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Das planen jetzt Bundesregierung und Lufthansa

Flugchaos in München immer schlimmer: Maschine hebt ohne Koffer und Handgepäck ab

Chaos Abfertigung Koffer Flughafen München
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Die Berichte über Chaos am Münchner Flughafen häuften sich zuletzt massiv.
  • Martin Weidner
    VonMartin Weidner
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München – Wer in diesem Sommer über den Flughafen München reisen möchte, sollte sich das besser zweimal überlegen. Denn die Berichte über schlimme Zustände an Deutschlands zweitgrößtem Airport häufen sich. Jetzt ist eine weitere Episode dazu gekommen.

Ein Lufthansa-Flugzeug aus München ist am Freitag (24. Juni) ohne Koffer nach Budapest geflogen. Die Passagiere standen in Ungarns Hauptstadt am Ende ohne Koffer und sogar ohne Handgepäck da, da die Airline die Fluggäste am Check-In zuvor aufgefordert hatte, auch das Handgepäck aufzugeben, da ein volles Flugzeug und daher mangelnder Platz in den Overhead-Gepäckablagen erwartet wurden.

Stefan Kastel (56), Anwalt aus München, der an Bord des Fluges war, schilderte gegenüber tz.de, dass sich vor dem Abflug schon das Boarding um über eine Stunde verzögert hatte. In Budapest warteten Kastel und seine Mitreisenden dann über eine Stunde am Gepäckband – ehe die Ernüchterung folgte: Das Gepäck war vollständig in München geblieben. „Zuerst war ich ungeduldig, dann hat es mich geärgert, irgendwann fand ich es nur noch kurios“, sagt Kastel weiter, der von einer „angespannten bis aggressiven Stimmung“ unter den Passagieren berichtete. Einige Fluggäste hätten auch laut herum geschrien und/oder geflucht.

Von Seiten des Flughafen München hieß es lediglich, dass es den Mitarbeitern der Beladefirma nicht gelungen sei, die Koffer in der „gewünschten Zeit“ einzuladen. Als Begründung wurde genannt, dass es „massive Verschiebungen“ bei der Abfertigung von anderen Flugzeugen gegeben habe und deswegen keine Mitarbeiter zur Verfügung gestanden hätten.

„Situation wird sich kurzfristig kaum verbessern“

Die Personalsituation ist in der Tat derzeit in der Luftfahrt ein riesiges Problem. In einem offenen (Jammer-)Brief, den die Lufthansa unter anderem an alle Kunden ihres Bonusprogramms „Miles and More“ verschickt hat und der unter anderem von Konzernchef Carsten Spohr unterzeichnet ist, ist davon die Rede, dass derzeit „alle Beteiligten im weltweiten Luftverkehr fast täglich an die Grenzen der aktuell verfügbaren Ressourcen“ kämen.

Und was im Hinblick auf die Urlaubssaison und bald beginnenden Sommerferien besonders schlimm ist: Schnelle Verbesserungen sind nicht in Sicht – vielmehr dürfte das Chaos bei weiter steigenden Passagierzahlen sogar noch größer werden! „Wir können uns dafür bei Ihnen (Anm. der Red.: den Fluggästen) nur entschuldigen und wollen dabei auch ganz ehrlich sein: In den nächsten Wochen (...) wird sich die Situation kurzfristig kaum verbessern. Zu viele Mitarbeitende und Ressourcen fehlen noch (...). Nahezu alle Unternehmen unserer Branche rekrutieren derzeit neue Kollegen, allein in Europa sind mehrere Tausend Neueinstellungen geplant. Dieser Kapazitätsaufbau wird sich allerdings erst im kommenden Winter stabilisierend auswirken können“, heißt es in dem Schreiben, das rosenheim24.de vorliegt, unter anderem wörtlich.

Das tut die Bundesregierung gegen „massive Engpässe“

Neben den Folgen der Corona-Pandemie führte die Lufthansa auch den Krieg in der Ukraine als Grund für die Unzuverlässigkeit an. Deswegen sei „der nutzbare Luftraum in Europa stark eingeschränkt“, was „zu massiven Engpässen am Himmel und damit leider zu weiteren Flugverspätungen“ führe. Deswegen sei es momentan außerordentlich schwierig, die gewohnte „Verlässlichkeit, Robustheit und Pünktlichkeit“ anzubieten. Abschließend schrieb der Konzern: „Wir setzen alles daran, Ihnen so schnell es geht, wieder die Qualität, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit zu bieten, die Sie von Ihren Airlines der Lufthansa Gruppe zu Recht erwarten.“

Und was tut die Bundesregierung? Diese hat sich nun aus der Deckung gewagt und will jetzt bei akuten Personalengpässen den kurzfristigen Einsatz ausländischer Beschäftigter ermöglichen. „Wir ermöglichen, dass die Unternehmen Hilfskräfte aus dem Ausland, vor allem aus der Türkei, einsetzen können“, sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Dafür sollen von Seiten des Staates schnell und befristet Voraussetzungen mit Einreise- und Aufenthaltstiteln und Arbeitserlaubnissen geschaffen werden.

mw

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