News-Ticker zur Corona-Pandemie

Angela Merkel über mögliche Lockerungen und Corona-Mutationen - Aktuelle Zahlen aus der Region

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erläutert auf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt über ihr vorangegangenes Gespräch. Merkel hatte sich in einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.
+
Angela Merkel
  • Sebastian Aicher
    vonSebastian Aicher
    schließen
  • Martina Hunger
    Martina Hunger
    schließen

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Donnerstag, 4. Februar, im Newsticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 74,0, Landkreis Rosenheim 78,1, Landkreis Traunstein 117,3, Landkreis Berchtesgadener Land 156,7, Landkreis Mühldorf 120,0, Landkreis Altötting 130,9 (Quelle/Stand: RKI, 4. Februar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2754, Landkreis Rosenheim 10.105, Traunstein 6991, Berchtesgadener Land 3984, Mühldorf 4221, Altötting 3630 (Quelle/Stand: RKI, 4. Februar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 51, Landkreis Rosenheim 405, Traunstein 186, Berchtesgadener Land 89, Mühldorf 109, Altötting 153 (Quelle/Stand: RKI, 4. Februar, 0 Uhr)
  • Mindestens 59.742 Todesfälle in Deutschland (10.767 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
  • Ihr braucht FFP2-Masken? Hier mit dem OVB24-FFP2-Shopping-Deal profitieren

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 21.06 Uhr - Angela Merkel steht Rede und Antwort im TV-Interview

Bundeskanzlerin Angela Merkel stand ntv und RTL am Donnerstag um 20.15 Uhr Rede und Antwort im TV-Interview. Dabei betonte sie, dass sie zwar „ein leichtes Licht am Ende des Tunnels“ sehe, es jedoch nach wie vor eine sehr schwere Zeit sei. Die Zielwerte seien noch nicht erreicht, aber der Scheitel der zweiten Virus-Welle sei überschritten.

Auch wisse sie um die vielen Einzelschicksale in Deutschland die unter dem Lockdown leiden, frage sich selbst oft, was sie besser machen könne. Und obwohl die Regierung immer versuche zu helfen, können sie den Leuten die Angst nicht nehmen. Wann mit Lockerungen gerechnet werden kann, könne sie noch nicht sagen, so die Kanzlerin weiter. Wünschenswert wäre aber ein dauerhafter 7-Tage-Inzidenzwert von unter 50. Diesem Ziel komme man immer näher, immerhin etwa 70 Landkreise haben es schon erreicht.

Doch ehe die Zahlen zurückgehen, solle man nicht mit Lockerungen, etwa bei Friseuren etc. rechnen. Auch für die Wirtschaft sei das bedeutsam, denn niedrige Infektionszahlen bedeuten auch in diesem Bereich eine Entspannung. Auch die Mutationen bereiten Merkel Sorgen, denn auch sie seien relevant, wenn es um den Weg zurück in die Normalität gehe.

Update, 20. Uhr - Südafrika-Mutationen in Tirol: Land will keine Quarantäne

Nach dem vermehrten Auftreten der südafrikanischen Mutation des Coronavirus in Tirol wehrt sich das Bundesland gegen erste Überlegungen für eine Quarantäne. Einen solchen gravierenden Schritt gebe die Datenlage nicht her, sagte Tirols Landeschef Günther Platter am Donnerstag im Landtag in Innsbruck.

Zwar müsse man auf der Hut sein, aber es gelte, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Die südafrikanische Variante sei in Tirol bisher 75 Mal identifiziert worden - nur fünf Betroffene seien aktiv positiv. Es würden nun die Kontaktnachverfolgung und das Testen intensiviert.

Zuvor war nicht ausgeschlossen worden, dass das ganze Bundesland unter Quarantäne gestellt wird. Die Regierung in Wien prüfe mit Experten alle Optionen, erfuhr die österreichische Nachrichtenagentur APA aus informierten Kreisen. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte die Situation in Tirol als ernst bezeichnet.

Eine Entscheidung soll spätestens am Sonntag fallen. Eine Virologin der Medizinischen Universität Innsbruck hatte Alarm geschlagen und Reisebeschränkungen gefordert. Eine Auswertung habe ergeben, dass in Teilen des österreichischen Bundeslands etwa zehn Prozent der Neuinfektionen auf die Südafrika-Variante zurückgingen, so die Virologin Dorothee von Laer.

Dies gelte für die Region zwischen Innsbruck und der Grenze zu Bayern bei Kufstein. Es könne sein, dass die Impfungen weniger gegen diese Mutation wirkten und auch der natürliche Schutz durch Antikörper nach einer Erkrankung weniger gegen diese Variante helfe.

Zur aktuellen Strategie sollen laut Platter Massentests insbesondere im Bezirk Schwaz und Umgebung ausgebaut werden. Pro Tag sollen 50.000 Tests in Tirol gemacht werden und 118 Teststraßen zur Verfügung stehen. Das Personal für die Kontaktnachverfolgung werde aufgestockt und die Polizei eingebunden. Insgesamt sollen 600 Personen im Einsatz sein. Zudem wolle das Land bei den Sicherheits- und Hygienekonzepten in den Alters- und Pflegeheimen nachschärfen.

Update, 20.27 Uhr - 37 weitere Fälle im Berchtesgadener Land

Das zuständige Landratsamt meldet 37 neue Corona-Fälle aus dem Berchtesgadener Land. Sechs Personen davon befanden sich bereits als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Landkreisweit gibt es derzeit 259 aktive Covid-19-Fälle, 24 davon gehen auf Einrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Gemeinschaftsunterkünfte, Kindergärten oder Schulen zurück. In den Kliniken des Berchtesgadener Landes werden aktuell 34 Patienten mit bestätigter Corona-Infektion stationär behandelt, fünf davon auf der Intensivstation.

Update, 20.17 Uhr - 49 Neuinfektionen und ein Todesfall im Landkreis Traunstein

Im Zuständigkeitsbereich des Landratsamtes Traunstein gibt es 49 neue Corona-Fälle. Zudem ist eine 75-jährige Frau mit einer bestätigten Corona-Infektion verstorben. Als genesen gelten landkreisweit inzwischen mindestens 5.879 Personen. In den Kliniken des Landkreises werden zur Zeit 32 Covid-19-Patienten behandelt, davon 26 auf der Normalstation, sechs werden intensivmedizinisch betreut.

Update, 19:41 Uhr - 18 neue Corona-Fälle im Landkreis Mühldorf am Inn

Seit der gestrigen Pressemitteilung zählte das Landratsamt Mühldorf am Inn landkreisweit 18 neue bestätigte Corona-Fälle. Derzeit gibt es im Landkreis 229 aktive Fälle. Der Wert der 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Mühldorf liegt laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 120,0 (Stand: 4. Februar, 0 Uhr).

Update, 18.30 Uhr - Kurregion Bad Reichenhall sieht nach Lockdown Chance auf gute Saison

Trotz der Corona-Krise schaut die Region Bad Reichenhall im Berchtesgadener Land optimistisch auf das Tourismusjahr 2021. „Wir haben das in den vergangenen Wochen und Monaten gut gemeistert”, sagte Oberbürgermeister Christoph Lung (CSU) am Donnerstag. Er sei zuversichtlich, dass das auch in den nächsten Monaten gelingen werde.

„Ich gehe davon aus, dass die Nachfrage in dem Moment steigt, in dem klar ist: Es darf wieder gereist werden”, sagte die Geschäftsführerin der Berchtesgadener Land Tourismus Gesellschaft, Brigitte Schlögl.

Reisen ins Ausland dürften auch dieses Jahr nur eingeschränkt möglich sein. Der vergangene September sei sogar besser gewesen als im Vorjahr, weil viele im eigenen Land Urlaub machten. In der zweiten Oktoberhälfte wurde das Berchtesgadener Land dann Corona-Hotspot Deutschlands - mit dem ersten Lockdown seit dem Frühjahr bundesweit. Gäste mussten übereilt abreisen. „Der Oktober hat uns sehr weh getan”, sagte Schlögl. Die Einbußen im Tourismus in der Region Bad Reichenhall 2020 lagen im zweistelligen Prozentbereich. „Wir werden etwa 20 bis 25 Prozent Minus haben”, sagte Schlögl.

Bad Reichenhall setzt auch auf den Effekt des 175-jährigen Jubiläums seiner Kurgeschichte. Soleanwendungen seien mit ärztlicher Verordnung auch im Lockdown möglich; zudem sei die Freiluftinstallation am historischen Gradierhaus nutzbar. 1846 wurde in Reichenhall die erste Sole-Kuranstalt eröffnet. 1890 erhielt der Ort den Zusatz Bad.

Im Berchtesgadener Land hatte die Pandemie im Herbst früher als anderswo zu starken Einschränkungen geführt. Im Oktober erreichte die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen Spitzenwerte von an die 300.

Update, 17.13 Uhr - Holetschek: Anzeichen für deutlich mehr Impfstoff im zweiten Quartal

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat sich in Bezug auf die Impfkampagne gegen das Corona-Virus ungeachtet erheblicher Anfangsschwierigkeiten optimistisch gezeigt. „Wichtig ist, dass der Impfstoff künftig verlässlich und regelmäßig fließt. Die Angaben, die wir vom Bund bekommen haben, stimmen mich zuversichtlich, dass wir spätestens im zweiten Quartal deutlich mehr bekommen werden“, sagte Holetschek am Donnerstag in München.

Bayernweit seien inzwischen mehr als eine halbe Million Impfdosen gegen das Corona-Virus verabreicht worden. Mehr als 160.000 Menschen hätten die zweite Dosis erhalten und damit vollen Impfschutz, sagte der Minister. Das sei angesichts der unerwarteten Lieferverzögerungen des Impfstoffes eine gute Entwicklung. Es habe sich als richtig herausgestellt, Impfstoff zurückzuhalten, um bei Lieferengpässen auf alle Fälle die Zweitimpfungen verabreichen zu können.

Mit einer Erstimpfung sind derzeit inzwischen 2,6 Prozent der Bevölkerung in Bayern versorgt - damit liegt der Freistaat unter den Bundesländern nur im Mittelfeld und deutlich hinter anderen Ländern wie USA, Großbritannien oder Israel zurück.

In den Alten- und Pflegeheimen seien die Impfungen in Bayern weit fortgeschritten, sagte Holetschek. Mobile Impfteams hätten bereits mehr als 94 Prozent der Einrichtungen besucht, mehr als 90.000 Bewohner seien geimpft worden. Das entspreche einer Quote von etwa 74 Prozent aller Altenheimbewohner, sagte ein Ministeriumssprecher.

Update, 15.47 Uhr - Gaststätten zu, keine Hilfen: Kleine Brauereien in Not

Die Schließung der Gastwirtschaften und das Verbot von Volksfesten hat vor allem die kleinen bayerischen Brauer hart getroffen. Sie „büßten 50, 60, 70 Prozent ihres Absatzes ein“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, Lothar Ebbertz, am Donnerstag in München. Brauereien mit eigener Gastwirtschaft bekämen als Mischbetriebe nicht einmal November- und Dezemberhilfen: Hier habe die schwarz-rote Bundesregierung leere Versprechen gemacht, kritisierte Verbandspräsident Georg Schneider.

Der Bierausstoß der bayerischen Brauereien brach 2020 zwar nur um eine Million Hektoliter oder vier Prozent ein auf 22,8 Millionen Hektoliter. Im Handel wuchs der Verkauf sogar. Aber bei Supermärkten und Discountern, wo Flaschenbier in großen Mengen zu niedrigen Preisen „verramscht“ werde, seien kleine Brauereien weniger präsent, sagte Ebbertz. Jedes dritte Bier in Bayern werde bisher in der Gastronomie und auf Volksfesten verkauft, das sei die Domäne der kleinen Brauereien, und deshalb seien jetzt viele „vor Corona pumperlg‘sunde Betriebe in Existenznot“, erklärte Schneider.

Die vielfältige bayerische Bierkultur - „schauen Sie nach Franken“ - sei bedroht, Gastbetriebe dürften in die Insolvenz rutschen, kleine Brauereien könnten in den Strudel mitgerissen werden. Das sollten Politiker, die sich gern mit Bierzeltreden schmücken, bedenken. Der Einbruch sei gigantisch, und das neue Jahr habe nicht besser begonnen. Nach drei Monaten Lockdown gebe die Politik immer noch keine verlässliche Perspektive, kritisierte Schneider. Die Starkbiersaison werde auf dem Sofa eröffnet.

Update, 14.21 Uhr - Bayern hält starre Corona-Stufenpläne für nicht praktikabel

Bayern hält starre Stufenpläne für Corona-Auflagen, wie sie Niedersachsen und Schleswig-Holstein vorgelegt haben, für nicht praktikabel. „Diese Modelle sind zu kompliziert für den Alltag. Sie gaukeln eine vermeintliche Planbarkeit vor, die angesichts der Dynamik der Pandemie nicht realistisch ist“, sagte Staatskanzleichef und Corona-Koordinator Florian Herrmann (CSU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München. In der kommenden Woche wollen Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten.

Auch andere Bundesländer, darunter etwa Bremen, hatten sich skeptisch zu den Stufenplänen geäußert und vor einem hin und her bei den Maßnahmen gewarnt. So sieht es auch Herrmann: Das Motto für das Vorgehen in der Pandemie müsse weiterhin lauten: Keep it simple. Nur dann kann die Bevölkerung es weiter nachvollziehen. Er erinnerte daran, dass es schon jetzt Kritik gebe, das landesweit einheitliche Regelwerk sei zu unübersichtlich.

Niedersachsens Stufenplan für Corona-Einschränkungen sieht je nach Inzidenzwert, also je nach Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, bestimmte Lockerungen beziehungsweise Auflagen für bestimmte Kommunen vor. Einbezogen werden aber auch andere Faktoren wie die Reproduktionsrate des Virus, also wie viele Menschen von einem Infizierten neu angesteckt werden. Wechselunterricht an den Schulen und uneingeschränkte Trauerfeiern könnten demnach wieder stattfinden, wenn die Inzidenz binnen einer Woche unter 100 sinke.

Für Herrmann birgt auch die differenzierte Datengrundlage Risiken, da sie für Verwirrung sorge. „Die Inzidenz ist die wichtigste Kennzahl in der Pandemiebekämpfung – und sollte es auch bleiben. Sie zeigt die Dynamik bei den Neuinfektionen am besten, von ihr wird alles andere abgeleitet“, sagte er.

Update, 12.52 Uhr - 7-Tage-Inzidenz in München sinkt unter 50: Vorerst keine Lockerungen

Erstmals seit Mitte Oktober ist die 7-Tage-Inzidenz von Bayerns Landeshauptstadt unter die „magische” Marke von 50 gefallen. München ist im Jahr 2021 damit die erste deutsche Metropole, der das gelingt. Am Donnerstagmorgen lag die Corona-Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bei 48,0.

Laut “Süddeutscher Zeitung” wird es aber trotz der positiven Entwicklung keine Lockerung geben. Die gesunkene Inzidenz sei „ein Schritt in Richtung mehr Normalität”, aber „erst wenn wir diesen Wert auch in den nächsten sieben Tagen halten, können wir über etwaige Lockerungen überhaupt nachdenken”, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) der Zeitung. Dazu werde er sich eng mit der Staatsregierung abstimmen.

Update, 12.18 Uhr - Polizei löst illegale Kindergeburtstagsparty bei Ulm auf

Knapp zehn Erwachsene haben mit mehreren Kindern in Mittelbiberach (Baden-Württemberg) trotz Corona-Lockdowns einen Kindergeburtstag gefeiert. Die Erwachsenen, die nicht zum Hausstand gehörten, wurden aufgefordert, das Fest zu verlassen, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Nur unter Protesten seien die Gäste gegangen, hieß es. Wegen der Party am Mittwoch müssen nun vier Erwachsene mit Anzeigen rechnen.

Update, 11.32 Uhr - Wegen Virus-Mutationen: Abschottung Tirols wird geprüft

Die Verbreitung der südafrikanischen Mutation des Coronavirus in Tirol könnte zu einer Abschottung einzelner Gebiete führen. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass das ganze Land unter Quarantäne gestellt wird. Die Regierung prüft derzeit mit Experten alle Optionen, wie mehrere österreichische Medien übereinstimmend berichten. Bis Sonntag werden die Ergebnisse noch einmal analytisch angesehen. Die Virologin Dorothee von Laer von der Med-Uni Innsbruck vertrat in Interviews am Mittwoch die Ansicht, dass das Land Tirol angesichts des Auftretens neuer lokaler Corona-Varianten für ein Monat isoliert gehört.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober bezeichnet davor die Situation in Tirol als „ernst“. Das Land Tirol hat, wie der Minister am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien sagte, noch am Mittwoch ein „sehr straffes Fünf-Punkte-Programm aufgestellt, mit dem die Situation genau untersucht werden soll“. Er habe den Eindruck, dass Tirol „selbstverständlich“ der Ernst der Lage klar sei. Am Sonntag „ist Tag der Bilanz“, dem möchte er nicht voraus greifen. Dann werde man aber darüber entscheiden, wie umfassend entweder „dieses Paket fortgesetzt werden muss“ oder ob es weitere Maßnahmen brauche. „Diese paar Tage abzuwarten, ist notwendig“, meinte der Gesundheitsminister.

Update, 11.05 Uhr - Aiwanger: Lockdown-Lockerungen voraussichtlich „eher möglich”

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) sieht angesichts der gesunkenen Corona-Zahlen Spielraum für Lockdown-Lockerungen. Die Zahlen der vergangenen Tage deuteten darauf hin, „dass eher Öffnungen möglich sind als alles völlig unverändert geschlossen zu lassen”, sagte Aiwanger am Donnerstag in einer Regierungs-Fragestunde im Landtag in München. Dies müsse aber auf Bundesebene und in der Koalition in Bayern abgestimmt werden. „Daten müssen diskutiert werden, Inzidenzen müssen diskutiert werden, und politische Mehrheiten in Bund und Land müssen gefunden werden.”

Aiwanger deutete an, dass als erstes Handel und Friseure wieder geöffnet werden könnten und erst später Gastronomie und Tourismus. Genaue Daten könne man aber noch nicht nennen. Man müsse den richtigen Zeitpunkt finden und entscheiden, was geöffnet werden könne und was aus Gesundheitsgründen gut begründbar geschlossen bleiben müsse. Die erfreuliche Entwicklung bei den Corona-Zahlen in den vergangenen Tagen dürfe man nicht verspielen, sagte Aiwanger.

Bund und Länder wollen am 10. Februar beraten, wie es mit dem coronabedingten Lockdown weitergeht nach dem 14. Februar. Anschließend muss dann in Bayern über die konkrete Umsetzung entschieden werden.

Update, 10.15 Uhr - Landkreis Altötting meldet 31 neue Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 31 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit stieg die Zahl der Infizierten seit Pandemie-Ausbruch in Stadt und Landkreis Altötting auf insgesamt 3628 Personen (Stand: 3. Februar, 16.45 Uhr). Aktuell gibt es im Landkreis 207 aktive Fälle. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Burghausen (32), Garching (26) und Altötting (26). Die 7-Tage-Inzidenz im Landkreis Altötting lag zum o.g. Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 130,9.

Update, 9.25 Uhr - Corona-Lage entspannt sich - Ausnahme Grenzregion zu Tschechien

Die Corona-Lage entspannt sich in vielen Teilen Bayerns: In München und 19 weiteren Städten und Kreisen des Freistaats ist die 7-Tage-Inzidenz auf unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gesunken. Das geht aus den am Donnerstag veröffentlichten neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts in Berlin hervor. Bayernweit am besten da steht die Stadt Regensburg mit einem Wert von 24,1. Auch die landesweite Inzidenzzahl ist auf 83,1 weiter leicht zurückgegangen, Anfang der Woche war diese noch bei über 90.

Schwierig bleibt jedoch die Situation in der Grenzregion zu Tschechien: Denn drei bayerische Kommunen lagen mit den deutschlandweit höchsten Inzidenzwerten an der Spitze der täglich vom RKI aktualisierten Tabelle: An erster Stelle der Landkreis Hof (378,7), gefolgt von Tirschenreuth (351,2) und der Stadt Hof (277,1). Unter den deutschlandweit zwanzig Kommunen mit den höchsten Inzidenzwerten sind noch fünf weitere bayerische Kreise und Städte: Wunsiedel, Regen, Weiden, die Stadt Ansbach und Miltenberg.

Doch ist mehr als ein Fünftel der insgesamt 96 bayerischen Landkreise und größeren Städte nunmehr unter die 50er-Schwelle gesunken, die Ministerpräsident Markus Söder (CSU) über Wochen als Mindestvoraussetzung für Lockerungen der Corona-Beschränkungen genannt hatte. Schnelle Entscheidungen sind aber nicht zu erwarten, denn neuerdings klingt Söder noch vorsichtiger.

Update, 8.18 Uhr - RKI meldet zehn Todesfälle in der Region

Entwicklung der 7-Tage-Inzidenzen in der Region (Stand 4. Februar).

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Corona-Fallzahlen haben sich in den Landkreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickeltGestiegen sind die Inzidenz im Kreis Altötting (von 113,0 auf 130,9), dem Berchtesgadener Land (von 153,9 auf 156,7), dem Landkreis Rosenheim (von 71,9 auf 78,1) und dem Kreis Traunstein (von 94,7 auf 117,3). Gesunken sind die Inzidenzen dagegen im Kreis Mühldorf (von 121,7 auf 120,0) und der Stadt Rosenheim (von 81,8 auf 74,0).

In der Region wurde laut RKI zehn weitere Todesfälle gemeldet. Vier Personen verstarben im Kreis Traunstein und jeweils drei in den Kreisen Altötting und TraunsteinNähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort der Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 7.13 Uhr - Staatsregierung hofft auf neue Impfstoff-Produktionsstätten in Bayern

Die bayerische Staatsregierung lotet zusammen mit mehreren Pharmafirmen Möglichkeiten für den Aufbau zusätzlicher Impfstoff-Produktionsstätten im Freistaat aus. Dabei geht es zwar nicht um kurzfristige Kapazitäten, wohl aber in Richtung des Jahresendes oder Anfang 2022.

„Das Thema Impfstoff wird uns auch in der Zukunft noch lange beschäftigen“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. „Wir werden auch im nächsten Jahr noch Impfstoff brauchen.“ Deshalb solle eine neu eingesetzte Arbeitsgruppe nun ausloten, wo in Bayern man möglicherweise noch Kapazitäten aufbauen könne und welche Voraussetzungen nötig seien.

Die Staatsregierung - an ersten Gesprächen mit Pharmafirmen darüber war auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) beteiligt - will den Unternehmen dabei den Angaben zufolge so gut wie möglich Hilfestellung geben, gegebenenfalls auch mit Geld. „Wir können uns auch vorstellen, das finanziell zu unterstützen“, sagte Holetschek.

14.211 Corona-Neuinfektionen und 786 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 14.211 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 786 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervorgeht. Vor genau einer Woche hatte das RKI 17.553 Neuinfektionen und 941 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Der Höchststand von 1244 neuen gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33 777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Donnerstagmorgen bei 80,7. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die meisten Bundesländer verzeichnen laut RKI weiterhin sinkende Sieben-Tages-Inzidenzen.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.252.001 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 04.02., 0 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 59.742. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1 991 000 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,83 (Vortag 0,85). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mh/dpa

Kommentare