolgen, nötig seien Empathie und Ehrlichkeit gegenüber der Bevölkerung.

Lockerungen zu überstürzen, könne gefährlich werden, wie sich im Nachbarland Tschechien und teils auch in Österreich zeige, sagte Söder, der zu dem weitestgehend online organisierten Parteitag zugeschaltet wurde. „Sicherheit ist - glaube ich - am Ende der beste Ratgeber.“ Bei der Bewältigung der Corona-Epidemie sei Deutschland im Vergleich mit vielen anderen Ländern der Welt den richtigen Weg gegangen, sagte Söder. „Ich wünsche mir einfach, dass wir diesen Weg jetzt klug und besonnen weitergehen.“

Bereits am Donnerstag hatte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) in einer Regierungsfragestunde im Landtag erklärt, er sehe wegen der sinkenden Infektionszahlen Spielraum für Lockerungen. Kurz darauf distanzierte sich die CSU um Ministerpräsident Markus Söder aber überaus deutlich wieder davon.

Das ist nicht die Haltung der Staatsregierung. Wir entscheiden nach der Konferenz der Ministerpräsidenten“, sagte der Chef der Staatskanzlei und Corona-Koordinator Florian Herrmann der Deutschen Presse-Agentur in München. Mit Blick auf die wiederholte Forderung Aiwangers nach Lockerungen betonte er: „Und täglich grüßt das Murmeltier.“ Für den Freistaat bleibe es weiter bei dem Weg der Vorsicht. „Die Lage ist noch viel zu instabil.

Update, 13.21 Uhr - Pathologe: Großteil der Corona-Toten an statt mit Covid gestorben

Der Großteil der von Kieler Pathologen obduzierten Menschen, die sich vor ihrem Tod mit Corona infiziert hatten, ist tatsächlich an Covid-19 gestorben. „Bei 85 Prozent der Fälle konnten wir wirklich bestätigen, dass sie an Covid-19 verstorben sind“, sagte der Direktor des Instituts für Pathologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH), Christoph Röcken. In Kiel wurden bislang mehr als 50 Menschen im Alter von 53 bis über 90 Jahre obduziert, die sich vor ihrem Tod mit Sars-CoV-2 angesteckt hatten. Nur ein kleiner Teil sei mit statt an Covid-19 gestorben, sagte Röcken.

Röcken und sein Team obduzieren aktuell zusätzlich zu ihren anderen Aufgaben täglich zwei Menschen, die an oder mit Covid-19 gestorben sind. Ihr Ziel: Wissen sammeln über einen Erreger und eine Krankheit, die derzeit überall auf der Welt wüten. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer bundesweiten Initiative von 34 Unikliniken systematisch zusammengetragen. In einem Obduktionsregister werden die Daten aus ganz Deutschland gesammelt und ausgewertet sowie Gewebeproben von an Covid-19 Verstorbenen aufbewahrt.

Bislang liegen bundesweite Daten aus dem Obduktionsregister noch nicht vor. Aber er höre von anderen Pathologen bundesweit, dass diese zu ähnlichen Ergebnissen kämen, sagte Röcken. Das Robert Koch-Institut verzeichnete bislang mehr als 60.000 Corona-Todesfälle. In die Statistik gehen dabei sowohl Menschen ein, die unmittelbar an der Erkrankung verstorben sind, also auch solche mit Vorerkrankungen, bei denen sich nicht abschließend nachweisen lässt, was die Todesursache war.

Update, 12.09 Uhr - Raublinger Rennstall meldet: Radsport-Star Sagan positiv auf Coronavirus getestet

Der dreimalige Straßenrad-Weltmeister Peter Sagan ist mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilte sein Rennstall Bora-hansgrohe am Samstagmorgen mit. Der 31 Jahre alte Sagan, sein Bruder Juraj und Landsmann Erik Baska wurden positiv getestet. Alle drei seien wohlauf und befinden sich nun in Quarantäne, wie das Team aus Raubling schrieb. „Alle drei zeigen leichte, allgemeine Krankheitssymptome und können zum jetzigen Zeitpunkt in häuslicher Quarantäne gemäß der Landesvorgaben bis zur Genesung verbleiben“, sagte Teamarzt Christopher Edler. Nach der Quarantäne seien weiterführende Untersuchungen geplant.

Sagan schilderte, der positive Test sei bereits vom 29. Januar. Der Radsport-Star bedankte sich beim Team für die Unterstützung und sagte: „Wir sind in ständigem Austausch, obwohl wir weit voneinander entfernt sind. Ich hoffe, unser nächster Test fällt negativ aus und wir können so schnell wie möglich das Training wieder aufnehmen.“

Teammanager Ralph Denk betonte, man könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen, was die positiven Tests des Trios für den Saisonstart bedeuten. „Zuerst müssen alle drei wieder völlig gesund sein und eine medizinische Freigabe erhalten, dann können wir überlegen, was die nächsten Schritte sind“, sagte Denk.

Update, 11.18 Uhr - 1000 Todesfälle in der Region seit Pandemiebeginn

In den Landkreisen Traunstein, Mühldorf, Altötting, Berchtesgadener Land sowie in Stadt und Landkreis Rosenheim sind seit Pandemiebeginn insgesamt 1000 Menschen mit einer bestätigten Corona-Infektion verstorben.

Zwei weitere Todesfälle im Landkreis Rosenheim ließen die Zahl von 998 auf 1000 ansteigen. Aus den übrigen Landkreisen der Region sowie aus der Stadt Rosenheim wurden unterdessen keine neuen Todesfälle gemeldet.

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 6. Februar 2021)

Die Werte der 7-Tage-Inzidenz in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Rosenheim sind im Vergleich zum Vortag leicht gesunken, der Wert für die Stadt Rosenheim blieb laut RKI unverändert. In den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Traunstein hingegen stiegen die Inzidenzzahlen wieder etwas an. Den größten Sprung machte dabei der Landkreis Traunstein von 122,4 am 5. Februar auf 128,6 am 6. Februar.

Update, 9.51 Uhr - BKA-Präsident: Zahl der Corona-Bedrohungen gegen Politiker steigt

Das Bundeskriminalamt (BKA) hat eine steigende Anzahl von Bedrohungen und Anfeindungen von Politikern, Wissenschaftlern und Journalisten durch Corona-Leugner festgestellt. „Wir sehen mit Sorge, dass die Zahl der Bedrohungen und Anfeindungen stetig zunimmt. Das betrifft Politiker, aber auch andere Personen wie etwa Virologen, die während der Pandemie in den Medien besonders präsent sind“, sagte BKA-Präsident Holger Münch in einem „Spiegel“-Interview. „Immer häufiger registrieren wir Angriffe auf Journalisten. Die Emotionalisierung ist groß.“ Deshalb habe das BKA seine Schutzkonzepte in enger Abstimmung mit den Ländern angepasst.

„Unter den Querdenkern sind Verschwörungstheoretiker, Esoteriker, aber auch Reichsbürger und Rechtsextremisten“, sagte Münch. „Es gibt also eine Nähe zu Radikalen, aber bislang keine Unterwanderung der kompletten Protestbewegung.“ Wichtig werde weiterhin sein, dass die Politik ihre Maßnahmen gut erklärt. „Auch die Unterstützung für Menschen, die wegen Corona wirtschaftlich in Not geraten sind, stabilisiert die Gesellschaft.“

Durch die Corona-Pandemie haben manche Kriminalitätsbereiche einen Rückgang erfahren, andere erlebten einen Aufschwung. „Besonders während der Lockdown-Monate sind Tatgelegenheiten für Kriminelle entfallen. Wenn die Menschen zu Hause bleiben, ist etwa ein Wohnungseinbruch riskanter. Und wenn es keine Menschenansammlungen gibt, haben Taschendiebe keine Chance“, sagte Münch. Aber: „Kriminelle sind leider anpassungsfähig und verlagern ihre Taten dahin, wo die Menschen während des Lockdowns noch präsenter sind, nämlich ins Netz.“ Generell habe die Cyberkriminalität im vergangenen Jahr erheblich zugenommen.

10.485 Corona-Neuinfektionen und 689 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.485 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 689 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12 321 Neuinfektionen und 794 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bei 77,3. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.275.394 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 6. Februar, 0 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 61.286. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.020.900 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,93 (Vortag 0,89). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor acht bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

aic/dpa

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