News-Ticker zur Corona-Pandemie

„Müssen jetzt handeln“: Merkel setzt sich durch und verschärft Lockdown - Schule bis 14. Februar zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erläutert auf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt gemeinsam mit Markus Söder (CSU, r), Ministerpräsident von Bayern, und Michael Müller (SPD, l), Regierender Bürgermeister von Berlin, die Ergebnisse ihres vorangegangenen Gesprächs. Merkel hatte sich in einer Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise beraten.
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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erläutert auf einer Pressekonferenz im Bundeskanzleramt gemeinsam mit Markus Söder (CSU, r), Ministerpräsident von Bayern, und Michael Müller (SPD, l), Regierender Bürgermeister von Berlin, die Ergebnisse ihres vorangegangenen Gesprächs.
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Dienstag, 19. Januar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 163,6, Landkreis Rosenheim 144,3, Landkreis Traunstein 163,0 , Landkreis Berchtesgadener Land 223,7, Landkreis Mühldorf 131,2, Landkreis Altötting 163,2 (Quelle/Stand: RKI, 19. Januar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2611, Landkreis Rosenheim 9551, Traunstein 6494, Berchtesgadener Land 3507, Mühldorf 3793, Altötting 3317 (Quelle/Stand: RKI, 19. Januar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 47, Landkreis Rosenheim 374, Traunstein 168, Berchtesgadener Land 76, Mühldorf 90, Altötting 131 (Quelle/Stand: RKI, 19. Januar, 0 Uhr)
  • Mindestens 47.622 Todesfälle in Deutschland (8697 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de
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Die Fallzahlen im Überblick:

Die Pressekonferenz im Live-Stream:

Update, 22.11 Uhr - Söder: „Es wäre grundlegend falsch, jetzt abzubrechen!“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sprach von einer „gemischten Gefühlslage“, weil die Zahlen zwar langsam sinken würden, aber die Menschen andererseits sich mit den getroffenen Maßnahmen immer schwerer abfinden könnten und auch wirtschaftliche Existenzen auf dem Spiel stehen. „Es wäre jedoch grundlegend falsch, jetzt abzubrechen. Das hätte einen JoJo-Effekt zur Folge“, sagte Söder vor allem auch im Hinblick auf die neue, deutlich gefährlichere Virus-Variante. 

An einigen Stellen bedürfe es auch noch „etwas mehr Konsequenz“. Söder beurteilte die erweiterte Maskenpflicht als zwingend notwendig, um die Ausbreitung der Mutation besser bremsen zu können. „Wenn das Virus gefährlicher wird, muss die Maske besser werden“, so Söder. Dabei helfe natürlich auch der Lockdown.

Schulen und Kitas seien der „sensibelste Bereich“, sagte Söder, aber nach vielen Beratungen habe man sich dazu entschieden, die Einrichtungen bis mindestens 14. Februar geschlossen zu halten. „Ich bin nach wie vor fest davon überzeugt, dass Corona überwindbar ist“, sagte Söder abschließend, dem vor allem das Anlaufen der Impf-Kampagne große Hoffnung macht. „Klar ist aber auch: Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. (…) Die zweite Welle einer Pandemie ist immer gefährlicher“, betonte der Ministerpräsident abschließend.

Update, 22.04 Uhr - Müller: „Mutiertes Virus macht nicht an Ländergrenzen halt“

„Das mutierte Virus macht nicht an Ländergrenzen nicht halt“, betonte Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Es gehe darum, sich das bisher Erreichte nicht kaputt machen zu lassen und die Krankenhäuser weiter vor einer Überlastung zu schützen. Müller appellierte an Solidarität und Eigenverantwortung der Bürger, die es so fortzuführen gelte, auch wenn das Ganze natürlich „anstrengend“ und „schwierig“ sei. Es gelte, aus den Erfahrungen des Frühjahrs zu lernen und aufzubauen, um weiter auf einem „guten Weg“ im Kampf gegen die Pandemie zu bleiben.

Update, 22 Uhr - „Virus-Mutation stellt große, ernsthafte Gefahr dar“

„Die Virus-Mutation stellt eine große, ernsthafte Gefahr dar“, sagte Merkel, die sich am Donnerstag mit ihren Kollegen des Europäischen Rates auf einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen auf europäischer Ebene beraten wird. Es gehe darum, dass auch die anderen EU-Länder am selben Strang ziehen würden, betonte Merkel. Andernfalls könne sie auch sich Grenzkontrollen wieder vorstellen, sagte Merkel, die insgesamt jedoch einen „verhalten positiven Trend“ bei der Entwicklung der Zahlen ausmachen konnte.

Update, 21.57 Uhr - Arbeitgeber sollen Home-Office anbieten müssen - mit Ausnahmen

In Sachen Home-Office gibt es eine deutliche Verschärfung: Arbeitgeber werden ab einer Inzidenz von 50 Neu-Infektionen je 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen verpflichtet, Home-Office anbieten zu MÜSSEN. Die entsprechende Verordnung soll vorerst bis zum 15. März gelten. Ausnahmen gelten dann, wenn Home-Office betrieblich nicht möglich ist. Dann gelten jedoch weiterführende Maßnahmen, wie zum Beispiel die Pflicht medizinische Masken zu tragen, wenn nicht genug Platz zu den Kollegen gehalten werden kann.

Update, 21.53 Uhr - Schulen und Kitas waren „großer Streitpunkt“

Das Fahrgast-Aufkommen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) soll in den Stoßzeiten drastisch reduziert und entzerrt werden. Dabei sollen weitere Regelungen zum Ausbau von Home-Office helfen. 

Ein „großer Streitpunkt“ sei der weitere Umgang mit den Schulen und Kitas gewesen, betonte Merkel. Nach langen Diskussionen hätte man sich darauf geeinigt, dass die Schulen ebenfalls bis mindestens 14. Februar geschlossen bleiben. Analog gelte dies auch für die Kitas. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei gewesen, dass Virologen aufmerksam gemacht hatten, dass sich die neue Virus-Mutation auch unter Kindern und Jugendlichen schneller verbreitet als die bisherige Variante, betonte Merkel.

Update, 21.49 Uhr - Merkel: „Wir müssen jetzt handeln“

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sind am Abend nach stundenlangen Beratungen beim Bund-Länder-Gipfel vor die Presse getreten und informieren derzeit über die Ergebnisse der Beratungen. „Wir müssen jetzt handeln. Es geht um Vorsorge, um die weitere Ausbreitung der Virus-Mutation zu verhindern“, sagte Merkel. Zusätzlich gehe es darum, die Infektionszahlen durch zusätzliche Maßnahmen weiter zu senken.

Wichtigster Punkt: Der Lockdown in Deutschland (mit allen bislang geltenden Maßnahmen) wird über den 31. Januar hinaus verlängert - und zwar mindestens bis einschließlich zum 14. Februar. Die privaten Kontakte bleiben weiterhin auf den eigenen Haushalt plus eine weitere Person beschränkt. Zudem kommt deutschlandweit eine Pflicht für das Tragen von sogenannten medizinischen Masken - damit gemeint sind FFP2-Masken oder eine von den hellblauen chirurgischen Masken. Eine FFP2-Maskenpflicht gilt in Bayern bereits seit Montag, 18. Januar.

Update, 21.25 Uhr - Merkel will Schulstreit mit Söder, Scholz und Müller allein lösen

Eigentlich sollte die zehnminütige Pause beim Corona-Gipfel bereits beendet sein. Doch sie dauerte deutlich länger als geplant. Wie die „Bild“ berichtet, hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nun eine Telefonschalte angesetzt . Sie will mit Markus Söder, Vize-Kanzler Olaf Scholz und Berlins Bürgermeister Michael Müller, an dem alle anderen Ministerpräsidenten nicht teilnehmen, eine Lösung im Streitthema Schulschließungen finden.

Update, 20.46 Uhr - Corona-Gipfel unterbrochen, Kanzlerin Merkel „extrem wütend“

Angela Merkel hat eine zehnminütige Pause beim Corona-Gipfel angesetzt, wie die „Bild“ berichtet. Das Bund-Länder-Treffen ist beim am Nachmittag nach hinten verlegten Thema Schulschließung angelangt. Die Bundeskanzlerin sei „extrem wütend“, wie das Blatt von einem Teilnehmer erfahren haben will. Eine Unterbrechung zur Abkühlung der Gemüter sei nötig gewesen. Ein Ende des Corona-Gipfels sei derzeit nicht abzusehen

Update, 20.14 Uhr - Landkreis Miesbach: Sieben Tote in Pflegeheim - Impfung kam zu spät

Für etliche Bewohner eines Pflegeheims im Landkreis Miesbach ist nach Angaben des Landratsamtes die Impfung gegen das Coronavirus zu spät gekommen. In der Senioreneinrichtung seien 41 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, wovon 34 geimpft waren. Sieben geimpfte Bewohner und ein weiterer seien inzwischen gestorben, teilte die Kreisbehörde am Dienstag mit. Auch 24 Mitarbeiter seien erkrankt.

Die Behörde erklärt die Erkrankungen trotz der Impfung damit, dass die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome, zwischen zwei Tagen und zwei Wochen liege. „Aufgrund des engen zeitlichen Abstands zwischen Impfung und Ausbruch ist davon auszugehen, dass sich die Geimpften bereits zum Zeitpunkt der Impfung angesteckt hatten“, hieß es. Außerdem hätte es den vollen Impfschutz erst nach der zweiten geplanten Impfung gegeben. „Für die Geimpften kam die Impfung also zu spät.“

Die Kreisbehörde will nach eigener Darstellung mit der Information über die Todesfälle möglichen Verschwörungstheorien begegnen. Den Bürgern solle so die Möglichkeit gegeben werden, „sich selbst mit den Informationen auseinanderzusetzen, bevor man sich an wilden Spekulationen beteiligt“, betonte das Landratsamt.

Update, 19.21 Uhr - Kreis Traunstein meldet 25 Neuinfektionen und zwei Todesfälle

Im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 1461 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 163,0. Seit der letzten Pressemitteilung am 18.01.21 sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 25 Neuinfektionen eingegangen. Es liegen insgesamt 6514 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 4883 Personen (264 Personen mehr seit der Meldung vom 18.01.2021).

Beim Gesundheitsamt Traunstein sind seit der letzten Pressemitteilung zwei Todesmeldungen eingegangen. Bei den Verstorbenen handelt es sich um einen 71-jährigen Mann und eine 73-jährige Frau. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 170 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor. Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 59 COVID-19-Patienten behandelt, davon 47 auf der Normalstation und 12 auf der Intensivstation.

Update, 18.39 Uhr - Merkel bei Streit um Schulöffnungen: „Lasse mir nicht anhängen, dass ich Kinder quäle“

Die Frage um Schul- und Kitaöffnungen soll am heutigen Bund-Länder-Gipfel besonders Streitthema sein. Wie die „Bild“ aus Teilnehmerkreisen erfahren habe, sei es zwar insgesamt „erstaunlich friedlich“ zugegangen, doch auf eine kritische Äußerung von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin, Manuela Schwesig, habe Merkel ungehalten reagiert.

Schwesig soll sich über die Haltung zu Schulen und Homeoffice geärgert haben, als die Kanzlerin entgegnet habe: „Ich lasse mir nicht anhängen, dass ich Kinder quäle oder Arbeitnehmerrechte missachte.“ Weiter heißt es, nicht nur Merkel sei von Schwesigs Aussage genervt gewesen, auch andere Politiker seien sauer, da derartige Aussagen „unter der Gürtellinie“ seien. Trotz langer Diskussionen habe man in diesem Punkt keinen Konsens finden können, so die „Bild“. Das Thema soll ans Ende des Gipfels verschoben worden sein.

Update, 18.03 Uhr - Bayern verteilt 2,5 Mio. FFP2-Masken an Bedürftige

Das bayerische Gesundheitsministerium hat mit der Verteilung von 2,5 Millionen FFP2-Masken an Bedürftige begonnen. „Wir gehen davon aus, dass spätestens Anfang kommender Woche die Bedürftigen ihre Masken haben dürften“, kündigte Minister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag an. Eine Million weitere Masken für pflegende Angehörige sollten ab kommendem Montag ausgegeben werden.
Seit vergangenem Montag ist das Tragen von teureren FFP2-Masken mit höherer Schutzwirkung beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr in Bayern Pflicht.

Update, 17.32 Uhr - Weitreichende „Corona-Arbeitsschutzverordnung“ soll kommen

Der geplante, verschärfte Lockdown trifft natürlich auch die Arbeitswelt. Wie die „Bild“ berichtet, will die Bundesregierung eine Home-Office-Pflicht für alle Arbeitnehmer, die ihre Tätigkeit nicht zwingend an ihrem Arbeitsplatz ausüben müssen. Zum Vergleich: In Deutschland arbeiten etwa 37 Prozent aller Arbeitnehmer in einem Büro. Folgende Punkte sollen in der „Corona-Arbeitsschutzverordnung“, die dem Blatt vorliegt, festgehalten sein:

  • Ab einer Inzidenz von 50 Fällen pro 100.000 Fällen innerhalb von 7 Tagen müssen Arbeitgeber ihre Angestellten die Home-Office-Option anbieten, wenn dies möglich ist.
  • Sollte Home Office nicht möglich sein und sollten nur größere Räume zur Verfügung stehen, sind jedem Mitarbeiter zehn Quadratmeter Raum einzuräumen (ansonsten gilt Pflicht für Lüftungsmaßnahmen oder Abtrennungen).
  • Gemeinsame Mittagspausen mit Kollegen sollen verboten werden.
  • Medizinische Masken müssen unter bestimmten Voraussetzungen vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellt werden.
  • Bei einer Inzidenz von mehr als 200 gilt für Betriebe, in denen 50 oder mehr Personen zeitgleich anwesend sind, die Pflicht, mindestens einmal pro Woche einen Schnelltest bei ihren Mitarbeitern durchzuführen.

Update, 16.35 Uhr - Einigung nach 20 Minuten auf vier Punkte

Zu Beginn der Ministerpräsidentenkonferenz ging es offenbar Schlag auf Schlag: Nach knapp 20 Minuten waren bereits die ersten vier (von 15) Punkten der Beschlussvorlage abgehakt. Wie „Bild“ aus den Teilnehmerkreisen erfahren haben will, seien diese 20 Minuten „erstaunlich friedlich“ abgelaufen. „Wir müssen jetzt mal einen Erfolg bringen“: Mit diesen Worten zitiert die „Bild“ Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Besprechungen. Ihre Frage an die Runde: „Gehen wir auf Nummer Sicher oder gehen wir auf Nummer Unsicher?“ Offenbar favorisiert Merkel den umgehenden Knallhart-Lockdown, denn schließlich könne man „den Leuten nicht im April immer noch sagen, dass wir die Frisöre nicht aufmachen“.

Die vier Punkte, die „durchgewunken“ wurden, sind: 1. Der Lockdown wird bis zum 14. Februar verlängert; 2. Private Zusammenkünfte bleiben auf den eigenen Haushalt und eine weitere nicht im Haushalt lebende Person beschränkt; 3. In öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften soll es eine Pflicht fürs Tragen „von medizinischen Masken“ geben; 4. Kontakte im öffentlichen Personenverkehr sollen reduziert werden. Dies jedoch nicht durch direkte Maßnahmen, sondern durch die „weitgehende Nutzung von Homeoffice-Möglichkeiten“ und die „Entzerrung des Fahrgastaufkommens in den Stoßzeiten“.

Eine harte Debatte gibt es in der Runde auch um das Thema Schulschließungen, das Punkt 5 des Plans ist. Nach derzeitigem Stand deutet vieles darauf hin, dass die Schulen in Deutschland noch länger geschlossen bleiben sollen. Wie ARD soeben zudem aus Teilnehmerkreisen erfahren haben will, sollen Schulen am Rosenmontag (15. Februar) wieder öffnen.

rosenheim24.de berichtet wie gewohnt live von der Pressekonferenz nach dem Bund-Länder-Gipfel. Eine genaue Uhrzeit steht aktuell noch nicht fest.

Update, 15.39 Uhr - Lockdown wird bis zum 14. Februar verlängert

Bund und Länder sind sich einig, dass zur Eindämmung des Coronavirus der bis Ende Januar befristete Lockdown bis zum 14. Februar verlängert wird. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstag von Teilnehmern der Beratungen vonseiten des Bundes sowie der Länder. Damit bleiben etwa die Gastronomie, Freizeiteinrichtungen sowie der Einzelhandel geschlossen. Ausnahmen gelten weiterhin zum Beispiel für Supermärkte. Eine Einigung auf ein gesamtes Beschlusspapier gab es aber noch nicht.

Daneben erwägen Bund und Länder, mehr Druck auf Arbeitgeber zu machen, um mehr Homeoffice zu ermöglichen. Dazu werde das Bundesarbeitsministerium eine Verordnung erlassen, heißt es in dem Entwurf, über den nun in der Bund-Länder-Schalte endgültig entschieden werden soll.

Derzeit wird bei der Videokonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel das große Streitthema rund um die Öffnung der Schulen diskutiert.

Update, 14.47 Uhr - 21 neue Fälle und zwei weitere Tote im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land hat für seinen Zuständigkeitsbereich jetzt 21 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land stieg somit auf 3507 (Stand: 19. Januar, 0 Uhr). Aktuell gibt es 324 aktive COVID-19-Fälle im Landkreis.

In den vergangenen sieben Tagen gab es insgesamt 237 neue COVID-19-Fälle. Zudem wurden dem Gesundheitsamt zwei weitere Todesfälle gemeldet. Bei den Verstorbenen handelt es sich um eine 66-jährige Frau und einen 86-jährigen Mann. Die 7-Tage-Inzidenz für den Landkreis Berchtesgadener Land lag zum oben genannten Zeitpunkt nach Angaben des Landratsamtes bei 223,7.

Update, 13.40 Uhr - Gericht kippt Alkoholverbot in Bayern

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat das bayernweite Alkoholverbot im öffentlichen Raum im Freistaat vorläufig gekippt und außer Kraft gesetzt. Das Gericht gab damit dem Eilantrag einer Privatperson aus Regensburg statt, die dagegen geklagt hatte. Zur Begründung wurde genannt, dass nach Paragraph 28a des Infektionsschutzgesetzes Alkoholverbote nur an bestimmten öffentlichen Plätzen vorgesehen seien.

Update, 12.38 Uhr - Erste Impfrunde in Altöttinger Seniorenheimen abgeschlossen

Seit Ende letzter Woche haben alle impfwilligen Bewohner und Mitarbeiter der Seniorenheime des Landkreises Altötting die erste Impfdosis erhalten. Die mobilen Impfteams haben nun mit der zweiten Impfung begonnen, wobei die Bewohner und Mitarbeiter von vier Seniorenheimen bereits die zweite Impfung erhalten haben, berichtet das Altöttinger Landratsamt in einer aktuellen Pressemeldung. Insgesamt wurden im Landkreis Altötting bereits 1996 Impfdosen verabreicht. 1900 Personen haben die Erstimpfung und 96 Personen die zweite Dosis erhalten.

Da etwaige Engpässe bei den Anlieferungen einkalkuliert wurden, mussten auch keine Terminstornierungen im Landkreis vorgenommen werden. Landrat Erwin Schneider: „Die schleppende Impfstoffversorgung geht leider auch am Landkreis nicht spurlos vorbei. Ich bin sehr froh, dass wir trotz dieser Widrigkeiten bei den Seniorenheimen auf einem sehr guten Weg sind und alle impfwilligen Bewohner und Mitarbeiter bereits die erste Impfung erhalten haben.“

Update, 11.47 Uhr - Vor Bund-Länder-Runde zu Corona erhebliche Meinungsunterschiede

Kurz vor den neuen Corona-Beratungen von Bund und Ländern am Dienstagnachmittag gibt es erhebliche Unstimmigkeiten über schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr, meldeten SPD-Länder eine Reihe von Änderungen an einer Beschlussvorlage an, die zuvor an mehrere Länder verschickt worden war. Entsprechende Papiere lagen der dpa vor. Vor den von 14 Uhr an geplanten Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sollte es noch Vorgespräche geben.

Diskutiert wird eine Verlängerung des Lockdowns bis Mitte Februar. Zudem könnte es unter anderem eine schärfere Maskenpflicht in Bussen und Bahnen sowie in Geschäften geben. Daneben erwägen Bund und Länder, mehr Druck auf Arbeitgeber zu machen, um mehr Homeoffice zu ermöglichen.

Extra-Artikel: Neuer Lockdown-Plan für Deutschland: Was bedeutet das für Bayern?

Update, 11.11 Uhr - Landkreis Mühldorf meldet 14 neue Corona-Fälle und einen weiteren Todesfall

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn ist eine weitere Person, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, verstorben. Seit der letzten Statusmeldung vom Montag, 18. Januar gibt es 14 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 19. Januar 2021, 0 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt derzeit die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein.
Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 220 aktive FälleDie 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 19. Januar 2021, 0 Uhr) bei 131,2.

Update, 10.29 Uhr - Beschlussvorlage für Corona-Gipfel liegt vor

Eine Beschlussvorlage für den heutigen Corona-Gipfel in Berlin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten liegt der BILD vor. Demnach sollen einige neue Regeln umgesetzt werden, bereits bestehende Regeln sollen zum Teil verschärft werden. Einer der wichtigsten Punkte dabei dürfte dabei die weitere Schließung der Schulen bis 15. Februar sein, auch Kindertagesstätten sollen weiter im Notbetrieb bleiben.

Des Weiteren soll die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel verringert werden. Dies soll jedoch nicht über weitere Maßnahmen oder Beschränkungen geschehen, sondern durch verstärkten Homeoffice-Einsatz. Arbeitgeber sollen demnach ihren Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen müssen, sofern es die Tätigkeiten zulassen, will das Blatt erfahren haben. Zudem appelliert die Regierung an flexible Arbeitszeiten, um Stoßzeiten in Bus und Bahn vermeiden zu können.

Der größte Punkt in der Beschlussvorlage ist die Ausdehnung der 15-Kilometer-Regel. Auch in Landkreisen, deren Wert der 7-Tage-Inzidenz unter 200 liegt, soll die 15-Kilometer-Regel zukünftig greifen - sofern der Inzidenzwert von 50 nicht in absehbarer Zeit unterschritten werden kann. Auch die Gesundheitsämter sollen weitere Unterstützung bekommen, denkbar wäre beispielsweise die Schulung von Studenten zur Kontaktnachverfolgung.

Update, 9.36 Uhr - Medienbericht: Merkel will Lockdown bis 15. Februar verlängern

Vor ihrer Konferenz mit den Ministerpräsidenten hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen verlängerten Lockdown bis zum 15. Februar gefordert. Laut „Bild“-Zeitung liegt nun eine erste Beschlussvorlage vor. Darin wird unter anderem gefordert, dass Schulen bis zum 14. Februar geschlossen bleiben. Bundesweit soll zudem eine Pflicht für medizinische Masken in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften eingeführt werden.

Update, 9.27 Uhr - Erster geöffneter Skilift in Bayern wieder zu

Die Betreiber eines kleinen oberbayerischen Skigebiets in Böbing (Kreis Weilheim-Schongau) hatten offensichtlich einen Weg zur rechtstreuen Umgehung der Corona-Beschränkungen gefunden: Sie vermieteten ihre zwei Lifte „nach vorheriger Absprache und für einen Haushalt & eine weitere Person” stundenweise. Doch mit dem regelkonformen Skispass ist es nach nur einem Wochenende wieder vorbei. Das bayerische Wirtschaftsministerium hat Bayerns erstem geöffneten Skilift am Montag den Betrieb untersagt.

Für Christoph Erhard (37), Betreiber des Skilifts an der Bromberg-Alm, ist die Entscheidung ein herber Schlag. Zu Bild sagt er: „Wir bedauern das sehr und können es nicht nachvollziehen. Es ist sehr unverständlich für uns.” Sein Hygiene-Konzept hatte der 37-Jährige mit dem Landratsamt abgestimmt und dieses hatte den Betrieb dann genehmigt. „Gemäß der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmeverordnung ist der Betrieb von Seilbahnen untersagt. Das gilt unabhängig davon, wer den Lift benutzt”, so eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums gegenüber Bild.

Update, 9.04 Uhr - Landkreis Altötting meldet 28 neue Corona-Fälle

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Altötting gibt es seit der letzten Statusmeldung laut Landratsamt 28 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 18. Januar, 16.30 Uhr). Das Gesundheitsamt ermittelt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein. Derzeit gibt es im Landkreis Altötting 243 aktive Fälle.
Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 19. Januar, 0 Uhr) bei 163,2.

Update, 8.19 Uhr - RKI meldet sieben weitere Todesfälle in der Region

Entwicklung der Corona-Inzidenzen in der Region (Stand 19. Januar).

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Corona-Fallzahlen haben sich in den Landkreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickelt. Gesunken ist die Inzidenz im Kreis Mühldorf (von 132,9 auf 131,2). Gestiegen sind die Inzidenzen im Landkreis Altötting (von 138,1 auf 163), Kreis Berchtesgadener Land (von 221,8 auf 223,7), Landkreis Rosenheim (von 139,7 auf 144,3), Stadt Rosenheim (von 162,1 auf 163,6) und Kreis Traunstein (von 148,9 auf 163,0).

In der Region wurde laut RKI sieben weitere Todesfälle gemeldet. Jeweils zwei Personen verstarben in den Kreisen Berchtesgadener Land und Rosenheim. Auch in der Stadt Rosenheim, dem Kreis Altötting und dem Kreis Traunstein wurde jeweils ein Todesfall gemeldet. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort der Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 7.11 Uhr - 11.369 Corona-Neuinfektionen und 989 neue Todesfälle gemeldet

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 11.369 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 989 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das RKI am Dienstagmorgen bekannt gab. Vor genau einer Woche hatte das RKI 12.802 Neuinfektionen und 891 neue Todesfälle binnen 24 Stunden verzeichnet.

Bei den aktuellen Zahlen ist zu beachten, dass die Daten Nachmeldungen enthalten können - am Vortag hatten manche Bundesländer ihre Daten nur unvollständig oder gar nicht übermittelt. Das RKI schrieb dazu in seinem Lagebericht vom Montagabend: „Aus Rheinland-Pfalz wurden gestern keine Daten übermittelt. Aus Bayern und dem Saarland wurden Daten übermittelt, allerdings sind die Daten nicht vollständig am RKI eingegangen.“

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie 2.052.028 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 19.01., 0 Uhr). Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte noch deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 47.622. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.716.200 an.

Schutzmasken und Homeoffice: Was Merkel heute für Deutschland plant

Angesichts der weiter kritischen Corona-Lage müssen sich die Menschen in Deutschland auf längere Alltagsbeschränkungen bis in den Februar hinein gefasst machen. Dazu könnten auch neue Vorgaben zu stärker schützenden Masken und zum Arbeiten von zu Hause kommen, wie vor Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Dienstag deutlich wurde. Es müsse darum gehen, schneller wieder auf „ein handhabbares Niveau“ der Infektionszahlen zu kommen, als es nach bisherigem Stand möglich wäre, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Akute Sorge macht auch eine neue, wohl deutlich ansteckendere Virus-Variante.

Vor den Bund-Länder-Beratungen zeichnete sich ab, dass der bereits verschärfte Lockdown länger laufen soll - bisher sind die Maßnahmen bis Ende Januar vereinbart. Die SPD-Länderchefs wollen nach Angaben der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) eine Verlängerung bis 14. Februar vorschlagen, wenn auch Wirtschaftshilfen schneller kommen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sagte dem „Münchner Merkur“ (Dienstag): „Wir müssen den Lockdown bis Mitte Februar verlängern.“ Bundesweit liegt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen nun bei 134, wie das Robert Koch-Institut (RKI) bekannt gab. Der Höchststand lag am 22. Dezember bei 197,6. Ziel von Bund und Ländern ist ein Niveau von unter 50.

Um die Virus-Ausbreitung stärker einzudämmen, wurden verschiedene Maßnahmen diskutiert. Dazu gehören weitergehende Vorgaben zum Tragen von FFP2-Masken etwa in Bussen, Bahnen und Geschäften. Wie Spahn sagte, können nach einem Abgleich mit Daten der Krankenkassen nun 34,1 Millionen Menschen aus Corona-Risikogruppen vom Bund finanzierte FFP2-Masken bekommen - zunächst war nach Schätzungen mit 27 Millionen gerechnet worden. Aber auch OP-Masken, die nur Centbeträge kosten, schützten schon mehr als Alltagsmasken aus Stoff, sagte Spahn.

Die Beratungen über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie von Bund und Ländern beginnt um 14 Uhr. rosenheim24.de wird im Anschluss wie gewohnt live von der anschließenden Pressekonferenz berichten.

mh/mw/dpa

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