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Familientragödie in Burgkirchen

Papa und Opa fallen Corona zum Opfer: Familie braucht dringend Hilfe

Eine Familie aus Gendorf und Burgkirchen wurde durch Corona-Drama erschüttert zwei Todesfälle
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Alexander K. verstarb wie sein Vater an der Corona-Erkrankung.
  • Roland Kroiss
    VonRoland Kroiss
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Eine junge Mutter aus dem Raum Burgkirchen an der Alz - die selbst gerade mit einem achtmonatigen Kind in Elternzeit ist - hat innerhalb weniger Tage den Vater ihrer Kinder und ihren Schwiegervater an Corona verloren. Am Wochenende finden zwei Beerdigungen statt. Im Falle des Familienvaters musste eine Überführung aus Schleswig-Holstein organisiert werden. Es wurden Spendenaktionen ins Leben gerufen. Die Familie der Verstorbenen steht vor einer ungewissen Zukunft.

Garching/Burgkirchen - Am Donnerstag (9. Dezember) wird der Leichnam von Alexander K. (42) von Kiel nach Burgkirchen an der Alz überführt. Gestorben ist der dreifache Familienvater am 6. Dezember nach einem schweren Corona-Verlauf, nach seiner Krankenhaus-Verlegung von Altötting nach Kiel, der Landeshauptstadt von Schleswig-Holstein. Knapp 1.000 Kilometer entfernt von seiner Familie. Alexander K. war nicht gegen Covid-19 geimpft. Er wird am Samstag ( 11. Dezember) in Burgkirchen beerdigt.

Beerdigung von Vater und Sohn direkt hintereinander

Der tragische Tod von Alexander K. ist nur ein Teil einer furchtbaren Familientragödie, die eine liebenswerte russlanddeutsche Familie aus Garching an der Alz erschüttert. Darauf aufmerksam wurde innsalzach24.de durch einen Spendenaufruf in den sozialen Medien - speziell Facebook.

Einen Tag vor der Beerdigung von Alexander K. wird sein Vater in Garching an der Alz beerdigt. Er starb ebenfalls an Corona, mit 66 Jahren. Im Gegensatz zu seinem Sohn war er zweimal gegen Covid-19 geimpft, hatte allerdings Vorerkrankungen. „Seine Frau, meine Schwiegermutter steht vor einem Trümmerhaufen. Ich versorge sie parallel zu meinen Kindern mit. Wie wir das finanziell alles schaffen sollen, ist im Moment nicht klar“, so die Ehefrau von Alexander K.

Nachruf der Freunde und Bekannten auf Alexander K.

„Nichts ist so gewiss wie der Tod und trotzdem bleibt er stets unerwartet.“
Mit Alexander verliert die Welt einen liebevollen Ehemann und Vater von drei Kindern, fürsorglichen Sohn, gutmütigen Bruder, treuen Freund und einen herzensguten starken Menschen. Dramatisch ist auch der fast zeitgleiche Tod seines Vaters. Um die Tragödie für die Hinterbliebenen wenigstens in finanzieller Hinsicht etwas abzumildern sammeln wir eine kleine Hilfe, die direkt der Familie zukommt.

Hilfsaktionen sofort ins Leben gerufen

Doch ihre Familie ist nicht allein! Freunde und Bekannte machen sich große Sorgen. Sie rufen an, helfen, wo es geht und haben sofort eine Hilfsaktion ins Leben gerufen. Auf der Plattform des Fördervereins der Box-/Kicksportfreunde Altötting wurde ein Spendenkonto eingerichtet. Dort war der Verstorbene als Boxtrainer aktiv, „hat gesund gelebt, war fit und überall geschätzt und beliebt“, so ein guter Bekannter zu innsalzach24.de.

Wie konnte das alles passieren? Das kann sich niemand aus der Familie K. erklären. Nacheinander waren alle an Corona erkrankt, angesteckt offenbar vom Papa Alexander. „Ich selbst hatte einen mittelschweren Verlauf, meine beiden Jungs einen milden Verlauf“, erzählt die Ehefrau und Mutter. Simon (Name geändert) ist 16 Jahre alt, der kleine Sebastian (Name geändert) acht Monate. Als einzige verschont von Covid-19 wurde die älteste Tochter Larissa (Name geändert) K. (18).

Blutungen wurden immer schlimmer

Bei Alexander K. wurde noch am 14. Oktober 2021 bei einem Check-Up eine völlig intakte Lunge festgestellt. Knapp sechs Wochen später „war seine Lunge laut Aussage der behandelten Ärzte kaputt“, so seine Frau zu innsalzach24.de. Zudem hatte er eine massive Gehirnblutung, die letztendlich - gemeinsam mit Lungenversagen - zum Tod führte. Die Gehirnblutungen , die sich Ende November / Anfang Dezember weiter verschlimmerten, verhinderten den Einsatz einer Herz-Lungen-Maschine. „Denn dafür muss der Patient Blutverdünner nehmen“, so seine Frau unter Tränen.

Sie und die drei Kinder mussten dem Papa quasi tatenlos beim Sterben zusehen. Nachdem er am 8. November erste Krankheitsanzeichen hatte, dauerte es laut seiner Frau „viel zu lange, bis Corona diagnostiziert wurde“. Sogar nach der Diagnose wurde sie angeblich vom Arzt vertröstet, „sich erst wieder zu melden, wenn Ihr Mann Schüttelfrost und Atemnot hat“. Erstmal nahm er Ibuprofen.

Koma und Flugzeug-Transport nach Schleswig-Holstein

Am 16. November ging dann alles ganz schnell. Laut Aussagen der Angehörigen passierte Folgendes: Der Arzt stellte eine Sauerstoffsättigung von 69 fest - Werte bei gesunden Menschen liegen zwischen 90 und 99 - und Alexander kam ins Krankenhaus. Kurz bevor er ins Koma gelegt und intubiert wurde, erfuhr er noch, dass sein Vater auch wegen Corona im Klinikum Traunstein im Koma liegt. Trotz Magenblutungen und eines schlechten Zustands - unter fachlicher Aufsicht stabilisiert - wurde Alexander K. mit einem Kranken-Transportflugzeug der Bundeswehr am 2. Dezember ins Universitätsklinikum Schleswig-Holstein erfolgreich nach Kiel verlegt.

Seine Familie besuchte ihn noch, bevor er am 6. Dezember starb. „Ich weiß, dass die Ärzte dort wirklich alles versucht haben, ihn aber leider nicht retten konnten“, so seine Witwe. Man besorgte der Familie aus Bayern eine Unterkunft in Kiel und klärte offenbar auch telefonisch schnell und unkompliziert ab, dass eine Überführung seines Leichnams nach Hause kein Problem sein würde.“

Finanzielle Sorgen - „Meine Kinder geben mir Kraft“

Gesagt, getan. Seine Frau wählte ein Bestattungsunternehmen. Die Überführung kostet circa 2.000 Euro. „Wer das jetzt bezahlt, ist noch nicht klar, aber wir schaffen das schon“, gibt sie sich kämpferisch. Doch dazu kommen jetzt die Kosten von zwei (!) Beerdigungen. Ihre Schwiegermutter soll eine Witwenrente bekommen, die unter 600 Euro im Monat liegt. Wie es überhaupt weitergehen soll? „Meine Kinder geben mir Kraft“, sagt die Ehefrau und Mutter.

Bürgermeister verspricht Hilfe

Johann Krichenbauer (FW), Bürgermeister der Gemeinde Burgkirchen an der Alz, kennt diese „Tragödie sondergleichen“. Die Gemeinde sei „eng an der Sache dran“ und helfe, „wo es auch immer nötig ist“. Ein höherer Mitarbeiter der Gemeinde sei mit der Familie gut bekannt. Der Bürger-Sozialfonds von Burgkirchen könnte ebenfalls greifen. Im Nachgang der beiden Beerdigungen werde man „alles in Ruhe betrachten, moralisch, tatkräftig und falls nötig auch finanziell helfen“.

- Aus Gründen des Datenschutzes und der Pietät werden die vollständigen Namen der Personen im Artikel nicht genannt -

Wer der betroffenen Familie aus dem Raum Garching-Burgkirchen helfen möchte, kann dies mit einer Spende an folgendes Konto tun:

Förderverein der Box- und Kickboxsportfreunde Altötting T.V.

Volksbank-Raiffeisenbank - Verwendungszweck „Andenken an Alexander K.“

IBAN: DE12 7116 0000 000 1 2872 22

BIC: GENODEF1VRR

Eine Spende ist auch direkt an die Witwe unter folgender Kontonummer möglich: Verwendungszweck „Unterstützung für Elena“; IBAN: DE40 7116 0000 3002 7229 92; BIC: GENODEF1AOE

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