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Burghausen will ins Öko-Stromgeschäft einsteigen

Rosenheim als Vorbild: Fläche für Photovoltaik ankaufen und über 1.000 Haushalte versorgen

Die Freiflächen-Photovoltaikanlage um Burghausen soll vergrößert werden.
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Die Freiflächen-Photovoltaikanlage um Burghausen soll vergrößert werden.
  • Roland Kroiss
    VonRoland Kroiss
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Beim Bauausschuss am 12. Januar sind die Weichen gestellt worden für ein ambitioniertes Stromversorgungs-Projekt in Burghausen: Die Stadt will mehr noch als bisher selbst Stromversorger werden. Auf 39.000 Quadratmetern Fläche in Raitenhaslach soll Sonnenenergie-Erzeugung statt Landwirtschaft betrieben werden. Vereinzelt gibt es auch Kritik daran.

Burghausen - „Die Stadtwerke Rosenheim sind unser Vorbild, weil sie als echter Multi-Anbieter am Markt auftreten und der Bevölkerung Komplett-Energie-Angebote machen können“, so FDP-Stadtrat und Bauunternehmer Klaus Schultheiß. Nun will Burghausen nachziehen. Beim Bauausschuss am Mittwoch (12. Januar) wurde ein großzügiger Ausbau der Freiflächen-Photovoltaikanlage auf den Weg gebracht.

Der ambitionierte Plan: Mindestens 1.000 zusätzliche Haushalte sollen langfristig mit Solarstrom der Stadtwerke Burghausen versorgt werden können.

Riesige Fläche im Wasserschutzgebiet - „Bitte nicht nur mit Modulen zupflastern“

Die Beschlussvorlage der Stadt Burghausen lautet so: „Südlich der bestehenden Photovoltaikfreiflächenanlage im Hieringer Feld soll auf Teilflächen der städtischen Grundstücke mit den Flächen-Nummern 338/1, 346/0 und 346/1, Gemarkung Raitenhaslach eine Photovoltaik-Freiflächenanlage auf einer Fläche von circa 39.000 Quadratmetern errichtet werden. Die Flächen liegen im Außenbereich und im Wasserschutzgebiet (Zone III).

Die Nutzung der Flächen ist momentan als „Fläche für die Landwirtschaft“ dargestellt; dies soll geändert werden in eine Sonderbaufläche für Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien – Sonnenenergie.“

Das Wasserschutzgebiet im Hieringer Feld soll auch weiterhin im Pflanzen bewirtschaftet werden.

Ein „rigoroses Zupflastern“ der ursprünglich landwirtschaftlichen Fläche mit Solarzellen schien dem 3. Bürgermeister Stefan Angstl (Bündnis90/Die Grünen) beim Bauausschuss zu viel des Guten: „Es sollte dort auch eine landwirtschaftliche Nutzung betrieben werden. Ich plädiere zudem für Bepflanzung rund um die Photovoltaikanlage.“

Diesem Ansinnen pflichteten Bürgermeister Florian Schneider (SPD) und die anwesenden Stadt- und Kreisräte am Mittwoch bei. „Wir wollen die Fläche nicht einfach so versiegeln, sondern auch eine Drainage einbauen“, so der 2. Bürgermeister Norbert Stranzinger (CSU). Wegen der Lage im Trinkwasserschutzgebiet würden „an die Errichtung der Photovoltaikanlage erhöhte Anforderungen gestellt, damit kein Konflikt mit dem Trinkwasserschutz entsteht“.

Beschluss-Termin Stadtratssitzung am 19. Januar

Der Stadtrat soll nun „die Änderung des Flächennutzungsplanes für die Erweiterung der bestehenden Photovoltaikanlage im Hieringer Feld auf den städtischen Grundstücken nach Süden mit einer Entfernung von circa 200 Meter zur Bahnlinie Tüßling Burghausen“ beschließen. Die Verwaltung Burghausens werde „beauftragt den Änderungsentwurf auszuarbeiten und die Grobabstimmung durchzuführen.“

Klimafreundliche Energiepolitik erleichtert - Strom-Einspeisung schon beantragt

So könnte Burghausen vermehrt als Stromerzeuger am Markt tätig werden und mit einer klimafreundlichen Politik die Vorgaben des Flächennutzungsplans erfüllen: „Gemäß Baugesetzbuch kann die Ausstattung des Gemeindegebietes mit Anlagen, Einrichtungen und sonstigen Maßnahmen, die dem Klimawandel entgegenwirken, insbesondere zur dezentralen und zentralen Erzeugung, Verteilung, Nutzung oder Speicherung von Strom, Wärme oder Kälte aus erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung dargestellt werden“, heißt es in der Beschlussvorlage.

Die Energieversorgung Burghausen GmbH, an der die Stadt Burghausen mit 50 Prozent beteiligt ist, hat bei der Bayernwerk Netz GmbH die Einspeisung von Strom aus einer Photovoltaikfreiflächenanlage mit einer geplanten Modulleistung von 4.201 kWp - 1 Kilowatt-Peak (kWp) entspricht ungefähr 1.000 kWh jährlich - beantragt. Der Netzanschluss ist an der Trafostation in der Haydnstraße/Ecke Brahmsstraße vorgesehen.

Voraussichtlich profitieren alle von dem Modell

Funktioniert das Modell langfristig, würden alle Seiten profitieren: Viele Haushalte könnten bezahlbaren Öko-Strom beziehen - andererseits wird die Stadt zunehmend unternehmerisch tätig und bekommt Zugriff auf Fördermittel im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes. Das alles ist stimmig, vorausgesetzt, man beugt dem „Flächenfraß“ durch Naturschutz-Maßnahmen ausreichend vor.