News-Ticker zur Corona-Pandemie

Fitnessstudios bleiben doch geschlossen: Bayern verbietet ab Freitag Indoor-Sport 

Fitnessstudios bleiben doch geschlossen.
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  • Markus Zwigl
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt nunmehr seit über neun Monaten in der Region, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Donnerstag (12. November) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 292,7, Landkreis Rosenheim 272,5, Landkreis Traunstein 401,5, Landkreis Berchtesgadener Land 142,5, Landkreis Mühldorf 252,0, Landkreis Altötting 280,7 (Quelle/Stand: RKI, 12. November, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1363, Landkreis Rosenheim 4847, Traunstein 2961, Berchtesgadener Land 1537, Mühldorf 1578, Altötting 1346 (Quelle/Stand: RKI, 12. November, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 209, Traunstein 95, Berchtesgadener Land 28, Mühldorf 27, Altötting 57 (Quelle/Stand: RKI, 12. November, 0 Uhr)
  • Mindestens 11.982 Todesfälle in Deutschland (3050 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 22.30 Uhr - Doch keine Ausnahme für Fitnessstudios: Bayern verbietet ab Freitag wegen Indoor-Sport 

 Wegen der Corona-Krise müssen ab Freitag so gut wie alle Indoor-Sportstätten in Bayerngeschlossen bleiben - einzig Schul- und Profisport bleiben im November in Innenräumen erlaubt. „Die Staatsregierung zieht damit eine Entscheidung vor, die Bayern bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Montag ohnehin vorgeschlagen hätte“, sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Holetschek (CSU) am Donnerstag der dpa in München. 

Hintergrund für die Neuregelung ist eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Dieser hatte unter Verweis auf das Gleichheitsprinzip am Donnerstag die bisherige Schließung von Fitnessstudios aufgehoben, weil auf der anderen Seite sonstige Sportstätten für Individualsport geöffnet seien (siehe Update 14.24 Uhr).

„Die Staatsregierung respektiert selbstverständlich den Beschluss des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs und seine Begründung. Deshalb wird sie durch eine sofortige Verordnungsänderung die vom BayVGH geforderte Gleichbehandlung von Fitnessstudios und sonstigen Sportstätten dadurch herstellen, dass mit Wirkung zum Freitag, 13. November, in Bayern sämtliche Indoor-Sportstätten geschlossen werden“, sagte Holetschek. Die leider steigende Infektionslage in Bayern zwinge zu weiteren Maßnahmen, um das Geschehen in den Griff zu bekommen. „Der Infektionsschutz und die Gesundheit unserer Bürger haben absoluten Vorrang.“

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gab in seiner Entscheidung zu den Fitnessstudios einem Eilantrag eines Inhabers zum Teil statt und setzte die Regelung in der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung außer Vollzug. In seiner Entscheidung ging der Verwaltungsgerichtshof davon aus, dass Inhaber durch die Regelung benachteiligt würden, ohne dass dies sachlich gerechtfertigt sei, teilte ein Justizsprecher mit. Die vollständige Schließung von Fitnessstudios wertete das Gericht demnach als nicht verhältnismäßig.

Nach der seit 2. November gültigen Corona-Verordnung dürfen in Bayern Einrichtungen des Freizeitsports nur für den Individualsport und nur allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands genutzt werden. Diese Regelung müsse auch für Fitnessstudios gelten, befanden die Richter.

Update, 19:20 Uhr - Streit um längere Weihnachtsferien

Längere Weihnachtsferien zum Schutz vor Corona wie in Nordrhein-Westfalen soll es in mehreren anderen Bundesländern nicht geben - Bayern diskutiert. NRW will damit Familien besser vor einer Corona-Infektion rund um Weihnachten schützen. Andere Länder halten wenig von der Idee. Es geht darum, ob der letzte Schultag Freitag, 18. Dezember, oder Dienstag, 22. Dezember, ist. In neun Ländern fangen die Ferien ohnehin bereits am 21. Dezember an.

Hintergrund der Überlegungen ist, dass die Menschen einige Tage vor Weihnachten die Kontakte möglichst beschränken sollten, damit es bei den Familienfeiern nicht zu Ansteckungen kommt.

Prompt regte sich Protest. Die Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Maike Finnern, sagte am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur: „Aus Sicht der Familien kann die Maßnahme nur dann sinnvoll sein, wenn die Betreuung der Kinder gesichert ist und wenn sie wirklich die Zeit als vorgezogene Quarantäne nutzen, um zum Weihnachtsfest möglichst infektionsfrei zu sein.“ Nicola Stroop, Vorstand des Verbands alleinerziehender Mütter und Väter in NRW, nannte den Schritt „für Alleinerziehende eine Hiobsbotschaft“.

Schulen werden unterdessen immer mehr zu einem Ort des Infektionsgeschehens. Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sagte: „Wir sehen immer mehr Ausbrüche in Schulen.“ Zu beobachten seien hohe Neuinfektionszahlen in der Altersgruppe der 10- bis 19-Jährigen. Das Infektionsgeschehen werde in die Schulen und auch aus ihnen heraus getragen.

Nach einem Bericht der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) unter Berufung auf 14 Länder unterrichten rund 3000 Schulen in Deutschland nicht mehr im Regelbetrieb. Es geht um Schulen, die nicht mehr vollständig Präsenzunterricht anbieten. In Deutschland gibt es rund 40 000 Schulen mit insgesamt 11 Millionen Schülern und rund 800 000 Lehrern. 

In Bayern sind 24 der knapp 6200 Schulen wegen Corona-Infektionen geschlossen. Rund 34500 Schülerinnen und Schüler sowie 2100 Lehrkräfte sind in Corona-Quarantäne. 2800 Kinder und Jugendliche sowie rund 400 Lehrer hatten am Donnerstag einen positiven Covid-19-Test, wie aus Daten des Kultusministeriums in München hervorgeht. In Bayern wird der Vorschlag zu den vorgezogenen Ferien noch diskutiert.

Update, 18 Uhr - Stadt Rosenheim präzisiert Maskenpflicht im Innenstadtbereich

Bei der städtischen Verwaltung sind in den letzten Tagen vermehrt Hinweise eingegangen, dass die Regelungen zur Maskenpflicht in der Rosenheimer Innenstadt teilweise interpretationsbedürftig seien. Zweiter Bürgermeister Daniel Artmann nimmt hierzu Stellung:

„Die im Teil-Lockdown geltenden Beschränkungen verlangen den Bürgerinnen und Bürgern in unserer Stadt diverse Unannehmlichkeiten ab. Dennoch sind sie mit Blick auf die hohen Inzidenzwerte notwendig. Sie müssen aber auch praktikabel sein und trotz aller Restriktionen so bürgerfreundlich wie möglich. Deshalb haben wir uns mit der Polizei auf folgendes Vorgehen geeinigt:

  • Grundsätzlich gilt in den Fußgängerzonen Maskenpflicht. Im Gehen sind das Konsumieren von Speisen und Getränke sowie das Rauchen nicht zulässig.
  • Auf den Sitzbänken in den Fußgängerzonen können selbstverständlich aber Getränke oder Imbisse konsumiert oder auch geraucht werden.
  • Zwingend notwendig ist, dass bei einem Imbiss oder beim Rauchen immer mind. 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen eingehalten werden.
  • Geschäftsinhaber und Mitarbeiter können unmittelbar an den Eingängen zu ihren Geschäften ebenfalls rauchen.
  • In den städtischen Park- und Grünanlagen sowie außerhalb der Fußgängerzonen ist der Konsum von Speisen und Getränken auch im Gehen zulässig.

Mir ist bewusst, dass die Menschen wegen der verschiedenen Beschränkungen und Schutzvorschriften, die sich je nach Entwicklung des Infektionsgeschehens auch immer wieder ändern, verunsichert sind. Dennoch zeigen die Maßnahmen inzwischen deutlich ihre Wirkung:

Die 7 Tage-Inzidenz ist von deutlich über 300 auf inzwischen unter 260 gefallen. Ich danke allen, die mit viel Disziplin und Selbstbeschränkung ihren Beitrag dazu leisten, das Infektionsgeschehen wieder in den Griff zu bekommen. Bitte halten Sie auch weiterhin durch – auch wenn es schwer fällt, was menschlich absolut verständlich ist.“

Update, 17.38 Uhr - Todesfall im Kreis Traunstein 50 Personen werden in Klinik behandelt

Dem Traunsteiner Gesundheitsamt wurden auch am Donnerstag weit über 100 Neuinfektionen gemeldet - 121. Zudem ist eine Todesmeldung beim Landratsamt eingegangen. Bei der Verstorbenen handelt es sich um eine Frau im Alter von 87 Jahren. Bei der Person wurde eine Covid-19-Infektion diagnostiziert. Damit liegen im Landkreis Traunstein laut Gesundheitsamt insgesamt 96 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankungen vor.

Derzeit werden in den Kliniken im Landkreis Traunstein 50 Covid-19-Patienten behandelt, davon 40 auf der Normalstation und zehn auf der Intensivstation. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 412,25

Update, 17 Uhr - Bundesverfassungsgericht weist ersten Eilantrag zum Teil-Lockdown ab - Entscheidung könnte maßgeblich sein

In einem ersten Eilverfahren zum Teil-Lockdown im November hat das Bundesverfassungsgericht den Eilantrag eines bayerischen Filmtheaters mit Restaurant zurückgewiesen. Die nur hinsichtlich des Gastronomiebetriebs zulässige Verfassungsbeschwerde sei nicht offensichtlich unbegründet und bedürfe eingehender Prüfung, heißt es in dem Beschluss von Mittwoch, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Eine vorläufige Außerkraftsetzung der Vorschriften lehnten die Karlsruher Richter aber unter Verweis auf die schwerwiegenden Folgen ab. (Az. 1 BvR 2530/20)

Die Gefahren der Corona-Pandemie seien „weiterhin sehr ernst zu nehmen“. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass auch Gastronomiebetriebe zum Infektionsgeschehen beitrügen. Die Richter verweisen außerdem darauf, dass die Schließungen Teil eines größeren Gesamtkonzepts seien und der Staat zum Gesundheits- und Lebensschutz grundgesetzlich verpflichtet sei. Diese Beurteilung dürfte auch für weitere Eilentscheidungen zum Teil-Lockdown maßgeblich sein.

Gute Nachrichten gibt es jedoch für alle Fitness-Freaks: Der bayerische Verwaltungsgerichtshof in München hat die vollständige Schließung von Fitnessstudios im Zuge des Lockdowns gekippt (siehe Update 14.24 Uhr).

Update, 16.30 Uhr - Berchtesgadener Land über den Berg? Landrat Kern: Umfassender Dank und Appell an die Bevölkerung

Das Gesundheitsamt im Landratsamt Berchtesgadener Land informiert, dass es seit Mittwoch 39 weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle im Landkreis gibt. Dabei handelt es sich bei 13 Personen um direkte Kontaktpersonen, die sich bereits in häuslicher Isolation befanden. Die Gesamtzahl der seit März 2020 registrierten Corona-Infektionsfälle im Landkreis Berchtesgadener Land steigt somit auf 1.556 (Meldestand: 12. November, 10 Uhr). Der 7-Tage-Inzidenz-Wert für das Berchtesgadener Land steigt leicht auf 143,49.

Angesichts der aktuell stabilisierten Corona-Gesamtlage im Berchtesgadener Land spricht Landrat Bernhard Kern einen umfassenden Dank und Appell aus: „Es ist eine besondere Leistung von sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern im Berchtesgadener Land, dass wir den dramatischen Anstieg der Neuinfektionen in der zweiten Oktoberhälfte seit zwei Wochen nicht nur einbremsen, sondern den 7-Tage-Inzidenz-Wert sogar deutlich auf ein Niveau von unter 150 drücken konnten.

Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, allen Bürgerinnen und Bürgern, die durch ihr besonnenes Verhalten in Beruf und Freizeit die AHA-Regeln bestmöglich einhalten, den zahlreichen freiwilligen Einsatzkräften und Helfern in den „Blaulicht“-Organisationen, den Pflegekräften und Ärzten in den verschiedenen Einrichtungen wie Altenheimen, Behinderten- und Pflegeeinrichtungen und Kreiskliniken sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Behörden, den Kitas und den Schulen für ihren seit Monaten außerordentlichen Arbeitseinsatz meinen ausdrücklichen Dank auszusprechen.

Bitte lassen Sie alle in den nächsten Wochen und Monaten in Ihren Anstrengungen und Leistungen nicht nach, damit wir gemeinsam diese ungewöhnliche Herausforderung, vor die uns die Corona-Pandemie stellt, bestmöglich meistern.“

Von den insgesamt 1.556 mit Wohnsitz im Berchtesgadener Land registrierten SARS-CoV-2-Fällen sind 1.269 Personen wieder genesen und ihre Quarantänezeit ist ausgelaufen. Aktuell gibt es 255 SARS-CoV-2-Infizierte im Landkreis. In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 25 Covid-19-Patienten aus dem Landkreis stationär behandelt. Davon werden vier Patienten intensivmedizinisch betreut.

Update, 14.50 Uhr - Testzentrum in Burghausen passt Öffnungszeiten an

Seit Mittwoch letzter Woche steht allen Grenzpendlern im Landkreis Altötting an der Messehalle in Burghausen eine mobile Testeinheit zur Verfügung. Um den Unternehmen und Mitarbeitern arbeitnehmerfreundlichere „Slots“ anbieten zu können, werden die Öffnungszeiten angepasst. Beginnend ab Montag, 16. November, steht das Testmobil montags und mittwochs von 14.30 Uhr bis 19.30 Uhr zur Verfügung. Samstags bleiben die Testzeiten bei 10.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Voraussetzung für die Testung ist eine Online-Anmeldung. Ohne Online-Anmeldung wird kein Test durchgeführt. Es wird empfohlen, eine Arbeitgeberbescheinigung mitzubringen.

Das Testangebot im Kreishallenbad kann von Grenzpendlern hingegen grundsätzlich nicht wahrgenommen werden. Ausgenommen sind Unternehmen, die nach entsprechender Voranmeldung für mehr als zehn Personen einen Sammeltesttermin vereinbaren wollen. Dies teilte das Landratsamt Altötting soeben mit.

Update, 14.24 Uhr - Gericht kippt generelle Schließung von Fitnessstudios in Bayern

Gute Nachrichten für alle Fitness-Freaks: Der bayerische Verwaltungsgerichtshof in München hat die vollständige Schließung von Fitnessstudios im Zuge des Lockdowns gekippt. Die vollständige Schließung verstoße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, hieß es in dem Beschluss. Die entsprechende Regelung in der bayerischen Landesverordnung sei außer Vollzug gesetzt. Rechtsmittel sind nicht möglich.

Mit der Entscheidung gaben die Richter dem Eilantrag eines Betreibers eines Fitnessstudios zum Teil statt. Der Senat geht davon aus, dass Inhaber von Fitnessstudios mit der vollständigen Schließung benachteiligt werden, ohne dass dies sachlich gerechtfertigt sei. Die vollständige Schließung sei nicht verhältnismäßig, weil Individualsport nach der Verordnung zulässig bleiben solle. Dies müsse auch für Fitnessstudios gelten, hieß es. Den Antrag des Betreibers auf Außervollzugsetzung auch der restlichen Beschränkungen des Individualsports lehnte das Gericht aber ab.

Update, 14.14 Uhr - 61 neue Fälle in Mühldorf - zwei Klassen in Quarantäne

Das Gesundheitsamt Mühldorf hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 61 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 12. November, 8 Uhr). Darunter ist auch ein Schüler der FOS/BOS Altötting-Mühldorf. Die betroffene Klasse wurde unter Quarantäne gestellt, ebenso wie eine Klasse der Staatlichen Berufsschule I. Dies teilte das Landratsamt Mühldorf soeben mit.

Derzeit gibt es in Stadt und Landkreis Mühldorf insgesamt 375 aktive Corona-Fälle. 22 Personen davon werden stationär in einem Krankenhaus behandelt. Zwei Personen liegen sogar auf der Intensivstation. Die 7-Tage-Inzidenz, die den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen entspricht, liegt zum o.g. Zeitpunkt laut Angaben des Landratsamtes bei 262,4.

Update, 13.37 Uhr - Fünf Hotspots in Österreich mit 7-Tage-Inzidenz über 1000

Trotz des neuen „Lockdown light” in Österreich steigen die Corona-Zahlen weiterhin besorgniserregend an. In Österreich sind in 24 Stunden 9.105 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Die 7-Tage-Inzidenz in Österreich beträgt aktuell 496,5 (Ages, Stand 11. November, 16 Uhr). Die am stärkten betroffenen Bundesländer sind Oberösterreich (Inzidenz 737,4), Tirol (680,8) und Vorarlberg (774,3). Daher werden nun weitere Maßnahmen verhandelt und am Donnerstag und Freitag evaluiert, wie das Nachrichtenportal oe24.at schreibt. Mögliche neue Einschränkungen sind demnach Schließungen von Einkaufszentren, sowie das Distance Learning auch für Schüler der Unterstufen.

In fünf österreichischen Bezirken liegt der 7-Tage-Inzidenz-Wert inzwischen über 1000 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Die zehn am stärksten betroffenen Corona-Hotspots und die jeweilige 7-Tage-Inzidenz im Überblick (Covid-19 Dashboard Österreich):

  • Rohrbach (Oberösterreich): 1321
  • Schwaz (Tirol): 1248
  • Eferding (Oberösterreich): 1085
  • Mödling (Niederösterreich): 1022
  • Schärding (Oberösterreich): 1010
  • Tamsweg (Salzburg): 997
  • Urfahr-Umgebung (Oberösterreich): 953
  • Grieskirchen (Oberösterreich): 951
  • Dornbirn (Vorarlberg): 920
  • Steyr-Land (Oberösterreich): 905

Update, 12.17 Uhr - Rund 35.000 Schüler in Bayern in Corona-Quarantäne

In Bayern sind derzeit rund 34.500 Schüler sowie 2100 Lehrkräfte in Corona-Quarantäne. Mit Stand Donnerstag hatten zudem 2800 Kinder und Jugendliche sowie rund 400 Lehrer einen positiven Covid-19 Test, wie aus Daten des Kultusministeriums in München hervorgeht. Wegen Corona-Infektionen geschlossen sind 24 der knapp 6200 Schulen im Freistaat. Zusätzlich werden 940 weitere Klassen vorübergehend per Distanzunterricht beschult.

Anm. der Red.: Die Zahlen sind allerdings gerundete Daten, da nicht-staatliche Schulen ihre Angaben nicht melden müssen.

Update, 11.25 Uhr - Walch: “Es geht nicht so sehr darum, die Schule zu meiden, sondern…”

Angesichts der hohen 7-Tage-Inzidenz von über 400 hat der Landkreis Traunstein nun beschlossen, den Präsenzunterricht an den Schulen weitgehend zu beenden. Laut Landrat Siegfried Walch gebe es kein überdurchschnittliches Ausbruchsgeschehen an den Schulen. Jedoch gebe es durchaus Infektionsgeschehen in allen Schularten.

Die Entscheidung, den Präsenzunterricht weitgehend einzustellen, erklärt Walch in einer aktuellen Videobotschaft auf Facebook: “Es geht gar nicht so sehr darum, die Schule zu meiden, das Gebäude zu meiden, sondern um die hohe Anzahl an Personen, mit der man dort zusammenkommt.“ Darum gehe man am Montag in den Distanzunterricht - mit einigen Ausnahmen (siehe Update 9.48 Uhr). Diese Ausnahmen seien möglich, da dort eine Entzerrung einfacher umsetzbar sei. Die Maßnahme gilt voraussichtlich bis 4. Dezember.

Die PK des Robert-Koch-Instituts (RKI) im Livestream:

Update, 10.31 Uhr - „Maßnahmen werden uns noch lange begleiten“

Neben dem DIVI-Intensivregister seien für das RKI vor allem die Rückmeldungen aller Kliniken in Deutschland bei ihrer Bewertung der Situation entscheidend, erläuterte Dr. Wieler. Dabei würden Aspekte wie Bettenauslastung, Personalsituation, Arbeitsbelastung oder Raumauslastung berücksichtigt. Meldungen über personelle Engpässen und fehlenden Räumlichkeiten hätten zuletzt stark zugenommen, sich in den letzten vier Wochen sogar verdoppelt.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die Situation in den kommenden Wochen weiter verschärft und einige Kliniken an die Belastungsgrenze kommen“, warnte Wieler nochmals. Oberstes Ziel müsse es deswegen sein, die „Zahl der Infektionen wieder auf ein Level zu bringen, mit der alle umgehen können. Wir müssen noch ein paar Monate die Pobacken zusammenkneifen“, so Wieler. Abschließend zielte der RKI-Präsident noch einmal die wichtigsten Regeln für alle auf: Einhaltung der AHA+L-Regel, Reduzierung von Kontakten und im Falle einer akuten Atemwegsinfektion unbedingt zuhause zu bleiben. „Diese Maßnahmen werden uns noch lange begleiten - auch wenn es in absehbarer Zeit vielleicht einen Impfstoff gibt“, so Wieler.

Update, 10.15 Uhr - „Schwere Verläufe werden immer erst mit Verzug sichtbar“

Dr. Ute Rexroth, Leiterin des RKI-Lagezentrums, ging anschließend genauer auf die aktuellen Corona-Zahlen in Deutschland ein. Anfang Oktober wären pro Tag etwa 1000 bis 4000 Neu-Infektionen registriert worden, letzte Woche waren es stets zwischen 20.000 und 23.000.

Seit ein paar Tagen würde sich die Kurve ganz leicht abflachen, betonte die Epidemielogin, was darauf hindeuten könnte, dass die Lockdown-Maßnahmen nun ganz langsam zu wirken beginnen. Mit klaren Tendenzen war die Expertin jedoch vorsichtig, zumal die Zahl der Patienten, die in Krankenhäusern und gar intensivmedizinisch behandelt werden müssten, Stand jetzt weiter zunehmen würde. 

„Schwere Verläufe werden immer erst mit Verzug sichtbar“, sagte Rexroth, die zugleich klarstellte, dass derzeit auch immer mehr jüngere Menschen (zum Teil deutlich unter 60 Jahren) schwer erkranken würden und außerdem die Langzeitfolgen von Corona derzeit noch gar nicht absehbar seien.

Update, 10.07 Uhr - RKI: „Zahl der schweren Fälle und Todesfälle wird weiter steigen“

„Die Fallzahlen sind weiter sehr hoch. Die Zahl der schweren Fälle und der Todesfälle wird ebenfalls weiter steigen - allerdings passiert dies immer erst mit zeitlichem Verzug“, warnte Dr. Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Institutes (RKI) soeben auf einer Pressekonferenz.

Allerdings hätte sich in die Kurve der Fallzahlen in den letzten Tagen leicht abgeflacht, was Wieler vorsichtig optimistisch stimmte. nichtsdestotrotz müssten weiter alle Anstrengungen unternommen werden, um die Fallzahlen zu senken. Neben Einhaltung der AHA+L-Regeln seien Verbesserungen vor allem durch die drastische Reduzierung von Kontakten möglich, hieß es weiter.

Update, 9.48 Uhr - Präsenzunterricht im Kreis Traunstein wird weitgehend eingestellt

Der Landkreis Traunstein stellt wegen den hohen Fallzahlen und des diffusen Infektionsgeschehens ab kommenden Montag, 16. November, den Präsenzunterricht auf Distanzunterricht um. Diese Regelung gilt vorerst bis zum 4. Dezember, wie das Landratsamt soeben bekannt gab.

Folgende Schulen/Jahrgangsstufen sind NICHT betroffen:

  • alle Jahrgangsstufen der Grundschulen
  • in den Schulvorbereitenden Einrichtungen (SVE) und der Grundschulstufe der Förderschulen
  • fünfte und neunte Klassen der Förderschulen
  • zehnte, elfte und zwölfte Klassen des Förderzentrums geistige Entwicklung (Berufsschulstufe)
  • fünfte, neunte und M 10-Klassen der Mittelschulen
  • fünfte und zehnte Klassen der Realschulen
  • fünfte Klassen sowie in der Q 11 und Q 12 der Gymnasien
  • Klassen FOS 12/13 und BOS 12/13 der Fach- und Berufsoberschule

Alle Informationen zur weitgehenden Schulschließung ab Montag (16. November) findet Ihr in einem Extra-Artikel von chiemgau24.de.

Update, 9.27 Uhr - Spahn: „Das wird nicht funktionieren“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Menschen darauf eingestimmt, dass sie wegen der Corona-Pandemie noch lange mit persönlichen Einschränkungen rechnen müssen. Spahn sagte im Inforadio von Radio Berlin-Brandenburg (RBB), der November sei ein besonders schwerer Monat, in dem alle auf vieles verzichten müssten, vor allem im privaten Bereich. Im Bereich der Kunst und Kultur gehe es außerdem für viele Menschen um die wirtschaftliche Existenz.

„Aber wenn wir da durch sein sollten und die Zahlen runter brächten, heißt das ja nicht: Ab Dezember oder Januar kann es dann wieder richtig überall losgehen und wieder Hochzeitsfeiern oder Weihnachtsfeiern geben, als wäre nichts gewesen. Das wird nicht funktionieren. (...) Deswegen finde ich schon jetzt die Botschaft wichtig: Veranstaltungen mit mehr als zehn, fünfzehn Personen (...) sehe ich in diesem Winter nicht mehr“, erklärte der Minister.

Update, 8.24 Uhr - Ausgangsbeschränkung in Österreich um 10 Tage verlängert

Die Corona-Ausgangsbeschränkungen ab 20 Uhr in Österreich werden um weitere zehn Tage und damit bis 22. November verlängert. Dem hat der Hauptausschuss des Nationalrats hat Mittwochabend zugestimmt.

Da der rasante Anstieg der Zahl an Neuinfektionen in Österreich durch die Anfang November gesetzten Maßnahmen bisher nicht gebremst werden konnte, sei eine Verlängerung notwendig, erklärte Gesundheitsminister Anschober. Ganz Europa werde im Moment von einer zweiten Welle erfasst, die mit höheren Ansteckungs- und Hospitalisierungszahlen sowie einer steigenden Sterblichkeitsrate in einer Dynamik und Gewalt auftrete, die weit über die erste Welle im Frühjahr dieses Jahres hinausgehe.

“In dieser Situation sind auch wir in Österreich”, sagte Anschober. In den letzten neun Tagen seit der Einführung der neuen Ausgangs- und Betretungsregelungen sei keine Verbesserung erreicht worden. Der Erstbefund nach der Einführung des zweiten Lockdowns sei ein sehr schlechter.

Update, 7.10 Uhr - Landkreis Traunstein reißt sogar 400er-Marke bei Inzidenz

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 12. November).

Die Corona-Fallzahlen bzw. die 7-Tage-Inzidenzen sind in der Region teilweise noch einmal erheblich angestiegen. Deutschlandweit „Spitzenreiter“ bleibt in Sachen Inzidenz der Landkreis Traunstein, wo der Wert im Vergleich zum Vortag noch einmal anstieg und jetzt sogar die 400er-Marke überstieg. Am Donnerstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 401,5 (Vortag: 382,9). Allein in den letzten 24 Stunden kamen laut den Daten 131 neue Corona-Fälle hinzu (jetzt 2961 gesamt).

Auch in den Landkreisen Mühldorf (von 227,0 auf 252,0) und Altötting (von 242,1 auf 280,7) sind die Zahlen gestiegen, wobei sich Letzterer nun auch langsam der 300er-Marke nähert. Im Berchtesgadener Land blieb die Inzidenz nahezu identisch (141,6 auf 142,5). Fallende Werte wurden dagegen aus Stadt (von 311,6 auf 292,7) und Landkreis Rosenheim (von 287,0 auf 272,5) gemeldet. Weitere Todesfälle aus der Region wurden nicht bekannt. Die durchschnittliche 7-Tage-Inzidenz für die Region beträgt derzeit 273,7 - und ist damit erneut gestiegen.

21.866 neue Corona-Infektionen in Deutschland

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) 21.866 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind knapp 3400 Fälle mehr als am Mittwoch, wie aus den Angaben des RKI vom Donnerstagmorgen hervorgeht. Im Vergleich zum Donnerstag vergangener Woche ist der Wert etwas höher. Zu dem Zeitpunkt hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 19.990 gelegen. Ein Höchststand war am Samstag mit 23.399 verzeichneten Fällen erreicht worden.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 727.553 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 12.11., 00.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Donnerstag um 215 auf insgesamt 11.982. Am Mittwoch hatte diese Steigerung 261 Fälle betragen. Das RKI schätzt, dass rund 467.800 Menschen inzwischen genesen sind.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,89 (Vortag: 0,92). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch etwa 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mh/mw/mz/dpa

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