News-Ticker zur Corona-Pandemie

Lieferverzögerungen bei Pfizer für Corona-Impfstoff - RKI will Quarantäne-Regeln verschärfen

Lieferverzögerungen bei Pfizer für Corona-Impfstoff 
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Nach Pfizer-Angaben kann es „in naher Zukunft zu Schwankungen bei Bestellungen und Versandplänen“ kommen.
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  • Benjamin Schneider
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Freitag, 15. Januar, im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 225,0, Landkreis Rosenheim 163,4, Landkreis Traunstein 195,1 , Landkreis Berchtesgadener Land 252,1, Landkreis Mühldorf 144,1, Landkreis Altötting 132,7 (Quelle/Stand: RKI, 15. Januar, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 2570, Landkreis Rosenheim 9407, Traunstein 6382, Berchtesgadener Land 3391, Mühldorf 3722, Altötting 3226 (Quelle/Stand: RKI, 15. Januar, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 46, Landkreis Rosenheim 371, Traunstein 166, Berchtesgadener Land 71, Mühldorf 90, Altötting 129 (Quelle/Stand: RKI, 15. Januar, 0 Uhr)
  • Mindestens 44.994 Todesfälle in Deutschland (8399 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 21.38 Uhr - Lieferverzögerungen bei Pfizer für Corona-Impfstoff - Sorge in Europa

Der Pharmakonzern Pfizer rechnet mit einer Einschränkung der Corona-Impfstofflieferungen in Europa in den kommenden Wochen. Maßnahmen zur Erhöhung der Produktion im Werk in Puurs in Belgien würden sich „vorübergehend auf die Lieferungen von Ende Januar bis Anfang Februar auswirken“, teilte Pfizer am Freitag der Deutschen Presse-Agentur mit.

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin geht davon aus, dass das Pharmaunternehmen die in den kommenden drei bis vier Wochen bereits zugesagte Menge an Corona-Impfstoff nicht liefern kann. Zunächst war unklar, wie viele Impfdosen nun vorerst nicht zur Verfügung stehen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, das Unternehmen werde trotz der Produktionsverzögerungen die Lieferzusagen für die EU im ersten Quartal 2021 einhalten.

Am Abend bekräftigten der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech und sein US-Partner Pfizer: „Ab der Woche vom 25. Januar werden wir wieder zum ursprünglichen Zeitplan für die Lieferungen in die Europäische Union zurückkehren (100 Prozent) und die Auslieferungen ab der Woche vom 15. Februar erhöhen (über 100 Prozent), so dass wir in der Lage sein werden, die volle zugesagte Menge an Impfstoffdosen im ersten Quartal und deutlich mehr im zweiten Quartal zu liefern.“ Genaue Zahlen wurden aber auch in dieser Mitteilung nicht genannt.

Update, 20.13 Uhr - RKI empfiehlt Quarantäne-Regeln zu verschärfen

Das Robert Koch-Institut will nach einem Bericht des Spiegels offenbar die Quarantäne-Regeln für bestimmte Personengruppen verschärfen.

Das RKI empfiehlt den Gesundheitsämtern, dass Kontaktpersonen von infizierten Personen, die sich mit der mutierten Virusmutation aus England angesteckt haben, die häusliche Quarantäne nicht mehr abkürzen können.

„Bei Nachweis einer neuartigen Variante von SARS-CoV-2, wie sie in England und Südafrika erstmals isoliert wurden, sollte keine Verkürzung der Quarantänedauer von 14 Tagen erfolgen“ heißt es in der neuen Empfehlung.

Update, 19.09 Uhr - Bayerns Gesundheitsministerium weist Kritik von Münchens OB Reiter zurück

Bayerns Gesundheitsministerium hat die Kritik von Münchens Oberbürgermeister Reiter am Freistaat im Zusammenhang mit der Belieferung der Landeshauptstadt München mit Impfstoff entschieden zurückgewiesen.

Ein Ministeriumssprecher betonte am Freitag: „Der Landeshauptstadt München war seit dem 5. Januar durch Mitteilung der Regierung von Oberbayern bekannt, wie viel Impfstoff sie in der Woche ab dem 8. Januar 2021 erwarten konnte. Ab dem 8. Januar waren der Landeshauptstadt München dann die Anliefermengen und –modalitäten bekannt. Der Impfstoff ist entsprechend der Ankündigung auch vollständig ausgeliefert worden.“

Der Sprecher fügte hinzu: „Zutreffend ist, dass die bisher an Bayern gelieferte Impfstoffmenge begrenzt ist. Der Bund und die EU-Kommission stehen hier in der Verantwortung, für mehr Impfstoffe zu sorgen und die Auslieferungen auf eine sichere und verlässliche Grundlage zu stellen.“

Update, 17.44 Uhr - 41 neue bestätigte Fälle im Landkreis Mühldorf a. Inn

Seit der letzten Statusmeldung vom Donnerstag, 14. Januar, gibt es im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn 41 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 15. Januar 2021, 8 Uhr).

Insgesamt liegen damit im Landkreis Mühldorf 3.715 bestätigte Fälle vor, davon sind insgesamt 3.395 wieder genesen. Derzeit gibt es im Landkreis Mühldorf a. Inn 230 aktive Fälle. Die Zahl der Verstorbenen, die mit dem Corona-Virus infiziert waren, beträgt 90. Die 7-Tage-Inzidenz liegt zum Stichzeitpunkt laut RKI (Stand: 15. Januar 2021, 0 Uhr) bei 144,1.

Insgesamt wurden im Landkreis Mühldorf a. Inn 1991 Personen bis einschließlich 15. Januar geimpft. Davon wurden 1123 Personen in den Alten- und Pflegeheimen und 868 Personen im Impfzentrum geimpft. Bis voraussichtlich Ende Januar haben alle impfwilligen Bewohner und Beschäftigten in den Alten- und Pflegeheimen mindestens die erste Impfung erhalten.

Update, 16.58 Uhr - Weitere Todesfälle in Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land

im Zuständigkeitsbereich des Staatlichen Gesundheitsamtes Traunstein liegen derzeit 1705 aktive COVID-19-Fälle vor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 195,1. Seit der letzten Pressemitteilung am 14.01.21 sind beim Staatlichen Gesundheitsamt 51 Neuinfektionen eingegangen. Es liegen insgesamt 6410 bestätigte Fälle vor, die seit Beginn der Pandemie positiv getestet wurden. Als genesen gelten mindestens 4538 Personen (229 Personen mehr seit der Meldung vom 14. Januar).

Beim Gesundheitsamt Traunstein ist seit der letzten Pressemitteilung eine Todesmeldung eingegangen. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann im Alter von 85 Jahren. Damit liegen im Landkreis Traunstein insgesamt 167 Todesfälle in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 75 COVID-19-Patienten behandelt, davon 62 auf der Normalstation und 13 auf der Intensivstation.

Todesfall im Berchtesgadener Land

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit gestern 31 weitere bestätigte COVID-19-Fälle im Landkreis gibt. Davon befanden sich acht Personen bereits als direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten COVID-19-Fälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 3.391 (Meldestand RKI: 15. Januar, 0 Uhr). Nach derzeitigem Meldungsstand liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 252,1 (Stand: 15. Januar, 0 Uhr).

Seit der letzten Meldung wurde dem Gesundheitsamt ein weiterer Corona-Todesfall gemeldet. Dabei handelt es sich um eine 82-jährige Frau. Die Gesamtzahl der im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung Verstorbenen erhöht sich somit auf 71.

In den vergangenen 7 Tagen gab es insgesamt 267 neue COVID-19-Fälle. Bei allen positiv getesteten COVID-19-Fällen ermittelt das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen und leitet die notwendigen Maßnahmen ein, wie z. B. eine häusliche Quarantäne. Aktuell befinden sich 330 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 47 COVID-19-Patienten stationär behandelt. Davon werden 4 Patienten intensivmedizinisch betreut. Hinweis: Einige dieser Patienten haben ihren Wohnsitz nicht im Berchtesgadener Land und gehören somit auch nicht zu der Gesamtgruppe der insgesamt bestätigten BGL-COVID-19-Fälle.

Update, 15.58 Uhr - München kritisiert ausbleibende Impfstofflieferung - „Chaos“

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hat «chaotische Zustände» bei der Impfstofflieferung kritisiert. Entgegen der Ankündigung des Freistaats, die lokalen Impfzentren regelmäßig jeden Dienstag und Freitag mit Corona-Impfstoff zu beliefern, habe die Stadt die für Freitag zugesagten 3500 Impfdosen nicht erhalten, teilte das Rathaus mit.

Mit dem noch vorhandenen Impfstoff könne gerade so sichergestellt werden, dass übers Wochenende die notwendige Zweitimpfung der ersten geimpften Einwohner erfolgen könne. «Wir können nur verimpfen, was uns an Impfstoff zur Verfügung gestellt wird», erläuterte Reiter. «Diese chaotischen Zustände, dass Impfdosen angekündigt, dann aber nicht geliefert werden, müssen unverzüglich beendet werden.»

Update, 14.50 Uhr - Rosenheimer Gesundheitsamt appelliert an Pflegekräfte

Dem Rosenheimer Gesundheitsamt werden täglich bis zu 145 neue Coronafälle gemeldet, das berichtet das Amt in seiner aktuellen Pressemitteilung. Das Gesundheitsamt Rosenheim könne die positiv Gemeldeten weiterhin tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen könnten zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden. Wahrscheinlich seien die wieder zunehmenden Infektionszahlen auf die Zusammenkünfte im privaten Umfeld während der Feiertage zurückzuführen. Aufgrund des diffusen Infektionsgeschehens sei dies allerdings nur eine Vermutung und eine mögliche Ursache.

Eine besondere Bedeutung haben laut Gesundheitsamt weiterhin auch Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen. In dieser Woche ist ein leichter Rückgang der Neuinfektionen in den Pflege- und Behindertenheimen zu verzeichnen, sowie ein deutlicher Rückgang der Todesfälle von zuletzt 31 auf 6.

Es zeigt sich aber unverändert, dass betagte Personen sowie Patienten oder Bewohner mit Grunderkrankungen und geschwächtem Immunsystem höchst anfällig für eine COVID-19 Erkrankung mit schweren Krankheitsverläufen mit Todesfolge sind. 

Das Gesundheitsamt appelliert deshalb an alle Mitarbeiter von Pflege- und Behindertenheimen, sowie an alle Personen mit derzeit höchster Priorität mit Anspruch auf eine Corona-Schutzimpfung, dringend das Impfangebot zum Eigen- und zum Schutze der Bewohner anzunehmen.

Update, 13.36 Uhr - SPD klagt gegen 15-Kilometer-Regel

Auch drei SPD-Landtagsabgeordnete, darunter der Fraktionsvorsitzende Horst Arnold, klagen nun gegen die sogenannte 15-Kilometer-Regel. Man wolle die Regelung mit einem sogenannten Normenkontrollantrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof überprüfen lassen, teilten Arnold sowie die beiden Abgeordneten Inge Aures und Christian Flisek am Freitag in München mit.

Die Landtags-SPD insgesamt meldete nun „massive rechtsstaatliche Bedenken“ an. „Das Leben und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger sind vom Staat zu schützen. Gleichzeitig muss sich jede Maßnahme an den Regeln des Rechtsstaats messen lassen, vor allem, wenn sie einen erheblichen Grundrechtseingriff wie den der Freizügigkeitsbeschränkung darstellt“, erklärte Arnold. Keine Anti-Corona-Maßnahme sei reiner Selbstzweck. „Sie muss geeignet sein, die Pandemie einzudämmen, und sie muss im Vergleich zu anderen Möglichkeiten das mildeste Mittel darstellen“, betonte Arnold.

Der Prozessvertreter der Abgeordneten, der Regensburger Professor Thorsten Kingreen, sagte zu der Regelung: „Sie unterbindet keine Kontakte, sondern zielt nur darauf ab, wie weit oder wohin man fährt. Das ist aber für das Infektionsgeschehen ohne jeden Belang.“

Update, 12.52 Uhr - Corona-Inzidenz in 25 Landkreisen und Städten in Bayern über 200

In 25 bayerischen Landkreisen und Städten liegen die Corona-Infektionszahlen laut Robert Koch-Institut (RKI) über der wichtigen Grenze von 200 pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche. Den höchsten Wert im Freistaat erreichte am Freitag demnach die Stadt Bayreuth mit 323,6. Dahinter folgten die Landkreise Rottal-Inn (310,3), Kulmbach (286,4) und Regen (270,0).

Ab 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen greifen strengere Maßnahmen gegen das Virus. So sind dann Ausflüge nur noch in einem Umkreis von höchstens 15 Kilometern rund um den Wohnort möglich. Erst wenn der Wert mindestens sieben Tage in Folge unterschritten wird, können die Behörden diese Regel wieder außer Kraft setzen. Sie kann also auch noch in Städten und Landkreisen gelten, in denen die Zahl von 200 wieder unterschritten ist.

Die Städte Passau, Coburg, Rosenheim, Hof, Nürnberg, Schwabach und Fürth wiesen laut RKI ebenfalls einen Wert über 200 aus. Über der Marke liegen den Angaben nach auch die Landkreise Wunsiedel im Fichtelgebirge, Bayreuth, Lichtenfels, Passau, Roth, Berchtesgadener Land, Kronach, Deggendorf, Tirschenreuth, Coburg, Unterallgäu, Ebersberg, Miesbach sowie Donau-Ries.

Update, 11.48 Uhr - Nächster Corona-Gipfel von Bund und Ländern schon am Dienstag

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten kommen schon am kommenden Dienstag (19. Januar) um 14 Uhr zum nächsten Mal zusammen, um über weitere Maßnahmen in der Coronavirus-Pandemie zu beraten. Das kündigte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin überraschend an. Hintergrund ist eine Diskussion über mögliche weitere Verschärfungen von Corona-Beschränkungen. Ein bereits verschärfter Lockdown ist vorerst bis zum 31. Januar vorgesehen.

Die Bundesregierung reagiere damit auf neue Herausforderungen durch die weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen und die aufgetretenen Mutationen. Der nächste Bund-Länder-Gipfel war ursprünglich erst für den 25. Januar geplant.  

Einen Überblick, welche Maßnahmen nun geprüft werden, findet Ihr im Extra-Artikel von rosenheim24.de.

Update, 11.23 Uhr - 150 Menschen bei Beerdigung in Bremen, 18 feiern Shisha-Party in Hamburg

Viel zu viele Trauergäste bei einer Beerdigung: Bei der Trauerfeier in Bremen hat die Polizei eine Reihe von Verstößen gegen die Corona-Regeln festgestellt. In der Spitze seien etwa 150 Trauergäste auf dem Friedhof gewesen, teilte die Polizei am Freitag mit. Erlaubt seien im Freien 100 Menschen, sofern die Abstands- und Hygieneregeln befolgt werden. Das war nach Polizeiangaben bei der Beerdigung am Donnerstag aber nicht immer der Fall: Es gab Verstöße gegen die Maskenpflicht, der Mindestabstand von 1,50 Metern wurde teils nicht eingehalten. Die Beamten dokumentierten die Verstöße und fertigten Anzeige nach dem Infektionsschutzgesetz.

Eine Shisha-Bar in Hamburg-Wandsbek hatte trotz der geltenden Corona-Auflagen am Donnerstagabend geöffnet. Beim Eintreffen der Polizei befanden sich neben dem Betreiber der Bar und seinen zwei Söhnen noch 15 weitere Gäste illegalerweise im Keller des Gebäudes, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Da der Keller nicht über entsprechende Lüftungsanlagen verfügte, stellte die Feuerwehr aufgrund der Wasserpfeifen zudem einen erhöhten Kohlenmonoxid-Wert fest. „Der Wert war knapp an der Grenze zur Gesundheitsgefährdung“, so die Sprecherin. Der Betrieb wurde geschlossen und es wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die 18 Anwesenden eingeleitet. Zur Eindämmung des Coronavirus müssen in Hamburg - wie auch im Rest des Landes - Restaurants, Bars und Kneipen aktuell geschlossen sein.

Update, 10.35 Uhr - Landkreis Altötting meldet 29 neue Fälle

Das Gesundheitsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 29 neue Corona-Fälle gemeldet. Seit Pandemie-Ausbruch gab es damit in Stadt und Landkreis Altötting insgesamt bislang 3241 Fälle (Stand: 14. Januar, 17.15 Uhr).
Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Altötting 244 aktive Fälle - die meisten davon in Garching/Alz (51), Burghausen (33) und Altötting (33). Die 7-Tage-Inzidenz betrug nach Angaben des Landratsamtes zum o.g. Zeitpunkt 146,1.

Update, 9.46 Uhr - Institut prüft zehn Todesfälle nach Corona-Impfung - eher kein Zusammenhang

Das Paul-Ehrlich-Institut prüft bislang zehn Todesfälle kurz nach einer Corona-Impfung - ein Zusammenhang gilt den Experten zufolge aber als eher unwahrscheinlich. In diesen Fällen waren schwer kranke Menschen innerhalb von vier Tagen nach der Immunisierung gestorben, berichtete das für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel zuständige Bundesinstitut im hessischen Langen am Donnerstag. „Aufgrund der Daten, die wir haben, gehen wir davon aus, dass die Patienten an ihrer Grunderkrankung gestorben sind - in zeitlich zufälligem Zusammenhang mit der Impfung“, sagte Brigitte Keller-Stanislawski, die zuständige Abteilungsleiterin für die Sicherheit von Arzneimitteln und Medizinprodukten.

Über Einzelfälle könne sie aus Gründen des Personenschutzes nichts sagen, „aber es handelt sich um sehr schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen“. Manche seien palliativ behandelt worden. Bislang haben in Deutschland mehr als 800.000 Menschen eine erste Impfdosis erhalten.

Das PEI will künftig wöchentlich über die gemeldeten Nebenwirkungen nach einer Corona-Impfung informieren. Bis zum Sonntag waren beim PEI 325 Verdachtsfälle mit 913 Nebenwirkungen eingegangen, darunter 51 Verdachtsfälle mit schwerwiegende Nebenwirkungen. Das entspricht 0,53 Verdachtsfällen pro 1000 Impfdosen beziehungsweise 0,08 Verdachtsfälle für schwerwiegende Nebenwirkungen pro 1000 Impfdosen.

Update, 9.02 Uhr - Vier weitere Todesfälle in der Region

Entwicklung der Inzidenzen in der Region (Stand 15. Januar).

Die 7-Tage-Inzidenzen bzw. Corona-Fallzahlen haben sich in den Landkreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag unterschiedlich entwickeltGesunken sind die Inzidenzen im Landkreis Altötting (von 156,9 auf 132,7), im Kreis Berchtesgadener Land (von 260,6 auf 252,1), im Kreis Rosenheim (von 164,9 auf 163,4) und in der Stadt Rosenheim (von 226,6 auf 225,0). Gestiegen sind die Inzidenzen dagegen in den Kreisen/Städten: Mühldorf (von 128,6 auf 144,1) und in Traunstein (von 168,6) auf 195,1).

In der Region wurde laut RKI vier weitere Todesfälle gemeldetZwei Personen starben im Kreis Altötting, jeweils eine Person in den Kreisen Rosenheim und Berchtesgadener Land. Nähere Angaben zu Alter und/oder Wohnort der Verstorbenen gab es bislang nicht.

Update, 8.02 Uhr - Walch appelliert für hohe Impfbereitschaft: „Ich bitte Euch, machts mit!“

Traunsteins Landrat Siegfried Walch hat sich erneut zu der Corona-Lage im Landkreis geäußert. Seit einer Woche bewegt sich die Inzidenz im Kreis zwischen 150 und 200, zuletzt war sie wieder angestiegen. Hauptsächlich ging es in seinem Videostatement um das Thema Impfen. Seit Ende Januar bis Donnerstag (14. Januar) seien nun insgesamt bereits 2500 Personen geimpft worden, etwa die Hälfte sei im Impfzentrum, die andere Hälfte via Mobile Teams verimpft worden. Jede Woche erhalte der Landkreis nun mehr Impfstoff - aktuell 1200 Dosen von Biontech und 200 Dosen Moderna-Impfstoff.

Auch im Landkreis Traunstein liegt laut Walch die Priorität darin, die Menschen in Alten- und Pflegeheimen zu impfen. Am Samstag (16. Januar) sei man mit der Erstimpfung in allen Heimen im Landkreis durch. Walch lobte die hohe Impfbereitschaft in den Pflegeheimen, bislang habe nur eine Person eine Impfung zum jetzigen Zeitpunkt abgelehnt und längere Bedenkzeit erbeten. Ab 1. Februar geht der Impfbus an den Start, dieser solle hauptsächlich in den vier Randgemeinden (Ruhpolding, Grassau, Schnaitsee, Fridolfing) an festen Wochentagen zur Verfügung stehen. Zum Abschluss seines Statements hofft Walch auch auf eine hohe Impfbereitschaft in der restlichen Bevölkerung: „Ich bitte Euch, macht‘s mit. Es ist für uns der Weg aus der Krise.”

Update, 7.05 Uhr - Experte kritisiert bayerische FFP2-Maskenpflicht: „Haufenweise Risiken“

Die geplante Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken in Geschäften und dem Nahverkehr in Bayern wird von dem Mediziner Andreas Podbielski scharf kritisiert. „Das hört sich für mich nach Aktionismus an“, sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene der Uni Rostock der Münchner „Abendzeitung“. FFP2-Masken gehören aus seiner Sicht nur in die medizinischen Berufe. Diese Masken seien belastend und brächten „haufenweise Risiken“ mit sich. Nicht umsonst sei im Arbeitsschutzgesetz vorgeschrieben, nach zweistündigem Tragen eine Pause einzulegen.

Ab Montag (18. Januar) ist im Freistaat in Bussen, Bahnen und Läden das Tragen der partikelfiltrierenden Gesichtsmasken Pflicht. Auch das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hatte sich bereits zurückhaltend zum Gebrauch der Spezialmasken durch Privatpersonen geäußert und sogar auf mögliche Gesundheitsschäden hingewiesen. Die Bundesbehörde erklärt auf einer Informationsseite im Internet, dass Laien bei der Nutzung von FFP2-Masken auch nicht unbedingt einen besseren Eigenschutz hätten als bei den üblichen Alltagsmasken.

„Beim Einsatz bei Personen mit z. B. eingeschränkter Lungenfunktion oder älteren Personen sind gesundheitliche Auswirkungen nicht auszuschließen“, schreibt das RKI. Die Gesundheitsbehörde verweist außerdem auf eine Nutzungsempfehlung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, wonach FFP2- und FFP3-Masken zur privaten Nutzung generell „nicht empfohlen“ würden.

Eine RKI-Sprecherin wollte es nicht kommentieren, ob die Ausführungen als Warnung vor den in Bayern beschlossenen Maßnahmen zu verstehen seien. Vom bayerischen Gesundheitsministerium in München war am Donnerstag keine Stellungnahme zu erhalten, ein Sprecher kündigte eine Erklärung für Freitag an. Die „Abendzeitung“ wurde nach eigenen Angaben vom RKI an den Rostocker Experten Podbielski verwiesen.

Mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen in Deutschland

In Deutschland haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie bereits über zwei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.368 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie das RKI am Freitagmorgen bekannt gab. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 2.000.958 (Stand: 15.01., 0 Uhr). Dabei ist zu beachten, dass die tatsächliche Gesamtzahl noch deutlich höher liegen dürfte, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Außerdem wurden 1113 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Der bisherige Höchststand von 1244 neuen Todesfällen war am Donnerstag erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert gemeldet worden - darin waren jedoch 3500 Nachmeldungen enthalten. Grundsätzlich ist die Interpretation der Daten momentan noch etwas schwierig, weil um den Jahreswechsel herum Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Freitagmorgen bei 146,1. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind jedoch aktuell enorm: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen mit 287,6 und Sachsen mit 274,1. Den niedrigsten Wert hat Bremen mit 78,7.

In den vergangenen Tagen sei die Zahl der registrierten Neuinfektionen wieder angestiegen, hieß es im RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend. Ob sich dieser Trend, über die erwarteten Nachtestungen und Nachmeldungen hinaus, weiter fortsetze, werde sich erst im Laufe der nächsten Tage zeigen.

Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 44.994. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.641.200 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Donnerstag bei 1,02 (Vortag: ebenfalls 1,02). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 102 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mh/dpa

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