News-Ticker zur Corona-Pandemie

Katastrophenfall in Bayern: Ausbruch in Seniorenheim Neumarkt-St. Veit - Landkreis mit 600er-Inzidenz

Die Polizei hat in Bayern am Wochenende zahlreiche Nikolaus-Partys aufgelöst, weil die geltenden Corona-Einschränkungen missachtet wurden. 
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Die Polizei hat in Bayern am Wochenende zahlreiche Nikolaus-Partys aufgelöst, weil die geltenden Corona-Einschränkungen missachtet wurden. 
  • Martina Hunger
    vonMartina Hunger
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    Markus Zwigl
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München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Sonntag (6. Dezember) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 223,4, Landkreis Rosenheim 155,4, Landkreis Traunstein 163,5, Landkreis Berchtesgadener Land 141,6, Landkreis Mühldorf 181,2, Landkreis Altötting 197,3 (Quelle/Stand: RKI, 6. Dezember, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1875, Landkreis Rosenheim 6747, Traunstein 4373, Berchtesgadener Land 2120, Mühldorf 2448, Altötting 2263 (Quelle/Stand: RKI, 6. Dezember, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 25, Landkreis Rosenheim 245, Traunstein 122, Berchtesgadener Land 37, Mühldorf 40, Altötting 70 (Quelle/Stand: RKI, 6. Dezember, 0 Uhr)
  • Mindestens 18.772 Todesfälle in Deutschland (4249 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

>>> Die neuen Knallhart-Regeln für Bayern im Überblick <<<

Update, 18.33 Uhr - Landkreis Regen fast auf 600er-Corona-Warnwert 

Im niederbayerischen Landkreis Regen steigt der Corona-Warnwert auf neue Höhen. Am Sonntag lag der Wert in dem Landkreis an der tschechischen Grenzen bei fast 600 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, sagte Carolin Müller vom Gesundheitsamt bei einer Pressekonferenz. Laut Robert Koch-Institut wies am Sonntag kein anderer Ort in Deutschland einen so hohen Wert auf. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gab den Wert mit fast 593 an. 

Die Gründe für die starke Ausbreitung konnte Landrätin Rita Röhrl nicht erklären. Es sei aber unter anderem zu vermuten, dass viele Infizierte nicht alle Kontaktpersonen angeben hätten, damit diese nicht in Quarantäne müssten. In der Gegend im Bayerischen Wald gelten bereits strenge Ausgangsbeschränkungen.

Update, 18 Uhr - Zahlreiche Klassen im Kreis Mühldorf in Quarantäne - Corona-Ausbruch in Seniorenheim in Neumarkt-St. Veit

Im Zuständigkeitsbereich des Landkreises Mühldorf a. Inn gibt es 40 neue bestätigte Corona-Fälle (Stand: 6. Dezember, 8 Uhr).

Im Seniorenheim Stift St. Veit in Neumarkt-St. Veit wurden drei Mitarbeiter und zehn Bewohner aus einer Station positiv getestet. Der entsprechende Bereich wurde isoliert.

Aufgrund jeweils eines Corona-Infektionsfalles wurde eine Klasse der Joseph-von-Eichendorff-Schule Waldkraiburg, eine Kombi-Klasse der Grundschule Schwindegg, eine Klasse des Gymnasium Gars und eine Gruppe der Kita „Arche Noah“ in Haag unter Quarantäne gestellt.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 183,83.

Update, 16.50 Uhr - Polizei löst mehrere Nikolaus-Partys in Bayern auf

Die Polizei hat in Bayern am Wochenende zahlreiche Nikolaus-Partys aufgelöst, weil die geltenden Corona-Einschränkungen missachtet wurden. Im niederbayerischen Hemau feierten am Samstag sieben Menschen eine Nikolaus-Grillfeier in einem Gartenhaus. Die Teilnehmer erhielten nach Polizeiangaben von Sonntag eine Anzeige wegen eines Verstoßes gegen die aktuellen Corona-Kontaktbeschränkungen. Der Eigentümer des Gartenhauses müsse sich zudem wegen einer nicht erlaubten Veranstaltung auf seinem Grundstück verantworten.

In Krailling (Kreis Starnberg) löste die Polizei eine Gruppe von 18 Jugendlichen auf. Einige seien stark betrunken gewesen, berichtete ein Sprecher. Alle seien angezeigt worden. Ein 18 Jahre alter Münchner kam der mehrmaligen Aufforderung, den Platz zu verlassen, nicht nach. Er wurde vorübergehend in Polizei-Gewahrsam genommen und später seinen Eltern übergeben. 
Im Zimmer eines Münchner Hotels traf die Polizei 21 Menschen an, die eine Party feierten. Das Hotelpersonal hatte davon nichts mitbekommen, weil die Gäste offenbar einen anderen Eingang benutzt und sich so an der Rezeption vorbeigeschlichten hatten. 

In Freising feierten sechs Jugendliche im Alter zwischen 17 und 19 Jahren in einem Gewächshaus. Beim Eintreffen der Polizeibeamten schlug einer der Party-Gäste ein Loch in die Glaswand des Gewächshauses, so dass die Gäste zunächst flüchten konnten. Nach einer kurzen Verfolgung hätten jedoch alle gestellt werden können, hieß es. Weil die sechs Jugendlichen aus sechs verschiedenen Haushalten stammten, seien alle angezeigt worden.

Die Pressekonferenz von Markus Söder im Live-Stream:

Update, 14.35 Uhr - Strenge Regeln in Alten- und Pflegeheimen - Erweiterung von „Home-Office“

Auch in Alten- und Pflegeheimen werden die Maßnahmen weiter angepasst: Mitarbeiter müssen zwei Mal die Woche zum Test. Zudem ist nur noch ein Besucher am Tag und nur dann, wenn ein negativer Test vorliegt, gestattet.

Geschäfte dürfen weiter geöffnet haben. Allerdings soll die 20-Quadratmeter-Regel im Einzelhandel ebenfalls besser überwacht werden. Söder fordert zudem Arbeitgeber dazu auf, falls möglich, alle Mitarbeiter in Home-Office zu schicken. „Wer zuhause arbeiten kann, soll das machen”, so Söder.

Update, 14.23 Uhr - Söder: Kleiner Grenzverkehr wird ausgesetzt

Weiter erklärt Söder, dass der kleine Grenzverkehr ausgesetzt wird. Das heißt, dass nur noch Menschen die Grenze nach Österreich überqueren dürfen, welche ein enges Familienmitglied besuchen müssen oder wegen der Arbeit in das Nachbarland fahren müssen. Jede andere Person benötigt für die Grenzübertritt einen negativen Coronatest.

„Ich bitte alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis“, sagt Söder. Bayern sei von der Pandemie in Deutschland am schlimmsten betroffen. Söder gehe aber auch davon aus, dass weitere Bundesländer nachziehen werden und auch der Bund die Regeln für Weihnachten und Silvester nochmals nachjustieren wird.

Update, 14.15 Uhr - Zehn-Punkte-Plan im Kampf gegen Corona

Bayern brauche mit Blick auf die Weihnachtsfeiertage weitere, strengere Maßnahmen. Deshalb gelten ab Mittwoch, 0 Uhr, bis 9. Januar zehn neue Regeln. „Wir rufen erneut den Katastrophenfall (Anm. d. Red.: bis 5. Januar) aus“, erklärt Söder. Des Weiteren wird in ganz Bayern eine Ausgangsbeschränkung eingeführt. Das heißt man darf sein Haus oder seine Wohnung nur noch mit einem triftigen Grund verlassen - in Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 gilt ab 21 Uhr eine allgemeine Ausgangssperre.

Die Kontaktbeschränkungen bleiben erhalten. Ein Treffen ist nur mit einem weiteren Hausstand und maximal fünf Personen erlaubt. Über die Weihnachtsfeiertage wird diese Regelung, auch die Ausgangsbeschränkung, außer Kraft gesetzt. Von 23 bis 26. Dezember können sich bis zu 10 Personen treffen. Aber: Über Silvester ist ein Treffen wieder nur mit einem weiteren Hausstand und bis zu fünf Personen möglich. Weihnachten sei das Fest der Familie, deshalb diese Lockerungen so Söder. Aber Silvester sei „mehr Party mit Freunden“, daher müsse man in diesem Jahr darauf verzichtet werden.

Bayern verbietet zudem den Konsum von Alkohol unter freiem Himmel. Das beschloss das Kabinett um Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag bei einer Sondersitzung in München.

Ab Mittwoch wechseln alle Berufsschulen in den Distanzunterricht. In Hotspots, ab einem Indizenz-Wert von 200, gilt auch ab der 8. Jahrgangsstufe Distanzunterricht. Des Weiteren gehen alle Klassen ab der 8. Jahrgangsstufe in den Wechselunterricht - egal welche 7-Tage-Inzidenz.

Update, 14.05 Uhr - Söder: „Die Zahlen sind einfach zu hoch“

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder informiert nach der Sonder-Kabinettssitzung über die wesentlichen Ergebnisse der Beratungen. „Es reicht einfach nicht, wir müssen mehr tun“, mit diesen Worten eröffnet Markus Söder die Pressekonferenz nach der Sitzung des bayerischen Kabinetts.

Es drohe aufgrund der Seitwärtsbewegung der Corona-Infektionszahlen ein baldiger Kollaps des Gesundheitssystems. „Alle 20 Minuten stirbt in Bayern ein Mensch an Corona“, so Markus Söder.

Update, 13.03 Uhr - Söder-PK um 14 Uhr live: Bayerisches Kabinett berät über schärfere Corona-Regeln

Wegen der ungebremst steigenden Infektionszahlen berät das bayerische Kabinett seit dem Mittag über eine weitere Verschärfung der Anti-Corona-Maßnahmen im Freistaat. Es werde dabei einen größeren Aufschlag an Beschlüssen geben, verlautete aus Regierungskreisen, unter anderem was Schulen und Silvester anbelangt.

Als denkbar galten zuletzt beispielsweise deutlich mehr Klassenteilungen für ältere Schüler. Zudem hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in den vergangenen Tagen bereits angedeutet, dass die Kontaktbeschränkungen über Weihnachten zwar gelockert bleiben sollen, aber für Silvester wohl doch wieder verschärft werden.

Update, 12.21 Uhr - Landkreis Altötting meldet 31 neue Corona-Fälle

Das Landratsamt Altötting hat für seinen Zuständigkeitsbereich nun 31 neue Corona-Fälle gemeldet (Stand: 5. Dezember). Unter den Neu-Infizierten befinden sich unter anderem auch ein erst zwei Monate altes Baby in Neuötting.
Die Gesamtzahl der Fälle seit Pandemie-Ausbruch stieg in Stadt und Landkreis Altötting damit auf 2303. Die aktuelle 7-Tage-Inzidenz lag zum o.g. Zeitpunkt laut Angaben des Landratsamtes bei 228,7.

Update, 11.27 Uhr - Bayerischer Landkreis steuert auf Inzidenz von 600 zu

Alarmstufe Pink! - Zwei Landkreise überschreiten momentan die 500er-7-Tage-Inzidenz. Dabei steuert der Landkreis Regen (Bayern) auf einen Wert von 600 zu. Nach dem neuesten Datenstand des Robert-Koch-Instituts (RKI):

  • Landkreis Regen (Bayern) - 581,3 (Vortag: 503,8)
  • Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Sachsen) - 534,6 (448,7)
  • Landkreis Bautzen (Sachsen) - 470,0 (Vortag: 446,7)
  • Landkreis Hildburghausen (Thüringen): 452,6 - (Vortag: 458,9)

Im Durchschnitt liegt die 7-Tage-Inzidenz deutschlandweit bei 142 (Vortag: 138) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangen sieben Tage. Das geht aus dem Covid-19-Dashboard des RKI hervor. In den Bundesländern Bayern (175), Berlin, (181,9), Hessen (146), Sachsen (300,6) und Thüringen (166,6) liegt sie darüber; in Nordrhein-Westfalen knapp darunter (139,6). 

Update, 10.49 Uhr - Seilbahnverband warnt vor Riesenverlusten wegen Corona

Lifte zu, Hütten zu, Kassen leer: Der Verband Deutscher Seilbahnen und Schlepplifte warnt in der Corona-Pandemie vor Millionenverlusten für die Skigebiete des Landes. Sollten die Beschränkungen für die Skigebiete den ganzen Winter bestehen bleiben, könnte ein Schaden von rund 400 Millionen Euro entstehen, sagte Vorstand Matthias Stauch der „Welt am Sonntag“.

Die deutschen Seilbahnen nehmen nach seinen Worten durchschnittlich 90 Millionen Euro pro Winter ein. Zudem blieben im Umfeld der Skigebiete für jeden Euro rund vier weitere Euro in der Region, etwa für Hotels, Ausrüstung, Skikurse oder in der Gastronomie. Derzeit sind die Skigebiete in Deutschland bis mindestens 10. Januar geschlossen. Der Verband vertritt mehr als 120 deutsche Seilbahnunternehmen, die meisten Betreiber sitzen in Bayern.

Update, 9.56 Uhr- Sinkende Inzidenzen in der Region, ein Todesfall

Entwicklung der Corona-Inzidenzen in der Region (Stand 6. Dezember

Die Corona-Fallzahlen bzw. die 7-Tages-Inzidenzen haben sich in den Kreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag auf hohem Niveau eingependelt. Mit Stand Sonntag (6. Dezember) melden alle Landkreise und auch die Stadt Rosenheim sinkende Inzidenzen: Kreis Berchtesgadener Land (von 145,4 auf 141,6), Kreis Mühldorf (von 205,4 auf 181,2), Kreis Rosenheim (von 158,8 auf 155,4), Stadt Rosenheim (von 231,3 auf 223,4), Landkreis Altötting (von 217,9 auf 197,3) und der Kreis Traunstein (von 181,0 auf 163,5.

Laut neuesten Daten des RKI (Stand: 6. Dezember) gibt es in der Region leider auch einen Todesfall. Im Kreis Rosenheim starb eine Person.

Update, 8.41 Uhr - Bayerns Kabinett berät über schärfere Corona-Regeln

Wegen der sich verschärfenden Corona-Lage in Bayern hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für diesen Sonntag sein Kabinett zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Um 12 Uhr will der Ministerrat nach Angaben der Staatskanzlei per Videoschalte über „weitere Maßnahmen“ beraten. Konkret dürfte das weitere Verschärfungen des Kurses im Kampf gegen die Pandemie bedeuten.

Söder hatte bereits in den vergangenen Tagen immer wieder anklingen lassen, dass er aufgrund der weiter steigenden Zahl an Neuinfektionen einen härteren Kurs für notwendig hält. Denkbar sind härtere Schritte etwa im Bereich der Schulen und im Handel, aber auch größere Ausgangsbeschränkungen.

In Bayern gelten in Hotspots wie Nürnberg oder Passau bereits Ausgangsbeschränkungen. Der niederbayerische Landkreis Regen hat mit mehr als 520 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen einen der höchsten Werte in Deutschland.

Um 14 Uhr ist eine Pressekonferenz mit Markus Söder angesetzt. rosenheim24.de berichtet wie gewohnt live.

17.767 neue Corona-Infektionen gemeldet

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 17.767 neue Corona-Infektionen gemeldet. An Sonntagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 14.611 gemeldeten Neu-Infektionen an einem Tag. Innerhalb eines Tages sind 255 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Deutschland auf 18.772 seit Beginn der Pandemie (Stand: 06.12., 00.00 Uhr). Insgesamt haben sich nach Angaben des RKI 1.171.322 Menschen nachweislich mit dem Virus infiziert.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,10 (Vortag: 1,04). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 110 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mh/mz/dpa

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