News-Ticker zur Corona-Pandemie

Corona und Wintersport: Scharfe Kritik aus Tirol an Vorstoß zu Schließung von Skigebieten

Corona und Wintersport: Scharfe Kritik aus Tirol an Vorstoß zu Schließung von Skigebieten
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Ein Skifahrer, der einen Mund-Nasen-Schutz trägt, fährt mit einem Sessellift.
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  • Benjamin Schneider
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  • Martina Hunger
    Martina Hunger

München/Oberbayern - Das Coronavirus sorgt in der Region, in Bayern, in Deutschland und der Welt nach wie vor für Einschränkungen im öffentlichen Leben. Die Entwicklungen am Freitag (27. November) im News-Ticker:

Das Wichtigste in Kürze:

  • 7-Tage-Inzidenz: Stadt Rosenheim 267,5, Landkreis Rosenheim 221,6, Landkreis Traunstein 218,3, Landkreis Berchtesgadener Land 163,3, Landkreis Mühldorf 239,1, Landkreis Altötting 208,0 (Quelle/Stand: RKI, 27. November, 0 Uhr)
  • Bislang infizierte Personen: Stadt Rosenheim 1685, Landkreis Rosenheim 6197, Traunstein 3992, Berchtesgadener Land 1922, Mühldorf 2129, Altötting 1916 (Quelle/Stand: RKI, 27. November, 0 Uhr)
  • Todesfälle: Stadt Rosenheim 23, Landkreis Rosenheim 228, Traunstein 112, Berchtesgadener Land 35, Mühldorf 34, Altötting 64 (Quelle/Stand: RKI, 27. November, 0 Uhr)
  • Mindestens 15.586 Todesfälle in Deutschland (3647 in Bayern)
  • Corona-Warn-App: www.corona-warn-app.de

Die Fallzahlen im Überblick:

Update, 21.19 Uhr - Scharfe Kritik aus Tirol an Vorstoß zu Schließung von Skigebieten

Die Forderung von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer europaweiten Schließung von Skigebieten bis in den Januar hat im österreichischen Bundesland Tirol scharfe Kritik ausgelöst.

„Wenn es die Infektionszahlen zulassen, werden wir uns das Skifahren auch von Bayern nicht nehmen lassen“, sagte Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA am Freitag. Das müsse auch Söder zur Kenntnis nehmen. 

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz betonte am Freitag noch einmal, das Land werde selbst entscheiden, ob es Skigebiete öffnet. „Wir treffen diese Entscheidungen verantwortungsbewusst“, sagte Kurz bei einer Pressekonferenz. „Aber wir müssen sie selbst treffen, weil sie ja abhängen vom Infektionsgeschehen in unserem Land.“

Es gebe zwar Politikbereiche, in denen die Europäische Union koordinativ tätig werden sollte, sagte Kurz. Was sie aber sicher nicht machen könne, sei zu regeln, „wann Fußball gespielt werden darf, wo man Laufen gehen darf und wann man Skilaufen gehen darf“.

Update, 20.12 Uhr - WHO: Bis zu 70 Prozent Corona-Impfrate für Herdenimmunität nötig

Eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung ist nach Ansicht von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für eine wirkungsvolle Bekämpfung der Corona-Pandemie nötig.

Es gebe einige Studien, die zeigten, dass diese Anzahl notwendig sei, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen, sagte die oberste Impf-Expertin der WHO, Katherine O’Brien. „So wären viele Menschen immun und würden andere schützen“, so O’Brien am Freitagabend in Genf. Erst bei einer solchen Durchimpfungsrate könne sich das Virus nicht mehr gut verbreiten.

Doch die Zahl der geimpften Menschen alleine sei nicht der entscheidende Faktor, wie die Experten bei großen Masern-Ausbrüche in einigen afrikanischen Ländern im Vorjahr beobachten konnten. „Es geht immer darum, wo genau das Virus ist und wie groß der Schutzwall dagegen in der Gesellschaft ist“, so O’Brien. Es gebe zudem weiterhin viele Fragen, etwa inwiefern eine Impfung gegen Sars-CoV-2 die Schwere einer möglichen Infektion abschwächt und wie gut sie eine Übertragung des Virus verhindern kann.

„Die Impfung wird eine große Wirkung haben, aber ich denke, dass niemand die Auslöschung des Virus versprechen kann, solange wir nicht viel mehr darüber verstehen“, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus appellierte erneut an die wohlhabenden Länder, die Impfungen als globales Gut zu betrachten. Nur wenn genug Geld für eine weltweite faire Verteilung des Impfstoffs und Mittel zur Bildung von medizinischer Infrastruktur vorhanden seien, könne die Pandemie nachhaltig bekämpft werden.

Update, 19.27 Uhr - Corona-Tests für gefährdete Gruppen sollen ausgebaut werden

Angesichts weiter hoher Infektionszahlen soll der Einsatz von Corona-Tests vor allem für gefährdete Gruppen ausgebaut werden - auch mit Schnelltests. Ziel sei, „umfassender und einfacher“ insbesondere Personengruppen ohne Symptome zu testen, „bei denen aber dennoch eine Infektion naheliegend erscheint“, heißt es in einem neuen Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums.

Das gelte zudem für Menschen mit hoher Gefahr, dass sie oder andere in ihrem Umfeld bei einer Infektion besonders gefährdet wären. Für Rückkehrer aus Risikogebieten im Ausland sollen Tests nicht mehr gratis sein.

Die Neuregelungen sollen am kommenden Dienstag (1. Dezember) in Kraft treten. Konkret soll unter anderem klargestellt werden, dass man für Tests nach einer Warnung über die Corona-App nicht gesondert vom Arzt oder Gesundheitsamt als „Kontaktperson“ festgestellt werden muss.

Die Verordnung soll zudem aufschlüsseln, in welchen Konstellationen man als Kontaktperson gilt und sich nach ärztlicher Anordnung auch ohne Symptome testen lassen kann - etwa bei engem Kontakt von mindestens 15 Minuten zu einem Infizierten in den letzten zehn Tagen.

Geregelt werden soll zudem, dass für Pflegeheimbewohner und Patienten in Kliniken bis zu 30 Schnelltests pro Person und Monat möglich sein sollen. Einrichtungen müssen dazu Test-Konzepte erstellen. Bisher sind in Pflegeheimen bis zu 20 Tests pro Monat und Bewohner möglich.

Update, 18.49 Uhr - 57 neue Corona-Fälle im Landkreis Traunstein

Aus dem Landkreis Traunstein werden vom zuständigen Landratsamt 57 neue Corona-Infektionen gemeldet.

In den Kliniken des Landkreises werden derzeit 73 Covid-19-Patienten behandelt, davon 63 auf der Normalstation und zehn auf der Intensivstation. Unterdessen können die Quarantänemaßnahmen in der dezentralen Asylunterkunft Altenmarkt zum 28. November aufgehoben werden.

Alle Ergebnisse der letzten Reihenuntersuchung liegen vor und waren negativ. An einem Traunsteiner Schlachthof gibt es dagegen einen positiven Corona-Fall, welcher aus der eigenständig vom Betrieb organisierten wöchentlichen Reihentestung hervorgeht.

Alle notwendigen Maßnahmen wurden direkt in die Wege geleitet, der Betrieb kann wie gewohnt weitergeführt werden.

Update, 18.03 Uhr - Gute Nachrichten aus Rosenheimer RoMed Klinikum

Wie das RoMed Klinikum Rosenheim in einer Pressemitteilung veröffentlichte, hat sich die Situation rund um die Corona-Infektionen in Haus 5 inzwischen stabilisiert. Auf beiden Stationen werden wieder täglich mittels Antigentests alle Mitarbeiter getestet, was unabhängig von den regelmäßigen PCR-Testungen erfolgt.

Alle Patienten werden jeden zweiten Tag getestet, insgesamt wurden inzwischen mehr als 100 Mitarbeiter und über 30 Patienten mehrmals getestet. „Wenn keine weiteren Patienten positiv werden, sollte eine Wiedereröffnung in der nächsten Woche möglich sein“, heißt es in der Pressemitteilung.

Update, 16.30 Uhr - Keine Entspannung in Corona-Hotspot - Landrat unter Polizeischutz

Im bundesweiten Corona-Hotspot Nummer eins, dem Landkreis Hildburghausen, bleibt die Situation angespannt - nicht nur wegen weiter steigender Infektionszahlen. Landrat Thomas Müller (CDU) steht nach Drohungen in den sozialen Medien unter Polizeischutz. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Tatverdächtige gebe es bislang nicht, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Die Streifentätigkeit in der knapp 12.000 Einwohner zählenden Stadt, in der wegen der Pandemie seit Mittwoch ein Lockdown mit strengen Ausgangsbeschränkungen und geschlossenen Schulen und Kindergärten besteht, sei verstärkt worden. In dem Landkreis an der Grenze zu Bayern hat sich mit Stand Freitag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf rund 630 erhöht (Vortag: 602,9). Das ist der Höchstwert in Deutschland.

Am Donnerstagabend rückte die Polizei zu einem Einsatz an der regionalen Corona-Teststation aus. Es habe einen Aufruf in sozialen Medien zur Blockade der Abstrichstelle gegeben, sagte Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) der dpa, was die Polizeisprecherin bestätigte. Die Sicherheitskräfte seien daraufhin vor Ort gewesen, eine Blockade habe aber nicht festgestellt werden können, sagte sie. Wer dahinter steckt, sei zunächst unklar.

Von der Drohung gegen ihn habe er am vergangenen Sonntag erfahren, sagte Landrat Müller am Freitag der dpa. Unter Polizeischutz steht er laut Polizei seit Donnerstag. Sie vermutet einen Zusammenhang mit den Corona-Schutzmaßnahmen. Gegen diese hatten mehrere Hundert Menschen am Mittwochabend im Stadtzentrum protestiert.

Sie zogen laut Polizei singend durch die Straßen, wobei viele keinen Mund-Nasen-Schutz trugen. Die Polizei löste die Ansammlung schließlich auch mit Hilfe von Pfefferspray auf. Wer die Demonstration, in der laut Sicherheitskreisen auch örtliche AfD-Vertreter und Anhänger rechtsextremistischer Gruppierungen mitgelaufen sind, organisiert hat, war am Freitag weiter unklar.

Die Zahl der aktiven positiven Corona-Fälle in dem 63.000 Einwohner zählenden Landkreis lag laut Landratsamt am Freitag bei 853. Alle acht verfügbaren Intensivbetten in dem Landkreis sind derzeit belegt, wie aus dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) mit Stand Freitagmorgen hervorging. In Hildburghausen gibt es ein Allgemeinkrankenhaus der Grundversorgung und eine Fachklinik für Psychiatrie und Neurologie. Zwei der acht auf Intensivstationen behandelten Patienten sind Covid-19-Patienten. Diese mussten beatmet werden.

Update, 15.48 Uhr - Ein weiterer Corona-Todesfall im Landkreis Mühldorf am Inn

Wie das Landratsamt Mühldorf am Inn berichtet, ist eine Person verstorben, welche mit den Corona-Virus infiziert war. Damit steigt die Zahl der Todesfälle mit Corona-Infektionen seit Pandemiebeginn auf 34.

Seit der letzten Statusmeldung vom Donnerstag, den 26. November, gibt es zudem landkreisweit 39 neue bestätigte Corona-Fälle. Unter den neu gemeldeten Fällen sind neun weitere Bewohner der dezentralen Asyl-Unterkunft in Gars sowie insgesamt drei Schüler am Beruflichen Schulzentrum Mühldorf. Alle weiteren vom Corona-Virus betroffenen Schulen finden Sie im Sammelartikel auf rosenheim24.de!

Update, 14.53 Uhr - 41 Neuinfektionen im Berchtesgadener Land

Das Landratsamt Berchtesgadener Land meldet 41 weitere bestätigte SARS-CoV-2-Fälle, wobei es sich bei vier Personen um direkte Kontaktpersonen handelt, welche bereits in Quarantäne waren. Derzeit befinden sich landkreisweit 992 direkte Kontaktpersonen in häuslicher Isolation.

In den Kliniken im Berchtesgadener Land werden derzeit 40 Covid-19-Patienten stationär behandelt, vier davon auf der Intensivstation.

Die Regierungserklärung im Live-Stream

Update, 13.51 Uhr: Söder: „Vergleiche mit Sophie Scholl sind empörend“

Besonders kritisch sieht Söder die Querdenker-Bewegung in Deutschland. Sie sei inzwischen durchaus sektenähnlich und sei ein gefährliches Gebräu aus Angst und Hass. „Vergleiche mit Sophie Scholl sind empörend“, so Söder.

Ministerpräsident Söder geht abschließend auf die besondere Herausforderung der Corona-Pandemie ein. „Ich verstehe durchaus, dass die Menschen genervt sind“, so Söder. Doch Bauch und Kopf seien hier in Einklang zu bringen und die Gefahr weiter ernst zu nehmen. Söder wäre froh gewesen, wenn die Meldungen über exponentielles Wachstum und Todesfälle übertrieben gewesen wären - doch dies sei leider nicht der Fall. „Das letzte Kapitel Corona ist noch nicht geschrieben“. Die Hoffnung liege aktuell auf dem Frühjahr: „Wir sind in keiner Endlosschleife.“ Er appelliert abschließend an die Menschen, zusammenzuhalten. „Krisen fördern immer das Beste im Menschen heraus. Zeigen wir der Mehrheit das Gute.“

Update, 13.40 Uhr - Söder „Vorsicht und Umsicht beim Skifahren“

Ischgl ist nicht vergessen“, so Söder. Es gehe nicht gegen jemand, das Skifahren einzuschränken. Die Menschen seien gut beraten, auch hier besonders vorsichtig zu sein. „Ich weiß, dass das für Österreich eine schwierige Zeit ist“, so Söder. Doch dieser multilaterale Ansatz, sei in dieser schwierigen Zeit herausfordernd, aber wichtig. Der Schutz des Lebens sei jedoch wichtiger als das persönliche Vergnügen.

Update, 13.25 Uhr - Söder: „Aufpassen und sorgsam sein“

Daraufhin geht Söder auf die Lage in den Schulen ein. Gerade Ferien seien eine echte Herausforderung. „Aufpassen und sorgsam sein“, sei hier die Devise. Eine besondere Herausforderung seien in diesem Jahr gerade auch die bevorstehenden Weihnachtsferien. Vielleicht sei es in diesem Jahr wichtig, die Gesundheit als Geschenk anzusehen.

Auch an Silvester solle die Bevölkerung sorgsam sein. Große Menschenansammlungen seien zu vermeiden. Doch gerade auch für Singles sehe Söder, dass ein Treffen mit Freunden und Familie wichtig sei.

Update, 13.26 Uhr - Söder: „Verlängern, vertiefen und helfen“

Verlängern, vertiefen und helfen“, das sei die aktuelle Strategie im Kampf gegen Corona. Die Corona-Maßnahmen mussten verlängert und vertieft werden, zudem würden weitere Hilfen ausbezahlt werden. Die Maßnahmen müssten nicht endlos verlängert werden, darum würde die Regierung sie lieber vertiefen. Söder geht auf die einzelnen beschlossen Maßnahmen ein, wie Kontaktbeschränkung, Maskenpflicht und Wechselunterricht in Schulen. „Wir bleiben hier in Bayern bei einer guten Kontrolle“, so Söder. Bei Weigerung eine Maske beispielsweise bei Demonstrationen zu tragen, forderte Söder eine konsequente Verhängung von Bußgeldern. „Selbst Donald Trump trägt hin und wieder eine Maske“, darum könne das doch gar nicht so schwer sein, meint Söder.

Die Hotspot-Strategie sei Söder besonders wichtig gewesen umzusetzen. Gerade die Grenzregionen seien hier im Speziellen gefährdet. Darum sei eine einheitliche Regelung wichtig. Söder geht auf die unterschiedlichen Maßnahmen ab den einzelnen Inzidenz-Werten ein. Diese sollen helfen, Infektionsherde schneller auszumachen und zu bekämpfen.

Update, 13.13 Uhr - Söder: „Corona bleibt gefährlich und potentiell tödlich“

„Corona geht in die nächste Runde - leider“, so eröffnet Ministerpräsident Markus Söder (CSU) seine Regierungsklärung im Bayerischen Landtag am Freitag. Zwar habe das exponentielle Wachstum gestoppt werden können, eine Entwarnung sei jedoch noch nicht möglich. Nicht nur die Belegung der Intensivbetten steige bedenklich an, auch die Steigerung der Todesfälle sei furchterregend. „Wenn es so weitergeht, haben wir in Bayern bis Jahresende noch 2000 Todesfälle“, so Söder.

Mit Sorge sieht Söder die weitere Verharmlosung des Virus in der Bevölkerung. Für ihn sei der Schutz des Lebens weiterhin oberstes Ziel. Bewusst hätte man sich in Deutschland und Bayern für einen leichteren Lockdown als in anderen Ländern entschieden, klar müsse dann jedoch auch sein, dass das Durchhaltevermögen länger sein müsse. „Aber es gibt ein Licht am Ende des Tunnels und das ist der Impfstoff“, so Söder. Der Aufbau der Impfzentren in Bayern schreite voran, „aber der Impfstoff ist trotzdem kein Zaubertrank“.

Update, 12.51 Uhr - Regierungserklärung von Markus Söder in Kürze live

In einem Sonder-Plenum befasst sich der Bayerische Landtag um 13 Uhr mit der Corona-Pandemie. Dazu gibt Ministerpräsident Söder erneut eine Regierungserklärung ab, die die Opposition in der anschließenden Debatte nutzen wird, die Maßnahmen zu hinterfragen.

rosenheim24.de berichtet wie gewohnt live.

Update, 12.34 Uhr - Passau verhängt strenge Ausgangssperre

Die Stadt Passau verhängt angesichts der stark gestiegenen Zahl von Corona-Infektionen eine strenge Ausgangssperre. Sie solle am Samstag beginnen und zunächst eine Woche dauern, wie Oberbürgermeister Jürgen Dupper (SPD) am Freitag ankündigte. Passauer dürfen ihre Wohnung nur noch aus triftigem Grund verlassen, beispielsweise um zur Arbeit, zum Arzt oder zum Einkaufen zu gehen.

Außerdem verhängt die Stadt ein Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen und verordnet Wechselunterricht für die Jahrgangsstufen 7 bis 11 - mit Ausnahme von Abschlussklassen an Mittel- und Realschulen. Wer einen Angehörigen in einem Altenheim besuchen will, muss vorher einen Schnelltest machen und damit nachweisen, dass er nicht infiziert ist.

Passau hatte am Freitag einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Die Stadt ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit knapp 630 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen derzeit Deutschlands Hotspot Nummer zwei. Wie lange der Lockdown dauern soll, blieb zunächst offen.

Update, 12.13 Uhr - Reihentestung in Töginger Seniorenheim ergibt 28 positive Fälle

Das Altöttinger Landratsamt berichtet in einer aktuellen Pressemitteilung über weitere Corona-Fälle an Schulen und weiteren Einrichtungen im Landkreis:

  • Am Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer in Altötting wurde ein Schüler aus einem Nachbarlandkreis positiv getestet. Bislang wurden 22 Mitschüler sowie ein Ausbilder als Kontaktpersonen ermittelt. Eine endgültige Einstufung in Kategorie I oder II ist noch nicht abgeschlossen.
  • Einen Corona-Fall gab es zudem an der Grundschule Burgkirchen. Eine Schülerin der 4. Jahrgangsstufe wurde positiv getestet, 21 Mitschüler sowie eine Lehrerin wurden als Kontaktperson 1 ermittelt.
  • Ebenso positiv abgestrichen wurde ein Kind, das den St. Konrad Kindergarten in Burgkirchen besucht. 26 Kinder und 3 Erzieherinnen wurden als Kontaktperson 1 ermittelt.
  • An der BOS Altötting wurde eine Schülerin der 13. Jahrgangsstufe positiv getestet. Hier wurden insgesamt 22 Schüler als Kontaktperson 1 ermittelt.
  • Ein positives Abstrichergebnis erhielt eine Schülerin der 6. Jahrgangsstufe der Herzog-Ludwig-Realschule in Altötting. Hier wurden 26 Schüler sowie 4 Lehrer als Kontaktperson 1 ermittelt. 
  • Die Reihentestung, die am 25.11.20 im Seniorenheim „Törringhof” in Töging durchgeführt wurde, ergab zudem derzeit 26 positiv getestete Bewohner sowie 2 Mitarbeiter.

Update, 11.34 Uhr - Flintsbach: 106-Jährige übersteht Corona-Infektion bei Ausbruch in Seniorenheim

In einem Flintsbacher Seniorenheim ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. 21 von 32 Bewohner sind oder waren infiziert. Darunter auch eine 106-jährige Frau. Nach Angaben der Heimleitung hat sie die Infektion gut überstanden. Noch steht die Einrichtung unter Quarantäne. Insgesamt sei man seit dem Ausbruch vor einigen Tagen aber aus dem Gröbsten wieder raus.

Lesen Sie die ganze Geschichte auf OVB-Online (Plus-Artikel).

Update, 10.53 Uhr - Inzidenzwert bei 440 - Passau deutscher Corona-Hotspot Nummer zwei

Die Stadt Passau hat einen Corona-Inzidenzwert von knapp 440 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen erreicht. Sie ist damit nach dem Landkreis Hildburghausen in Thüringen derzeit Deutschlands Corona-Hotspot Nummer zwei. Aus diesem Grund plant die Kommune verschärfte Maßnahmen, wie es auf der Homepage der Stadt heißt. Wie die aussehen, sollte im Laufe des Freitags bekanntgegeben werden. Für 12 Uhr war eine Pressekonferenz geplant.

Der Landkreis Hildburghausen mit knapp 630 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen und die Stadt Passau waren laut Robert Koch-Institut am Freitag die bundesweit einzigen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 400.

Update, 10.13 Uhr - Regierungserklärung von Ministerpräsident Söder um 13 Uhr

Nach der Verlängerung des landesweiten Teil-Lockdowns wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen kommt der bayerische Landtag am Freitag zu einer Sondersitzung zusammen. Zu Beginn wird Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erneut eine Regierungserklärung halten, anschließend folgen Aussprache und Antragsberatung.

Rechtlich ist die Abstimmung über die eingebrachten Dringlichkeitsanträge der Fraktionen aber nicht bindend. Das Bundesinfektionsschutzgesetz gibt zwar den Landesregierungen die Möglichkeit für eigene Corona-Verordnungen, darin sind aber keine Gesetzgebungskompetenzen für die Landtage vorgesehen. Dennoch dürfte eine solche Abstimmung Debatten im Landesparlament grundsätzlich mehr Gewicht geben - und umgekehrt der Staatsregierung zu zusätzlicher politischer Legitimation verhelfen.

rosenheim24.de wird wie gewohnt live von der Regierungserklärung berichten.

Update, 9.08 Uhr - Zwei Drittel der Bewohner in Straubinger Seniorenheim mit Corona infiziert

In einem Seniorenheim im Landkreis Straubing-Bogen haben sich mehr als zwei Drittel der Bewohner mit dem Corona-Virus angesteckt. Am Donnerstag wurden nach einer Reihentestung im Heim des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Bogen 36 neue Fälle gemeldet, wie das Landratsamt mitteilte. Damit seien nun 66 der 96 der Bewohner positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Auch 27 der 84 Mitarbeitenden der Einrichtung haben sich infiziert.

Diejenigen Bewohner, die noch nicht infiziert seien, blieben in dem Heim, das vorwiegend über Einzelzimmer verfüge, sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Es ergebe keinen Sinn, die positiv Getesteten anderweitig unterzubringen, da die Durchseuchung schon zu groß sei. Bisher seien bei dem Ausbruch, der vor etwa zwei Wochen begonnen habe, drei Bewohner gestorben. Am Donnerstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis nach den Zahlen des Robert-Koch-Instituts und des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei 192,8.

Update 8.06 Uhr - Sechs weitere Todesfälle in der Region

Corona-Fallzahlen in Südostbayern (Stand: 27. November).

Die Corona-Fallzahlen bzw. die 7-Tages-Inzidenzen haben sich in den Kreisen und Städten der Region im Vergleich zum Vortag auf hohem Niveau eingependelt und dabei etwas unterschiedlich entwickelt. Während die Landkreise Altötting (von 229,6 auf 208), der Kreis Mühldorf (von 246,0 auf 239,1), im Kreis Rosenheim (von 230,7 auf 221,6) und der Kreis Traunstein (von 237,4 auf 218,3) fallende Werte meldeten, sind die Inzidenzen laut neuesten Daten des RKI (Stand: 27. November) im Landkreis Berchtesgadener Land (von 158,6 auf 163,3) und in der Stadt Rosenheim (von 231,3 auf 267,5) angestiegen.

Leider hat die Region laut RKI auch sechs weitere Todesfälle zu verzeichnen. Zwei Menschen starben demnach im Kreis Mühldorf, vier im Landkreis Altötting.

Update, 6.51 Uhr - Ab 1. Dezember gelten verschärfte Teil-Lockdown-Regeln in Bayern

Wechselunterricht ab Klasse acht in echten Corona-Hotspots, eine Verlängerung des Teil-Lockdowns und der strengen Kontaktbeschränkungen, eine Quarantänepflicht für Tagestouristen ins Ausland: Mit diesen und anderen Maßnahmen will die bayerische Staatsregierung die anhaltend hohen Corona-Zahlen im Freistaat senken. Das Kabinett beschloss am Donnerstag die Umsetzung der entsprechenden Bund-Länder-Beschlüsse vom Mittwochabend - und erließ in einigen Punkten sogar noch etwas weitergehende Auflagen. Mindestens Weihnachten darf dafür im kleineren Kreis gefeiert werden.

Die zentralen Beschlüsse und neuen Regeln für Bayern im Überblick findet Ihr hier.

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat die Marke von einer Million überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) 22.806 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden (Stand: 27.11., 00.00 Uhr). Damit stieg die Zahl der seit Beginn der Pandemie bekanntgewordenen Fälle auf 1.006.394, wie das RKI am Freitagmorgen bekanntgab. Am Freitag vor einer Woche war mit 23.648 ans RKI übermittelten Fällen zuletzt ein Höchststand bei den täglichen Neuinfektionen erreicht worden.

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Freitag um 426 auf insgesamt 15.586. Das ist Rekord seit Beginn der Pandemie. Am Mittwoch war mit 410 Fällen jüngst ein Spitzenwert in diesem Bereich festgestellt worden. Das RKI schätzt, dass rund 696.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Am Donnerstagabend hatten bereits die Daten der Universität Johns Hopkins (USA) in Baltimore eine Überschreitung der Millionengrenze bei festgestellten Corona-Infektionen in Deutschland gezeigt. Die Daten der Forscher werden regelmäßig aktualisiert und zeigen daher häufig einen höheren Stand als offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder der betroffenen Länder. In manchen Fällen wurden die Zahlen aber auch nachträglich korrigiert.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,90 (Vortag: 0,87). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 90 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

mh/dpa

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